Eine Short, die vom Wandern bis Workout alles mitmacht!
VORTEILE
- Robuste, hochwertig verarbeitete Materialien.
- Große praktische Taschen
- Bund sehr gut regulierbar
- Luftig und angenehm bei Hitze
- Vielseitig für viele Sportarten, sehr gute Bewegungsfreiheit
- Trocknet schnell
NACHTEILE
- Taschen ohne Reisverschluss (wäre wichtig fürs Klettern)
- Recht weit geschnitten
- Bei zu großer Größe sichtbar gerafft
BEWERTUNG
La Sportiva Gambit Short W – eine Short, die bei mir fast alles mitmachen musste
Eine Klettershort? Ja, auch. Eine Wandershort? Unbedingt. Eine Laufshort? Bei mir ebenfalls. Und irgendwann während meines sechswöchigen Tests stellte sich eigentlich nur noch die Frage, wofür ich die Gambit Short W von La Sportiva nicht anziehen würde.
Denn genau das war am Ende das Auffälligste an diesem Test: Die Short entwickelte sich bei mir innerhalb kürzester Zeit von einem Testprodukt zu einem dieser Kleidungsstücke, die morgens automatisch aus dem Schrank gezogen werden, weil man gar nicht mehr groß darüber nachdenken muss.
Einleitung – erst einmal die Rahmenbedingungen
Für diesen Produktscout-Test wurde mir die La Sportiva Gambit Short W zum Testen zur Verfügung gestellt. Ich werde für meine Bewertung weder bezahlt noch stehe ich in Verbindung zum Hersteller. Mein Bericht beruht ausschließlich auf meinen eigenen Erfahrungen während des Testzeitraums.
Zur Einordnung meiner Angaben zu Größe und Passform: Ich bin 1,80 Meter groß, wiege aktuell etwa 65 bis 66 Kilogramm und trage bei Bekleidung normalerweise Größe M bis L.
Getestet habe ich die Gambit Short W in Größe XL. Und genau diese Größe sollte gleich zu Beginn für eine kleine Überraschung sorgen.
Bevor es aber in den eigentlichen Praxistest geht, schaue ich mir bei Bekleidung immer erst einmal das an, was man bereits beim Auspacken, Anprobieren und nach den ersten Waschgängen beurteilen kann. Bei dieser Short waren das für mich vor allem:
• Material und Verarbeitung
• Look und Schnitt
• Passform und erster Trageeindruck
• Bewegungsfreiheit
• Taschen und praktische Details
• Nachhaltigkeitsaspekte
• Pflege- und Trocknungseigenschaften
Was sagt La Sportiva – und was kommt bei mir an?
La Sportiva führt die Gambit Short W als Klettershort, sieht sie aber nicht ausschließlich an der Wand. Laut Hersteller ist sie ebenfalls fürs Wandern und für entspannte Tage gedacht.
Beim Hauptmaterial setzt La Sportiva auf 65 % Polyamid, 30 % recyceltes Polyamid und 5 % Elasthan. Auch bei den Taschen kommt ein hoher Recyclinganteil zum Einsatz.
So weit die Theorie.
Mein erster Eindruck beim Auspacken war tatsächlich sofort positiv. Die Short fühlt sich leicht an, aber keineswegs dünn oder empfindlich. Das Material besitzt einen leichten Stretch, wirkt dabei aber stabil und hochwertig. Schon beim ersten Anfassen hatte ich nicht das Gefühl, hier eine dieser hauchdünnen Sommershorts vor mir zu haben, bei denen man sich im Wald bei jedem Ast fragt, ob das jetzt bereits zu viel Kontakt war.
Den Preis gibt La Sportiva mit 70,00 € inklusive MwSt. an, bei einigen Anbietern gibt es ihn aber schon deutlich günstiger.
Nebelblau statt Knallfarbe – sportlich, aber angenehm dezent
Optisch gehört die Gambit Short für mich zu den angenehm unaufgeregten Sportteilen.
Meine Farbe benennt La Sportive als Limestone, ich würde sie als Nebel-Hellblau beschreiben. Ein helles Blau, aber nicht knallig und nicht bonbonfarben, sondern etwas gedämpft, pudrig und dadurch sehr angenehm, ist.
Ich finde die Farbe ausgesprochen schön.
Sie wirkt frisch und sommerlich und lässt sich gleichzeitig überraschend unkompliziert kombinieren. Ich habe dazu hellblaue, türkise, dunkelblaue und auch lachsfarbene Oberteile getragen. Eigentlich funktionierte alles.
