Günstig aber nicht "billig"
VORTEILE
- hochwertiges Material
- bequem zu tragen
- sehr geräumig
- Preis / Leistung
- Farbvariationen
- viele Fächer und Befestigungsmöglichkeiten
NACHTEILE
- Öffnung des Hautfachs ist zu klein
- Belüftungssystem ist nicht besonders gut
- Hüftgurt dürfte mehr Komfort und Polsterung bieten
- Trinksystem findet im Hauptfach seinen Platz
- roch am Anfang sehr chemisch
BEWERTUNG
WAS STECKT HINTER DER MARKE TERRA PEAK?

Der Terra Peak - Flex 40 wird von Obics vertrieben. Obics ist ein junges StartUp aus Stettfeld (Bamberg). Daniel & Daniel haben Obics Ende 2018 ins Leben gerufen und laut LinkedIn hat hier bis vor kurzem noch der CEO die Pakete selbst verpackt und zur Post gebracht. Erst durch die neuerdings wachsenden Bestellungen ist es Obics möglich geworden dies einem Logistiker anzuvertrauen. Beide ihres Zeichens Naturliebhaber, möchten auch ihre Kunden dazu anregen mehr Zeit in der Natur zu verbringen. Aber auch der Umwelt wollen sie etwas Gutes tun und setzen auf faire und nachhaltige Produktion sowie Verpackung. Obics ist im Bereich Outdoor anzusiedeln und vertreibt Produkte für Camper, Wanderer und Reisende. Auf Fragen meinerseits zur Klärung der ein oder anderen Frage habe ich innerhalb von nicht einmal einen Tag eine Antwort bekommen, was ich sehr positiv fand.

Die Recherche zu Terra Peak selbst gestaltet sich etwas schwieriger. Auf der Facebook-Seite von Terra Peak Backpacks wird auf die Seite terrapeak.de verwiesen, diese existiert aber nicht oder nicht mehr. Die Seite auf Facebook existiert seit 2016 also länger als Obics. Die zweite Facebook-Seite Terra Peak (ohne Backpacks) ist deutlich älter, nämlich 2013 und hier wird auf https://www.terrapeak.co.uk/ verwiesen, auf welcher es dann auch einen Webshop gibt. Auf der englischen Seite werden auch unterschiedlichste Backpacks angeboten. Die Rucksäcke der Flex – Serie jedoch nicht. Außerdem wird auf der Seite die deutsche „nicht existente Seite“ verlinkt, wenn man auf die deutsche Nationalflagge klickt. Daraus kann man wohl zum Schluss kommen, dass sich die Firma selbst aus dem DACH-Raum zurückgezogen hat. Auch Informationen über die Firmen-Geschichte sind auf der UK Webseite zu finden. Das Unternehmen würde 2012 gegründet und hat ihren Sitz in Nordwales (Snowdonia) wo die Produkte entwickelt und getestet werden. Die Idee war es hochwertige Ausrüstung zu produzieren, welche den Geldbeutel des Kunden nicht sprengen. Das Feedback, das von Produkttestern und Kunden kommt, fließt zurück in den Entwicklungsprozess, um sicherzustellen, dass die Endprodukte hohen Ansprüchen gerecht werden können. Der Produktionsstandort wird nicht angegeben.
Ich vermute, dass Obics entweder Teile von Terra Peak übernommen, oder einen Bestand an Modellen, welche Terra Peak selbst eingestellt hat, im DACH-Raum vertreibt. Anders kann ich mir das nicht erklären. Ich hoffe das meine Recherche der Wahrheit entspricht. Sollte dem nicht so sein, werde ich das nachträglich in den Kommentaren vermerken.
WAS BIETET DER FLEX 40?





Der Flex 40 ist ein großer Wanderrucksack, mit 40 Litern, welcher genügend Stauraum für Mehrtages-Touren bietet. Er besteht aus imprägniertem 420D Terra Pro Ripstop-Nylon und 600D Terra Pro Polyester. Die Maße belaufen sich auf 54x33x19 cm und er wiegt 1,35 kg.




Ausgestattet mit einem Air Stream Contact Rückensystem inkl. AirMesh-Polsterung soll der Rucksack perfekten Sitz auf dem Rücken bieten und dank Ventilationskanal für eine optimale Rückenbelüftung sorgen. Der Tragekomfort wird durch anatomisch platzierte Rückenpolster und den abnehmbaren Hüftgurt erreicht.



