Isomatten

Von c.w.

Verspannungen, Unterkühlung, unruhiger Schlaf und am Ende schlechte Laune auf Tour – das können sehr häufig die Folgen der falschen Isomatte sein. Gerade bei mehr-nächtigen Touren empfiehlt es sich eine ordentliche Isomatte dabei zu haben, die Packmaß, Gewicht und Komfort wie auch Isolierkraft optimal mit einander vereint. Wie eine perfekte Isomatte aussehen kann, das erfahrt ihr in unserem Ratgeber: Isomatten.

Lass dich von unserem Ratgeber inspirieren und vielleicht hast du ja auch schon eine bestimmte Isomatte im Sinn, die du demnächst ganz bequem online kaufen möchtest. Wir liefern dir alle wichtigen Argumente rund um die perfekte Isomatte. Und wenn du noch mehr darüber wissen möchtest: auf OUTSIDEstories findest du eine Menge authentischer Erfahrungen aus unserer Community – zu verschiedenen Modellen, von allen gängigen Herstellern und inklusive Preisvergleich.

Nur wer draußen auch entspannt schläft, darf sich am nächsten Tag auf eine entspannte Tour freuen.

Luft als Isolator

Luft ist der ideale Isolator: Sie ist quasi gewichtslos und in rauen Mengen vorhanden. Daher kommt sie in modernen Isomatten besonders oft zum Einsatz. Schaumstoffmatten, Luftmatten und auch Matten mit Daunen- oder Kunstfaserfüllung greifen auf Luft als Isolator zurück. Das Prinzip ist simple und immer dasselbe: Durch ein (oder mehrere) Ventil(-e) gelangt Luft in das komprimierte Innere, der Luftmatratze. Die Luft entfaltet die Isomatte zu einer ebenen, leichten Fläche. Gleichzeitig wirkt die Luft als Luftpolster a) zur Isolierung und b) für den Komfort (Luft ist komprimier- und dehnbar und eignet sich so perfekt als komfortable Mittelschicht). Keine andere durchgängige Füllung (PU- oder EVA-Schaum, Kunstfasern, Daunen, etc.) kann mit der Isolierfähigkeit von Luft mithalten. Ein Schlafsack allein ist nicht ausreichend, um gegen die Bodenkälte zu isolieren, da die Füllung durch den Schlafenden zusammengedrückt wird.

Isomatten darf man nicht mit Luftmatratzen verwechseln! Isomatten haben die deutlich höhere Isolationskraft und sind wesentlich bequemer!

Der Unterschied liegt innen

Während sich die meisten Isomatten äußerlich – haptisch wie auch optisch – nur marginal unterscheiden, liegen die Hauptunterschiede doch im Inneren. Man kann dabei grob in zwei verschiedene Kategorien einteilen: a) Luftmatten, b) Schaumstoffmatten.

 

Luftmatten: Dabei handelt es sich um Isomatten, die, wie der Name schon sagt, mit Luft gefüllt werden. Sie sind zwischen ca. 5 – 10 cm dick und punkten somit mit einem angenehmen Komfort bei einem sehr geringen Packgewicht (350 – 800 g). Um die Konvektion (Austausch zwischen Warm- und Kaltluft) der Luft im Inneren zu unterbinden, befinden sich unterschiedliche Materialien und/oder Konstruktionen in der Isomatte. Kammern mit Daunen- oder Kunstfaserfüllungen kommen hier genauso zum Einsatz wie verschiedene Lagensysteme und reflektierende Folien (vgl. Rettungsdecke), die die Körperwärme reflektieren. Aufgrund der sehr leichten Isolatoren – bis zu 95% Luft – sind Luftmatten die derzeit beste Wahl wenn es um das Verhältnis zwischen Packmaß, Isolationskraft und Gewicht geht.