Den Sportshort gibt es ebenfalls in einem dezenten Olivgrün.
Auch beim Branding hält sich La Sportiva angenehm zurück. Das Logo und der Schriftzug an den Taschen sind aufgestickt, klein und farblich dezent gehalten. Die Short wird dadurch nicht zur wandelnden Werbefläche.
Der Schnitt gefällt mir ebenfalls sehr gut. Die Beine sind leicht abgerundet und an der Seite etwas geöffnet. Hinten ist die Short ein kleines bisschen länger geschnitten als vorne. Insgesamt sitzt sie locker und weit am Bein. Das ist keine figurbetonte Laufshort und erst recht keine kurze Leggings, sondern eher eine klassische, sportliche Short mit ordentlich Luft zwischen Stoff und Haut.
Und genau diese Luft sollte später bei Temperaturen jenseits der 30 Grad noch ziemlich wertvoll werden.
Fast wie aus einem Guss – bei der Verarbeitung gibt es nichts zu meckern
Auch bei der Verarbeitung hat die Short bei mir direkt gepunktet.
Die Nähte sind sehr sauber gearbeitet und teilweise optisch kaum wahrnehmbar. Dadurch wirkt die Hose fast wie aus einem Guss. Nichts steht ab, nichts wirkt grob, und auch nach vielen Einsätzen und mehreren Wäschen hat sich daran nichts verändert.
Das Material ist leicht elastisch und geht Bewegungen sehr gut mit. Es ist nicht so extrem stretchy wie eine Leggings, aber genau dort flexibel, wo man es braucht.
Großer Schritt? Kein Problem.
Knie hoch? Kein Problem.
Über einen Baumstamm steigen?
Ebenfalls kein Problem!
Diese Beweglichkeit merkt man schon beim ersten Anprobieren. Später im Einsatz hat sich der Eindruck dann noch bestätigt.
Eigentlich hätte ich die Gambit Short gerne in Größe L getestet.
Bei Hosen greife ich aufgrund meiner Körpergröße von 1,80 Meter häufig lieber zu L als zu M. Dabei geht es mir nicht unbedingt um mehr Weite, sondern oftmals schlicht um ein bisschen zusätzliche Länge. Gerade bei Shorts möchte ich mich bewegen können, ohne bei jedem größeren Schritt das Gefühl zu haben, dass aus kurz gleich sehr kurz wird.
Bei der Gambit Short kam hinzu, dass sie einen innenliegenden Kordelzug besitzt. Mein Gedanke war deshalb ziemlich simpel: Lieber etwas großzügiger wählen und bei Bedarf am Bund regulieren.
Für den Test stand allerdings nur Größe XL zur Verfügung. Gleichzeitig bekam ich die Rückmeldung, die Short würde eher klein ausfallen.
Also gut – XL ausprobieren.
Als sie bei mir ankam, war allerdings schnell klar: Bei mir fällt diese Short definitiv nicht besonders klein aus.
XL ist für meine Maße eindeutig zu groß. Das sieht man auch sehr gut, wenn ich den Bund unreguliert trage: Da ist nicht ein bisschen Reserve, da ist reichlich Reserve.
Normalerweise wäre das der Moment gewesen, an dem eine Hose für mich als falsche Größe durchgefallen wäre.
Hier kam allerdings der Kordelzug ins Spiel.
Ein Kordelzug, der tatsächlich mehr kann als ein wenig nachjustieren
Ich musste den Bund wirklich deutlich zusammenziehen. Natürlich entsteht dabei etwas mehr geraffter Stoff – alles andere wäre bei einer eigentlich zu großen Hose auch Zauberei.
Was mich aber überrascht hat: Es störte mich überhaupt nicht.
Der relativ breite Bund verteilt den Stoff gut. Der Kordelzug lässt sich sehr individuell einstellen und hält die Short zuverlässig dort, wo sie hingehört.
Obwohl ich die Weite erheblich reduzieren musste, entstand weder ein unangenehmer Druck noch ein dicker Stoffwulst, der mich beim Tragen gestört hätte.
Das fand ich besonders bemerkenswert, weil ich während des Testzeitraums zusätzlich noch einmal etwa fünf Kilogramm abgenommen habe.
Die ohnehin zu große XL wurde dadurch natürlich nicht passender.
Und trotzdem kann ich sie weiterhin tragen.
