Wanderführer für Tagestouren und Höhenwege im Aostatal
VORTEILE
- GPS-Tracks zum Runterladen
- Genaue Kartenausschnitte
- Übersichtsseite mit Schwierigkeiten und Zeitaufwand
- Übersichtskarte für Tourensuche in der Umgebung
- Praktisches Format
NACHTEILE
- Touren mit Startpunkt an Hütte als Tagestour markiert
- Viele Höhenwege
BEWERTUNG
Im Internet gibt es mittlerweile auch sehr viele Informationen über Touren und oft suche ich auch dort nach guten Touren, trotzdem verwende ich die "Papierführer" immer noch sehr gerne. Man bekommt schon eine sehr gute Vorauswahl und muss selbst nicht mehr so viel Recherche betreiben, gerade wenn es in den Urlaub geht und man noch nicht so viel Ahnung von der Gegend und den Bergen hat.
Leider ist mir mit diesem Füher beim Transport ein Missgeschick passiert, und durch die Autofahrt über Pässe ist meine sonst dichte Box aufgegangen und ausgelaufen, deshalb ist der Umschlag und die ersten Seiten des Führers etwas in Mitleidenschaft gezogen worden. Sie sind aber schnell abgetrocknet und man kann sie immer noch lesen, was ich auch sehr positiv finde.

Meine Reise in die französische und italienische Mont Blanc Region war am Ende dank guter Bedingungen hautptsächlich von Hochtouren geprägt, die ein oder andere Wanderung (oder Zustieg) war dann aber doch dabei.
Inhalt
Der Aostatal Wanderführer deckt das gesamte Aostatal ab, insgesamt enthält er 50 Touren. Aufgeteilt ist der Wanderführer in die Regionen "Südseite der Walliser Alpen", "Italienischer Teil der Mont Blanc Gruppe", "Rutor Gruppe", "Nördliche Paradiso-Gruppe", und die Wandertouren Alta Via 1, Alta Via 2, Matterhorn, Monte Rosa und Großer Walserweg.
Nach einer Übersichtsseite, auf die ich später näher eingehen möchte, beinhaltet der Führer einige touristische Hinweise. Dazu gehören Hinweise zu Anfoderungen, Gefahren, Ausrüstung, Gehzeiten, Einkehr und Unterkunft, Anfahrt, etc . Außerdem werden die "Top-Touren", die Highlights der Wanderungen, vorgestellt. Man findet auch noch allgemeine Hinweise zum Wandern zwischen 300 und 4807m Höhe: Vegetation und Tierwelt, Infos zu Nationalparks, Naturschutzgebieten, Ökologie, Höhenwegen, Bergrettung, Ferienzeit, Literatur, und wichtige Begriffe in Italienisch und Französisch.


Übersichtsseite

Neben der Nummer der Tour, ihrem Namen, der Schwierigkeitseinordnung ist noch die Dauer der Tour in der Übersicht vermerkt. Bei den meisten Touren steht auch noch die maximale Höhe dabei. Außerdem sind die Top-Touren markiert. Ich finde es schade, dass hier nicht noch mehr Informationen, die in der genaueren Beschreibung auch vorkommen, erwähnt werden. Beispielsweise die Höhenmeter hoch und runter, ob Touren gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind, usw.
Solche Informationen finde ich hilfreich, wenn ich mir überlege, welche Tour ich mir genauer anschaue. Es wäre auch schön, wenn die maximale Höhe bei allen Touren angegeben wäre, bei den meisten ist sie das schon (den Gipfeltouren, das sind auch einige, wieso aber nicht gleich bei allen?).
So hätte man noch mehr Infos, um die Touren zu vergleichen, gleich auf einen Blick. Außerdem wäre es sehr hilfreich, wenn hier schon vermerkt wäre, bei welchen Touren man noch mehr Anfahrtshinweise beachten muss als nur mit dem Auto zum Parkplatz zu fahren, so kann man das bei der Planung gleich berücksichtigen (beispielsweise, wenn eine Tour bei einer Hütte startet).


