Sicherer, leichter Helm für Gravel, MTB & Alltag.
Bewertung Ø: 5 Sterne

VORTEILE

  • Leicht
  • Gute Belüftung
  • Separate Einstecklöcher für die Brillenaufbewahrung
  • Vorbereitung für separat erhältliches passendes Rücklicht
  • Top Sicherheitsbewertung

NACHTEILE

  • Für Brillenträger etwas fummeliger Einstieg mit dem steifen Kinnriemen

BEWERTUNG

In den letzten Wochen durfte ich für OUTSIDEstories den Deflectr Trail Helmet von Canyon testen. Dieser Helm wartet mit einigen Features auf, die nicht nur für den Einsatz auf dem Trail, sondern auch auf dem Gravel-Bike auf der Straße gedacht sind. Dementsprechend habe ich ihn auf den heimischen Trails mit dem MTB und auf schnelleren Touren auf dem Gravel getestet.

Der kompetente OUTSIDEstories-Test: Der Canyon Deflectr Trail Helmet
Hier sieht man den noch neuen Helm, frisch ausgepackt von oben - Lüftungsschlitze gut erkennbar.

Passform

Mein Kopfumfang misst 53cm und damit falle ich genau in die Spanne für die Größe SMALL, bzw. 51-55 cm. Der Test-Helm hat auch wirklich gut auf meinen Kopf gepasst. Zum Festzurren gibt es hinten ein Einstellrad, das individuell enger oder weiter gestellt werden kann, je nachdem, wie fest der Helm sitzen soll. 

Ich bin eher von der Sorte „sollte nicht wackeln“ und ziehe ihn meistens recht fest. Bei Touren länger als 2 Stunden habe ich dann doch einmal hingelangt und etwas weiter gedreht, ansonsten lasse ich ihn meist so. Zum Kindergarten-Bringen und -Holen setze ich ihn ebenfalls auf und zurre ihn passend fest. 

Da langen schon 10-15 Minuten, dass ich einen kleinen Abdruck sehe. Bin ich dann doch mal länger als 1 Stunde unterwegs, sind die Abdrücke auf der Stirn dann doch deutlich! Während des Tragens stört da aber nichts, das merkt man dann erst nach dem Abnehmen des Deflectr. 

Der kompetente OUTSIDEstories-Test: Der Canyon Deflectr Trail Helmet
Nach der Tour sieht man die Abdrücke sehr deutlich auf der Stirn, die bleiben manchmal auch noch 1-2 Stunden sichtbar...

Der Kinnriemen ist erstaunlich starr, gehört aber zum Design und Sicherheitskonzept dazu. Zum An- und Ausziehen kann man ihn zur Stirn hochklappen und zieht ihn dann erst unter das Kinn. Dort gibt es wieder ein Rad zum individuellen Einstellen – das sich seltsamerweise andersherum dreht zum enger oder weiter Stellen… liegt vielleicht an mir, aber ich drehe meist erst einmal falsch rum. Sobald der Kinnriemen eingestellt ist, merkt man nichts mehr davon, dass er anders als die bisher bekannten aus Gurt-Stoff ist. 

Der kompetente OUTSIDEstories-Test: Der Canyon Deflectr Trail Helmet
Hier ist der Kinnriemen und das zugehörige Rad zum Verstellen gut sichtbar.

Einzig Brillenträger wie ich sollten aufpassen: beim Anziehen hilft es manchmal, erst die Brille abzunehmen und dann den Riemen runterzuklappen. Mit ein bisschen Übung und etwas schiefem Draufsetzen auf den Kopf klappt es dann auch mit Brille. Wichtig für mich an dieser Stelle: egal wie schnell man unterwegs ist und wie stark der Wind von vorn oder von der Seite weht, es pfeift nichts oder macht sonst komische Geräusche!