Gerade für Menschen mit Gewichtsschwankungen finde ich diesen großen Regulierungsspielraum wirklich praktisch. Bei freier Größenwahl würde ich die Gambit Short heute natürlich kleiner nehmen. Je nachdem, wie locker man sie tragen möchte, kämen bei mir eher M oder L infrage.
Der Aussage, sie falle besonders klein aus, kann ich nach meiner persönlichen Erfahrung jedenfalls nicht zustimmen.
Drei Taschen – und innen steckt noch mehr Liebe zum Detail
Ein Punkt, der mir bereits beim ersten Anprobieren aufgefallen ist, sind die Taschen.
Die Gambit Short besitzt vorne zwei gerade angesetzte, sehr tiefe Einschubtaschen. Dazu kommt eine große Gesäßtasche auf der rechten Seite. Und diese Taschen sind nicht nur Dekoration.
Mein großes Smartphone passt problemlos hinein. Ebenso Autoschlüssel, Haustürschlüssel, Taschentücher, Kaugummis oder auch ein Portemonnaie. Gerade bei meinen kurzen Hunderunden war das ausgesprochen praktisch, weil ich nicht für jede Kleinigkeit noch eine zusätzliche Hüfttasche mitnehmen musste.
Erst beim genaueren Blick auf das Innenleben der Short ist mir allerdings aufgefallen, dass La Sportiva selbst dort noch einige nette Details versteckt hat. Die Taschenbeutel bestehen aus einem sehr leichten, hellen Stoff mit einer feinen quadratischen Rasterstruktur. Sie wirken sauber verarbeitet, leicht und gleichzeitig stabil – und passen damit sehr gut zum insgesamt hochwertigen Eindruck der Short.
Auf einem der Taschenbeutel befindet sich sogar ein größerer Aufdruck von La Sportiva. Unter dem Klettergruß „KEEP SENDING!“ beschreibt der Hersteller seine Front Range Collection als multifunktional, zweckmäßig und langlebig und verweist auf ihre Entwicklung in Boulder, Colorado. Abgeschlossen wird das Ganze mit „Made for climbers since 1928“.
Ein Detail, das man beim Tragen natürlich nicht sieht – aber genau solche Kleinigkeiten mag ich. Da wurde eben nicht nur die Außenseite hübsch gemacht.
Auch der Bund zeigt innen noch einmal seinen eigenen Charakter. Das breite schwarze Band mit der gelben Bergsilhouette setzt sich deutlich vom hellblauen Außenstoff ab. Der Kordelzug läuft mittig durch den Bund und lässt sich sehr weit regulieren. Gerade bei meiner deutlich zu großen Testgröße XL war das Gold wert.
Trotz des starken Zusammenziehens blieb der Bund bei mir weich und angenehm auf der Haut. Nichts kratzte oder scheuerte, und selbst unter dem Hüftgurt meines Rucksacks machte sich die starke Raffung nicht unangenehm bemerkbar.
Natürlich würde ich beim tatsächlichen Klettern mein Handy nicht unbedingt lose in einer offenen Tasche lassen und anschließend kopfüber an der Wand hängen. Für Wandern, Walking, Laufen und meine normalen Outdoor-Einsätze haben sich die Taschen aber als erstaunlich geräumig und ausgesprochen praktisch erwiesen.
Daher würde ich mir für einen Klettershort verschließbare Reißverschlusstaschen wünschen. Aber für meinen Bedarf spielte das überhaupt keine Rolle.
Pflegeleicht ist manchmal das schönste Kompliment
Ein Kleidungsstück, das bei mir häufig zum Einsatz kommt, muss unkompliziert sein.
Ich habe die Gambit Short sowohl in der Waschmaschine als auch per Hand gewaschen. Beides war völlig problemlos. Das Material hat weder sichtbar gelitten noch seine Form verloren.
esonders gut gefällt mir die kurze Trocknungszeit.
Bei den warmen Außentemperaturen während meines Tests war die Short nach dem Waschen innerhalb weniger Stunden wieder trocken und einsatzbereit.
Nachhaltigkeit – Recycling ist gut, lange Nutzung noch besser
Für mich gehört bei Sportbekleidung aber noch ein zweiter Punkt ganz klar zur Nachhaltigkeit: Wie lange kann ich ein Kleidungsstück tatsächlich nutzen?
Nach sechs Wochen kann ich natürlich noch kein Langzeiturteil abgeben. Der bisherige Eindruck ist aber sehr gut.
