Trailrunning boomt. Verständlich, denn kaum ein Ausdauersport verbindet Naturerlebnis, Fitness und Abenteuer so unmittelbar. Gleichzeitig gehört Trailrunning zu den Outdoor-Sportarten, für die man vergleichsweise wenig Ausrüstung benötigt.
Gerade Einsteiger stehen allerdings schnell vor der Frage: Welche Ausrüstung benötige ich wirklich und was darf sie kosten? Die gute Nachricht: Für die ersten Trails musst du kein Vermögen investieren. Wer gezielt einkauft und auf die richtigen Eigenschaften achtet, ist bereits mit überschaubarem Budget sinnvoll ausgestattet.
► Dieser Ratgeber zeigt dir, welche Ausrüstung zur Trailrunning-Grundausstattung gehört, worauf du beim Kauf achten solltest und in welchem Preisbereich solide Qualität beginnt.
Das Wichtigste zuerst: Die Strecke bestimmt die Ausrüstung
Für einen einstündigen Waldlauf gelten andere Anforderungen als für alpine Trails mit vielen Höhenmetern oder Ultradistanzen. Wer neu in den Sport einsteigt, sollte zunächst auf einfachen Waldwegen, Schotterpisten und Mittelgebirgstrails starten.
Die gute Nachricht: Ein Großteil der Grundausstattung lässt sich später auch auf anspruchsvolleren Strecken weiterverwenden.
Trailrunningschuhe: Die wichtigste Investition
Wenn es einen Ausrüstungsgegenstand gibt, bei dem du nicht sparen solltest, dann sind es die Schuhe. Sie entscheiden über Grip, Komfort, Stabilität und letztlich auch über deine Sicherheit im Gelände. Trailrunningschuhe unterscheiden sich von klassischen Laufschuhen vor allem durch ihre griffige Sohle, robustere Materialien und einen besseren Halt auf losem Untergrund.
Worauf du achten solltest:
- griffige Profilsohle
- guter Halt im Fersenbereich
- ausreichend Platz im Vorfuß
- robuster Zehenschutz
- passende Dämpfung für deinen Einsatzbereich
Für Einsteiger eignen sich meist sogenannte Allround-Trailrunningschuhe. Sie funktionieren auf Waldwegen, Schotter, Wurzeln und moderaten Bergpfaden gleichermaßen gut.
► Preisspanne: Vernünftige Einsteigermodelle beginnen bei etwa 90 bis 120 Euro. Gute Allrounder für regelmäßiges Training liegen meist zwischen 120 und 170 Euro.
► Lies dazu auch unseren Ratgeber „Trailrunningschuhe“.
Trailrunning-Socken: klein, aber entscheidend
Kaum ein Ausrüstungsteil wird von Anfängern häufiger unterschätzt. Schlechte Socken können selbst in guten Schuhen Blasen, Druckstellen und Scheuerstellen verursachen. Spezielle Laufsocken verbessern dagegen das Feuchtigkeitsmanagement und erhöhen den Komfort deutlich.
Empfehlenswert sind:
- schnelltrocknende Funktionsfasern
- anatomische Links-Rechts-Passform
- Polsterzonen an Ferse und Ballen
- flache Nähte
- guter Sitz ohne Verrutschen
Kompressionssocken können zusätzlich für Stabilität und Unterstützung auf längeren Strecken sorgen. Für Einsteiger sind sie jedoch kein Muss.
► Preisspanne: Gute Trailrunning-Socken kosten zwischen 10 und 25 Euro pro Paar.
► Auch dazu haben wir einen eigenen Ratgeber in petto: „Ratgeber Laufsocken“.
Das Laufoutfit: Oberteile und Hosen
Anders als beim Wandern benötigst du beim Trailrunning keine umfangreiche Bekleidungsausstattung. Entscheidend sind Bewegungsfreiheit, Atmungsaktivität und ein schneller Feuchtigkeitstransport.
Das Trailrunning-Shirt
Baumwolle gehört beim Trailrunning nicht auf die Strecke. Funktionsshirts transportieren Schweiß deutlich besser ab und trocknen wesentlich schneller.
Achte auf:
- geringes Gewicht
- hohe Atmungsaktivität
- schnelltrocknende Materialien
- bequemer Schnitt
► Preisspanne: Gute Einsteigermodelle gibt es ab 20 bis 40 Euro.
