Ein absolut durchdachter und stimmiger (Mehr-) Tagesrucksack!
VORTEILE
- Verstellbare Rückenlänge
- Integrierte Regenhülle
- Flaches Innenfach mit Reißverschluss
- Halterung für faltbare Stöcke
- Durchdachte Trinksystemlösungen
NACHTEILE
- Regenhülle nicht abnehmbar und in unscheinbarer Farbe
BEWERTUNG
Black Diamond Trail Vista 28

Erster Eindruck
Da im Juli eine mehrtägige Hüttentour in den Alpen anstehen sollte, passte es geradezu perfekt, dass mir der Trail Vista 28 zum Test angeboten wurde. Frage dabei sollte von Beginn an sein: Reicht das Volumen für eine 5-tägige Tour, wie „praktisch“ ist der Rucksack wirklich, und dazu natürlich die Klassiker: Wie ist das Tragesystem und die Belüftung des Rucksacks? Ausgepackt und direkt auf die Schultern geworfen, zeigten sich direkt ein paar positive Aspekte, persönlich für mich. Denn ich liebe Riegel- bzw. Trinkflaschenfächer an den Brust- bzw. Schultergurten, da sich hier auch immer gut, ein Handy verstauen lässt.
Auch das Eigengewicht fiel nicht negativ aus. Zwar ist der Trail Vista kein Ultraleichtgewicht, aber noch absolut im Rahmen. Damit der Rucksack auch wirklich passt (und das ist der Clou an dem Rucksack), gibt es die Möglichkeit, die Rückenlänge zu verstellen. Diese Option bietet kaum ein anderer Tagesrucksack, daher hier noch einmal genauer draufgeschaut.

Verstellbare Rückenlänge
Ein zentrales Highlight ist das Slide-Fit-System zur Anpassung der Rückenlänge. Im Gegensatz zu vielen Tagesrucksäcken in dieser Klasse, die nur in festen Größen angeboten werden, lässt sich der Trail Vista direkt am Rücken individuell einstellen. Zum Einstellen der Rückenlänge wird zunächst die Klettlasche mit der Aufschrift „Slide Fit“ angehoben. Anschließend löst man den Klettverschluss, der den Schultergurt fixiert, und verschiebt ihn je nach Bedarf nach oben oder unten. Die aufgenähten Größenmarkierungen (S/M bzw. M/L) dienen dabei als Orientierung. Abschließend wird der Klettverschluss wieder fixiert und die Klettlasche geschlossen.

Das sorgt für einen sehr stabilen Sitz und eine gleichmäßige Lastverteilung. Dabei praktisch: Auch andere in der Familie können ihn einfach mal mitnehmen und auf sich anpassen. Bei uns in der Familie ist das besonders lohnenswert, wenn man sich beim Tragen der Kraxe abwechseln möchte und dann direkt einen für sich passenden Rucksack dabei hat.
Das Rückenpanel mit seinen integrierten Belüftungskanälen soll den Hitzestau spürbar reduzieren. Besonders bei längeren Anstiegen soll das für ein angenehmes Trageklima sorgen, auch wenn keine Netzrückenkonstruktion verbaut ist. In der Praxis sieht’s bei mir aber aus wie bei fast jedem Rucksack. Ich schwitze beim Anstieg unerlässlich, sodass Belüftungskanäle hin oder her mein Rücken und auch die Rückenpartie des Rucksacks nass bzw. feucht sind. Ist einfach so, komme ich aber mit klar.

Was ist nun weiter wichtig? Natürlich das ...
Tragesystem und Hüftgurt
Beim Trail Vista ist der Hüftgurt großzügig, aber nicht überdimensional gepolstert und mit einem weichen, gerippten Veloursmaterial ausgestattet. Dadurch schmiegt er sich angenehm und stabil um die Hüfte und verteilt die Last sehr effektiv.
Die Verstellung ist praxisnah gelöst: Durch einfaches Ziehen nach innen wird der Gurt angezogen, das Lösen erfolgt schnell über seitliche Schnallen. Dadurch lässt sich die Passform auch unterwegs problemlos anpassen.

Auch bei längeren Touren entstanden bislang keine unangenehmen Druckstellen. Selbst bei höherer Beladung bleibt der Komfort konstant hoch, da der Gurt das Gewicht aktiv mitträgt und so Schultern und Rücken entlastet. Praktischerweise sind am Hüftgurt Taschen integriert.

Diese sind aber nicht groß genug, dass auch ein Handy mit aktuellen Maßen hier verstaut werden kann. Aber Sonnencreme, Riegel und weitere kleinere Sachen finden hier ausreichend Platz. Für das Handy habe ich für mich die
Schultergurte
Ausgeguckt. Diese verfügen auf einer Seite über ein Schultergurtfach, welches als Alternative fürs Handyverstauen sehr gut funktioniert. Während mein Wander-Buddy sein Handy fürs Foto oder Navigieren immer mühsam aus der Hüftflosse quälte, zog ich es einfach schnell aus dem Schultergurt. Das Gummi ist dort eng genug, dass das Handy nicht zufällig verloren geht.

Auch Riegel oder wie eigentlich vorgesehen eine Trinkflasche können hier verstaut werden. Gerne hätte ich diese Vorrichtung auch auf beiden Seiten gehabt. Funktioniert aber nicht, da die andere Seite für die
Trekkingstöcke
Vorgesehen isr. Zwar ist der Rucksack ist nicht explizit als Trailrunning-Modell konzipiert, greift aber sichtbar Elemente aus diesem Bereich auf. So besteht auf der anderen Brustseite die Möglichkeit, faltbare Stöcke in das Z-Pole-Fixierungssystem einzubinden. Dies war am Anfang bei mir immer ein wenig Fummelei, aber irgendwann ging es dann doch halbwegs schnell.