Der kompetente OUTSIDEstories-Test: Der Canyon Deflectr Trail Helmet
hier sieht man die Brille mit relativ großen Gläsern ist der Einstieg manchmal etwas fummelig

Features

Gleich beim Auspacken fällt einem das geringe Gewicht auf. Canyon gibt den Deflectr Helm mit 395g an – mein Testmodell hat mit 404g geringfügig mehr auf die Küchenwaage gebracht. Ist der Helm auf dem Kopf, ist er aber wirklich sehr leicht und angenehm zu tragen. 

Der kompetente OUTSIDEstories-Test: Der Canyon Deflectr Trail Helmet
Die Küchenwaage gibt 404g an - etwas mehr als von Canyon selbst angegeben.

Das Visier ist in 3 Positionen einstellbar, ohne Werkzeug, allerdings etwas schwergängig. Unter der Fahrt mit nur einer Hand zu Beginn der Testphase habe ich es nicht hinbekommen, da ich Bedenken hatte, ich biege das Visier so durch, dass es bricht. Daheim in Ruhe noch einmal ausprobiert, habe ich festgestellt, dass das Visier in sich nicht so steif ist, wie erwartet, einer ein-Hand-Bedienung aber durchaus standhält. Und dann klappte es auch unterwegs während der Fahrt - vorausgesetzt, der Helm ist richtig richtig festgezurrt, denn sonst rutscht er auf dem Kopf in der Bewegung mit.

Der kompetente OUTSIDEstories-Test: Der Canyon Deflectr Trail Helmet
das Visier und die Brillen-Aufbewahrungslöcher sind zu erkennen - hier auf einer Graveltour unterwegs

Ein Feature, das von Canyon intensiv beworben wird, allerdings nicht sichtbar ist und von mir zum Glück auch nicht getestet werden musste/konnte, ist das integrierte und mehrfach getestet und ausgezeichnete RLS (Release Layer System). Dank dieses Systems werden im Falle eines Aufpralls die Rotationskräfte minimiert und damit das Risiko einer Gehirnerschütterung gesenkt. Da ich im Testzeitraum keinen Crash hatte, kann ich dementsprechend nicht sagen, ob es funktioniert 😉 Es wurde allerdings ausführlich vom (angeblich) weltweit führenden Forschungsinstitut für Helmsicherheit, Virginia Tech, in Hunderten Aufpralltests geprüft und mit dem höchsten 5-Sterne-Sicherheitsranking ausgezeichnet – so schreibt es zumindest Canyon auf seine Homepage.

in Aktion auf dem Singletrail beim MTBiken
MTB-Ausfahrt mit dem Nachwuchs auf den heimischen Trails

Auch ein Feature, das ich im Testzeitraum nicht gebraucht habe und auch sonst eher selten nutzen werde: es gibt unter dem Visier spezielle Brillen-Slots mit Grip zur sicheren Aufbewahrung der Sonnenbrille, falls sie mal nicht auf der Nase bleiben soll. Da meine Fahrten bisher meist ohne Pause verliefen, blieb die Brille wo sie war und dadurch habe ich diese speziellen Slots nicht gebraucht. Im Urlaub bin ich dann meist mit Rucksack unterwegs und falls nötig, wird die Brille dann dort verstaut. Ich kenne aber Gravel- oder Roadbiker, die diese Slots sehr begrüßen würden – nur für mich haben sie eben nicht den großen Mehrwert. 

Der kompetente OUTSIDEstories-Test: Der Canyon Deflectr Trail Helmet
innen liegen die Polster, die zusammen mit den Lüftungsschlitzen für einen kühlen Kopf sorgen - das Feststellrad ist auch zu sehen

Was mir allerdings wichtig ist, ist eine gute Belüftung, grade bei den Ausfahrten im Sommer bei um die 30 Grad… Auf den ersten Blick sieht man die rund um den Helm angebrachten Lüftungsschlitze. Weniger offensichtlich sind die sogenannten Belüftungspolster und inneren Luftkanäle, die alle zusammen für optimale Ventilation sorgen sollen. Tatsächlich habe ich nie das Gefühl gehabt, dass mir der Kopf platzt oder ich zu viel schwitze oder gar heiß laufe. Es war immer ein sehr angenehmes Tragegefühl, egal bei welchem Wetter und welcher Temperatur – und ich war bei Wind, Regen, Sonne "normal" und Hitze (>30°) unterwegs.