Die Shorts oder Tights
Ob kurze Laufhose oder Tights ist Geschmackssache. Wichtig sind eine gute Passform und ausreichend Bewegungsfreiheit.
Achte auf:
- Stretchmaterial
- flache Nähte
- Taschen für Schlüssel oder Smartphone
- sicheren Sitz
► Preisspanne: Solide Modelle kosten etwa 30 bis 70 Euro.
Die drei häufigsten Anfängerfehler
1. Mit Straßenschuhen ins Gelände laufen
Fehlender Grip führt schnell zu Rutschern und Unsicherheit.
2. Zu wenig trinken
Gerade auf längeren Trails können Flüssigkeits- und Energieversorgung entscheidend sein.
3. Overequipped. Zu viel kaufen.
Für die ersten Läufe brauchst du weder Carbon-Stöcke noch Ultra-Equipment. Gute Schuhe, passende Bekleidung und eine Laufweste reichen völlig aus.
Trailrunning-Jacke: Wetterschutz für unterwegs
Während man bei schönem Wetter häufig ohne Jacke startet, gehört spätestens im Mittelgebirge oder in den Bergen ein leichter Wetterschutz zur Grundausstattung.
Eine gute Trailrunning-Jacke schützt vor Wind und leichtem Regen, ohne dabei die Atmungsaktivität zu stark einzuschränken.
Wichtige Merkmale:
- geringes Gewicht
- kleines Packmaß
- winddichtes Material
- atmungsaktive Konstruktion
- Kapuze für wechselhaftes Wetter
Für alpine Touren und längere Läufe sollte die Jacke zusätzlich wasserdicht sein.
► Preisspanne: Solide Windjacken starten bei etwa 50 bis 80 Euro, wasserdichte Laufjacken bei 100 bis 180 Euro.
► Lies dazu auch alles Wissenswerte im „Ratgeber Laufjacken“.
Trailrunning-Accessoires: Klein, aber sinnvoll
Lauf- oder Sportbrille
Gerade im Gelände schützt eine Sportbrille nicht nur vor Sonne, sondern auch vor Ästen, Staub, Insekten und Fahrtwind bei schnellen Downhills.
Wichtige Kriterien:
- leichtes Gewicht
- rutschfester Sitz
- großer UV-Schutz
- photochrome Filter (bei den etwas anspruchsvolleren Modellen)
- beschlagfreie Scheiben
► Preisspanne: Gute Modelle beginnen bei etwa 40 bis 100 Euro.
► Mehr dazu im „Ratgeber Sportbrillen für Trailrunning“.
Weitere sinnvolle Accessoires
- Laufkappe
- Stirnband
- Schlauchtuch
- leichte Handschuhe für die Übergangszeit
- Sonnencreme
► Budget: circa 10 bis 40 Euro pro Teil.
Trailrunning-Rucksack oder Laufweste
Spätestens ab zwei Stunden Laufzeit solltest du ausreichend Flüssigkeit und etwas Verpflegung dabeihaben, um deine Kohlenhydratspeicher wieder aufzufüllen .
Hier kommen Laufwesten oder Trailrunning-Rucksäcke ins Spiel. Sie sitzen deutlich stabiler als klassische Rucksäcke und verhindern störendes Wackeln beim Laufen.
Für Einsteiger wichtig:
- enger, körpernaher Sitz
- Platz für Trinkflaschen oder Trinkblase
- Stauraum für Jacke und Ernährung
- mehrere leicht erreichbare Taschen
Für die meisten Läufer reicht ein Volumen von 5 bis 12 Litern völlig aus.
► Preisspanne: Gute Einsteigerwesten beginnen bei 60 bis 100 Euro, hochwertigere Modelle liegen zwischen 100 und 180 Euro.
► Im „Ratgeber Trailrunning-Rucksäcke“ haben wir uns ausführlich mit dem Thema auseinandergesetzt.
Der Überblick: Was kostet eine Trailrunning-Grundausstattung?
Wer bereits Sportbekleidung besitzt, kann deutlich günstiger einsteigen.