Dies ist vor allem bei schnellen, technischen Passagen sehr hilfreich.
Für klassische Teleskopstöcke fehlt jedoch eine dedizierte Halterung. Sie lassen sich aber sonst einfach an der Seite befestigen.
Die Stockspitzen lassen sich in ein seitliches Fach stecken, während der obere Teil über einen Kompressionsriemen fixiert wird. Das ist nicht perfekt stabil, erfüllt aber den Zweck, die Hände schnell freizubekommen. Wirklich unfassbar gut auf einer Mehrtageswanderung und auch sonst finde ich das
Außen-Stretchfach
Das große elastische Fach an der Außenseite ist im Tourenalltag eines der praktischsten Elemente. Denn dort lassen sich schnell verstauen:
- nasse Regenjacken
- feuchte oder verschwitzte Kleidung
- Handschuhe, Mütze oder Zwischenlayer
- Ausrüstung, die nicht ins Hauptfach soll
- Essen, an das man schnell möchte
Dadurch entsteht zusätzlicher Stauraum, ohne dass der Rucksack innen überladen wirkt. Dadurch dass es Stretch ist, gewinnt man hier auch noch einmal etwas an Volumen.

Man sollte nur mit scharflantigen Sachen aufpassen, da diese das Stretch Material auch beschädigen können. Zu guter letzte das
Taschen- und Organisationssystem
Die Aufteilung ist bewusst funktional gehalten:
- Hauptfach
- Deckelfach mit Reißverschluss
- Innenfach mit Reißverschluss
- großes Front-Stretchfach
- zwei seitliche Stretchfächer
- Schultergurtfach
- zwei Hüftgurttaschen
Wir haben dabei einen klassischen Toploader vor uns. Der Trend geht allgemein natürlich zum kombinierten Top- und Frontloader. Da ich von „früher“ aber den Toploader gewohnt bin, präferiere ich diesen eigentlich. Zu Beginn fehlte mir vielleicht ein Deckelinnenfach. Aber da der Rucksack tatsächlich noch über ein schmales Innenfach mit Reißverschluss verfügt, habe ich hier meine wichtigsten Reisegegenstände wie Geld und Schlüssel sicher verwahrt gewusst.

Woran hat Black Diamond noch gedacht. Natürlich an ein ausgiebiges

Trinksystem
Die Hydration(break)-Lösung ist vielseitig und besser gelöst als bei der FIFA. Denn man hat:
- zwei große seitliche Stretchfächer für Trinkflaschen
- Trinksysteme für Trinkblase vorhanden
- zusätzliche Schultergurt-Tasche für Flasche oder Softflask
Damit ist der Rucksack sowohl für klassische Wanderungen als auch für sportlichere Einsätze gut geeignet. Praktisch im Einsatz fand ich, dass man den Trinkschlauch der Trinkblase auf beiden Brustseiten befestigen konnte, sodass man hier seiner individuellen Lieblingstrageseite nachkommen konnte.

Regenhülle
Klassisch hat der Trail Vista eine integrierte Regenhülle dabei, die sich zuverlässig über den Rucksack stülpen lässt. Diese ist in einem hellen Braun gehalten. Hier hätte ich mir eine knallige bunte Neonfarbe gewünscht, damit man bei schlechten Witterungsbedingungen besser zu sehen ist. Auch lässt sich die Regenhülle nicht vom Rucksack abnehmen. Okay. Dies hat natürlich den Vorteil, dass man die Hülle nicht verlieren kann.
ABER: Hat es wirklich geregnet und man möchte den Rucksack mit auf sein Zimmer in der Hütte nehmen, macht man entweder das Zimmer nass oder aber die Hülle kann zusammengefaltet im Innern nicht trocknen. Separate Trocknung im Trockenraum ist leider nicht möglich.


Kleiner Schwachpunkt
Ein kleiner Kritikpunkt ist das fehlende Helmbefestigungssystem.
Gerade im Einsatz bei Klettersteigen oder via ferrata, wo der Rucksack durch seine Stabilität eigentlich ideal wäre, fehlt eine integrierte Lösung für den Helmtransport. Dieser muss entweder im Innenraum verstaut oder außen improvisiert befestigt werden.
Beides funktioniert zwar, ist aber nicht optimal: Im Innenraum nimmt der Helm wertvollen Platz weg, außen hängt er oft nicht wirklich sicher oder komfortabel.
Gewicht und Stabilität
Mit rund 999 Gramm ist der Rucksack für das, was er bietet, gut aufgestellt.


Material und Nachhaltigkeit
Das Material wirkt insgesamt hochwertig und robust und hat nach dem Testzeitraum keinerlei Verschleißerscheinungen gezeigt. Hier eine Auflistung:
- Body: 100 % RC Robic Nylon
- Frame: 100% Steel
- Straps, finishes, Raincover: 100 % Nylon
- Lining and mesh: 100 % Polyester
- Shoulder straps: 100 % EVA
Das Hauptmaterial besteht vollständig aus post-consumer recyceltem Nylon und wird über ein Bluesign-zertifiziertes Färbeverfahren verarbeitet.
Fazit
Der Black Diamond Trail Vista 28 gehört für mich aktuell zu meinen stärksten Tagesrucksäcken. Besonders das verstellbare Tragesystem und die praxisnahe Ausstattung machen ihn extrem vielseitig.
Kleine Schwächen bei der Stockintegration für klassische Teleskopstöcke sowie das fehlende Helmbefestigungssystem trüben den sehr positiven Gesamteindruck nur leicht.

Für sowohl kurze als auch lange Tagestouren und Hüttentouren ist er ein absolut zuverlässiger und funktionaler Begleiter.






















































