Messer

Von c.w.
Ratgeber: Messer

Spätestens seit den Hollywood-Klassikern Rambo I und Crocodile Dundee („Das ist doch kein Messer – das ist ein Messer!“) wissen wir, wie ein Outdoormesser auszusehen hat. Wirklich? Bei einem echten Outdoormesser kommt es, im Gegensatz zum Film, nicht unbedingt auf die Größe drauf an. Praktisch muss es sein und seinen Zweck erfüllen: große Sachen klein machen – sei es durch Schneiden, Hacken, Schnitzen oder Sägen. Und dennoch ist die Auswahl bei den Outdoormessern riesig. Welches Messer macht also tatsächlich Sinn?

Lass dich von unserem Ratgeber inspirieren und vielleicht hast du ja auch schon ein bestimmtes Messer im Sinn, das du demnächst ganz bequem online kaufen möchtest. Wir liefern dir alle wichtigen Argumente rund um das perfekte Outdoor-Messer. Und wenn du noch mehr darüber wissen möchtest: auf OUTSIDEstories findest du eine Menge authentischer Erfahrungen aus unserer Community – zu verschiedenen Modellen, von allen gängigen Herstellern und inklusive Preisvergleich.

Zunächst sei vorne weg einmal gesagt: Messer aller Art sind kein Spielzeug und fallen in Deutschland unter das Waffengesetz (§42a). Dem sollte man sich stets bewusst sein und sich auch dementsprechend im Umgang damit verhalten! Beim Kauf sollte man zudem unbedingt auf die maximale Klingenlänge von 12cm achten! Messer, – mit feststehender oder auch einklappbarer Klinge – die länger als 12cm sind, bedürfen eines speziellen, triftigen Grunds, damit sie in der Öffentlichkeit mitgeführt werden dürfen. 

 

Das A & O eines jeden Messers ist seine Klinge!

Die Art und die Güte des Klingenstahls sowie die Form bestimmen zu einem großen Teil den Einsatzzweck eines Messers. Während Messer mit einer langen, dünnen Klinge mit einem flachen Profil zumeist zum Filetieren von Tieren verwendet werden, kommen große, breite Klingen mit einem sehr starken Profil häufig auch zum Holzmachen zum Einsatz. Wichtig sind dabei vor allem die Härte und die Zähigkeit des Stahls. Filetiermesser sind sehr flexibel und gleichzeitig sehr scharf. Dennoch müssen sie regelmäßig nachgeschärft werden, da sie nicht unbedingt sehr schnitthaltig sind. Es empfiehlt sich bei häufiger Nutzung einen Schleifstein dabei zu haben. Extrem harte Stähle wie z.B. VG 10 (Rockwell Härte von über 60) sind dagegen sehr schnitthaltig, aber gleichzeitig sehr mühselig nachzuschleifen. Ein gutes Mittelmaß bilden daher Klingen aus z.B. 440C Stahl, der eine gute Härte und gleichzeitig hohe Zähigkeit aufweist. Auch der vielzitierte Damaststahl (bekannt aus dem Blockbuster „Kill Bill“) sieht nicht nur klasse aus, sondern ist auch ein beliebter Messerstahl. Dabei werden mehrere Lagen verschiedener Stahlsorten zusammengeschmiedet und durch vielfaches Falten die speziellen Eigenschaften (Härte und Zähigkeit) aller Sorten optimal miteinander verbunden.

Gut in der Hand muss es liegen.

Was nützt das beste Messer, wenn man es nicht optimal führen kann? Daher sollte der Griff eines Messers immer gut in der Hand liegen. Die Materialwahl ist dabei eher sekundär, da es meist ein subjektives Gefühl ist, welches Material man bevorzugt. Holz ist ein angenehm weicher und gleichzeitig robuster Werkstoff, der sehr häufig als Griffschale verwendet wird. Je nach Holzart, kann dies natürlich auch den Preis steigern. Leder umwickelte Griffe liegen auch bei Kälte noch gut in der Hand, während Metallgriffschalen bei Kälte eher ungeeignet sind. Kunststoff kann manchmal einen „billigen“ Eindruck machen, für die Haptik gibt es aber hier einige sehr gute Lösungen. Doch auch bei der besten Griffigkeit kann man mal abrutschen. Zwar haben einige Messer vorgeformte, ergonomische Finger, dennoch sollte gerade bei größeren Exemplaren auf eine vorhandene Parierstange geachtet werden. Dadurch gleiten die Finger im Falle eines Unfalls nicht direkt in die Klinge.

Gut verpackt, schützt gut.

Ein sicheres Etui oder eine Scheide sollte bei jedem Messer dabei sein. Zum einen verliert man dadurch das Messer nicht so schnell, zum anderen schützt es vor Verletzungen, aber auch vor Korrosion. Das Material spielt in den meisten Fällen nur eine untergeordnete Rolle. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass Öle in einer Lederscheide Korrosion beschleunigende Stoffe produzieren können, die die Klinge angreifen können. Wichtig ist, dass das Schneidewerkzeug fest in der Scheide sitzt und kein zu großes Spiel zulässt, da es sonst evtl. ungewollt herausrutschen kann. Dies erhöht die Verletzungsgefahr genauso wie das Risiko des Verlusts und das wollen wir ja nicht!

 

 

Neue Messer rosten nicht.

Das ist falsch! Rost bzw. Korrosion ist auf blankem Stahl immer möglich. Ausgenommen sind Edelstähle, denn diese können auf Grund ihrer Zusammensetzung nicht oxidieren. Bei allen anderen Stählen macht es Sinn sich bereits beim Kauf über die Güte zu informieren. (Schutz-)Lackierte Stähle – evtl. erkennbar an einer Pulverbeschichtung auf der Klinge – weisen einen sehr hohen Korrosionsschutz auf. Allerdings kann dieser bei hohem Verschleiß ebenfalls schnell verschleißen. Daher lohnt es sich, JEDES Messer von Zeit zu Zeit mit einem dünnen (Waffen-)Öl zu reinigen. Rost und Flugrost werden dadurch entfernt und betroffene Stellen gepflegt. Wer kein Waffen- oder Balistol-Öl zu Hause hat, kann auch auf Olivenöl zurückgreifen. Allerdings sollte keine dicke Fettschicht auf der Klinge zurückbleiben. Es genügt das Messer nach dem Ölen „trocken“ zurück in die Scheide bzw. das Etui zu stecken.

Weitere, sehr ausführliche Infos zu Messern mit stehender Klinge und Klappmessern gibt’s in den beiden Videos. Konkrete Produktreviews findet ihr wie immer auf OUTSIDEstories.

Die beste Auswahl für ein Outdoor-Messer bekommst du natürlich auch gleich von uns geliefert:

 

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Titelbild: Tatonka

Bilder: Victorinox

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