Zusätzlich werden die Trägen mittels elastischen Brustgurt auf den Schultern des Trägers fixiert. Der Flex 40 ist in 4 Fächer (Hauptfach, Frontfach, Deckelfach und Bodenfach) aufgeteilt. Das Hauptfach mit weit umlaufendem Reißverschluss und einer großen Öffnung wurde mit einer A4 Einstecktasche für Laptop oder Tablet ergänzt und ist zudem kompatibel mit verschiedensten Trinksystemen. Das Trinksystem kann anstelle eines Laptops ebenfalls in dieses Fach gesteckt werden.




Am Äußern sind einige Befestigungsmöglichkeiten für Teleskopwanderstöcke, Isomatten, Jacken, Helme oder sonstige Dinge die im Inneren keinen Platz mehr finden, angebracht. Der Backpack verfügt über ein im Boden verstaute Regenhülle. Das Bodenfach kann bei Bedarf mittels Reißverschluss und Klickfixierungen für die Abtrennung vom Hauptfach separiert werden.


Dank der Lageverstellbändern kann der Rucksack möglichst eng am Rücken gehalten werden. Der Hüftgurt besitzt kleine Tasche für Kleinkram welchen man mal schnell zur Hand haben möchte. Für Gegenstände wie Geldbeutel, Smartphone oder Schlüssel ist oben im Hauptfach eine gefütterte Reißverschlusstasche mit Schlüsselclip integriert. Unter dem Rucksack können sperrige Ausrüstungsgegenstände wir z.B. eine Isomatte oder ein Zelt außen am Rucksack befestigt werden. Zudem gibt es zwei offene Mesh-Fächer an den Seiten für Getränke usw. Außerdem wurden einige Kompressionsriemen am Äußeren angebracht.



Technische Details
Farben Schwarz, Blau, Grün
Volumen 40 Liter
Höhe 54 cm
Länge 33 cm
Breite 18 cm
Gewicht 1350 g
Rückensystem Kontakt
Regenhülle Ja
Trinksystem kompatibel Ja
Reißverschlüsse YKK



WIE MACHT ER SICH IM EINSATZ?
Als waschechter Bayer ist es immer wieder toll durch OUTSIDEstories die Möglichkeit zu bekommen Produkte von heimischen Startups testen zu dürfen, welche man vermutlich ansonsten nicht auf dem Radar gehabt hätte. Wer die ein oder andere Bewertung von mir gelesen hat, weiß, dass ich soweit es möglich ist regionale Produkte kaufe, sofern die Qualität stimmt. Dafür gebe ich dann auch gerne einen Taler mehr aus um diese Unternehmen zu unterstützen. Wie oben bei der Recherche zur Marke Terra Peak schon beschrieben ist Obics nicht der Hersteller, sondern der Vertriebspartner für die Terra Peak Backpacks.


Mittlerweile besitze ich unzählige Rucksäcke mit unterschiedlichsten Einsatzgebieten. Für einige davon könnt ihr auf OUTSIDEstories die Bewertungen finden:
- CAMELBAK Kids' Scout™ Hydration Pack - Trinkrucksack Kinder
- CAMELBAK K.U.D.U. 18 - Protektor
- THULE Uptake Bike 12l - Trinkrucksäcke
- VAUDE Mundo 65+ ToGo Backpack - Reiserucksack
- DEUTER XV3 - Daypack
- DEUTER Futura 26 SL - Trekkingrucksack Herren
- DEUTER Race X - Fahrradrucksack
- TATONKA Norix 65 - Trekkingrucksack
- TATONKA Squeezy - Daypacks
- EVOC FR Tour 30l - Fahrradrucksack
- EVOC CC 3l + 2l - Fahrradrucksack
Ich denke, dass ich recht gut einschätzen kann, worauf es bei einem Rucksack ankommt. Preislich liegen die meisten der aufgeführten Rucksäcke deutlich über dem des Flex 40. Daher darf man für die gerade mal um die 80 € mit Sicherheit keinen hochentwickelten Highend-Rucksack erwarten.





Der Rucksack wirkt auf den ersten Blick sehr wertig und ordentlich verarbeitet für seinen geringen Preis. Allerdings fand ich das er am Anfang extrem chemisch gerochen hat. Das hat mich wirklich gestört. Zum Glück ist das aber mittlerweile verflogen. Vergleichbare Backpacks namhafter Hersteller kosten locker das Doppelte und mehr. Der Testzeitraum mit knapp sechs Wochen war recht kurz, ich kann aktuell noch nicht sagen, ob man mittelfristig Probleme mit der Verarbeitung bekommt. Ich habe dazu online recherchiert, ob es bezüglich Langlebigkeit schon Erfahrungsberichte gibt. Ich konnte keinerlei negatives Feedback zur Haltbarkeit finden. Es sind aber auch sehr wenig Erfahrungen zum Flex 40 zu finden.