Schaumstoffmatten: Sie sind die „Urväter“ aller Isomatten. Das von John Burroughs 1972 zum Patent angemeldete Prinzip hat sich bis heute millionenfach bewährt und ist in Fachkreisen sogar schon zum Synonym für „Isomatte“ avanciert. Im Inneren der Isomatte befindet sich ein offenporiger Zellschaumstoff. Durch seine Struktur ist es möglich, dass er durch die Umgebungsluft quasi aufquillt und eine softe Struktur erhält. In Isomatten ist dieser Schaumstoff luftdicht abgepackt und kann durch ein Ventil mit Luft gefüllt werden. Komprimiert man die Isomatte, entweicht die Luft und der Schaumstoff im Inneren lässt sich widerstandslos minimieren. Öffnet man das Ventil, nimmt der Schaumstoff wieder seine ursprüngliche Form an. Durch das Verschließen des Ventils bleibt die Luft im Inneren und die Isomatte hat „sich selbst aufgeblasen“ (eigentlich hat nur der Schaumstoff Luft angesaugt und seine natürliche Form wieder angenommen). Mittlerweile gibt es viele verschiedene Arten von Schaumstoff und viele verschiedene Arten von Stanzungen, um Packmaß und Gewicht sowie die Isolierkraft zu optimieren. Schaumstoffmatten sind je nach Einsatzzweck zwischen 2,5 – 12 cm dick. Entsprechend der Dicke richten sich hiernach auch Komfort und Isolierkraft: je dicker, desto komfortabler und besser isolierend. Allerdings sind die Dicke und die Isolierkraft auch stets proportional zum Gewicht. Schaumstoffmatten kommen auf eine Gewichtsspanne von ca. 450 – 2.500 g.

 

Welche Matte für welchen Einsatzzweck?

Klein, leicht und kompakt sind die Anforderungen an eine Isomatte bei autarken Touren!

Bergsteiger, Trekkingfans und Ultraleichtgewichtsfetischisten kommen an warm isolierenden Luftmatten einfach nicht vorbei. Entscheidend ist das Verhältnis von Packmaß und Gewicht zur Isolierkraft. Die Isolierkraft wird mit dem „R-Wert“ angegeben. Je höher dieser ist, desto stärker ist die Isolation:

 

R-Wert:

1

2

3

4

5

6+

Einsatzzweck:

Sommertouren

3-Jahres-zeiten ohne Frost

3-Jahres-zeiten, leichter Frost möglich

3-Jahreszeiten

4-Jahreszeiten

4-Jahres-zeiten, Winter, polare/alpine Einsätze

 

Wer weniger auf minimalistisches Gewicht und Packmaß angewiesen ist (Kanufahrer, Reiter, Camper, etc.), kommt sehr gut mit einer bequemen Schaumstoffmatte aus. Auch hier kommt derselbe Index zur Angabe der Isolierkraft zum Tragen. Vorteil der Schaumstoffmatten: Sie sind aufgrund anderer Außenmaterialien in der Regel um einiges stabiler als Luftmatten – damit, zu ihrem Nachteil, allerdings auch schwerer.

Von XS bis XXL

Moderne Isomatten kommen nicht einfach nur mehr in Standardgrößen. Beinahe jede individuelle Länge und Breite ist auf dem Markt verfügbar. Matten im XS-Format (ca. 50 x 115 cm) eignen sich perfekt für Kleinkinder – allerdings dürfte hier der Preis-Nutzen-Faktor überwiegen, so dass man nicht wirklich am Preis, sondern vielmehr am Nutzen spart. Ultraleichtgewichtsfanatiker und Minimalisten hingegen stehen auf diese winzigen und kompakten Matten. Der Oberkörper liegt gut isoliert auf der Matte, während die Füße meist auf dem Rucksack platzfinden. Das ist sehr spartanisch, aber für manchen Grammjunkie die Erfüllung!

Auch im Basecamp bieten Ultraleichtmatten einen hervorragenden Komfort!