Wenn du alles neu kaufst, solltest du für eine solide Grundausstattung ungefähr rechnen:
- Trailrunningschuhe: 120 Euro
- Socken: 15 Euro
- Shirt: 30 Euro
- Laufhose: 50 Euro
- Laufjacke: 70 Euro
- Laufweste/-rucksack: 80 Euro
Gesamt: rund 350 bis 450 Euro
Mit zusätzlicher Sicherheitsausrüstung, Stirnlampe und Winterequipment steigt das Budget auf etwa 500 bis 700 Euro. Achte auf Sonderangebote, aber verzichte auf vermeintliche Schnäppchen beim Discounter.
Wo kannst du deine Trailrunning-Grundausstattung online kaufen?
Mit folgenden Händlern haben wir gute Erfahrungen gemacht:
Keine Basics, aber sinnvolles Equipment
Trailrunning-Stöcke: optional, aber hilfreich
Auf flachen Trails sind Stöcke überflüssig. In alpinem Gelände oder bei langen Distanzen können sie jedoch die Beine deutlich entlasten und zusätzliche Stabilität bieten.
Besonders sinnvoll werden Stöcke bei:
- vielen Höhenmetern
- längeren Bergläufen
- technischen Abstiegen
- Ultratrails
Für Trailrunner eignen sich vor allem leichte Faltstöcke.
► Preisspanne: Solide Modelle kosten etwa 70 bis 140 Euro.
► Hier wird es schon spezieller. Bergzeit hat etwa eine große Auswahl an Trailrunning-Stöcken.
Stirnlampe: Wenn’s mal wieder später wird
Wer im Herbst, Winter oder im Gebirge unterwegs ist, sollte niemals ohne Stirnlampe starten.
Auch wenn du nicht planst, in der Dunkelheit zu laufen, können Wetterumschwünge, Orientierungsprobleme oder längere Laufzeiten dafür sorgen, dass du später als geplant zurückkehrst.
Darauf solltest du achten:
- mindestens 300 Lumen für einfache Trails
- guter Sitz
- lange Akkulaufzeit
- einfache Bedienung
► Preisspanne: Solide Lampen starten bei etwa 40 bis 80 Euro. Regelmäßige Bergläufer investieren meist 80 bis 150 Euro.
► Decathlon hat interessante Stirnlampen im Angebot.
Trinken und Ernährung
Einer der größten Anfängerfehler beim Trailrunning ist eine unzureichende Versorgung mit Flüssigkeit und Energie.
Für Läufe bis etwa 60 Minuten
Meist genügt die Versorgung vor und nach dem Lauf.
Ab 90 Minuten
Empfehlenswert sind:
- Wasser oder Elektrolytgetränke
- Energieriegel
- Fruchtmus
- Gels
- Trockenfrüchte
Preisspanne:
- Softflasche: 10 bis 20 Euro
- Trinkblase: 25 bis 50 Euro
- Energieriegel: etwa 2 bis 4 Euro pro Stück
- Gels: etwa 2 bis 5 Euro pro Stück
Sicherheit: Klein, leicht und im Notfall unverzichtbar
Erste-Hilfe-Set
Für längere Trails und Bergläufe gehört ein minimalistisches Erste-Hilfe-Set in jede Laufweste.
Inhalt:
- Verbandmaterial
- Blasenpflaster
- Tape
- Desinfektionstuch
- Kompressen
► Kosten: etwa 10 bis 25 Euro.
► Zu bekommen etwa bei Bergzeit.
Rettungsdecke
Sie wiegt kaum etwas und kann im Ernstfall Leben retten.
► Kosten: etwa 3 bis 10 Euro.
► Zum Beispiel die Tatonka-Rettungsdecke für knapp 5 Euro (bei Bergfreunde)
Smartphone
Eigentlich auch ein Basic-Teil. Es ist nicht nur für Navigation und Tracking sinnvoll, sondern vor allem als Notfallkommunikation.
Bei Eis, Schnee oder Geröll: Spikes
Sobald Schnee, Eis oder gefrorene Wege ins Spiel kommen, stoßen normale Trailrunningschuhe an ihre Grenzen.
Für winterliche oder hochalpine Bedingungen sind leichte Spikes oft die beste Lösung.
Sinnvoll bei:
- vereisten Waldwegen
- harten Schneeresten
- gefrorenen Bergpfaden
► Preisspanne: etwa 30 bis 80 Euro.
► Zu bekommen etwa bei Snowline (du bekommst 10 % Rabatt mit dem Code „OUTSIDEstories“).