Anschmiegsamer Trailrunning-Rucksack
VORTEILE
- trägt sich sehr bequem (Westen-ähnlich)
- gut anpassbar
- viele gut erreichbare Staufächer
- sehr leicht
NACHTEILE
- keine Reflektoren nach hinten
- keine Regenhülle (allerdings Imprägnierung)
- bei kompletter Befüllung eingeschränkte Stabilität
BEWERTUNG
In den letzten Wochen durfte ich den Trailrunning-Rucksack "Trail Spacer 18" der Firma VauDe testen.
Mein Einsatzbereich des Rucksack umfasst Tageswanderungen sowie Trailrunning und Mountainbiken.
Erster Eindruck:
Beim ersten Kontakt mit dem Rucksack fällt sofort die minimalistische Ausstattung auf. Im Hinblick auf das Eigengewicht des Rucksacks wurde auf jeglichen Schnickschnack verzichtet, beispielsweise sind allen Reisverschlüssen lediglich Schnüre befestigt, um diese bedienen zu können. Natürlich wird dahingehend auch auf ein umfangreiches Tragesystem verzichtet, welches für den Einsatzbereich Trailrunning (oder ähnlich bewegungsintensive Sportarten) keinesfalls nachteilig sind. Der Rucksack leuchtet in grellem gelbgrün, wird dadurch automatisch zum Hingucker.
Passform / Tragesystem:
Beim Aufsetzen des Rucksacks bemerkt man sofort die "anschmiegsamkeit" des Rucksacks. Dieser trägt sich (je nach Beladung) kaum spürbar wie eine Weste. Der Rücken liegt gut an, einen Hüftgurt in dem Sinne gibt es keinen, es gibt zwei "Hüftflossen" auf Höhe des unteren Rippenbogens. Im Brust-/Bauchbereich können die Träger mit zwei verschiebbaren Verschlüssen geschlossen werden. Das Material des Rückenteils ist angenehm weich mit einer gewissen Strukturierung, damit auch etwas Belüftung möglich ist. Das Rückenteil geht nahtlos in die Schultergurte über, die im oberen Bereich zudem sehr elastisch sind. Ca. ab dem Brustbereich gehen die Träger in Netzmaterial über und führen breiter werdend an das Rückenteil zurück. Die Trägerlänge ist nur geringfügig einstellbar, war bei meinen Anwendungen allerdings auch nicht notwendig.
Bei der Verwendung als Trailrunning-Rucksack war dieser nur minimalisitisch befüllt. Lediglich eine dünne Jacke, Riegel und natürlich das übliche Kleinzeug wie Schlüssel und Mobiltelefon habe ich eingepackt. In diesem Fall war der Rucksack nur mit ca. 1kg belastet, also im Prinzip leer. Der Rucksack liegt in diesem Fall sehr gut an, wackelt nicht und ist keinesfalls störend. Bei der Anwendung als Wanderrucksack hatte ich ein bisschen mehr im Rucksack, hier war zusätzlich noch eine Trinkflasche, ein bisschen was zu essen, Sonnencreme und Verbandszeug im Gepäck. In Summe also ca. 5 kg. Der Rucksack liegt weiterhin sehr gut an, es ist aber spürbar weniger Seitenhalt gegeben. In diesem Fall muss beim Packen darauf geachtet werden, dass die etwas schwereren Gegenstände (z.B. Trinkflasche) nah am Rücken platziert werden.

Volumen / Staufächer:
Wie die Produktbezeichnung schon vermuten lässt, bietet der Trail Spacer ein Volumen von 18l. Diese 18l sollte man allerdings nur mit leichtgewichtigen Gegenständen komplett ausnutzen, ansonsten wird der Rucksack instabil. Als wahres Überraschungsei haben sich die vielen Staufächer entpuppt. Mit jedem neuen Blick auf den Rucksack findet man nahezu an jeder Ecke noch ein weiteres Staufach. Hier eine Auflistung:
* Großes Hauptfach, durch 2-Wege-Reisverschluss zugänglich
* kleines Wertsachen-Fach im Hauptfach
* Fach für Trinkblase
* Reisverschlussfach außen
* zwei Steckfächer seitlich
* zwei geräumige Reisverschluss-Fächer an den Hüft-Flossen
* ein per Gummizug klemmbares Fach außen
* zwei Steckfächer an den Trägern auf Brusthöhe (da passt z.B. das Mobiltelefon perfekt rein und ist damit immer zur Hand)
Das macht in Summe elf Staufächer. Und jetzt kommt das Beste: Allein sechs davon sind gut erreichbar, ohne den Rucksack abzunehmen. Und dazu muss man noch nichtmal so beweglich wie ein Schlangenmensch sein ;-)

Zusätzlich gibt es auch noch eine Stockhalterung per Gummizügen, sodass die Stöcke wahlweise am Rucksack oder gut erreichbar an den Trägern fixiert werden können. Diese Funktionalität konnte ich allerdings mangels Stöcken nicht testen.
Anwendung:
Wie bereits erwähnt, habe ich den Rucksack beim Trailrunning, Mountainbiken und Wandertouren getestet. Der aus meiner Sicht ideale Anwendungsbereich ist Trailrunning und Mountainbiken, wobei ich mir beim Mountainbiken noch eine Regenhülle gewünscht hätte. Diese ist nicht verfügbar, allerdings ist der Rucksack mit einer PFC-freien Imprägnierung versehen. Bei der Anwendung als Wanderrucksack muss man sehr darauf achten, nicht zu viel einzupacken, damit die Passform/Stabilität nicht beeinträchtigt wird.
Fazit:
Alles in allem ist der Trail Spacer 18 ein tolles Produkt für bewegungsintensive Sportarten, bei denen man kleines Gepäck mit sich führt. Die Passform und Tragegefühl sind ausgezeichnet und kann ich nur empfehlen.