Handlicher Wanderführer mit vielen Touren für den Urlaub
VORTEILE
- GPS-Tracks zum Runterladen
- Genaue Kartenausschnitte
- Übersichtsseite mit Schwierigkeiten und Zeitaufwand
- Praktisches Format
- Übersichtskarte für Tourensuche in der Umgebung
NACHTEILE
- Manche Tages-Küstenwanderungen fehlen
BEWERTUNG
Im Internet gibt es mittlerweile auch sehr viele Informationen über Touren und oft suche ich auch dort nach guten Touren, trotzdem verwende ich die "Papierführer" immer noch sehr gerne. Man bekommt schon eine sehr gute Vorauswahl und muss selbst nicht mehr so viel Recherche betreiben, gerade wenn es in den Urlaub geht und man noch nicht so viel Ahnung von der Gegend hat. Auf meiner Reise an die Algarve habe ich vor allem die Küstenregionen erkundet, einerseits vom Wasser aus, aber auch zu Fuß.
Inhalt
Der Algarve Wanderführer deckt die gesamte Algarve ab, insgesamt enthält er 53 Touren. Aufgeteilt ist der Wanderführer in die Regionen West- und Südwestküste, Serra de Monchique, Barrocal, Südküste, Serra do Caldeirao, Nördliche Hochebene und Flusstal des Guadiana.
Nach einer Übersichtsseite, auf die ich später näher eingehen möchte, beinhaltet der Führer einige touristische Hinweise. Dazu gehören Hinweise zu Anforderungen, Ausrüstung, Gehzeiten, Weitwanderwege, Anfahrt, etc. Außerdem werden die "Top-Touren", die Highlights der Wanderungen, vorgestellt. Man findet auch noch allgemeine touristische Hinweise zu Unterkünften, Notrufen, Gesundheit, Verkehrsmittel, Feiertagen, Landschaft, Klima, Flora, Fauna, Geschichte, Kultur, etc. Eine Klimatabelle hilft auch, die optimale Reisezeit zu finden. Auch die Regionen, in die der Führer unterteilt ist, werden vorgestellt.
Übersichtsseite
Neben der Nummer der Tour, ihrem Namen, der Schwierigkeitseinordnung ist noch die Dauer der Tour in der Übersicht vermerkt. Zudem sind die Top-Touren markiert. Ich finde es schade, dass hier nicht noch mehr Informationen, die in der genaueren Beschreibung auch vorkommen, erwähnt werden. Beispielsweise die Höhenmeter hoch und runter, ob Touren gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind, usw.
Auf der Umschlagrückseite sind zusätzlich noch die Ausgangspunkte der Wanderungen auf einer Übersichtskarte markiert, die eher grob ist und im Führer gibt es noch eine etwas genauere Karte mit denselben Informationen. Das ist praktisch, um sich örtlich zu orientieren und zu sehen, was in der Nähe ist.
Tourenbeschreibungen
Die Informationen, die ich in der Übersicht vermisst habe, sind aber auf jeden Fall in der Tourenbeschreibung enthalten. In der Titelzeile sieht man gleich an Symbolen, ob die Tour gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist, ob sie familiengeeignet ist und ob es Einkehrmöglichkeiten gibt.
Zu Beginn jeder Tourenbeschreibung wird die Tour mit einer kurzen Überschrift vorgestellt. Es folgt dann ein kurzer Abschnitt, der die Tour etwas genauer beschreibt. Enthalten sind hier beispielsweise Hinweise zu Stränden, dem Ausblick, welche Tiere man sehen kann, wenn man Glück hat, usw. wie in allen Rother-Führern üblich. Bei Reisen finde ich das super, da man so noch mehr über die Gegend erfährt. Außerdem weiß man gleich, ob es sich lohnt, die Badesachen mit einzustecken.
Der nächste Abschnitt fasst einige wichtige Informationen zusammen:
- Ausgangspunkt: Beschreibung von Parkmöglichkeiten oder Buslinien
- Endpunkt: Falls die Tour woanders endet als sie beginnt
- Höhenunterschied
- Anforderungen: Beschreibung, wie schwierig der Weg ist und Gefahren
- Einkehrmöglichkeiten
- ÖPNV
- Markierungen
- Unterkünfte (bei Mehrtageswanderungen)
- evtl. Hinweise oder Tipps
Bei jeder Tour findet sich zudem eine abgedruckte Karte, in der die Tour eingezeichnet ist. Das finde ich zur Orientierung und Einschätzung der Tour sehr hilfreich. Meistens sind auch noch ein paar Fotos von der Tour mit dabei, um Lust auf die Touren machen. Ein Höhenprofil ist auch abgedruckt, bei den meisten Touren ist der Höhenunterschied aber relativ gering, vor allem bei den Küstenwanderungen.
