Die perfekte French Press für unterwegs.
VORTEILE
- Komplett aus Edelstahl
- Gute Isolierung
- Robust
- Einfacher Aufbau, einfach zu demontieren
- Leckerer Kaffee aus der Murnauer Kaffeerösterei
NACHTEILE
BEWERTUNG
Als Outside-Stories-Produktscout bekam ich die French Press Giorgio 1.0 von Campo Libre in der 1000 ml Version und der Farbe „Moss Green“ zum Testen zur Verfügung gestellt. Diese erhielt ich mit gemahlenem Kaffee der Murnauer Kaffeerösterei, den ich in Kombination testen durfte.

Mit 1000ml Fassungsvermögen ist die Giorgio 1.0 eine der größeren French Press Kaffeezubereitungsmöglichkeiten für unterwegs. Somit der perfekte Begleiter fürs Camping mit mehreren Personen. Durch ihren doppelwandigen Aufbau ist die French Press gleichzeitig auch Kaffeekanne und hält den Kaffee angenehm warm. Unter anderem durfte die Campo Libre Giorgio 1.0 in einem Campingtrip mit Freunden zeigen, was sie kann. Vorweg: Wir waren begeistert!

Geliefert wird die French Press im einfachen Pappkarton mit beiliegender Anleitung und einem Ersatzfiltersieb. Die Anleitung finde ich perfekt illustriert und gut beschrieben. Mir wäre der Brühprozess ohne diese Anleitung nicht bewusst gewesen und ich hätte wohl nach Gefühl einfach Wasser auf die gewohnte Äquivalentmenge Kaffeepulver zu einem Liter Filterkaffee gegossen, kurz ziehen lassen und mich gewundert, warum der Kaffee nicht schmeckt. ;)
Der Brühprozess wird folgendermaßen beschrieben:
- Mittelgrob bis grob gemahlenen Kaffee einfüllen. Empfohlen werden auf einen Liter 60 Gramm, für unseren Geschmack darf es etwas weniger sein, um die 50 Gramm schmeckten sehr gut.
- Das Kaffeepulver mit kochendem Wasser bedecken und für 30 Sekunden „bloomen“ lassen.
- Bis zur entsprechend gewünschten Markierung aufgießen.
- 4-5 Minuten geschlossen ziehen lassen.
- Stempel langsam herunterdrücken, dabei bestenfalls den Deckelverschluss auf die geschlossene Stellung drehen.

Das Ersatzsieb lässt sich mit wenigen Handgriffen anbringen, sollte das verbaute Sieb einmal defekt sein.
Um einen großen Verschleiß mache ich mir bei dieser French Press jedoch keine Sorgen. Klar, die Außenhaut könnte je nach Transport dellen bekommen, da die Kanne doppelwandig ist. Aber alles an dieser French Press besteht aus Edelstahl und ist wirklich hervorragend verarbeitet.
Die grüne Pulverbeschichtung wirkt nirgends, als könne sie abplatzen oder an den Rändern abspringen. Alles wirkt wie aus einem Guss gefertigt. Der untere Teil des Stempels ist verschraubt und lässt sich durch Abdrehen des untersten Tellers zerlegen. So ist auch ein Tausch des Filters möglich.
Nach einigen Durchgängen bietet es sich an, diesen für die Reinigung zu zerlegen, um wirklich alle Kaffeekrümel herauszubekommen. Dabei ist jedoch etwas Vorsicht geboten, der Filter ist durch den feinmaschigen Aufbau ggfs. am Rand etwas piksig. Die Kanne kann auch im Gesamten in die Spülmaschine, der Hersteller empfiehlt aber vorwiegend die Handwäsche. Dies ergibt sich unterwegs von selbst und zurück zu Hause darf sie dann eine gründliche Maschinenwäsche durchlaufen.



