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Ratgeber

Ratgeber: Skitourenstiefel / Tourenskischuhe

03.04.2024

Ohne den passenden Skitourenstiefel wird jede Tour zur Tortour. Wenn die Gipfel wieder weiß sind, und die Schneedecke dick genug. Da juckt‘s dann doch schon langsam in den Füßen: Ab auf die Bretter und eine Traum-Line in den frischen Powder ziehen. Aber bequem muss es gehen. Der Aufstieg wie auch der Abstieg sollten nicht in Qualen enden und Schmerzen oder Blasen dürfen den Skitag nicht versauen.

Der richtige Skitourenschuh ist entscheidend für die perfekte Tour. In diesem Ratgeber bekommt ihr ein paar Tipps, die ihr bei der Auswahl euer Tourenskischuhe beachten solltet.

Problemloser Aufstieg dank des richtigen Skitourenstiefel
Je weicher der Skitourenstiefel, desto bequemer der Aufstieg. Foto: unsplash

Wie viel darf ein Skitourenstiefel wiegen?

Kaum vorstellbar wie weit die moderne Skitechnik bereits ist. Mittlerweile gibt es Skitourenstiefel, die gerade noch so an der 1.000 Gramm-Marke kratzen, während durchschnittliche Skitourenstiefel immer noch gut 3.000 – 3.500 Gramm wiegen. Doch beide Gewichtsklassen haben ihre Vor- und Nachteile.

Je leichter ein Tourenstiefel ist, umso mehr Abstriche musst du bei Wärmeleistung und Komfort in Kauf nehmen. Bei den schwereren Modellen ist hingegen das Gewicht an sich ein limitierender Faktor. Du musst dir daher schon vor dem Kauf darüber im Klaren sein, welche Art von Tour du machen möchtest.
 

Das sagt Produkt-Testerin Carina07 über ihren Skitourenstiefel Gea von SCARPA: "Allround Skitourenschuh - Abfahrtsüberzeugend & Bequem". Sie hat das Produkt selbst getestet, ist Mitglied bei OUTSIDEstories und ausgewählter ProduktScout im Produkttester*innen-Team

Was macht den klassischen Tourenstiefel aus?

Klassische Allround-Skitourenstiefel bieten sowohl im Aufstieg wie auch in der Abfahrt den besten Kompromiss. In ihrer Gewichtsklasse punkten sie meist durch ein ausgewogenes Verhältnis von Gewicht, Komfort und Wärme. Wer sich also im Aufstieg nicht von der Zeit treiben lassen möchte und auch in der Abfahrt bequem und ohne größere Performanceverluste den Powder genießen möchte, findet hier eine breite Range an geeigneten Modellen.
 

Überleg dir, was du lieber machst. Geht es dir primär um den Aufstieg oder powderst du auch gerne den Hang hinunter?
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Was ist das Besondere an abfahrtsorientierten Tourenskischuhen?

Wer nur kurze Aufstiege in Kauf nehmen möchte, dafür aber lange Abfahrten bevorzugt, der findet in den robusten Freeridestiefeln die perfekte Auswahl. Sie sind etwas schwerer als die Allrounder, glänzen dafür mit einem sehr hohen Komfort und einer exzellenten Wärmeleistung.
 

Ratgeber Midlayer


Selbst für Aufstiege sind sie gut geeignet. Allerdings macht sich ihr Gewicht auf Dauer spürbar bemerkbar. Auf der Abfahrt hingegen brillieren die Freeridestiefel, da sie eine ausnahmslose Kraftübertragung zwischen dem Körper, insbesondere den Beinen und Füßen, und den Skiern herstellen.

Weite Hänge genießen mit dem passenden Skitourenfiefel
Mehr Aufstieg oder mehr Fun bei der Abfahrt. Überleg` dir gut, wozu du den Skitourenstiefel einsetzen willst. Foto: unsplash

Was macht einen aufstiegsorientierten Tourenstiefel aus?

Diese Skitourenstiefel richten sich tatsächlich an die Experten. Sie gehen nicht nur Skitouren im klassischen Sinne, sie rennen quasi den Berg hoch und versuchen neue Zeitrekorde aufzustellen. Logischerweise ist dabei jedes Gramm Zusatzgewicht mehr als hinderlich. Deshalb stellen die race- oder aufstiegsorientierten Skitourenstiefel die Speerspitze des Ultraleichtgewichts dar. Der Komfort muss dabei nicht unbedingt auf der Strecke bleiben: Thermoplastische Innenschuhe ermöglichen einen perfekten, sehr individuellen Sitz.

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Diese Anpassung solltest du aber ausschließlich von Fachleuten, am besten direkt im Laden, vornehmen lassen. Bei der Abfahrtsperformance machen vor allem die neuen Hightech-Materialien den Unterschied. Dennoch solltest du beachten, dass zu einem sehr leichten Stiefel möglichst auch entsprechend leichte Skis benutzt werden sollten, da der Kraftaufwand sonst sehr schnell sehr exponentiell anwachsen und somit der Abfahrtsspaß auf ein Minimum schrumpfen kann.

Wie viele Schnallen sollten vorhanden sein? 

Je mehr Schnallen der Tourenstiefel aufweist, desto individueller und komfortabler lässt er sich justieren. Dennoch stellt jede zusätzliche Schnalle ein ebenso zusätzliches Gewicht dar. Ein schnürbarer Innenschuh gibt zusätzlichen Halt, ersetzt aber keine vollwertige Schnalle, die letztendlich den notwendigen Kraftschluss zwischen Fuß und Außenhülle erzeugt.