Der kompetente OUTSIDEstories-Test: Der Canyon Deflectr Trail Helmet
große Belüftungsöffnungen an der Seite - aber alles ruhig, keine Windgeräusche

 

Ein weiteres Feature ist sicherlich gut gedacht, konnte von mir während der Testphase allerdings nicht ausprobiert werden: Es gibt hinten am Helm eine Vorbereitung, die ein integriertes Rücklicht per Magnetismus festhalten kann, nur war dieses Rücklicht bei mir nicht dabei. Dementsprechend gibt es hier ein Lob für die Idee, nur kann ich nicht sagen, ob es auch gut umgesetzt wurde. Recherche hat ergeben, dass dieses Rücklicht separat erstanden werden kann – dann ist es für zwar nicht integriert, aber das ist nahe an der Haarspalterei…

Der kompetente OUTSIDEstories-Test: Der Canyon Deflectr Trail Helmet
die rote Markierung soll die Vorbereitung zeigen - ebenfalls hier sichtbar meine bevorzugte Zopf-Variante für die Hometrails (zwischen Helmende und Feststellrad durch)

Preis/Leistung

Direkt bei Canyon kostet der Deflectr Trail Helm knapp 160€ - auch sonst habe ich ihn nicht günstiger gefunden. Es gibt ihn in 3 Farben, davon 2 dunkel (schwarz und dunkles grün) und in 3 Größen (S, M, L).  Mit dem oben erwähnten super getesteten Sicherheitssystem, dem geringen Gewicht und der wirklich guten Belüftung ist das allerdings nicht zu viel verlangt. Immerhin schützt man damit seinen Kopf und der ist definitiv schützenswert! Mit dem Rücklicht (separat erhältlich für knapp 15€) bzw. der Vorbereitung hat man dann noch bspw. für Pendelfahrten in der dunkleren Jahreshälfte einen weiteren Pluspunkt.

Rückkehr von der Gravelrunde
Bei etwas stärkerem Wind und entsprechend eher Frühlingshaften Temperaturen eine Gravel-Runde gefahren: ohne störende Geräusche, Druckstellen oder sonstiges nerviges ;)

Fazit

Mir taugt der Deflectr Helm total. Optisch passt er sowohl fürs Gravel, als auch fürs MTB. Da ich lange Haare habe, fahre ich meist mit irgendeiner Art Zopf. Der Pferdeschwanz geht am schnellsten, ist bei diesem Helm aber etwas hinderlich, da ich ihn nicht so leicht zwischen Helmende und Einstellrad durchbekomme und drunter ist er mir fast zu tief. Ein französischer Zopf baut im Helm zu dick auf und dann passt er nicht mehr so gut, daher ist die simple geflochtene Variante am einfachsten. Aber das soll dem Helm und seiner Bewertung keinen Abbruch tun, schließlich hat nicht jeder Kopf die gleichen Haare. 

Der kompetente OUTSIDEstories-Test: Der Canyon Deflectr Trail Helmet
stimmiges Gesamkonzept mit den Lüftungsschlitzen und dem optisch dahinleitenden Visier - auch die große Sportbrille passt ohne Probleme drunter


Der Helm ist leicht und angenehm zu tragen, pfeift nicht und bringt neben dem großen Sicherheitsfeature noch ein paar kleinere nette Gimmicks mit. Auch am Preis habe ich nichts auszusetzen, von daher klare Empfehlung und volle Punktzahl von mir. Einziges Manko: das integrierte Rücklicht ist separat erhältlich und nicht irgendwo im Helm verstaut. Dann ist es integrierbar, aber eben nicht integriert (so, genug pingelig gewesen) …



Wie wurde das Produkt erworben?

Ich bin ProduktScout - OUTSIDEstories hat mir das Produkt zum Testen zur Verfügung gestellt

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