Sollte auf keiner Solotour fehlen!
VORTEILE
- günstige Lebensversicherung
- leichte Montage
- übersichtliche App
- kaum Mehrgewicht
- Möglichkeit anderen in Rettungsgemeinschaft zu helfen
- GPS vereinfacht Bergung
NACHTEILE
- Verbindungsprobleme vor Start
- Telefonnetz ist erforderlich
BEWERTUNG
Uvex Tocsen Crashsensor für Helme
Vorwort: In diesem Jahr machte ich mich auf in ein bislang für mich komplett unbekanntes Outdoor-Neuland, so dass ich den Versuch eines Alpencrosses mit dem MTB von Oberstdorf zum Gardasee plante. Dabei sollte es vor allem über einsamere Pässe und Trails gehen, denn Straße fahren kann schließlich ja jeder. Als zusätzliche Besonderheit sollte es auch noch solo auf die Tour gehen.
Bislang hatte ich zwar schon viele Solo-Touren, auch in einsamere Gebiet, gemacht, jedoch noch nie mit dem Rad, so dass sich mir auch die Frage nach meiner eigenen Sicherheit stellte. Jeder, der ausgiebig mit dem MTB auf Trails unterwegs ist, hat sicherlich schon die ein oder andere Sturzerfahrung gemacht.
Ich übergehe jetzt hier von meinen eigenen Erfahrungen zu berichten, bei denen ich schließlich meistens auch nie alleine unterwegs war. Was also tun, wenn man auf Solo-Touren stürzt? Für den Alpencross hatte ich kurzfristig ein Angebot von komoot plus übernommen, welches zmdst. den aktuelle Standort zuverlässig weiterschickt an seine Kontakte und auch die geplante Route anzeigt. Sicherlich keine schlechte Lösung. Nachdem auch outside-stories von meinem Solo-Alpencross erfahren hatte, wurde mir der „Tocsen“ nahe gelegt, welchen ich dann auch dankenswerter Weise testen durfte. Und damit komm ich auch direkt zum
Sinn und Ziel: Kurz zusammengefasst: Das Tocsen-Programm beinhaltet einen Sturzsensor, welcher an den Helm geklebt wird, und bei Sturz einen Notfall-Alarm an deine Notfallkontakte über die Tocsen-App auslöst. Das heißt: hast du einen Sturz, löst der Tocsen aus und deine Kontakte werden darüber benachrichtigt, dass du gerade in Schwierigkeiten bist. Sollte doch alles in Ordnung mit dir sein, hast du die Option das Signal abzubrechen und eine Entwarnung zu schicken. Wie dieses System im einzelnen funktioniert, werde ich im weiteren Testbericht erläutern.

Lieferumfang:
Der Tocsen wird in einer kleinen Kartonschachtel zusammen mit einer kurzen Bedienungsanleitung und einem USB Kabel geliefert. Fehlen darf dabei nicht der Klebestreifen, mit dem sich der Tocsen bombenfest am Helm befestigen lässt.

Schade dabei ist, dass es nur einen Klebestreifen gibt. Da ich mehrere Helme entsprechend der jeweiligen Räder besitze, hätte ich hier gerne und einfach getauscht. Da ich jedoch noch eine Menge Klebestreifen von meiner GoPro habe, werde ich wahrscheinlich diese dafür benutzen.

Anleitung: Äußerst praktisch ist die sehr gute online Bedienungsanleitung auf der Tocsen Seite selbst oder aber bei Youtube, bei der in einem Video Schritt für Schritt durch die Installation bzw. „Helm-Montage“ geführt wird.

Bei der ersten Installation bzw. Kopplung des Sensors sollte der Tocsen am Stromnetz angeschlossen sein. Der Sensor ist schließlich schnell am Helm selbst angebracht. Hier sollte man am besten eine Stelle recht weit unten am Helm nehmen und vor dem ersten Einsatz im Gelände rund 12 h abwarten, damit sich der Kleber gefestigt hat.
Danach geht es an die


Installation und Einrichtung der App. Diese ist kinderleicht und schnell geschehen. Wichtig für den Einsatz der App und das Funktionieren ist, dass die App eine Zugangsberechtigung für den Standort hat und der Stromsparmodus ausgeschaltet ist. Tocsen selbst wirbt damit, dass die Bluetooth-Verbindung zum Handy dem Handy kaum Akku raubt und kann insgesamt durchaus im Einsatz bestätigt. Um insgesamt Akku zu sparen, kann man auch bei den Modi differenzieren.


Modi: So gibt es die Modi : Aktiv/ Standby/ Aus. Standby schaltet sich automatisch bei Bewegung an. Die beiden anderen Modi erklären sich von selbst.