Die Nähte sind sauber, das Material wirkt robust, mehrere Begegnungen mit Ästen und Brombeeren hat die Short ohne sichtbare Schäden überstanden, und dank des großen Verstellbereichs am Bund ist sie sogar bei deutlichen Gewichtsschwankungen weiterhin tragbar.
Der eigentliche Praxistest – sechs Wochen fast täglich im Einsatz
Nach dem ersten Eindruck, der Passform, dem Material und den Pflegeeigenschaften kam natürlich das Wichtigste: Wie schlägt sich die Short draußen wirklich?
Ich habe sie rund sechs Wochen sehr intensiv getestet. Eigentlich gab es kaum einen Tag, an dem sie nicht irgendwann zum Einsatz kam.
Damit man meinen Praxistest besser einordnen kann, hier erst einmal die Rahmenbedingungen auf einen Blick:
Einsatzorte
• überwiegend Wachtberger Ländchen
• Siebengebirge
• Ahrgebirge
• Waldwege
• Feld- und Wiesenwege
• offene Strecken in praller Sonne
• schmale Passagen mit Sträuchern, Ästen und teilweise Brombeeren<
Wetterbedingungen
• morgens teilweise etwa 12 bis 15 Grad
• tagsüber häufig 26 bis über 30 Grad
• Spitzenwerte bis etwa 37 Grad
• überwiegend sonnig und trocken
• teilweise bewölkt
• immer wieder warmer Wind
• während des gesamten Testzeitraums kein Regentag<
Einsatzbereiche
• Wandern
• Powerwalking
• Laufen
• gemischte Wander-, Walking- und Laufeinheiten
• tägliche Hunderunden
• längere Touren mit Rucksack
• Krafttraining
• Dehn- und Beweglichkeitsübungen
• Ruderergometer
Und auch einige Indoor-Fahrrad Einheiten
Streckenlängen
• kurze Alltags- und Hunderunden um etwa drei Kilometer
• mittlere Trainingsrunden
• längere Wanderungen bis etwa 23 Kilometer
Einen Bereich kann ich deshalb nicht seriös beurteilen: das Verhalten der Short bei Regen. Es hat während meines Testzeitraums schlicht nicht geregnet.
Feuchtigkeit gab es trotzdem genug. Die kam nur eher von innen.
Luft ist die beste Klimaanlage
Gerade bei Temperaturen von deutlich über 30 Grad zeigt sich ziemlich schnell, ob eine Short wirklich sommertauglich ist.
Und hier hat mich die Gambit Short überzeugt.
Der Stoff klebte zu keinem Zeitpunkt an meiner Haut. Auch bei schweißintensiven Einheiten hatte ich nie dieses unangenehme Gefühl von feuchtem Material, das am Oberschenkel hängt.
Durch den lockeren Schnitt kann Luft ständig zwischen Haut und Stoff zirkulieren. Sobald etwas Wind aufkommt, merkt man diesen Effekt besonders deutlich.
Es entsteht kein Hitzestau.
Und ebenso wichtig: Ich hatte anschließend nie dieses klamme oder später plötzlich kalte Gefühl, das feuchte Sportbekleidung manchmal verursacht.
Der Stoff fühlte sich selbst bei längeren, anstrengenden Einheiten erstaunlich konstant angenehm an.
Von gemütlich bis schnell – die Short macht den Tempowechsel einfach mit
Besonders aussagekräftig waren für mich meine gemischten Einheiten.
Ich starte zum Beispiel wandernd, wechsle später ins Powerwalking und baue zwischendurch einige Laufeinheiten ein.
Bei Kleidung zeigt sich dann schnell, ob sie nur für eine bestimmte Bewegungsart funktioniert.
Die Gambit Short war das vollkommen egal.
Sie macht normales Gehen genauso problemlos mit wie einen schnellen Walking-Schritt oder das Laufen.
Nichts spannt, nichts bremst und nichts scheuert.
Ich habe die Short zwar nicht beim Klettern getestet. Nach allem, was ich beim Wandern, bei großen Schritten, beim Training und bei Beweglichkeitsübungen erlebt habe, kann ich mir aber sehr gut vorstellen, warum La Sportiva sie als Klettershort führt.
Die Bewegungsfreiheit ist enorm.
Einen Spagat würde vermutlich eher ich verweigern als die Hose.
Der Bund unter dem Rucksack – erstaunlich unspektakulär
Ein Punkt war für mich wegen der viel zu großen XL besonders spannend: Wie verhält sich der stark geraffte Bund unter einem Rucksack mit Hüftgurt?
