Sehr benutzerfreundlich, aber nichts für Espresso-Liebhaber
VORTEILE
- Leicht zu reinigen
- Robust
- Aus Edelstahl
- Einfache Zubereitung
- Kompatibel mit (fast) jedem Becher
NACHTEILE
- Intensität begrenzt (kein starker Kaffee/Espresso möglich)
- Wasser muss extra gekocht werden
- Für 2 Personen umständlich
- Keine Abdeckung des Gehäuses
BEWERTUNG
Für Outside Stories durfte ich den Stanley Pour Over Coffee Brewer testen. Meine Erfahrungen zu diesem Produkt könnt ihr in der nachfolgenden Bewertung lesen.

Das Produkt
Stanley
Stanley wurde 1913 von William Stanley Jr. gegründet - er kombinierte damals Vakuumisolierung und die Festigkeit von Stahl und erfand so die Vakuumflasche, welche wir uns heutzutage kaum mehr wegdenken können. Fokus dabei war nicht alleinig das Outdoor-Abenteuer, sondern auch der Arbeitsalltag sowie Roadtrips. “We build products to last a lifetime” - das ist wohl der Leitspruch von Stanley. Dadurch, dass sie Produkte aus Edelstahl, welches langlebig und wiederverwendbar ist, herstellen, sind sie dabei auf einem guten Weg. Mit ihrem Leitsatz wollen sie ebenfalls vermitteln, dass einzelne Teile ausgetauscht werden anstelle des ganzen Produkts. Desweiteren haben alle ihre Produkte die Warranty Claim, mit dieser versprechen sie, dass alle Produkte, sofern sie direkt von Stanley-Partnern gekauft wurden, frei von Defekten sind und auch, sofern richtig verwendet, versprechen, was sie halten. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich neben dem Camp Mug weitere Produkte von Stanley anzusehen: https://www.stanley1913.com
Verpackung
Was mir bei den Stanley Produkten allgemein gefällt ist, dass sie auf Kunststoffverpackungen verzichten. Dies ist mir bereits beim Camp Mug aufgefallen und bestätigt sich auch mit dem Pour Over Coffee Brewer. Dieser wird in einer Kartonschachtel geliefert. Informationen zum Produkt findet man auf der Schachtel vermerkt bzw. in der beigelegten Gebrauchsanweisung.



Optik & Materialien
Den Pour Over gibt es in der Farbe “hammertone green” - dieses ist ein sehr schönes natur-farbenes olivegrün. Das Außengehäuse des Pour Overs besteht aus 18/8 rostfreiem Stahl und einer doppelwand-Isolierung. Außen und innen sind Füllstandsmarkierungen angebracht, diese sind jedoch nicht beschriftet. Nähere Infos konnte ich in der beigeleten Gebrauchsanweisung finden. Diese besagt:
- 1. Markerierung: 0,24 L
- 2. Markierung: 0,35 L
- 3. Markierung: 0,47 L
- 4. Markierung: 0,59 L
Der Pour Over ist sozusagen ein Filterkaffee. In der Mitte des Gehäuses befindet sich der Filter. Diesen kann man mithilfe eines Gewindes von unten an das Gehäuse anbringen bzw. lösen, wenn man den Pour Over reinigen möchte. Am Gewinde befindet sich ebenfalls eine schwarze Dichtung, damit ein Auslaufen von unten verhindert wird. Das Gewinde besteht aus bpa-freiem Kunststoff. Der Filter besteht aus Edelstahl, die Porengröße konnte ich leider nicht herausfinden. Den Filter an sich kann man ebenfalls vom Gewinde lösen, für eine noch bessere Reinigung. Alternativ auch zum Filter wechseln. Ob man den Filter selbst nachkaufen kann ist leider nicht angegeben.

So brüht man Kaffee mit dem Pour Over:
Die Gebrauchsanweisung empfiehlt einen mittelfein-gemahlenen Kaffee. Optimalerweise sollte der Kaffee 2-3 Minuten ziehen (Richtwert für die Brühzeit). Wenn er in kürzerer Zeit gebrüht ist, benötigt man einen feineren Kaffee; wenn er länger brüht, benötigt man einen gröber gemahlenen Kaffee. Laut Stanley brüht man so den perfekten Kaffee im Pour Over:
0) den Pour Over auf eine (beliebige) Tasse stellen
- 600 mL Wasser zum Kochen bringen
- 3 Teelöffel mittelfein gemahlenen Kaffee einfüllen (4 Teelöffel, wenn man ihn gerne stärker trinkt)
- in einer Kreisbewegung mit einer halbe Tasse (120 mL) den Boden befeuchten
- das restliche Wasser einfüllen (vom Zentrum nach außen in einer Kreisbewegung)
- nach 3-4 Minuten sollte der Kaffee fertig sein.



