Leichter, schneller Schuh für harte Böden, hoher Komfort.
VORTEILE
- Leicht
- Super softer Innenschuh
- Gute Dämpfung
- Guter Vortrieb auf harten Böden
- Gute Belüftung, Atmungsaktivität
NACHTEILE
- Sehr strenger Geruch, der über Wochen bleibt
BEWERTUNG
In den letzten gut 6 Wochen durfte ich für OUTSIDEstories den neuen Meraki 7 von 361° testen. Ein Laufschuh, der eher für den Einsatz auf Asphalt konzipiert wurde, ich habe ihn allerdings auf verschiedenen Untergründen (Teer, Schotter grob und fein, Wiesenweg, Waldweg) getestet, da meine Laufstrecken nicht nur auf geteertem Boden entlang führen.
Passform
Vor etwas mehr als 2,5 Jahren durfte ich bereits einen Schuh der mir bis dahin unbekannten Marke 361° testen – damals war es der „Futura“ und ich war sehr positiv angetan. Entsprechend habe ich mich gefreut, wieder einen 361°-Schuh zu erhalten. Allerdings hat die Größe von damals (so lange ist es ja nicht her) definitiv nicht mehr gepasst und war deutlich zu klein – ich bin mit den Zehen vorn angestoßen. Mit nur einer halben Nummer größer hat der Schuh dann in US 9 für meine Füße (24,5 und 25cm lang) sehr gut gepasst.
Ich hatte kurz die Befürchtung, dass eine halbe Nummer nicht reichen würde, da der erste Testschuh mit US 8,5 wirklich ordentlich zu kurz war. Aber nach dem Probieren und auch nach den verstrichenen Testwochen passt er immer noch mit unterschiedlichen Socken wunderbar. Ich hatte den Meraki 7 mit knie- und wadenhohen Kompressionssocken, normalen Alltags-Baumwollsocken, Merinosocken etwas dicker im Zehen- und Fersenbereich) und dünnen Merino-Sportsocken an. Nirgendwo hat etwas gedrückt, gescheuert oder sonst irgendein unangenehmes Gefühl verursacht.
Was mich persönlich sehr freut, als schnürfaules Wesen: ich kann den Schuh einmal binden und dann immer wieder ohne Probleme rein- und rausschlüpfen, ohne die Schnürsenkel anfassen zu müssen. Das schätze ich sehr
Features
Passend zur Erfahrung des letzten 361°-Schuhs ist auch der Meraki 7 innen super angenehm weich gepolstert und trägt sich einfach super. Unterstützt wird dieses angenehme Tragegefühl – Reinschlüpfen und Wohlfühlen – von einer 2-Schaum-Sohle in der Mitte. Die sieht man zwar nicht, macht ihren Job aber wunderbar.
Wie oben bereits erwähnt, habe ich den Schuh nicht nur auf geteerten oder ähnlichen Untergründen getestet, da meine normalen Laufstrecken sich auch auf Schotter, Wiesen- oder Waldwegen befinden und ich grundsätzlich lieber Rundkurse laufe, als dieselbe Strecke wieder zurück. Hier habe ich allerdings einen deutlichen Unterschied im Vortrieb gemerkt.
Grip ist zwar auf allen Untergründen da, allerdings ist die Unterstützung in der Vorwärtsbewegung auf den harten Böden wie Teer deutlich größer. Die Sohle setzt sich unterschiedlich zusammen: Gekkogrip vorn und H.A.R.T hinten an der Schuhsohle. Das ist weder optisch erkennbar, noch macht es sich in der Dämpfung bemerkbar.
Gerade bei so sommerlichen Temperaturen wie in den letzten 1,5 Wochen (<30°) ist eine gute Belüftung essentiell. Hier sorgt 26% recyceltes Mesh an der Oberfläche nicht nur dafür, sondern auch für Atmungsaktivität und zumindest einen gewissen Teil Nachhaltigkeit. Zumindest was die Belüftung bzw. die Atmungsaktivität angeht, kann ich klar sagen: es funktioniert! Meine Füße haben nicht gekocht und ich hatte auch kein Problem, dass sich der zwangsläufig bei derartigen Temperaturen produzierte Schweiß ansammelt und ich irgendwann im eigenen Saft schwimme. Natürlich haben meine Füße nach dem Ausziehen der Schuhe feuchte Tapsen hinterlassen, aber bei welchem Laufschuh wäre das bei mehr als 27° nicht der Fall.
Zusätzlich gibt 361° an, dass der Meraki 7 mit verbesserter Passform und Flexibilität die natürliche Bewegung unterstützt. Auch hier kann ich es nicht dementieren – ich hatte keine Probleme mit den Knien, was ich immer mal wieder bekomme.
Der Meraki 7 soll 236 Gramm wiegen, es wird allerdings nicht angegeben, in welcher Größe. Mein Exemplar hat mit US9 knapp drüber gelegen und bringt 253 Gramm auf die Waage (einzeln). Das ist nur geringfügig leichter als der Futura mit 274 Gramm – und der hat als Trailrunningschuh etwas gröbere „Stollen“ an der Sohle. Vom Gefühl her ist der Meraki 7 ein sehr angenehm leichter Schuh.
Ein Feature, das leider nicht so positiv ankommt, ist der strenge Geruch. Der Schuh kam im Karton und der nochmal in einem Paket-Karton. Kaum hatte ich das Paket geöffnet, roch es schon etwas seltsam. Als ich dann den eigentlichen Schuhkarton geöffnet habe, wusste ich, woher der Geruch kam – vom Schuh! Schwer zu beschreiben, wonach der Meraki 7 riecht… nach Herstellung von Gummi-Material, Fabrik, „neu“ – eine sehr strenge und leider etwas unangenehme Mischung. Beide Exemplare hatten diesen Geruch und erst nach 4 Wochen hat er endlich etwas nachgelassen. Im Auto schon für eine Fahrt länger als 30 Minuten sehr unangenehm, in der Garderobe breitet sich der Geruch auch aus und Lüften im Garten wollte ich wegen möglicher „Besucher“ nicht.
Preis/Leistung
Direkt bei 361° bekommt man den Meraki 7 für 150 €- dabei entfallen die Versandkosten. Frau kann aus drei verschiedenen Farben wählen, wobei eine sehr viel Weiß enthält, und das muss jede für sich entscheiden, wie sinnvoll das an einem Laufschuh ist…
Fazit
Der Meraki 7 ist ein leichter, angenehmer Laufschuh, der gut verarbeitet ist und die Läuferin gut unterstützt. Störend finde ich den leider über Wochen extrem intensiven Geruch, den man natürlich nur in geschlossenen Räumlichkeiten wahrnimmt. Ist man auf der Laufstrecke in der Natur oder Stadt unterwegs, merkt man nichts mehr davon. Abgesehen davon ist die Dämpfung gut, der Grip passend für das Einsatzgebiet und der Vortrieb auf harten Böden wirklich gut.
On top kommt noch der wunderbar weiche „Innenraum“, der einfach ein super angenehmes Tragegefühl hervorruft. Bin gespannt, wie lange die Sohle diesmal hält, die letzte (am Futura) habe ich in 2,5 Jahren komplett runtergelaufen, dass der Ballenbereich spiegelglatt wurde.