Ich hätte durchaus erwartet, dass genau dort irgendwann Druck entsteht.
Tat es aber nicht.
Der Hüftgurt liegt genau in dem Bereich, in dem ich die Short sehr stark zusammengezogen habe. Trotzdem gab es keine Druckstelle, keine Reibung und keinen unangenehmen Stoffwulst.
Auch musste ich nicht ständig nachjustieren.
Die Short blieb einfach dort, wo sie hingehörte.
Auch der Bund selbst fühlte sich auf der Haut immer angenehm an. Kein Jucken, kein Scheuern und auch bei stärkerem Schwitzen kein unangenehm nasses Gefühl.
Brombeeren waren nicht geplant – aber offenbar Teil des Härtetests
Meine Touren führen nun einmal nicht ausschließlich über breite, perfekt gepflegte Wege.
Wald, Feld, schmale Passagen, Geäst und Sträucher gehören dazu. Und Brombeeren fragen bekanntlich selten, ob man gerade einen Produkttest macht.
Ich bin mehrfach an Ästen oder Gestrüpp entlanggestreift und auch schon einmal hängen geblieben.
Bislang ohne Folgen für den Stoff.
Keine gezogenen Fäden, keine sichtbaren Schäden und nichts, was mich an der Robustheit zweifeln ließe.
Drei Kilometer Hunderunde oder 23 Kilometer Wanderung – beides funktioniert
Ein Teil meiner Teststrecken bestand aus den normalen Morgen- und Abendrunden mit dem Hund. Die liegen bei ungefähr drei Kilometern.
Gerade dort haben sich die großen Taschen als besonders praktisch erwiesen.
Wenn ich nur schnell raus möchte, will ich nicht jedes Mal noch eine Hüfttasche oder einen kleinen Rucksack mitnehmen.
Schlüssel, Handy, Taschentücher und was sonst noch mitmuss – ab in die Taschen und los.
Auf langen Wanderungen wiederum waren für mich eher Bewegungsfreiheit, Klima und der angenehme Sitz unter dem Rucksack entscheidend.
Dass dieselbe Short beides so gut abdeckt, macht sie für mich zu einem echten Allrounder.
Indoor? Warum eigentlich nicht?
Eigentlich ist die Gambit Short natürlich für draußen gemacht.
Aber irgendwann trug ich sie sowieso so häufig, dass sie auch beim Training zu Hause einfach anblieb.
Ich habe damit auf dem Ruder- und Fahrradergometer trainiert, Kraftübungen gemacht und gedehnt.
Auch hier ging sie jede Bewegung problemlos mit.
Gerade bei Übungen mit größeren Bewegungswinkeln zeigte sich wieder, wie viel Spielraum der Schnitt bietet.
>Deshalb würde ich die Gambit Short nicht nur als Kletter- oder Wandershort sehen, sondern wirklich als Multifunktions-Sportshort.
Outdoor liegt klar in ihrer DNA. Wer aber nicht für jede einzelne Sportart eine eigene Hose besitzen möchte, kann sie problemlos auch für viele Indoor-Einheiten nutzen.
Gibt es etwas, das sie weniger gut kann?
>So vielseitig ich die Gambit Short finde – für alles würde ich sie trotzdem nicht wählen.
>Beim Fahrradfahren wäre der sehr lockere Schnitt zum Beispiel nicht meine erste Wahl. Dafür flattert mir persönlich einfach zu viel Stoff herum.
Und natürlich muss man diesen weiten, klassischen Sportshort-Look mögen.
Wer ausschließlich enganliegende und stark figurbetonte Sportbekleidung trägt, wird mit der Gambit Short vermutlich weniger glücklich.
Sie liegt bewusst nicht eng am Oberschenkel an, sondern lässt Raum.
Für mich war genau das bei hohen Temperaturen ein großer Vorteil.
Fazit – aus einer Klettershort wurde mein Sommer-Allrounder
Nach rund sechs Wochen muss ich bei der Gambit Short W nicht lange überlegen.
Ich mag sie. Sehr sogar.
Was als Test einer Kletter- beziehungsweise Wandershort begonnen hat, wurde bei mir zu einem echten Sommer-Allrounder.
Ich habe sie auf kurzen Hunderunden getragen, bei langen Wanderungen bis 23 Kilometer, beim Powerwalking, beim Laufen, bei Kombinationen aus mehreren Sportarten und sogar beim Kraft- und Indoortraining.
Und sie hat mir dabei vor allem eines gegeben: Bewegungsfreiheit.