Bei den Wanderungen im Hinterland können auch mal Höhenmeter dabei sein, in diesem Führer aber bei allen Touren relativ wenig. Ich hatte meine Wanderstöcke im Gepäck, sie dann aber nicht benutzt. Eine ausführliche Beschreibung des Wegs mit Abzweigungen und Wegpunkten kommt dann noch in Textform dazu.
GPS-Tracks
Über einen Code im Führer kann man sich die GPS-Tracks für alle Touren aus dem Führer herunterladen, das finde ich sehr cool. Gerade, weil man so auch die Startpunkte der Tracks verwenden kann, um gleich den Startpunkt ins Navi zu übertragen. Und unterwegs kann man sich sehr gut damit orientieren. Die Beschreibung zu lesen, schadet aber natürlich trotzdem nie.
Um an die Tracks zu kommen, muss man auf die Internetseite des Verlags gehen, im Menü findet sich gleich ein Link zum Portal. Dort wählt man dann die Auflage des Führers aus und sucht sich aus der Liste den richtigen Führer aus. Nachdem die Liste sehr lang ist, kann man auch die Suche benutzen, die wirklich ziemlich schnell ist.
Außerdem gibt es im Führer alternativ einen QR-Code, den man scannen kann, wenn man direkt aufs Handy runterladen möchte. Man erhält dann eine Seite, die die GPX-Dateien für jede einzelne Tour oder auch alle zusammen in einer zip-Datei zum Download anbietet.
Ich finde die Seite etwas unübersichtlich, und besonders unübersichtlich am Handy. Wenn man die zip-Datei möchte, muss man das Passwort in das "Bitte zum Download richtiges Passwort eingeben"-Feld eintragen und auf Download klicken (hier stand zwar nirgendwo was von der zip-Datei, aber man bekommt sie dann).
Wenn man nur eine einzelne Datei möchte, gibt man das Passwort unter einem Dateisymbol ein. Das ist sehr nervig, wenn man am Handy nur die wenigen Tracks runterladen möchte für die Touren, die man wirklich geht. Diese Art finde ich wirklich sehr unintuitiv, hier könnte man noch etwas verbessern. Neben den ganzen GPX-Tracks erhält man außerdem noch eine pdf-Datei, in der die genauen GPS-Koordinaten der Ausgangspunkte der Touren enthalten sind, wenn man die zip-Datei runterlädt.
In der zip-Datei bekommt man noch ein Hinweisblatt mitgeliefert, das einerseits die Haftung ausschließt, das aber auch kostenlose Programme zum Öffnen vorschlägt. Die Dateien sind auf jeden Fall so benannt, dass man die Richtige leicht findet.
Ich habe die GPS-Tracks mit der Alpenvereinsapp genutzt. Die Tracks waren für mich sehr hilfreich zur Orientierung, zusammen mit offline-Karten, da man nicht immer Empfang hat.
In Verwendung
Ich war vor allem interessiert an der Küste der Algarve, da ich das Meer sehr gerne mag und es wunderschön finde, mit Blick aufs Meer zu wandern. Im Führer sind einige Küstenwanderungen enthalten, aber im Verhältnis zur Gesamtzahl der Touren dann doch gar nicht so viele (12 von 53).
Bei einigen davon sind sie dann auch so beschrieben, dass man für eine Rundtour länger auch auf Straßen laufen muss. Darauf hatte ich nicht so viel Lust, also bin ich dann auch mal denselben Küstenabschnitt lieber wieder zurückgelaufen, das kann aber jeder individuell entscheiden.
Schade fand ich, dass manche wirklich schöne Abschnitte im Rahmen einer Mehrtageswanderung beschrieben sind, nicht aber als Tagestour. Man kann sich die Stücke natürlich selbst heraussuchen, aber es wäre auch sehr hilfreich gewesen, die besten Abschnitte auch noch als Tagestour hinzuzufügen.
Unternehmen
Den Bergverlag Rother gibt es bereits seit 1920 und ist damit einer der ältesten alpinen Verlage. Rother gibt hauptsächlich Wanderführer und andere Bergliteratur heraus, und zwar eben nicht nur für die Alpen, sondern auch für viele Urlaubsorte. Markenzeichen ist das relativ kleine Format, das in die Hosentasche passen soll. Ich finde es super, da man den Führer so wirklich gut mitnehmen kann und nicht immer ein riesiges Buch mitschleppen muss. Rother hat seinen Sitz in Oberhaching bei München.
Fazit
Wie eigentlich immer fand ich den Rother Wanderführer Algarve sehr hilfreich für meinen Urlaub. Er hat mir schöne Touren gezeigt. Die Tourenauswahl hätte für mich persönlich noch besser sein können, da ich mehr an Küstenwanderungen interessiert war als am Hinterland.