Eine Absicherung für heikle Touren mit tollen Extras.
VORTEILE
- Notruf per Satellit (kein Handyempfang nötig)
- GPS - Standort bestimmen und verschicken
- 2-Wege-Kommunikation (SOS, SMS, Mail)
- ergänzendes Navigationsgerät (GPS, Kompass)
- Akku wird per Micro-USB geladen
- übersichtlich und intuitiv zu bedienen
NACHTEILE
- benötigt zusätzlichen Vertrag
- benötigt zusätzliche Versicherung
- Nachrichten gelegendlich unvollständig
- Gerät reagiert langsamer als ich tippen kann
- Nachrichten korrigieren ist sehr aufwendig
- die Taste mit dem Punkt macht Probleme
BEWERTUNG
Wer das Abenteuer sucht und sich weit hinaus wagt, der sollte auch stets ein Auge auf seine persönliche Sicherheit haben. Neben dem Training, der Tourenplanung, dem Wetterbericht, der Ausrüstung, einem Erste-Hilfe-Set und einer Reiseapotheke für die Selbst- und Kameradenhilfe, gehören dazu natürlich auch Signalmittel. Ich nutze da gerne eine bengalische Fackel als optisches Signal auf Hochgebirgstouren oder eine Pfeife als akustisches Signal auf Wanderungen. Elektronische Geräte eignen sich aber besonders gut, um schnell professionelle Hilfe zu rufen. Ist der Mobilfunkempfang sichergestellt und muss das Gerät nicht allzu viel aushalten, so langt meist das Handy. Für Bergsteiger in der Schweiz oder mit eigenem Basecamp eignen sich Amateurfunkgeräte. Die Bergrettung Rega gibt dafür sogar eigene Geräte heraus. Besteht weder eine Mobilfunk- noch eine Funkverbindung, so gibt es immer noch die Möglichkeit über Satellit zu kommunizieren. Gerade wer auf sich allein gestellt in unerschlossenen Regionen wie den Alpen oder gar auf einer Expedition irgendwo im Ausland unterwegs ist, sollte dieser Technik eine gewisse Aufmerksamkeit schenken. Das Spot X ist kein klassisches Satellitentelefon, es ist aber das erste Gerät von Spot, das über eine Zwei-Wege-Kommunikation verfügt und zudem mit vielen hilfreichen Extras ausgestattet ist.
Einsatzbereich
Das Spot X bietet sich einerseits für uns Outdoorsportler an. Andererseits ist es aber auch etwas für Waldarbeiter oder Wissenschaftler auf Forschungsreisen. Jeder, der im Notfall eine Alarmierung abgeben und schnellstmöglich gefunden werden möchte, könnte hiermit ein passendes Gerät gefunden haben.
Aufgrund des robusten und wasserdichten Gehäuses, der Toleranz niedrigen Temperaturen gegenüber und der langen Akkulaufzeit finde ich es optimal für Hochtouren. Neben dem Bergsteigen ist aber vor allem die Scene der Gleitschirmflieger eine, in der das Spot X heiß diskutiert wird. Im Wald, in Schluchten, Höhlen und unter Wasser dürfte der Empfang jedoch so schlecht sein, dass es sich wenn dann nur bedingt eignen dürfte.
SOS per Satellit
Die wohl wichtigste Funktion, die man zugleich hofft nie brauchen zu werden, ist die Allarmierungsfunktion. Dafür verfügt das Spot X über einen eigenen Knopf unter einer Sicherungsklappe. Wird die Klappe geöffnet und der darunter in einer Versenkung liegende rote Knopf x Sekunden lang gedrückt, so geht ein Notruf mit einer voreingestellten Nachricht mit zusätzlichen Informationen zusammen mit dem aktuellen Standort bei einer rund um die Uhr besetzten Zentrale ein. Diese organisiert dann - egal wo sich der Nutzer au der Welt befindet - einen Search and Rescue Einsatz. Die Rettung selbst übernimmt dann ein ziviles oder militärisches Unternehmen aus der jeweiligen Region.
In den Alpen ist das beispielsweise die jeweilige Bergrettung. Anderswo kann es auch mal das Militär sein. Und darauf, wie lange die jeweiligen Rettungskräfte brauchen, hat die Zentrale natürlich auch keinen Einfluss. Um sicher zu gehen, dass die SOS Funktion auf der Tour funktioniert, gibt es die Möglichkeit diese zuvor in einem Testmodus auszuprobieren. Als Sicherheit reicht aber an sich das erfolgreiche Verschicken und Empfangen von Nachrichten.
Mit der Möglichkeit der 2-Wege-Kommunikation besteht zudem die Möglichkeit Informationen die Alarmierung betreffend auszutauschen. So können die Umstände des Notfalls näher beschrieben werden und einem wird Bescheid gegeben, sobald Hilfe auf dem Weg ist.
