Genialer Helm, sieht cool aus und ist sicher
VORTEILE
- Integriertes Rücklicht in verschiedenen Farben & Leuchtarten
- Alles, was kaputt gehen kann, kann vom Käufer ohne großen Aufwand ersetzt werden
- Wächst mit (von 3-9 Jahren ausgelegt)
- Intuitiv bedienbarer Verschluss unterm Kinn und am Hinterkopf
- Erfüllt CPSC 1203 und EN-1078 in den USA & Europa
- 4 Farben und 3 verschiedene Silikoneinsätze in 2 Farben
NACHTEILE
- Dauert manchmal zu lange, das richtige Licht zu finden - dann verzögert sich der Start der Tour ;)
- Frontlicht fehlt ;)
BEWERTUNG
In den letzten Wochen durfte mein Sohn für OUTSIDEstories den Helm Sparky von Unit 1 testen. Ich kannte das 2017 gegründete Unternehmen bisher noch nicht, fand die Idee hinter dem für Kinder entwickelten Helm aber sehr gut. Wer Details sehen will, kann sich auf der Homepage ein passendes Video zur Entwicklung des Kinderhelmes ansehen. Doch der Reihe nach.
Passform
Der Helm Sparky ist extra für Kinder entwickelt worden. Unit 1 gibt dabei einen Kopfumfang von 49 bis 53 Zentimeter an. Unser Sohn hatte zu Beginn des Testzeitraumes genau 49 Zentimeter Kopfumfang und lag damit eigentlich innerhalb der Spanne. Nur leider war der Helm noch etwas zu groß.
Mit dem am Hinterkopf befindlichen, leicht zu bedienenden Rad-Mechanismus, kann man den Helm, wie auch bei den Erwachsenenhelmen üblich, enger drehen. Doch auch das hat nicht komplett gereicht. Der Helm hat auf dem Kopf doch noch etwas mehr als beim MIPS-System üblich gewackelt - dazu habe ich nichts gefunden, scheint nicht integriert zu sein.
Im Laufe der letzten Wochen ist das Wetter deutlich herbstlicher geworden, sodass auch mal eine Mütze unter dem Helm nötig ist, und dadurch hat er dann etwas besser gepasst. Der verengende Rad-Mechanismus kann im Helminneren am unteren Rand in drei verschiedene vorgegebene Löcher eingeklickst werden, so wächst der Helm mit. In unserem Fall ist der Mechanismus auch im richtigen Loch für die kleinste Größe, von Anfang an gewesen. Gegen Ende des Testzeitraumes ist dann der Kopf anscheinend etwas gewachsen, denn der Helm passte dann im Laufe des Tages auch mal ohne Mütze und mit deutlich weniger Wackeln.
Der Kinnriemen ist auf beiden Seiten individuell verstellbar und wirklich auch für größere Kinder lang genug. Der Verschluss ist sehr stark magnetisch und dadurch sehr leicht zu bedienen - wenn man die Reihenfolge mal raus hat ;) im ersten Versuch hat unser Sohn gleich mal die beiden Enden an den Außenseiten zugemacht, das funktioniert auch, hält dann aber nicht ganz so gut wie in der eigentlich angedachten Position.
Features
Starten wir mit dem nicht sofort sichtbaren: die Erfüllung der Standards CPSC 1203 und EN-1078 in den USA und Europa. Wer sich genauer informieren möchte, was sich dahinter verbirgt, findet auf der Unit1-Homepage direkt bei den Informationen zum Sparky auch diese Informationen.
Weiterhin ist ganz oben auf dem Helm ein kleiner Schriftzug "Scan if lost" mit einem Wlan-Symbol aufgedruckt. Hier verbirgt sich ein NFC-Chip, bei dem die Notfallkontaktdaten etc. hinterlegt werden können. Im Falle eines Verlustes kann man ihn dadurch hoffentlich unkompliziert wieder bekommen (allerdings hab ich da so meine Zweifel, da der Helm überall auf sehr große Begeisterung gestoßen ist). Für den Fall eines Unfalls sind die Kontaktdaten natürlich super sinnvoll, da dann gleich Eltern informiert werden können etc.
Ganz offensichtlich sind die Silikoneinsätze in den Lüftungsschlitzen oben auf dem Helm. Diese gibt es in zwei verschiedenen Farben und in drei verschiedenen Formen zur Wahl. So kann der jeweilige Helm (den es auch noch in vier verschiedenen Farben gibt) richtig individuell gestaltet werden - sollten doch mal zwei Sparky-Träger zusammen spielen.
Bisher war unser Sohn der einzige im Kindergarten oder der Nachbarschaft, der diesen Helm von Unit 1 trägt - und die Reaktionen waren bei Kindern und Erwachsenen immer gleich: "Boah, hast du aber einen coolen Helm!" war die meistgehörte Begrüßung der letzten Wochen :D
Neben den kinderleicht montierbaren und auch wieder abnehmbaren Silikoneinsätzen hat zu dieser Aussage das nächste, nicht zu übersehende Feature geführt: das Rücklicht. Es ist recht breit, nahezu über die komplette hintere Breite des Helmes gezogen und vereint mehrere Möglichkeiten.
