Foto: AKU
Ratgeber

Leichte Wanderschuhe

Es müssen nicht immer zwangsläufig die Zwiegenähten sein. Für einfache Wanderungen in Talnähe oder auf einfachen Mittelgebirgspfaden reichen oft leichte Wanderschuhe, sogenannte Light- oder auch Fasthiker.

Ob Tageswanderung, Familienausflug, kurze schnelle Solorunde oder gar der tägliche Weg ins Büro oder in der Supermarkt, Light- und Fasthiker sind wahre Allrounder!

Wir haben dir in unserem detaillierten Ratgeber alle wichtigen Aspekte rund um den perfekten leichten Wanderschuh zusammengestellt -auf OUTSIDEstories findest du zudem hilfreiche Produktbewertungen aus unserer Community – zu verschiedenen Modellen, von allen gängigen Herstellern und inklusive Preisvergleich.

Es heißt "leichte Wanderschuhe" - nicht Turnschuhe!

Oftmals werden leichte Wanderschuhe mit „festen Turnschuhen“ verwechselt. Dabei haben beide eigentlich keinerlei Gemeinsamkeiten, außer dass sie beide Sportschuhe sind. Im kompletten Aufbau sind Light- und Fasthiker wesentlich stabiler hergestellt als Sneaker oder Laufschuhe, um den Ansprüchen auf nicht asphaltierten Wegen gerecht zu werden. Sohle, Dämpfung, Materialwahl und Schnürsystem sind von Grund auf verschieden. Daher sollte man nach Möglichkeit selbst bei leichten Bergtouren auf „Turnschuhe“ verzichten und zu ordentlichen leichten Wanderschuhen greifen.

Leichte Wanderschuhe
Man kann es gar nicht oft genug sagen: Turnschuhe eignen sich wie der Name schon sagt nicht zum Wandern!

Das Herzstück – die Sohle

Das A und O eines jeden Wanderschuhs ist seine Sohle. Sie verleiht dem Schuh den nötigen Halt auf dem Untergrund und die richtige Steifigkeit, um auch in unwegsamem Terrain den maximalen Kontakt zum Boden zu haben. Im Vergleich zu schweren Wanderstiefeln sind Light- und Fasthiking-Sohlen beinahe schon filigran. Die Gummimischung ist jedoch bei vielen Produkten identisch zu den Bergstiefelsohlen. Auf nassem Untergrund gibt es daher – terrainabhängig – eigentlich keine Probleme. Um den Schuh flexibler zu gestalten und schnellere Bewegungen zuzulassen, ist die Laufsohle nach dem Prinzip von Laufschuhen nach vorne oben aufgebogen. So rollt der Schuh schön rund ab.

 

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Einige Unterschiede kann man jedoch in der Profilierung sehen. Grobe Nocken eignen sich für ebenso grobes Terrain (Kies- und Schotter- sowie morastige Waldböden), während feinere Nocken oder gar größere Laufflächen guten Halt auf Aspahlt, Sand oder auch grobem Blockwerk bieten. Je härter die Sohle ist, umso mehr Kantenstabilität verleiht sie dem Schuh und umso größer ist das Einsatzspektrum. Dennoch kann man aus einem leichten Wanderschuh keinen Ersatz für einen Kletterschuhe machen! Zudem kann man an der Gummimischung in etwa erfühlen wie langlebig der Schuh ist: je härter der Gummi, desto abriebfester und langlebiger die Sohle, aber auch desto weniger Grip.

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Die richtige Sohle garantiert dir maximalen Halt in jedem Terrain. Foto: AKU

Die Dämpfung der leichten Wanderschuhe – nur nicht zu viel erwarten!

Leichte Wanderschuhe sind in erster Line bequem! Das liegt vor allem an der soften Polsterung und der vergleichsweise guten Dämpfung. Die EVA und PU Zwischensohlen der Light- und Fasthiker sorgen für eine ausgewogene Stoßdämpfung. Da sie jedoch nur relativ dünn ist im Vergleich zu Bergstiefeln, kann die Dämpfung relativ schnell unter hohen Lasten und sehr langen Distanzen leiden und schließlich komplett verloren gehen. Für weite Wanderungen mit hohen Lasten auf den Schultern eignet sich die eher spärliche Dämpfung daher nicht – für schnelle, kurze Touren ist sie hingegen perfekt optimiert.  Lässt man den Schuhen dann auch noch genügend Regenerationszeit, kann sich die Zwischensohle wieder zurückformen und in ihre Ausgangsform zurück transformieren. Somit erhält man auch am nächsten Tagt wieder den gewohnten Komfort. Verwendet man die Schuhe tatsächlich täglich, verliert jedoch auch das beste Dämpfungsmaterial seine Rückstelleigenschaften und die Dämpfungsqualität lässt spürbar nach – dies sollte jedoch erst nach mehr als einem Jahr, oder besser noch später, unter stetiger Belastung passieren!