Standort per GPS
Das Spot X bestimmt die eigene Position per GPS und gibt sie als Koordinaten in Form von Graden und Dezimalgraden aus. Zudem bestimmt es die Höhe der Position als Höhenmeter über dem Meeresspiegel. Beispiel: Breite: 46.10976 Länge: 7.88750 Seehöhe: 3392.0 m
Diese Position wird beim Notruf automatisch versandt und kann beim Verschicken einer SMS oder einer Mail optional mitgeschickt werden. Dazu muss bei Verfassen der Nachricht je ein Hacken bei Position und einer bei der Höhe gesetzt werden.
Eine weitere Möglichkeit, die die dauerhafte Aktualisierung der Standortdaten ermöglicht ist das Tracking der eigenen Position. Die Tracks können im Nachhinein als GPX, CSV, KML oder als erweiterte Datei heruntergeladen, geteilt oder auf andere Geräte geladen werden.
Natürlich kann die Standortbestimmung unterwegs auch dazu genutzt werden, um Orte zu markieren und so Wegpunkte zu erstellen, die später für die Navigation dorthin eingesetzte werden können.
Die Übermittlung der eigenen Position per SMS oder Mail funktioniert sehr gut. Der Standort wird in der Nachricht in Textform und als Link angegeben. Google Maps bietet gleich die Möglichkeit sich auf einer Karte und mittels 3D Ansicht ein gutes Bild von der Lage zu machen, in der sich der Nutzen des Spot X befindet. Oft stehen sogar Fotos für eine 360 ° Sicht zur Verfügung.
Das Tracking funktioniert so mäßig gut. Bei meinem Versuch am Nadelgrat wurde der Standort erst ab der Hälfte des Weges übermittelt, wobei ich nicht genau weiß, woran das lag und auf der Share Page ist das ganze etwas unübersichtlich, weil jeder einzelne übermittelte Standort mit einem Zeichen markiert ist, welches einen Teil der Karte verdeckt. daher kann die Route nicht optimal nachvollzogen werden.
Das aufsetzen der Share Page ist jedoch sehr einfach. Es geht über die Onlineverwaltung des Geräts und ist wie alles dort sehr schnell und intuitiv. Die Share Page kann in Form einen Links an Dritte weitergegeben werden oder per Facebook oder Twitter geteilt werden. Damit nicht jeder der den Link in die Finger bekommt deinen Standort, deine Nachrichten usw. sehen kann, kann die Seite mit einem Passwort geschützt werden.


Nachrichten verschicken und erhalten
Im Spot X kann eine Liste von Kontakten angelegt werden. Dabei kann jedem Namen eine Telefonnummer mit Landesvorwahl und eine E-Mail-Adresse zugeordnet werden. Im Adressbuch erscheinen die Kontakte dann nach dem Alphabet geordnet untereinander, wobei Telefon- und Mailkontakte einzeln aufgeführt sind.
Die Nachrichtenverläufe erscheinen wie sehr unübersichtliche Chatverläufe. Unter dem Menüpunkt Nachrichten sind die einzelnen Chats mit der Telefonnummer oder der Mailadresse betitelt. Leider nicht mit dem Namen aus der Kontakteliste. Auch sind die Nachrichten in einem Chat oft nur lesbar, wenn sie einzeln ausgewählt und geöffnet werden. Alles in allem nicht optimal aber benutzbar.
Das Verschicken und Empfangen von Nachrichten geht relativ gut und ging um so besser, je weiter oben ich am Berg und je klarer der Himmel war. Eine Nachricht besteht maximal aus 140 Zeichen. Wobei sich die letzten Zeichen kaum lohnen. Oft kommt der letzte Halbsatz nicht beim Empfänger an. Zudem ist es ärgerlich, wenn etwas während des Verfassens in der Nachricht korrigiert werden muss. Dazu muss mit dem Steuerkreuz Zeichen für Zeichen zurück gegangen, die Stelle korrigiert und dann wieder ganz ans Ende gegangen werden, um weiter schreiben zu können. Das dauert und ist viel zu umständlich. Zudem reagiert das Gerät deutlich langsamer als ich tippen kann. Dadurch fallen Schreibfehler erst zu spät auf und das Navigieren wird zudem erschwert.
Die Möglichkeit Nachrichtentexte vorzuschreiben und im Gerät zu hinterlegen kann einem viel Arbeit ersparen. Noch besser finde ich die OK-Nachrichtenfunktion. Hier kann einerseits ein Text vorgeschrieben werden und andererseits können mehrere Kontakte hinterlegt werden, die diese Nachricht erhalten sollen. So ist es ganz einfach möglich immer Mal ein Lebenszeichen zu versenden.
Das Empfangen von Nachrichten funktioniert auch sehr gut. Um Akku zu sparen habe ich hier das Gerät so eingestellt, dass Nachrichten nur manuell abgerufen werden. So bekam ich auch nur dann Nachrichten, wenn ich die Zeit hatte mich darum zu kümmern. Also keine Ablenkung durch unerwartetes Klingeln wie beim Handy.
