Meisterwerk der Alpingeschichte von Hermann Buhl persönlich
VORTEILE
- Sehr detaillierte Ausführung der einzelnen Touren
- Tiefer Einblick in die Gefühlslage der Bergesteiger
- Abdruck der Tagebücher von Hermann Buhl
- Verschiedene Perspektiven durch verschiedene Berichterstatter
NACHTEILE
- Für den ein oder anderen ggf. etwas zu detaillierte Beschreibungen
BEWERTUNG
Aufbau des Testberichts
1. Buch-Informationen
2. Klappentext
3. Zusammenfassung
4. Fazit
5. Bilder
1. Buch-Informationen
Titel: Achttausend drüber und drunter
Untertitel: Mit den Tagebüchern von Nanga Parbat, Broad Peak und Chogolisa
Autor/en: Hermann Buhl, Vorwort von Hans Kammerlander
Verlag: Piper
Erscheinungsjahr: 2007
Auflage: 8. Edition
Art des Buches: Amazon Kindle, auch als Taschenbuch oder Gebundenes Buch verfügbar
ISBN: 978-3492249799
Preis: Kindle 13.99€, Taschenbuch 14,00€, Gebundenes Buch 79,99€
2. Klappentext
Er war ein Star des Sports, noch vor den Fußballhelden von Bern: der einzigartige Hermann Buhl. 1953 bezwang er den 8125 Meter hohen Gipfel des Nanga Parbat im Alleingang, 1957 zählte er zu den vier Erstbesteigern des Broad Peak. Im Rahmen der Neuausgabe seines Buches werden seine Tagebücher von beiden Expeditionen erstmals vollständig veröffentlicht – eine Sensation in der Bergliteratur.
3. Inhaltliche Zusammenfassung
Zu Beginn handelt das Buch von der Kindheit und Jugend Buhl's - wie er in jungen Jahren die Berge rund um Innsbruck und damit das große Ziel einst ein großer Alpinist zu werden, für sich entdeckt. Buhl berichtet dabei, wie im ganzen Werk, stets aus seiner eigenen Sicht. Mit zunehmender Erfahrung kann Buhl neben den Touren im Karwendel auch bald von der Erkundung der Dolomiten durch ihn und seine wechselnden Bergkameraden berichten. Von dort treibt es ihn zu den großen Wänden der Westalpen, welche schließlich nur die Vorbereitung für sein größtes Abenteuer, die Erstbesteigung des großen Achttausenders Nanga Parbat im Himalaya sind.
Neben den Berichten Buhl's enthält das Buch auch die Abdrucke seiner Tagebücher von Nanga Parbat, Broad Peak und Chogolisa. Durch weitere Ausführungen von Diemberger zu den Erlebnissen am Broad Peak und dem Scheiden Buhl's an der Chogolisa zeigt das Buch die Geschehnisse aus einer zweiten Perspektive.
4. Fazit
Die Ausführungen Buhl's bringen seine Faszination von den Bergen und seinen unbedingten Willen, ein großer Alpinist zu werden, lebhaft zum Ausdruck. So begeistern die Beschreibungen zur Durchführung der Touren mit einfachsten, damals sehr begrenzten Mitteln unter geringstem finanziellem Einsatz. Die einzelnen Touren werden in detailverliebter Prosa von Anfang bis Ende wiedergegeben. Kletterer können die vielen Details mit Sicherheit besser nachvollziehen als durchschnittliche Wanderer.
Entgegen dem Titel handelt ca. die Hälfte des Buches allerdings nicht von den großen Achttausendern, sondern den Abenteuern in den Alpen.
Das Buch gibt tiefe Einblicke in:
- Das Konfliktpotential auf großen Expeditionen, z.B. durch Fragen wie: Wer hat das Sagen? Wer übernimmt welche Arbeiten? Wer ist der bessere Bergsteiger?
- Die Gefühlslage der Bergsteiger - hoch positiv wie auch tief negativ und von Ängsten geplagt
- Das damalige Durchhaltevermögen, die enorme Willenskraft und die unglaubliche Fitness Hermann Buhl's (vor allem in den Tagebüchern genau beschrieben)
- Die Bedeutung Buhl's für die alpin-historische Entwicklung (laut Messner "die Verpflanzung des Westalpen-Stils in den Himalaya")
- Die dunklen Momente am Berg - wenn einer stirbt und einer überlebt
- Die Wichtigkeit der Kameradschaft am Berg und wie diese auch durch Erfolgswille und Gipfelsucht zerstört werden kann
Detaillierte - für den ein oder anderen vielleicht etwas zu detaillierte - Tourenberichte einer alpinen Legende, die einem die Begeisterung und die Art des Alpinismus der damaligen Zeit nahebringen und gleichzeitig zum tiefen Berg-philosophischen Nachdenken anregen. Ein Muss für alle Kletter- und Hochtourenbegeisterten sowie Fans der alpinen Geschichte!
5. Bilder