Der lockere Schnitt, das leicht elastische Material und die sehr gute Belüftung waren gerade an heißen Tagen bis etwa 37 Grad ein großer Pluspunkt. Selbst bei schweißintensiven Einheiten klebte der Stoff nie auf meiner Haut und fühlte sich nicht unangenehm feucht an.
Dazu kommen die ungewöhnlich großzügigen Taschen, die für mich einen echten praktischen Mehrwert besitzen.
Auch die zu große Testgröße XL wurde am Ende deutlich weniger zum Problem, als ich zunächst erwartet hatte. Der innenliegende Kordelzug erlaubt eine enorme Regulierung. Selbst stark gerafft blieb der Bund angenehm – auch unter dem Hüftgurt meines Rucksacks.>
Dass ich die Short trotz einer zusätzlichen Gewichtsabnahme von etwa fünf Kilogramm während des Testzeitraums weiterhin tragen kann, zeigt für mich sehr deutlich, wie groß dieser Spielraum tatsächlich ist.
Der Aussage, die Short falle besonders klein aus, kann ich aus meiner persönlichen Erfahrung allerdings nicht zustimmen. Bei meiner Körpergröße von 1,80 Meter und aktuell etwa 65 bis 66 Kilogramm ist XL eindeutig zu groß. Bei freier Auswahl würde ich je nach gewünschtem Sitz eher zu M oder L greifen.
Was mir besonders gut gefällt
• enorme Bewegungsfreiheit
• sehr luftiger, lockerer Schnitt
• kein Kleben auf der Haut, auch bei Hitze und Schweiß
• kurze Trocknungszeit
• angenehmer Bund
• auch stark gerafft unter dem Rucksackhüftgurt komfortabel
• drei ungewöhnlich großzügige Taschen
• hochwertige und saubere Verarbeitung
• robustes Material
• vielseitig für unterschiedliche Sportarten einsetzbar
• dezenter, sportlicher Look
• unkomplizierte Pflege
Was man wissen sollte
Die Gambit Short ist deutlich lockerer geschnitten als moderne, enganliegende Laufbekleidung. Genau das sorgt für ihre gute Belüftung – man muss diesen Stil aber mögen.
Das Verhalten bei Regen konnte ich während meines Tests nicht beurteilen, weil es im gesamten Testzeitraum trocken blieb.
Fürs Radfahren wäre der weite Schnitt ebenfalls nicht meine persönliche erste Wahl.
Für wen ist die Gambit Short W geeignet?
Für alle, die draußen gerne aktiv sind und eine unkomplizierte Short suchen, die möglichst vieles mitmacht.
Besonders empfehlen würde ich sie Wanderinnen, Walkerinnen, Läuferinnen und natürlich Kletterinnen, die viel Bewegungsfreiheit bevorzugen und gerade im Sommer Wert auf eine gute Belüftung legen.
Auch für Reisende finde ich die kurze Trocknungszeit interessant. Abends auswaschen und wenige Stunden später beziehungsweise am nächsten Morgen wieder anziehen – genau so wünsche ich mir unkomplizierte Sportbekleidung unterwegs.
Und wer zusätzlich Indoortraining, Krafttraining oder andere bewegungsintensive Sportarten betreibt, bekommt noch ein bisschen mehr Einsatzbereich dazu.
Für wen eher nicht?
Wer seine Sportkleidung grundsätzlich eng und figurbetont bevorzugt, sollte sich den Schnitt vorher genau ansehen.
Auch fürs Radfahren würde ich persönlich eher eine körpernähere Hose wählen.
Ein Short für alle Fälle!
Für alle anderen, die im Sommer vor wollen – LuftLuft, Bewegungsfreiheit und eine Short, über die man unterwegs möglichst wenig nachdenken muss –, ist die Gambit Short W für mich eine klare Empfehlung.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis empfinde ich angesichts der hochwertigen Verarbeitung, der Vielseitigkeit und des bisher robusten Materials als stimmig.
Aus der vermeintlichen Klettershort ist bei mir eine Wander-, Walking-, Lauf-, Hunde-, Trainings- und „Ich-zieh-sie-heute-einfach-schon-wieder-an“-Short geworden.
Und wahrscheinlich ist genau das das beste Kompliment, das ich ihr machen kann.
5 Sterne und eine klare Kaufempfehlung für den Outdoor-Allrounder von La Sportiva.
Viel Spaß bei eurem Lieblingssport. Wir sehen uns draußen!