Der große Aufstieg und Untergang der Brüder Abalakow!
VORTEILE
- Wahre Begebenheit
- Fesselnde Geschichte
- Begleitet durch Schwarz/Weiß Aufnahmen
NACHTEILE
BEWERTUNG
Eine Geschichte/Biographie vom glorreichen Aufstieg und tragischen Niedergang der Brüder Abalakow! Seit Cédric Gras der Autor vom Los der Brüder Witali und Jewgeni erfahren hatte, ließ in diese Frage nicht mehr los.
Der Anfang des Buches erzählt kurz über die Reise des Autors zu den Archiven des KGB bis zu den Bergen Zentralasiens.
Danach bietet das Buch ausführliche Einblicke in die Zeit Stalins und seiner gefeierten Alpinisten. Es erzählt die Geschichte von zwei Brüdern die unterschiedlicher nicht sein könnten! Jewgeni der Bildhauer und jüngere der beiden Brüder stand meist im Rampenlicht. Ihm gelang als einzigem Teilnehmer der Expedition im Jahre 1933 die Besteigung des Pik Stalin. Mit 7495 Meter war dieser der höchste Berg in der damaligen Sowjetunion. Sein Bruder Witali, der Konstrukteur stand meist im Schatten seines kleinen Bruders. Jedoch war auch er ein ausgezeichneter Alpinist, welcher im Jahre 1934 die erste sowjetische Besteigung des Pik Lenin mit 7134 Metern anführte. Des Öfteren werden auch die Lebensgefährtinnen der beiden Brüder Anna und Valentina erwähnt. Valentina die Frau Witalis ist selbst begeisterte Bergsteigerin und bestreitet einige Touren mit den beiden Brüdern.
In der ersten Buchhälfte beschreibt der Autor die glorreichen Errungenschaften, welche die Brüder Abalakow mit heute unvorstellbar schlechten Material "unter der Hand" des Kommunismus erreichten. Im Jahre 1936 nach erfolgreicher Besteigung des Khan Tengri wendet sich das Blatt. Der qualvolle Abstieg führte zu einem Verlust eines Kameraden und Witali wurden wegen der entstandenen Erfrierungen fünf Fingerglieder der rechten, drei der linken Hand und ein Drittel des linken Fußes amputiert. Einer der Kameraden der Besteigung des Khan Tengri verlor sogar 20 Glieder. Für beide Alpinisten hatte sich nun das Bergsteigen erledigt. Nach dieser "verpatzten" schlecht geplanten Expedition endete die Eintracht der beiden Brüder. Während Witalis Wunden heilen wendet sich Jewgeni weitern Besteigungen der unberührten Gipfel der Sowjetunion zu.
Im zweiten Teil des Buches wird der Untergang des Kommunismus beschrieben. Die "große Säuberung"! Viele der zuvor hochgelobten Alpinisten, werden verhaftet und angeklagt Spionage betrieben zu haben. Die meisten von ihnen wurden liquidiert und auch ihre Errungenschaften auf den Gipfeln der Sowjetunion wurden aus den Geschichtsbüchern gelöscht. Auch Witali wurde im Jahre 1938 abgeführt und verbrachte 2 Jahre in Gefangenschaft und Folter. Er wurde genötigt Falschaussagen zu unterzeichnen. Am 20.Februar 1940 wendete sich der Prozess zu Gunsten Witalis und er wurde wieder frei gelassen.
Als Hitler 1941 den Blitzkrieg eröffnet meldete sich auch Jewgeni zu einer speziellen Brigade welche aus unterschiedlichen Sportlern besteht. Witali bittet um eine Versetzung an die Front, wird jedoch wegen Invalidität freigestellt!
In den folgenden Kapiteln wird einiges über den 2. Weltkrieg beschrieben.
Jewgeni bildet in Zeiten des Krieges Soldaten aus. Er selbst war nie an der Front. Stattdessen wird er für Propagandazwecke einberufen. "Jewgenis Rolle besteht darin die höchsten Gipfel der UdSSR für den Ruhm des jungen Kommunismus zu erobern"
Witali begibt sich 1945 nach Österreich! In Niederösterreich, der besetzten Zone der roten Armee ist er auf der Jagd nach Technologien des dritten reiches!
Beide Brüder überleben den Krieg!
Am Ende des Krieges wurde ein Gipfel im Tian Shan Gebirge entdeckt der noch höher ist, als der Khan Tengri (7010 Meter) ! Der Pik Pobeda (Gipfel des Sieges) ist mit 7439 Meter der 2.höchster Gipfel der UdSSR. Endlich wird Jewgeni im Jahre 1948 damit betraut diesen Gipfel zu besteigen. Dazu kam es jedoch nie am 24.03.1948 wird Jewgeni leblos aufgefunden. Die Untersuchung schließt auf einen Tod durch Kohlenmonoxid Vergiftung! Anna Jewgenis Witwe bezweifelt jedoch die Todesursachen. Sein Sohn Alexej und die Witwe Anna haben ihr Leben lang versucht zu beweisen, dass es sich um Mord handelte.
Der willensstarke Witali kehrte trotz seiner Invalidität zum Alpinismus zurück! Er veröffentlichte Bücher über die Techniken des Bergsteigens, neue Technologien/Ausrüstungen und war auch selber wieder auf Gipfeln unterwegs. Im Jahre 1956 gelingt ihm mit seiner Mannschaft die Erstbesteigung des Pik Pobeda! Witali Abalakow stirbt im Alter von 80 Jahren. Mit seiner Frau Valentina hatte er einen Sohn (Oleg) und eine Tochter (Galina).
Fazit:
Das Buch enthält einige beeindruckende und ausdrucksstarke Bilder in schwarz/weiß. Einige nicht ganz so gängige Begriffe oder Charaktere werden über Fußnoten beschrieben. Ein fesselndes Buch welches nicht nur die unglaublichen Erfolge des Alpinismus, sondern auch das schreckliche Leid dieser Zeit unter dem Regim Stalins beschreibt.