Der Weg des Tigers
VORTEILE
- hochwertiges Material
- super bequem zu tragen
- sehr geräumig
- hervorragende Dämpfung
- sitzt ordentlich am Fuß
- schönes Design
NACHTEILE
- etwas sehr gut belüftet für Winter
- mag dem ein oder anderen zu viel Dämpfung sein
BEWERTUNG

WAS BIETEN DIE ASICS GEL NIMBUS 23?
Der GEL-NIMBUS ist laut ASICS ein Langstreckenlaufschuh, der dank einer Reihe von ASICS-Leistungstechnologien maximale Dämpfung und Sprungkraft bietet. Mit dem GEL-NIMBUS 23 kam im Dezember 2020 die neueste Auflage dieses Schuhs auf den Markt. Wie auch seine Vorgänger bietet er hohen Komfort und eine weiche Dämpfung.



Short Fakts
- GEL-Technologie im Vorfußbereich und Rückfußbereich
- Obermaterial aus Mesh
- FLYTEFOAM Propel-Technologie in der Mittelsohle
- AHAR-Außensohle
- Formgepresste EVA-Einlegesohle
- Trusstic-Technologie für mehr Stabilität
- 3D Space Construction
- Reflektierende Akzente
- CARRIER GREY od. DIGITAL AQUA

Das Obermaterial aus weichem und sehr leichtem Mesh-Gewebe sorgt für Tragekomfort und Atmungsaktivität, es besteht zu 20% aus recycelten Fasern. Die Positionierung der Ösen für die Schnürsenkel ermöglicht es dem Obermaterial, sich an die natürliche Bewegung des Fußes anzupassen. Ein dehnbarer Einsatz im Mittelfußbereich sorgt für Flexibilität.


Laut ASICS wurde mit der Neuauflage für mehr Stabilität und somit für einen ausgeglicheneren Schritt gesorgt, was Langstreckenläufern eine bessere Unterstützung bieten soll. Die einzelnen Bestandteile sind zwar auf Komfort ausgelegt, dabei wurde aber auch drauf geachtet, dass haltgebende Eigenschaften nicht negativ beeinflusst werden.

Eine GEL-Dämpfungseinheit unterstützt die Kompression an der Ferse und sorgt für eine gute Stoßabsorption. Eine weitere GEL- Dämpfungseinheit im Vorfußbereich verringert zudem die Belastung. In der Mittelsohle sorgt die Flytefoa Propel-Technologie für ein energetischeres Laufgefühl. Zusätzlich reduziert die leichte AHAR-Außensohle den Verschleiß. Im Schuh wird eine hochwertige ORTHOLITE™ X-55 Einlegesohle verwendet.

Der Nimbus wird sowohl als Frauen-, als auch als Herrenmodell angeboten. Die Verwendung geschlechtsspezifischer Stützen unter den Zehen tragen zur Abfederung des Körpers bei. Auch im Fersenabfall unterscheiden sich die beiden Varianten: Frauen 13mm, Herren 10mm. Einen weiteren Unterschied gibt es im Trusstic-System (kleines Plastikstück unter der Sohle) welches den Schuh steifer macht und für Stabilität sorgt. Ebenso sind die Flexrillen an der Außensohle unterschiedlich gestaltet. Die Version der Damen ist zudem etwas weicher entworfen als die Version der Herren.
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Technologien (Quelle: ASICS)
Rearfoot and Forefoot Gel Cushioning System
Dieses GEL-Hochleistungssystem absorbiert die starken Stöße über den gesamten Fußbereich.
TRUSSTIC System
Dieses ultraleichte Technologieelement spannt sich über die Außensohle und sorgt für mehr Stabilität in der Abdruckphase, wenn Stabilität besonders wichtig ist.
Flytefoam
Integrierte organische Fasern sorgen dafür, dass die Mittelsohle beim Lauf die ursprüngliche Form annimmt. Maximale Dämpfung bei jedem Schritt. *+/- 10
Impact Guidance System
Das Impact Guidance System kombiniert technische Merkmale, die natürlichere Fußbewegungen ermöglichen.
OrthoLite
OrthoLite Sohlen bieten ein weiches Tragegefühl, Atmungsaktivität und eine optimale Feuchtigkeitsregulierung.

WIE MACHT SICH DER NIBUS im Einsatz?
Den neuen Gel-Nimbus 23 habe ich Anfang Dezember von OUTSIDEstories zum Testen bekommen. Ich konnte den Laufschuh bis zu dieser Bewertung gut sechs Wochen auf unterschiedlichstem Terrain und bei unterschiedlichster Witterung testen.