Ich muss aber tatsächlich sagen, dass ich positiv überrascht war, als ich ihn bekommen habe. Für einen derart günstigen 40 Liter Rucksack hat er mehr auf dem Kasten als gedacht. Die unzähligen Fächer und Befestigungsmöglichkeiten, sowie das Kompressionssystem lassen keine Wünsche offen. Einzig den Trage- und Brustgurten wie dem Rücksystem merkt man an, dass hier gespart wurde, da diese im Vergleich eher spartanisch wirken.




Bei der Verwendung des Rucksacks war ich aber trotzdem weitgehend zufrieden mit dem Tragekomfort. Er lässt sich gut auf die persönliche Anatomie einstellen. Nur das Belüftungssystem funktioniert nicht so gut wie bei Highend-Modellen. Ich habe doch relativ schnell am Rücken ein bisschen zu schwitzen begonnen. Auch der Hüftgurt dürfte in meinen Augen besser gepolstert sein. Das Band ist sehr dünn und drückt etwas unangenehm auf Dauer.


Sogar ein integriertes Raincover ist bei dem Preis inklusive. Das ist keine Selbstverständlichkeit, dass das Raincover dabei ist.




Sehr praktisch finde ich die Möglichkeit das Bodenfach mit zwei Fixierungen an der Rückenplatte im Inneren befestigen zu können. Das ging mir bei ein paar hochwertigen Mehrtages-Rucksäcken schon sehr auf die Nerven, dass die Trennung einfach nur lose im Inneren herumgeflattert ist und somit die Trennung eher suboptimal war und nicht waagerecht im Inneren verlief, sondern einfach so wie sie der Rucksackinhalt hingeschoben hat.



Die Polsterung des Rückenteils ist sehr ordentlich. Kantige Dinge im Inneren des Rucksacks drücken nicht unangenehm durch und mindern somit dem Tragekomfort.

Den Hauptreisverschluss finde ich beim Flex 40 nicht so gut. Er ist leider etwas kurz geraten, was die Öffnung für große Dinge und fürs Suchen von Dingen, die Unten gelagert sind, in meinen Augen einfach zu klein macht. Mein 30 Liter Evoc kann fast komplett geöffnet werden was sehr von Vorteil ist, wenn man das Innere gut sortiert hat und man Dinge die relativ weit unten sind herausholen möchte, ohne das dann die ganze Ordnung komplett dahin ist. Im Flex 40 muss man per Tastsinn suchen und die Dinge heraus pfriemeln. Damit ist dann logischerweise die komplette Ordnung auch dahin.


Das Laptop/Trinksystemfach finde ich relativ praktisch. Die Trinksysteme können über drei verschieden angeordnete Klettbänder am Rückenteil oben fixiert werden. Durch die Anordnung und Anzahl kann damit nahezu jede Blase integriert werden. Ein für mich aber sehr großes Manko ist, dass das Trinksystem und der restliche Inhalt im gleichen großen Hauptfach Platz finden. Damit wird der gesamte Inhalt bei einer undichten Blase komplett nass. Teure Modell besitzen ein separates Fach mit Ablauf, welches auslaufendes Wasser und den restlichen Inhalt komplett von einander abschirmen und somit einen „Wasserunfall“ auf Tour nicht zur Tortur werden lässt. Es ist auch sehr schade, dass man die Wahl hat zwischen entweder Trinkblase oder Laptop. Wobei ich aber beides auch eher ungern im gleichen Fach hätte.


Die Befestigungsmöglichkeiten für Trekkingstöcke, Zelt, Isomatte, Jacken und soweiter am Außeren des Rucksacks sind hervorragend, hier gibt es in meinen Augen keinen Platz für Kritik.




FAZIT?
Praktischer und guter Mehrtages-Rucksack für Einsteiger oder ein kleines Budget. Ein paar Abstriche muss man aber logischerweise dann doch machen, wenn man bedenkt, dass der Flex 40 verglichen mit den Hightech-Backpacks namhafter Hersteller teils nicht einmal die Hälfte kostet. So zu Beispiel beim Belüftungssystem oder der Größe der Öffnung für das Hauptfach. Ich pack dann mal mein sieben Sachen und #wirsehenunsdraussen…