Das andere „Extrem“ sind Isomatten im XXL-Format (ca. 80 x 200 cm). Diese, meist Schaumstoffmatten, ähneln in Komfort und Liegefläche beinahe schon dem heimischen Bett. Wer zum Transport nicht unbedingt auf einen Rucksack angewiesen ist, sondern im Idealfall ein mobiles Transportmittel hat, kann auf unbeschwerte Nächte hoffen.

Nicht nur für unterwegs - Isomatten bilden auch zuhause ein hervorragendes Gästebett.

Ideal ist jedoch eine Isomatte, auf der man bequem mit ausgestreckten Beinen liegen kann. Auch in der Breite sollte sie so gewählt sein, dass man nicht links oder rechts davon herunterkullert. Vor allem unruhige Schläfer wachen gerne mal neben der Matte auf – eine breitere Isomatte verhindert diese ungewollten nächtlichen Abflüge. Zudem unterstützt das richtige Oberflächenmaterial, dass der Schlafsack von der Isomatte abrutscht.

Längs- oder quergestreift

Luftmatten benötigen auf Grund ihres komplexen Innenlebens eine stabile äußere Form. Diese wird durch Längs- bzw. Querrillen erzeugt. Subjektiv könnte man meinen, dass man auf Längsrillen vermeintlich weniger abrutscht als auf Querrillen. Dennoch ist bewiesen, dass Querrillen wohl angenehmer für den Schlaf wären. Was tatsächlich auf den individuellen Schlaf zutrifft, sollte man beim ausgiebigen Probeliegen selbst testen.

Schlaf ist eine individuelle Sache und gerade auf Tour unverzichtbar!

Selbst aufblasen vs. selbstaufblasend

Ein Leerzeichen und ein einziger Buchstabe machen scheinbar den ganzen Unterschied. Weitgefehlt! Luftmatten müssen in der Regel selbst aufgeblasen werden, während sich Schaumstoffmatten „selbst aufblasen“. Welche Methode allerdings schneller funktioniert, das hängt von der Lagerung der jeweiligen Matte und der eigenen Lungenkapazität ab.

Viele der Luftmatten haben zusätzlich einen Pumpsack, mit dem man lungenschonend und mit ein wenig Übung die Matte ebenso schnell mit Luft gefüllt bekommt. Pumpsäcke bieten einen großen Vorteil: Sie verhindern die Entstehung von Luftfeuchtigkeit durch das Aufblasen und damit die Schimmelbildung im Innern der Matte.  

Pimp my Isomatte…

Wer mit einer dünnen Isomatte (niedriger R-Wert) in kalten Gefilden unterwegs ist, kann mit einem einfachen Trick seine Isomatte zu einer durchaus frosttauglichen Matte pimpen. Hierzu wird unter die eigentliche Isomatte eine weitere EVA-Isomatte gelegt. Das geschlossen-porige EVA-Material (Ethylvinylacetat) isoliert zusätzlich gegen die Bodenkälte. Gleichzeitig sind reine EVA-Matten sehr leicht (ca. 400 g). Allerdings sind sie vom Packmaß her relativ unhandlich.

Neuheiten

Neu sind derzeit Hybridmatten. Sie vereinen die besten Eigenschaften von Schaumstoffmatten mit Luftmatten. Dementsprechend sind sie angenehm leicht, schnell aufgeblasen und besitzen ein kleines Packmaß bei einem respektablen Gewicht.

Ebenfalls neu sind großdimensionierte Ventile, durch die die Luft sehr schnell eingeblasen und in wenigen Sekunden wieder abgelassen werden kann.

 

Von der Community getestete Modelle (inkl. Preisvergleich) findet ihr wie bei OUTSIDEstories. Die beste Auswahl für Isomatten bekommst du natürlich auch gleich von uns geliefert:

 

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Titelbild: Therm-a-Rest

Bilder:  Exped | Franz Marx, Renate Kogler | Norbert Blank | Oliver Brandenberg | Stanley Leroux 

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