Leichte Wanderschuhe
Bequem muss es sein - achte auf ein ausgewogenes Dämpfungsverhalten. Foto: Lowa | Bernd Ritschel

Luftig, leicht – das Material

Besonders in den wärmeren Monaten sind leichte Wanderschuhe sehr beliebt. Moderne (Mesh-)Materialien, hochatmungsaktive Membranen und ausgeklügelte Belüftungssysteme lassen besonders viel Luft an das Schuhinnere. Die Hersteller setzen bei Light- und Fasthikern besonders auf synthetische Materialien (vor allem Polyurethan und Polyester), da diese sehr leicht und verhältnismäßig robust sind. Gleichzeitig sorgen diese Materialien für einen sehr guten Feuchtigkeitstransport aus dem Schuhinneren nach außen. Gleichzeitig kommen viele leichte Wanderschuhe auch mit einer wasserdichten Membran. So kann Wasserdampf von innen nach außen entweichen, während von außen kein Wasser eindringen kann.

Obligatorisch: jeder Wanderschuh sollte zumindest an der Zehenkappe einen hohen Rand aus Gummi haben. Dieser schützt vor Abrieb und verleiht dem Bergschuh eine zusätzliche Schutzfunktion, die ein „normaler“ Sportschuh einfach nicht leisten kann! Im Idealfall besitzen die Wanderschuhe sogar an der Ferse einen hochgezogenen Gummirand – das verleiht dem Schuh zusätzliche Stabilität.

Leichter Wanderschuhe
Ein ausgeklügelte Belüftungssysteme in Kombination mit einer sicheren Zehenkappe schützen deine Füße. Foto: Hanwag

Raffiniert – die Schnürung bei leichten Wanderschuhen

Moderne Leichtwanderschuhe sind so konstruiert, dass sie den Fuß komplett umschließen und so quasi mit dem Körper beinahe schon eine Einheit bilden. Das wirkt sich sehr positiv auf den Tragekomfort aus. Wenn der Schuh perfekt angepasst ist – und das ist mit den raffinierten Schürsystemen in der Regel bei jeder Fußform möglich – gibt es keine Druckstellen. Zudem verleihen optimal angepasste Schuhe einen außerordentlichen Halt – im Gelände unerlässlich! Allerdings, wenn die Leistenform des Schuhs schon nicht passt, kann man auch mit der raffiniertesten Schnürung meist nicht mehr viel ändern. Dann muss man doch zu einem anderen Modell wechseln!

 

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Hoch oder flach?

Light- und Fasthiker müssen nicht zwangsweise flache Halbschuhe sein. Einige Modelle sind halbhoch und reichen gerade so bis zum Knöchel. Sie erreichen bei weitem nicht die Stabilität eines knöchelhohen Bergstiefels, geben jedoch einen sehr guten Halt. Gerade abseits gut angelegter Wanderwege, ist dies von enormem Vorteil. Flache Wanderschuhe (Halbschuhe) sind dafür um einige Gramm leichter – man ist einfach noch flexibler und kommt unter Umständen noch schneller ans Ziel (aber wer möchte das schon – beim Wandern ist der Weg das Ziel!).

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Vertraue auf dein Gefühl und schau welche Passform für dich am besten ist. Foto: Fjäll Räven

EU- vs. Asia-Produkt

Viele namhafte Hersteller von Wanderschuhen lassen mittlerweile wieder teilweise in Europa produzieren (etwa Aku, Hanwag, Lowa, Meindl u.a). Das merkt an der Qualität. Wer die Wahl hat zwischen einem Produkt aus Europa und einem in Asien – meist unter nicht besonders guten Arbeitsbedingungen – produzierten Schuh hat, sollte der vernunfthalber doch zu dem europäischen Produkt greifen. Es lohnt sich aber in jedem Fall kurz zu recherchieren unter welchen Bedingungen der Hersteller seine Produkte produziert. Auch unter dem Aspekt des Umweltschutzes sind Produkte aus dem EU-Raum den Asia-Produkten um Längen voraus!  

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Setze auf Qualität und schütze die Natur. Foto: Lowa | Bernd Ritschel

Welche Light- und Fasthiker es unseren Produkttestern in der Praxis angetan haben und welche Erfahrungen die Community damit gemacht hat, das könnt ihr direkt in den Produktbewertungen über leichte Wanderschuhe nachlesen.

 

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