ASICS kenne ich schon sehr lange, es ist eine Marke an der man eigentlich gar nicht vorbeikommt, sofern man etwas Interesse für Sneakers und gute Sportschuhe hat. Mein erstes Paar Laufschuhe waren die Gel-Kayano 26, welche ich seit vielen Jahren verwende. Einen Laufschuh sollte man ja nach ca. 500km, spätestens aber nach 1000km aussortieren und ersetzten. Den Kayano habe ich immer noch. Der Schuh ist auch nach Jahren nicht klein zu kriegen und weißt nach wie vor keine Material-Problemchen auf. Ob er mittlerweile Einbußen bei der Dämpfung hat kann ich ehrlich gesagt nicht beurteilen, dazu müsste ich ihn mit einem Neuen vergleichen.
Neben dem Gel-Kayano 26 verwende ich den COLUMBIA Montrail Caldorado (Bewertung hier) oder meine geliebten Nike Free Run Natural, alternativ im Winter, wenn es dann doch mal glatt ist, die Icebug DTS4 BUGrip (Bewertung hier). Einziges Manko des Kayano ist für mich das Gewicht mit 352 g, der Nike wiegt lächerliche 253 g, man spürt eigentlich gar nicht, dass man überhaupt Gewicht am Fuß. Das ist mir beim Laufen am Liebsten. Ich bin gespannt, ob der Nibus 23 mich wieder Richtung ASICS tendieren lässt. Er wiegt in Größe 46 auch immer hin 360 g.

Auch ein paar Stoff-Sneakers, gekauft habe ich die glaub ich Ende der 90ger gehören immer noch zu meinen Lieblingstretern. Diese sind mittlerweile schon etwas durch, ich trage sie aber immer noch, da ich sie einfach nirgends mehr finden kann und ich die Schuhe einfach liebe :-).
Insofern wusste ich also in etwa, was ich von einem Schuh aus Kobe zu erwarten hatte. Das ASICS seine eigene Messlatte extrem weit oben platziert und Jahrzehnte an F&E in ihren Schuhen steckt ist kein Geheimnis. Meine Erwartungshaltung war folglich sehr hoch.



Der erste Kontakt war durchweg positiv. Die Schuhe wirken sehr ordentlich verarbeitet. Das Material ist weich und der Schuh fühlt sich sehr leicht an in der Hand. Das Design (CARRIER GREY) sieht toll aus und ist ASICS-typisch mit Tigerstripes gleich als Wertarbeit aus dem Land der aufgehenden Sonne zu erkennen.


Der erste Fußkontakt und die ersten Schritte im Haus fühlten sich an wie Wellness für die Füße, reinschlüpfen, sitzt, passt, hat Luft und ist einfach super weich. Die Zunge unter den Schnürsenkel ist erstaunlich dick für einen solchen Schuh und sie trägt deutlich zum Wohlfühlfaktor bei. Trotz seines Gewichts fühlt sich der Schuh angenehm leicht an. Die erste Anprobe hat also zunächst meine Erwartungshaltung mehr als bestätigt.


Meistens gehe ich auf Feldwegen laufen, Straße wirklich nur dann, wenn es wegen gefrorenen Traktorspuren auf Feldwegen einfach nicht möglich ist. Ich denke ihr wisst, was ich meine. Auf längeren Teerstrecken laufe ich mit Bandage am linken Knie, seit meiner Meniskus-OP spielt das Knie nach einer Runde auf dem harten unnachgiebigen Asphalt meistens beleidigt, ohne diese Stütze. Meine Standardroute verläuft in kleinen Teile aber auch auf Teer, somit habe ich jeden meiner Schuhe auch schon auf Teer gelaufen. Ich war beim ersten Lauf sehr positiv überrascht wie hervorragend die Dämpfung ist, was mich dann beim nächsten Mal direkt dazu verleitet hat eine komplette Runde auf Teer ohne Bandage zu versuchen. Was soll ich sagen meinem Knie hat das nichts ausgemacht, insofern funktioniert die Dämpfung bei mir so wie es vermutlich gedacht war. Dazu muss ich glaube ich auch noch erwähnen, dass ich mit 90kg schon im Grenzbereich für die Dämpfung liege. Irgendwie fühlt es sich fast an, als würde einen der Schuh beim Abstoß nach vorne katapultieren.


Die gute Durchlüftung des Schuhs ist in der warmen Jahreszeit sicher sehr gut. Im Winter, in welchem mein Testzeitraum lag, ist es bis die Füße so halbwegs auf Betriebstemperatur sind mit normalen Laufsocken einfach a***kalt im Zehenbereich. Also würde ich zu etwas wärmeren Socken tendieren.
Das größere Gewicht im vgl. zu den Free Run merke ich zwar schon, aber, wenn ich ehrlich bin liegen halt auch wirklich Welten zwischen beiden Schuhe was den Aufbau und die Auslegung auf den Laufsport betreffen.