Auf der Umschlagrückseite sind zusätzlich noch die Ausgangspunkte der Wanderungen auf einer Übersichtskarte markiert, die eher grob ist und im Führer gibt es noch eine etwas genauere Karte mit den selben Infos. Außerdem ist notiert, welcher Rother Wanderführer die angrenzenden Gebiete abdeckt.
Die Nummerierung kommt mir in diesem Führer etwas durcheinander vor. Normalerweise waren Touren, die in der Nähe voneinander sind, auch mit einer ähnlichen Zahl beziffert. Durch die Höhenwege in diesem Führer und die Etappen davon, ist die Nummerierung etwas wild. Es würde ggf. helfen, wenn Abschnitte von Höhenwegen gesondert markiert sind, da sie sich nicht als Tagestour eigenen und man so bei der Recherche sie gleich ausschließen könnte.
Am Beginn von jedem Abschnitt/Unterteilung der Regionen befinden sich nochmals einige Seiten mit wissenswerten Infos zu dieser Region.
Tourenbeschreibungen
Die Informationen, die ich in der Übersicht vermisst habe, sind aber auf jeden Fall in der Tourenbeschreibung enthalten. In der Titelzeile sieht man gleich an Symbolen, ob die Tour gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist, ob sie familiengeeignet ist und ob es Einkehrmöglichkeiten gibt. Zu Beginn jeder Tourenbeschreibung wird die Tour mit einer kurzen Überschrift vorgestellt.
Es folgt dann ein kurzer Abschnitt, der die Tour etwas genauer beschreibt. Enthalten sind hier beispielsweise Hinweise zum Ausblick (welche Berge und Gletscher man sehen kann), welche Tiere man sehen kann, wenn man Glück hat, usw. wie in allen Rother Führern üblich. Bei Reisen finde ich das super, da man so noch mehr über die Gegend erfährt.

Der nächste Abschnitt fasst einige wichtige Informationen zusammen:
- Ausgangspunkt: Beschreibung von Parkmöglichkeiten oder Buslinien
- Endpunkt: Falls die Tour wo anders endet als sie beginnt
- Höhenunterschied
- Anforderungen: Beschreibung, wie schwierig der Weg ist und Gefahren
- Einkehrmöglichkeiten
- Varianten
- Unterkünfte
- evtl. Hinweise oder Tipps
Bei jeder Tour findet sich außerdem eine abgedruckte Karte, in der die Tour eingezeichnet ist. Das finde ich zur Orientierung und Einschätzung der Tour sehr hilfreich. Meistens sind auch noch ein paar Fotos von der Tour mit dabei, um Lust auf die Touren machen. Ein Höhenprofil hilft außerdem, die Tour noch besser einzuschätzen. Eine ausführliche Beschreibung des Wegs mit Abzweigungen und Wegpunkten kommt dann noch in Textform dazu.