Im Test
So sah mein erster Versuch mit dem Pour Over aus:
{"preview_thumbnail":"/sites/default/files/styles/video_embed_wysiwyg_preview/public/video_thumbnails/H3_Psk04uGA.jpg?itok=soZQeyjX","video_url":"https://youtu.be/H3_Psk04uGA","settings":{"responsive":1,"width":"854","height":"480","autoplay":1},"settings_summary":["Eingebettetes Video (Responsiv, automatisch abspielen)."]}
Wie man sieht, ist die Zubereitung wirklich sehr einfach. Nachdem der Kaffee durchgeronnen ist, bleibt natürlich der Kaffeesatz im Behältnis. Mit dem im Video zubereiteten Kaffee konnte ich den Stanley Camp Mag zu ca. 3/4 füllen. Nach dem Trinken bleibt etwas Satz im Haferl (das hängt jedoch wahrscheinlich auch von der Mahlgröße des Kaffees ab).
Kaffeestärke:
Der Pour Over ist nur etwas für Menschen, die gerne einen Verlängerten (aka Americano) trinken. Ich persönlich trinke lieber sehr starken Kaffee (Espresso) und kämpfte daher mit dem Pour Over ein bisschen. Ich habe mit der Kaffeemenge in meinem Testzeitraum etwas gespielt, konnte aber nie einen Kaffee herstellen, der mir richtig schmeckte, da er mir immer zu wassrig war. Leider ist der Pour Over in seiner Konzentrationsstärke sehr limitiert, da er ein Filterkaffee ist. Wenn man also mehr Kaffeepulver einfüllt, braucht der Kaffee sehr lange, bis er fertig durchrinnt. Entsprechend kann man nur leichten bis mittelstarken Kaffee damit brühen. Zumindest ist das meine Erkenntnis nach dem Testzeitraum. Falls jemand einen Tipp für mich hat, im Pour Over auch stärkeren Kaffee zu brühen, bitte in die Kommentarsektion schreiben.
Reinigung:
Die Reinigung des Pour Overs ist sehr einfach. Wie im Punkt “Optik und Materialien” bereits beschrieben, kann man den Filter mithilfe des Gewindes vom Gehäuse lösen. Ebenfalls kann man auch den Filter an sich vom Gewinde lösen und reinigen. Wer keine Handwäsche mag, kann das ganze Teil auch einfach in den Geschirrspüler geben. (Laut Gebrauchsanweisung hält er jedoch keine Industriewäsche aus!)

Verbesserungsmöglichkeiten:
Equipment:
Was mich am Pour Over im Sinne eines “outdoor coffee brewer” etwas störte, ist dass man vergleichsweise viel Equipment zum Brühen des Kaffees benötigt:
- Gaskocher (+Feuerzeug)
- Topf (zum Kochen des Wassers)
- Kaffeepulver
- Tasse
- Pour Over
Im Vergleich zu anderen Kaffeekochern kann man im Pour Over nicht gleichzeitig auch das Wasser kochen, somit benötigt man also extra auch einen Topf zum Kochen des Wassers. Auch kann man den Kaffee nicht bereits vorab einfüllen, da man den Pour Over von oben nicht schließen kann.
Kaffee zu zweit:
Etwas unvorteilhaft ist es auch, wenn man seinen Kaffee zu zweit genießen möchte. Denn man setzt den Pour Over ja (nur) auf eine Tasse und lässt den Kaffee durchrinnen. Man hat also drei Optionen:
- 2x Kaffee brühen (1x pro Person)
- 1x Kaffee brühen (größere Menge) und dann in eine 2. Tasse umleeren
- 1x Kaffee brühen und während dem Brühen Tasse wechseln
Option 2 und 3 ist mit “wahrscheinlich” Patzerei verbunden. Option 1 ist mit mehr Zeit, bzw. muss man den Pour Over auch mehrmals reinigen.
Fazit:
Alles in allem hat mich der Pour Over von Stanley leider nicht überzeugt. Jedoch muss ich bei dieser Aussage auch differenzieren. Denn das Produkt an sich ist sehr hochwertig und benutzerfreundlich. Ich bin auch von der Marke Stanley überzeugt, da sie ihrem Slogan gerecht werden und generell sehr robuste und gut verarbeitete Produkte herstellen. Allerdings bin ich mit dem Pour Over nicht glücklich geworden, da ich einfach keinen Kaffee herstellen konnte, der mir auch tatsächlich schmeckte. Auch ist er mir als Outdoor Coffee Brewer etwas zu umständlich, da ich das Wasser nicht direkt darin erhitzen kann und somit mehr Equipment mitnehmen muss. Ebenfalls kann man ihn nicht abdecken - dies ist einerseits logisch, da sich sonst beim Durchrinnen Vakuum bilden würde und das Brüh-Prinzip dann nicht mehr funktioniert. Andererseits kann sich so auch während dem Brühen Dreck (Pollen, kleine Tierchen, etc.) im Kaffee sammeln (dieser bleibt wahrscheinlich im Filter hängen, trotzdem finde ich es nicht so geschmacklich), bzw. kann man seinen Kaffee auch nicht vorab einfüllen und muss so wieder einen extra Behälter für den Kaffee mitnehmen. Somit werde ich ihn leider nicht weiter in Verwendung haben.