Community: Die Community zeigt an, welche Tocsen Träger sich in deiner Nähe befinden, die u.U. dann durch die Notfallkette benachrichtigt werden. Wichtig neben der Community sind natürlich deine eigenen
Notfallkontakte, die bei einem Sturz benachrichtigt werden. Dazu benötigen sie nicht unbedingt die App, sondern können auch allein über SMS benachrichtigt werden. Neben der Info, dass du gestürzt bist, wird auch der Standort mitgeschickt, so dass dieser auch weiter vermittelt werden kann, wenn z.B. die Bergrettung oder die Feuerwehr ausrücken muss.

Notwendige Vorraussetzung für den Notruf ist jedoch, dass dein Handy mdst. über Edge Empfang verfügt. Dies ist leider nicht immer gegeben und stellt sicherlich ein Restrisiko dar. Zwar gibt es einen „Wieder-Zuhaus“-Timer, bei dem du deine voraussichtliche Ankunftszeit einstellen kannst. Läuft die Zeit ab und du bist nicht erreichbar, so wird ein Hilferuf mit deinem zuletzt bekannten Standort verschickt. Dies wäre auf dem Alpencross durchaus schwierig geworden, da man ersten nicht weiß, wieviel Netzabdeckung man auf unbekanntem Terrain hat, zudem man sicherlich kaum weiß, wann man seine Tour beendet, da Wetter und Beschaffenheit des Weges einem immer wieder in die Quere kommen können.
Ebenso lässt sich unter dem Reiter „Safer together“ ein Notfallpass einrichten, den die Menschen, die deinen Notfall empfangen, einsehen können. Dies ist sicherlich richtig gut, damit die Erstversorger und Rettungspersonal direkt essentielle Sachen über dich bzw. deine Gesundheit (Allergien, Blugruppe, Vorerkrankungen, etc.) erfahren.
Damit man vor seiner Tour auch wirklich auf der sicheren Seite ist, kann man mit Hilfe eines Simulators überprüfen, ob der Tocsen auch wirklich verbunden ist und einen Notruf als Simulation absetzen. Hierbei gibt das Handy schließlich einen piependen Ton von sich.
Im Einsatz:
Montage und Installation lief , wie bereits oben beschrieben, super einfach. Der Sensor hält auch noch nach 6 Wochen bombenfest, so dass man keine Angst haben muss, dass dieser sich löst.

In diesen 6 Wochen hatte ich Gott sei Dank keinen Unfall oder Sturz. Dennoch konnte ich überprüfen, wie lange der Akku hält und ob vor allem die Konnetivität vorhanden ist. Hier kam ich einige Male stark ins Grübeln, da der Tocsen sich vor der Tour einfach nicht mit dem Handy koppeln wollte.
ach Rücksprache mit dem sehr netten Kundencenter probierte ich eine Reihe von Sachen aus. Die Deinstallation und Neuinstallation brachte dann den erwünschten Erfolg. Leider stellte sich diese Schwierigkeit immer mal wieder heraus und ich weiß tatsächlich nicht, woran die fehlende Verbindung liegt.
Ist die Bluetooth Verbindung aber erst einmal da, bricht sie auch nicht mehr ab, was natürlich mit das Wichtigste ist. Es wäre schließlich fatal, wenn die Verbindung einfach auf einer Tour abbrechen würde. Bei dem Akkuverbrauch meines Handys habe ich kaum eine Veränderung gemerkt. Auch den Tocsen selbst habe ich kaum aufladen müssen. Dafür ist es natürlich hilfreich, diesen in den Standby Betrieb zu setzen. Mittlerweile ist diese Konnektivität-Schwierigkeit auch behoben, auch wenn ich immer noch nicht weiß, woran es gelegen hat.

Fazit:
Für mich mittlerweile ein absolutes Muss für jeden Solo-Rider, auch wenn man auf Edge angewiesen ist. Der Preis von unter 80 Euro sollte der Tocsen einem im Notfall mehr als Wert sein. Bislang habe ich auch keinerlei Störungen des Tocsens selbst erlebt, so dass er bislang durchaus als robust und für eine lange Einsatszeit verwendbar einzuschätzen ist. Spannend finde ich zudem auch die Uvex Modelle, bei denen der Tocsen bereits direkt integriert ist. Eigentlich sollte dies Schule bei allen Helmen machen und eine Verpfichtung sein. Für mich ist der Tocsen daher eine klare Kaufempfehlung und ich fühle mich ein Stück sicherer ihn bei mir zu haben.