GPS-Tracks
Über einen Code im Führer kann man sich die GPS-Tracks für alle Touren aus dem Führer herunterladen, das finde ich sehr cool. Gerade, weil man so auch die Startpunkte der Tracks verwenden kann, um gleich den Startpunkt ins Navi zu übertragen. Und unterwegs kann man sich sehr gut damit orientieren. Die Beschreibung zu lesen schadet aber natürlich trotzdem nie.
Um an die Tracks zu kommen, muss man auf die Internetseite des Verlags gehen, im Menü findet sich gleich ein Link zum Portal. Dort wählt man dann die Auflage des Führers aus und sucht sich aus der Liste den richtigen Führer aus. Nachdem die Liste sehr lang ist, kann man auch die Suche benutzen, die wirklich ziemlich schnell ist.
Dann erhält man eine Seite, die die gpx-Dateien für jede einzelne Tour oder auch alle zusammen in einer zip-Datei zum Download anbietet. Ich finde die Seite etwas unübersichtlich, und besonders unübersichtlich am Handy. Wenn man die zip-Datei möchte, muss man das Passwort in das "Bitte zum Download richtiges Passwort eingeben"-Feld eintragen und auf Download klicken (hier stand zwar nirgendwo was von der zip-Datei, aber man bekommt sie dann).
Wenn man nur eine einzelne Datei möchte, gibt man das Passwort unter einem Dateisymbol ein. DAs ist sehr nervig, wenn man am Handy nur die wenigen Tracks runterladen möchte für die Touren, die man wirklich geht. Diese Art finde ich wirklich sehr unintuitiv, hier könnte man definitiv noch etwas verbessern. Neben den ganzen gpx-Tracks erhält man außerdem noch eine pdf-Datei, in der die genauen GPS-Koordinaten der Ausgangspunkte der Touren enthalten sind, wenn man die zip-Datei runterlädt.
In der zip-Datei bekommt man noch ein Hinweisblatt mitgeliefert, das einerseits die Haftung ausschließt, das aber auch kostenlose Programme zum Öffnen vorschlägt. Die Dateien sind auf jeden Fall so benannt, dass man die Richtige leicht findet.
Ich habe die GPS-Tracks mit der Alpenvereinsapp genutzt. Die Tracks waren für mich sehr hilfreich zur Orientierung, zusammen mit offline-Karten, da man nicht immer Empfang hat.
In Verwendung
Bei diesem Führer ist mir aufgefallen, dass es hauptsächlich sehr lange Touren gibt. 30 Touren sind Tagestouren, die restlichen 20 gehören zu Höhenwegen, die deshalb meistens nicht als Tagestour geeignet sind. Von diesen 30 Touren sind nur 10 weniger als 6h lang und 10 Touren sind sogar 7,5 Stunden oder länger, bis zu 11,5 Stunden geht es hier hoch. Etwas gemütliches findet man also eher schwer. Zu erwähnen ist auch noch, dass zwischen den Seitentälern die Fahrzeiten ziemlich hoch sein können.
Etwas gestört hat mich die Beschreibung einer Top-Tour, der Tour zum Petit Mont Blanc. Die Beschreibung startet hier bei einer Alpe, auf der man übernachten kann. Die Tour ist aber als Tagestour ausgeschrieben, also sind wir davon ausgegangen, dass man dort parken kann - was nicht der Fall war. Im Text steht das auch nicht eindeutig drin, beim Ausgangspunkt steht "Straße von Courmayeur, Fußweg siehe Tour 38".
Dass man auf der Straße nur zu Fuß gehen darf, hätten wir nicht erwartet. Auch bei Tour 38 ist nicht eindeutig beschrieben, wo der näheste Parkplatz ist. Solche Ungenauigkeiten bin ich von den Rother Führern (und hier haben wir sogar eine Auflage von 2025). Mit dem Parkplatz, auf dem wir parken mussten, hat die Tour nicht die angegebenen 1580 Höhenmeter, sondern 1890 und auch einige Kilometer mehr zu gehen, und die Zeitangabe stimmt dann natürlich auch nicht mehr. Dass das bei einer Top-Tour nicht ordentlich beschrieben ist, finde ich schade.
Auch bei einigen anderen Tagestouren in diesem Führer ist der Ausgangspunkt eine Hütte, was sie damit dann eigentlich zu einer Mehrtagestour macht. Ich finde, das sollte dann auch so angegeben sein. Bei den meisten Touren ist es offensichtlich durch Karte oder Text, bei dieser Tour war es das für mich aber definitiv nicht.
Unternehmen
Den Bergverlag Rother gibt es bereits seit 1920 und ist damit einer der ältesten alpinen Verlage. Rother gibt hauptsächlich Wanderführer und andere Bergliteratur heraus, und zwar nicht nur für die Alpen, sondern auch für viele Urlaubsorte. Markenzeichen ist das relativ kleine Format, das in die Hosentasche passen soll. Ich finde es super, da man den Führer so wirklich gut mitnehmen kann und nicht immer ein riesen Buch mitschleppen muss. Rother hat seinen Sitz in Oberhaching bei München.
Fazit
Wie eigentlich immer fand ich den Rother Wanderführer Aostatal sehr hilfreich für einen Urlaub. Er hat mir schöne Touren gezeigt, die ich ohne ihn vermutlich nicht gefunden hätte. Die Tourenauswahl (viele Höhenwege, viele Touren die sehr lang sind, viele "Tages"-Touren, die bei einer Hütte starten) hat zu mir in diesem Führer nicht optimal gepasst und auch die missverständliche Beschreibung haben mich dieses Mal gestört.