Zum einen ist die komplette Leuchte gleichzeitig der Knopf zum Ein- und Ausschalten. Auch hier wieder kindgerecht gedacht - bevor wir Erwachsenen uns überhaupt mit dem Helm auseinandergesetzt hatten, kam unser Sohn schon hellauf begeistert und hat uns nicht nur die 6 verschiedenen Farben gezeigt (Blau, Lila, Rot, Gelb, Grün, Rosa). Diese können per 1x Drücken durchgeschaltet werden.
Drückt man schnell hintereinander doppelt, schaltet man sich durch 7 verschiedene Leuchtmodi! Was an dieser Stelle für Begeisterung sorgt, sorgt an anderer Stelle schon mal für Verzögerung, weil die richtige Farbe und die richtige Leuchtart noch eingestellt werden müssen, bevor man loskann. Wenn man dann mal knapp dran ist, um morgens zum Kindergarten zu fahren mit dem Rad, dann zieht sich diese Auswahl durchaus mal hin ;), aber Spaß macht es allemal.
Weniger der Spaßfaktor, mehr der Sicherheitsfaktor gehört noch zu diesem RGB-Rücklicht dazu. Denn es ist wirklich hell und erhöht damit die Sichtbarkeit im Straßenverkehr. Was mir hier noch fehlen würde, wäre die passende Lampe nach vorn. Das ist aber vermutlich vom Blendfaktor her etwas knifflig, denn die Rückleuchte ist wirklich, wirklich hell!
Sie fungiert auch gleichzeitig als Anzeige über den Akkustatus - beim Ausschalten wird über einen Farbcode und die leuchtende Fläche der Lampe signalisiert, ob geladen werden muss oder noch nicht. Grün und noch ca. die Hälfte der Fläche leuchtet: muss noch nicht geladen werden.
Gelb und weniger als die Hälfte leuchtet: sollte demnächst geladen werden. Bis zur roten Farbe (wenn es die gibt) bin ich noch nicht gekommen, mir wurde, sobald da was Gelb wurde, sofort aufgetragen, mit dem mitgelieferten USB-C-Ladekabel aufzuladen, damit dem nächsten Einsatz auch ja nichts im Wege steht. Die angegebenen 30 Stunden Akku-Kapazität konnten wir so nie testen.
Ein weiteres Feature, das nicht sichtbar ist und man am besten nicht (so häufig) braucht, ist aber umso cooler durchdacht. Alles, was an diesem Helm kaputtgehen kann - Gurte, Elektronik, Innenverstellung, Silikoneinsätze, etc. - kann separat nachgekauft und selbst daheim ausgetauscht werden. So muss im Falle eines Falles nicht der komplette Helm ausgetauscht werden, sondern nur bestimmte Teile. Das schont Ressourcen und Geldbeutel.
Bereits genannt hatte ich die Lüftungsschlitze. Es gibt einen breiten vorn, vier kürzere oben und wiederum einen breiten hinten. Die vier kürzeren oben am Helm sind teils durch die Silikoneinsätze "blockiert". Durchlüftung scheint dennoch gegeben zu sein, da mein Sohn auch bei sommerlichen Temperaturen keinen roten Kopf bekommen hat oder sonderlich ins Schwitzen geraten ist. Bei Regen hält der Helm einigermaßen die Nässe ab, am Bild kann man jedoch erkennen, dass doch ein wenig Feuchtigkeit bis zu den Haaren dringt.
Auch das relativ geringe Gewicht finde ich, für einen Helm mit integrierter großer Leuchte eine Erwähnung in den Features wert. Unit 1 gibt das Gewicht für den Sparky mit 390 Gramm an. Das wären 200 Gramm mehr, als der bisherige "normale" Kinderhelm ohne Beleuchtung und mit sehr vielen Lüftungsöffnungen.
Nachgemessen ohne die Silikoneinsätze waren es bei uns 403 Gramm. Mit den Silikoneinsätzen dabei waren es dann sogar 53 Gramm mehr. Zum Vergleich: der kleinste passende Fullface-Helm fürs Mountainbiken, den wir für unseren Sohn bekommen konnten, wiegt über 980 Gramm.
Preis/Leistung
Direkt bei Unit 1 gibt es den Sparky für knapp 100 €. Andere Anbieter habe ich nicht gefunden. Die Silikoneinsätze kosten nochmal knapp 13 € dazu, egal in welcher Form und Farbe.
Dafür bekommt man einen wirklich gut verarbeiteten Helm, der mitwächst, relativ individuell zusammengestellt werden kann, gute Belüftung hat und sicher ist. Zusätzlich ist er auch noch mit durchdachten Features ausgestattet und sorgt wirklich für Spaß und Begeisterung!
Fazit
Der Gedanke, mit dem Sparky entwickelt wurde, hat zumindest in unserem Umfeld funktioniert: alle Kinder (und Erwachsenen) fanden den Helm toll und wollten auch mal die Lichter einstellen oder die Blitze anfassen.
Unser Sohn hatte noch nie ein Problem damit, dass beim Radfahren (oder Roller o.ä.) ein Helm aufgesetzt wird. Wir leben es so vor und damit erübrigt sich jegliche Diskussion.
Sparky soll helfen, Sicherheit mit Spaß zu verbinden und das hat er auf jeden Fall geschafft. Auch wenn der Preis kein Schnäppchen ist, gibt es eine klare Empfehlung von uns - wir werden noch lang Spaß dran haben :)