Die letzten Tage hatte ich noch die Chance den Schuh auf Schnee und Eis zu testen. Auf Schnee ist das Laufen mit ihm noch relativ passabel und ok, auf Eis für mich eher unmöglich und gefährlich für Sehnen und Steißbein. Klar er ist dafür nicht gedacht und gemacht, aber probiert haben wollte ich es dann doch mal. Sobald Schnee und Eis vorhanden sind bleibt er also im Schrank und wird durch Icebugs ersetzt. Gleiches gilt für matschigen Untergrund.
WAS STECKT HINTER DER MAKRE ASICS?

Nach der bedingungslosen Kapitulation des japanischen Kaiserreichs am 2. September 1945 und dem Ende des 2. Weltkrieg im Pazifik lag Japan in Schutt und Asche. Der Schrecken des Krieges und der beiden Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki saß tief. Kihachiro Onitsuka war erschüttert über die depressive Stimmung seines Volkes. Er war davon überzeugt, dass Sport einen wesentlichen Beitrag zum Wiederaufbau der japanischen Gesellschaft leisten könnte. Der Weg des Tigers beginnt im Jahre 1949, als er, in Kobe, Japan, eine Sportschuh-Firma gründet, aus welcher ein Jahr später das Unternehmen Onitsuka Co. Ltd. hervorgeht, aus welcher im Laufe der Zeit einer der größten Sportartikelhersteller der Welt wurde. Ein Grund für diese Erfolgsgeschichte ist seine Ansicht, dass ein guter Sportschuh nur im Dialog mit dem Sportler entstehen kann. Gemäß des Kaizen, einer japanischen Lebens- und Arbeitsphilosophie entstanden so über die Jahrzehnte die innovativsten und funktionellsten Schuhe, welche maßgebliche Spuren in der Geschichte der Sportschuhentwicklung hinterlassen haben.
Zu Beginn der 1950ger Jahre versucht sich der Gründer auf Bitten des Cheftrainers des Kobe High-School Basketball-Teams an der Herstellung von Basketballschuhen, welche zunächst einer Sandale aus Stroh ähnelte. Die Spieler weigerten sich diese zu tragen. Eingelegtes Gemüse und Oktopus-Tentakeln sorgten für einen Geistesblitz. Er adaptierte er die Funktion der Saugnäpfe für die Sohlen seiner Basketball-Schuhe. Damit waren schnelle Stopps und Starts möglich. Der gute Ruf bei Trainern und Spielern erwies sich als entscheidend für Onitsukas Erfolg, ihre Begeisterung überzeugte auch Händler, eine bis dahin noch unbekannte Marke in ihr Sortiment aufzunehmen.

Es folgten Laufschuhe, welche in Zusammenarbeit mit dem Marathonläufer Tooru Terasawa entstanden. Ein innovatives Schuhkonzept, zu Reduktion von Blasenbildung entstand. Terasawa probierte die Schuhe aus und absolvierte die Marathonstrecke zum ersten Mal ohne Blasen. 1956 waren die Schuhe bereits so populär, dass ein Modell als offizieller Olympiaschuh auserwählt und von zahlreichen Athleten in Melbourne getragen wurde.

Anfang der 60er wurden die Schuhe als Konsequenz auf die lauter werdende Kritik bezüglich möglicher Verwechslungen mit anderen Marken oder gar Fake-Produkten mit den Tigerstripes, welche Dynamik und Eleganz eines Tigers widerspiegeln sollen, versehen. Noch heute erkennt man die Schuhe daran bereits auf den ersten Blick. Diese haben aber nicht nur eine optische, sondern auch eine praktische Funktion, da sie die Passform optimieren und mehr Stabilität bieten. Verwechslungen waren nun ausgeschlossen und der Siegeszug der Tigerstripes begann mit den Olympischen Spiele in Mexico 1968.

In den 70ern Jahre erkannte man die Notwendigkeit nicht nur Schuhe, sondern auch Bekleidung für Nationalteams anbieten zu können. So schlossen sich GTO, Jelenk und Onitsuka zu einem Unternehmen zusammen. Anima Sana In Corpore Sano (ASICS) was so viel bedeutet wie „in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist“ wurde geboren. Bis heute folgt eine bahnbrechende, technologische Entwicklung der anderen. Die erfolgreichste und bekannteste: Das Gel-Dämpfungssystem. Heute ist ASICS ein Weltkonzern und auf allen Kontinenten bekannt.
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FAZIT?

Der neue Nimbus 23 ist ein wirklich toller Laufschuh für Spaß/Freizeit-Läufer ohne Ambitionen auf Wettbewerbsniveau zu laufen. Ich bin weder Profi noch extrem passioniert Hobbyläufer und meinen Bedürfnissen wird der Schuh mehr als gerecht. Einzig die frostigen Zehen im Wintern sind etwas negativ in meinen Augen. Ich schnür dann mal meine Nimbus und lauf unterm 5*-Himmel der aufgehenden Sonne entgegen, #wirsehenunsdraussen…
