Eine Daunenjacke ohne Daune? Das geht - und isoliert erstaunlich gut! Zusätzliche Eigenschaften wie Winddichte und Nässeschutz sind aber leider nicht so herausragend.
VORTEILE
- pflegeleicht
- Isolationsfunktion
- leichter Nässeschutz
- leichter Windschutz
- lange Ärmel
- Kapuze
NACHTEILE
- hält nicht dauerhaft Regen aus
- stärkerer Wind von vorn geht durch
- Fusselt sich schnell leicht auf unterm Tragegurt einer Umhängetasche
- bei engem Abschluss unten rutscht die Jacke beim Gehen hoch
BEWERTUNG
Passform:
Bei einer Körpergröße von 171cm und 55kg Gewicht habe ich meist XS als Kleidergröße - auch bei Jacken. So auch bei dieser Isolier-Jacke mit Kapuze. Trotz ihres körpernahen Schnittes ist noch genug Platz für einen dickeren Kapuzen-Pulli. Auch am Hals ist der Kragen noch weit genug, dass ein Tuch oder ein Schal ohne Drücken oder Enge-Gefühl getragen werden kann. Gleichzeitig ist der Kragen nicht so weit, dass der Wind unangenehm reinpfeifen könnte.
Ein feststellbarer Gummizug lässt die Jacke unten noch enger abschließen und damit noch weniger Wind durch. Allerdings ist bei mir dann immer die Jacke beim Gehen nach oben gerutscht. Das ist zwar nicht so schlimm, was die Wärmefunktion betrifft, aber ich habe mich dann immer wie ein Michelin-Männchen gefühlt und das mag ich gar nicht ;) Daher habe ich die Jacke unten immer so weit gelassen, dass sie nicht nach oben gerutscht ist. Sooo weit ist das auch gar nicht.
Die Ärmel sind angenehm lang, so dass man seine Finger auch einmal in die Ärmel ziehen kann, wenn es zu kalt wird, aber die Handschuhe nicht dabei hat.
Features:
Marmot hat 2 Jahre Entwicklung in eine synthetische Daune gesteckt, die genauso funktionieren soll, wie das Original aus der Natur. Tatsächlich ist die Isolationswirkung der Featherless Hoody-Jacke recht gut - ähnlich einer dünnen Daunenjacke. Der Unterschied wird im Stehen deutlich: während mich die Daunenjacke schon nach kurzer Zeit durch meine Körperwärme quasi "zurück" wärmt, braucht es bei der Kunstfaser doch erst die Erwärmung durch Bewegung - wenn ich mich so aufgewärmt habe, dann trat auch die Isolationswirkung ein. Beim bloßen Rumstehen allein wurde mir regelmäßig zu kalt.
Wie von Marmot angepriesen, hält die Jacke auch bei Nässe die Wärme sehr gut. Dafür ist der eigentliche Nässeschutz der Jacke etwas mau - hier hatte ich deutlich mehr erwartet. Bei meiner dünnen Daunenjacke weist der Hersteller schon darauf hin, dass sie kein Nässeschutz ist, daher trage ich sie schon gar nicht erst bei Regen. Meine richtig dicke Winter-Daunenjacke dagegen ist tatsächlich auch noch wasserdicht (trotz echter Daune!) und im Vergleich hätte ich von einer Kunstfaser-Jacke, bei der der Hersteller damit wirbt, es gäbe kein schlechtes Wetter doch mit mehr als nur einer Dreiviertelstunde Nässeschutz gerechnet. Nach ca. 45 Minuten flottem Spaziergang mit Hund ist leider vorn am Reißverschluss im Hals/Brustbereich und auch am Rücken zwischen den Schulterblättern die Nässe durchgekommen. Durch die Bewegung und die Isolationswirkung war Kälte kein Problem, aber trocken wäre ich doch gern geblieben.
Auch bei ordentlich Wind von vorn ist die Featherless Hoody nicht wirklich winddicht. Die erwähnte dünne Daunenjacke hat bei gleichen Wetterverhältnissen deutlich besseren Schutz vor Wind geboten.
Preis/Leistung:
Der günstigste Preis für die Womens Featherless Hoody im Netz waren ca. 180€, die meisten Angebote lagen dann eher bei knapp 200€. Die oben angesprochene dünne Daunenjacke habe ich als Schnäppchen erstanden, gibt es aktuell (in neuerer Version) für 200-350€ im Netz. Wer nicht so viel ausgeben, aber dennoch eine pflegeleichte Isolationsjacke (als Mittelschicht) erstehen möchte, der ist mit der Featherless Hoody gut beraten.
Fazit:
Für eine Kunstfaser, die mindestens genauso gut sein soll, wie echte Daune, finde ich die Jacke nicht überzeugend. Wenn ich allerdings bedenke, dass die Jacke für den Sport gemacht ist, tut sie genau, was sie soll: sie hält die Wärme am Körper - und ist etwas pflegeleichter als Daune. Als mittlere Isolationsschicht ist der Nässeschutz eigentlich als Bonus anzusehen, und nicht als selbstverständlich anzunehmen, daher ist es auch nicht soo schlimm, dass dieser nicht so lange hält. Schade finde ich gerade bei einer Outdoor-Marke - da sollte man gewohnt sein, mit Taschen/Rucksäcken auf den Jacken unterwegs zu sein - dass sich nach knapp 3 Wochen nahezu täglichen Tragens einer Umhängetasche quer über der Brust das Material schon zu verfusseln und aufzuschubbern begann. Dafür gibt es ein Zelt Abzug, für die leider nicht überzeugende Winddichte ebenfalls und damit sind wir bei guten 3 Zelten.