Auch neue Systeme, die auf einem Drehverschluss basieren, leisten gute Dienste und lassen sich ebenso individuell einstellen. Gleichzeitig sind sie um ein paar Gramm leichter als herkömmliche Schnallensysteme. Für den perfekten Kraftschluss in Höhe des Schien- und Wadenbeins ist ein zusätzlicher Powerstrap mit Klettverschluss unverzichtbar.

Mit den passenden Skitourenstiefel genussvoll ins Tal
Skitour Einsatz: In Nordnorwegen sollte der Schuh nicht drücken. Foto: unsplash

Wie hart oder weich soll der Skitourenstiefel sein?

Je weicher ein Skitourenstiefel ist, desto bequemer kannst du damit aufsteigen. Einige Modelle sitzen mittlerweile so gut wie ein fester Bergschuh. Das ist natürlich ein großes Plus für den Komfort. Allerdings ist die Kraftübertragung bei weicheren Modellen – zumeist Racemodelle – nur bedingt optimal. Du benötigst viel Kraft im unteren Fuß und kannst die Skis teilweise nur mit sehr viel Kraftaufwand kontrollieren. Mit einer perfekten Skitechnik kannst du dieses Manko allerdings sehr gering halten.
 

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Härtere Skitourenschuhe hingegen lassen etwas Aufstiegskomfort vermissen, brillieren hingegen auf der Abfahrt. Sie verzeihen auch mal einen Fehler und durch den sehr guten Kraftschluss, benötigst du vergleichsweise weniger Energie beim Drehen. Zumeist fallen sie allerdings um einige Gramm schwerer aus als ihre weicheren Mitstreiter.

Was musst du bei der Bindung beachten? 

Moderne Skitourenschuhe sind mittlerweile mit fast allen gängigen (modernen) Bindungssystemen kompatibel. Während Skitourenstiefel generell mit allen Skitourenbindungen zusammenpassen, gibt es dennoch Koppelungsprobleme mit Alpinbindungen. Tourenstiefel weisen meist eine große Sprengung (Höhendifferenz zwischen Laufsohle und Boden am vorderen Fußende – ähnlich eines Laufschuhs) auf, wodurch sie Auslöseprobleme in Sicherheitsbindungen verursachen können. Das steigert das Unfall- und Verletzungspotential, weshalb von diesen Kombinationen abgeraten wird.

Allerdings gibt es spezielle Bindungen, bei denen die Bindungsplatte umgestellt werden kann. So kannst du denselben Ski sowohl mit Touren- wie auch Alpinskistiefeln fahren. Diese Variante findest du heute zumeist bei Freeride-Bindungssytemen.

Was unterscheidet PinTech und konventionelle Skitourenstiefel?

Der Trend zu immer leichteren Materialien macht auch im Bindungsbereich nicht Halt. So setzen die neuen PinTech-Bindungen neue Maßstäbe. Allerdings müssen auch die Skitourenstiefel diesem Trend Rechnung tragen. Daher empfiehlt es sich, dass neue Tourenstiefel bereits für eine Pin-Tech Bindung die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen. Sie benötigen daher die Pinaufnahmen in der Schuhspitze wie auch in der Ferse.

Wer noch eine konventionelle Bindung fährt, benötigt diese Aufnahmen natürlich nicht zwingend, kommt aber bei neuen Skitourenstiefeln kaum mehr daran vorbei. Ein großes Zusatzgewicht bilden diese Metalleinsätze nicht, wobei gleichzeitig die leichten Pinbindungen dieses evtl. minimale Mehrgewicht wieder weg machen.

Wie lang kannst du einen Skitourenstiefel benutzen?

Neue Skitourenstiefel haben ihren Preis. Daher sind sie allein schon aus dieser Sicht keine Wegwerfprodukte. Dennoch solltest du beachten, dass vor allem leichte Tourenstiefel nicht mit der Haltbarkeit eines robusten Freeriders mithalten können. Erst recht nicht, wenn sie häufig im Einsatz sind und oft am Limit eingesetzt werden.

Wer einen gesteigerten Wert auf die maximale Performance legt, muss diesen Kompromiss eingehen. Gleichzeitig stellst du aber beim aufmerksamen Lesen dieses Artikels fest, dass eigentlich alle Modelle „Kompromisslösungen“ sind.

Welche Erfahrungen andere Skitouren-Fans mit ihren Skitourenstiefel gemacht haben findest du auf outside-stories.de

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Was kostet ein Skitourenstiefel bzw. ein Tourenskischuh

Je nachdem für welchen Skitourenstiefel du dich entscheidest, reicht die Preisspanne von ca. 250 bis 600 Euro, die teuersten Racing-Stiefel wie der Scarpa Alien 40 schlagen dann schon mal mit 1.650 Euro zu Buche. 

Der Preis eines Skitourenstiefel hängt ganz von der Marke und dem jeweiligen Einsatzzweck des Stiefels ab. Achte hierbei jedoch nicht zu sehr auf den Preis, sondern mehr auf die Passform und die Technologien, denn es geht um deine Sicherheit. Nutze den tagesaktuellen Preisvergleich von OUTSIDEstories. Kaufe deine präferierten Skitourenstiefel dort, wo sie heute am günstigsten sind.

Wo kannst du einen Skitourenstiefel kaufen?

Ganz wichtig: Wähle einen Onlinehändler, der sich auch wirklich mit dem Thema Skitourenstiefel auskennt. Preistreiber sollten hier nur zweite Wahl sein. Zudem empfehlen wir dir beim Kauf eines Skitourenstiefel dir im Zweifel lieber verschiedene Größen schicken zu lassen. Auch der Preisvergleich in den Bewertungen, der auf OUTSIDEstories getesteten Skitourenstiefel, hilft dir dein bevorzugtes Modell zu finden. 

Hier ein ausgewählter Onlinehändler, der eine große Auswahl an Midlayern führt und mit dem wir gute Erfahrungen gemacht haben:

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