Bei der Wahl des Kaffees sollte man gut auf den Mahlgrad achten. Neben dem Kaffee der Murnauer Kaffeerösterei haben wir auch zwei andere Kaffeesorten getestet. Dabei stellte sich heraus, dass der Murnauer Kaffee mahlgradtechnisch genau in der Mitte lag. Das war sehr interessant, denn alle drei waren für French-Press-Zubereitung geeignet, laut Aufdruck.
Bei der Zubereitung mit dem Kaffee der Murnauer Kaffeerösterei blieb immer ein feiner, nicht stark auffälliger Kaffeesatz über, der durch den Filter huschen konnte. Eine der anderen Kaffeesorten, die ich namentlich gar nicht mehr benennen kann, hatte einen perfekten Mahlgrad, was auch im direkten Vergleich ersichtlich war, da dieser nochmals minimal gröber war und so komplett durch den Filter abgehalten wurde. Leider habe ich von diesem Unterschied kein Foto mehr gemacht, bevor der Kaffee aufgebraucht war. Hier muss man sich vermutlich durchtesten oder selbst mahlen. Der dritte Kaffee war einfach zu fein und hinterließ regelmäßig auffälligen Satz im Kaffee, was eher einem „Cowboykaffee“ nahekam.
Von der Murnauer Kaffeerösterei bekam ich die Outdoor-Edition „Bankerl Rast“ in Verbindung mit der French Press zugesendet. Die Bankerl Rast hat meiner Frau und mir sehr gut geschmeckt, da wir Fans von Kaffee mit weniger Säure sind. Das passte schon sehr gut. Die Intensität lässt sich gut über die Menge des Pulvers steuern. Uns reichte bereits etwas weniger Pulver, als von Campo Libre vorgegeben, um auf einen sehr ausgewogenen Geschmack zu kommen. Als entspannter Wachmacher am Morgen eines gemütlichen Campingtages passte er perfekt zum Campingerlebnis. Ich würde diesen Kaffee als ausgewogen und tendenziell mild beschreiben, mit einer feinen Süße.


Ist der Kaffee einmal zubereitet, lässt sich der Deckel verdrehen und somit etwas verschließen. Die Ausgussöffnung wird dabei durch einen Punkt auf der Deckeloberseite angezeigt. Etwas verschließen schreibe ich deswegen, weil der Deckel nicht dicht abschließt.
Das kann man sogar sehen. Ich würde die French Press auch nicht dafür verwenden, um heißen Kaffee zu transportieren. Das Verschließen des Deckels hilft aber gut dabei, dass sich der Kaffee länger warmhält, was sehr gut funktioniert. Über einen Zeitraum von ca. einer Stunde haben wir während des Frühstücks angenehm warmen Kaffee genießen können. Der Ausguss der Kanne ist hervorragend, dieser sorgt für einen schönen, gleichmäßigen Ausfluss ohne Tropfen.


Mit seinem Gewicht von 840 Gramm und einer Höhe von 22cm versteht es sich schon von selbst, dass das Zielpublikum keine Wanderer oder Extremsportler sind, bedenkt man dabei, dass man neben der Kanne auch noch mindestens einen Topf oder ähnliches für das Wasser und einen geeigneten Kocher benötigt. Hiermit wird eher der Camper oder Kaffeegenießer zu Hause angesprochen. Im Camp hat der Kaffee aus der Giorgio bei uns für den perfekten Start in den Tag gesorgt.

Natürlich können auch kleinere Mengen Kaffee in der Giorgio zubereitet werden, die Kaffeepulvermenge muss dann entsprechend angepasst werden. Wer generell mit einer kleineren French Press klarkommt, für den gibt’s die Giorgio auch in der Version 0.6 mit 600 ml Fassungsvermögen.
Wie auch bei der von mir getesteten Version stehen dabei sechs Farben zur Auswahl: Moss Green (Testmuster), Deep Grey, Neptune Blue, Misty Pink, Sandstone Beige und Matt Steel, was einfach unbeschichtet bedeutet. Wem auch noch 600ml zu groß sind, für den gibt es die 0.35-Version mit 350 ml Fassungsvermögen. Diese hat dann keinen Henkel und ist nur unbeschichtet verfügbar. Ich denke, diese Größe kann man sich auch mal gut zum Wandern einpacken.

Der ökologische Aspekt wird durch den Hersteller (völlig zu Recht) groß angepriesen. Man erhält ein Produkt, welches zu 100 % aus langlebigem Edelstahl, ohne Kunststoffteile besteht. 90 % des verarbeiteten Edelstahls sind sogar recycelt. Dieses Konzept wird auch bei der Verpackung fortgeführt. Hier kommen nur Karton und eine auf Recyclingpapier gedruckte Anleitung zur Verwendung. Lediglich ein kleines Silikatütchen als Feuchtigkeitsschlucker liegt als „Sondermüll“ bei. ;)
Fazit:
Mir und allen, die Kaffee aus der Campo Libre Giorgio French Press genießen durften, hat das Kännchen sehr gut gefallen. Es hat einen festen Platz in unserer Camperküche bekommen und wir freuen uns auf jeden Morgen, den wir mit diesem einfachen, aber tollen Gadget starten dürfen.