Navigation
Die Navigationsfunktion ist eher für jene geeignet, die sich nicht an Wege und Routen zu halten brauchen. Ich führe am Berg immer ein GPS-Gerät mit digitalen Karten sowie als Sicherheit und der Übersichtlichkeit halber eine herkömmliche Karte mit. Wer jedoch querfeldein wandert, nach einer Tagestour nur zurück zu seinem Camp finden möchte oder mit dem Gleitschirm über allem schwebt, dem könnte die Navigationsfunktion vom Spot X völlig ausreichen. Mich erinnert sie an mein erstes GPS-Gerät, mit dem ich vor über 10 Jahren Geocachen gegangen bin. Da sorgten die eingeschränkten Funktionen sogar für ein mehr an Spannung und Rätzenspaß.
Die Navigationsfunktion besteht beim Spot X aus einem Kompass in dem die Richtung des ausgewählten Wegpunktes angezeigt wird und neben dem Daten wie der Zielort, die Entfernung, die eigenen Koordinaten, die Peilung usw. eingeblendet werden. Der dafür benötigte Wegpunkt kann aus einer Liste im Gerät ausgewählt werden, die zuvor durch unterwegs markierte und benannte Punkte oder in den Onlineeinstellungen durch eingetragene Wegpunkte gefüllt werden muss.
Zudem kann das Spot X Reisedaten ausgeben, wodurch weiterhin Kurs, Strecke, Höhe, Geschwindigkeit usw. sichtbar sind. Es enthält jedoch keine Karten. Eine Routenplanung oder das zurückfinden im Schneesturm anhand der aufgezeichneten Rute ist daher nicht möglich. Ein GPS Gerät kann und wird es daher für mich nicht ersetzen.
Geräteverwaltung und Einstellungen
Ohne Internetverbindung kommt das Spot X nicht aus. Zumindest zum Aktivieren und für Updates und Personalisierungen wird ein PC benötigt. Das Handbuch auf einem USB-Stick sowie ein USB zu Micro-USB Kabel liegen bei.
Es gibt jedoch auch Einstellmöglichkeiten auf dem Gerät selbst. Unterwegs können so Details zum Trackingmodus oder Dinge wie Sprache, Uhrzeit, Datum, Maßeinheiten angepasst oder Einstellungen wie die zur Datennutzung, dem Vertrag oder Infos zum Gerät selbst abgefragt werden.
Jedes Spot X muss vor der Inbetriebnahme Aktiviert und Registriert werden. Dies geschieht über die Onlineverwaltung. Nach der Aktivierung kann diese genutzt werden, um Personalisierungen vorzunehmen. Eingetragen werden können hier u.a. Notfallkontakte, die nach Alarmierung über die Rettungsaktion in Kenntnis gesetzt werden sollen. Damit die geänderten Einstellungen auf das Gerät übertragen werden muss dieses an den PC angeschlossen und synchronisiert werden. Die dafür benötigte Software ist kostenlos und kann auf der Seite der Onlineverwaltung heruntergeladen werden. Zu beachten ist dabei nur, dass das Spot X nach der Synchronisation für einige Minuten Satelitenkontakt benötigt, bevor es wieder einsatzbereit ist.


Daten
Gewicht: 210 g (mit Flachband und Karabiner)
Maße: 16.5 x 7.5 x 2 cm
Display: 2.7 Zoll
Wasserdichte: IP67 (1 m tief bis zu 30 min)
Staubdichte: IP67
Stoßfestigkeit: MIL-STD-810G
Betriebstemperatur: -20 bis +60 °C
Betriebshöhe: -100 bis +6500 m
Akku: Lithium Polymer
Laufzeit: 10 Tage (bei 25 °C, 360 ° freiem Himmel und 10 min Tracking)
Kontakt: amerikanische Mobilfunknummer
Kosten für SMS an das Spot X: 19 Cent
Garantie: 1 Jahr (Abweichungen je nach Region)

Laden und Laufzeit
Zum Laden benötigt der Akku eine 5.5 V Quelle in Form eines USB-Anschlusses. Da ich auf Tour meist eine Powerbank dabei habe, ist das kein Problem.
Die Laufzeit beträgt laut Hersteller unter optimalen Bedingungen bei 25 °C, 360 ° freiem Himmel einem Trackingmodus bei dem nur alle 10 min die Position bestimmt und übermittelt wird 240 h / 10 d. Ich selbst habe den Akku nie erschöpft. Bei mehrtägigen Hochtouren reicht er aus und sonst ist die Powerbank nicht weit.
Der verbaute Akku ist ein Lithium Polymer Akku. Gegenüber Lithium Ionen Akkus, bei denen geringe Temperaturen und die daraus resultierende geringe Diffusionsgeschwindigkeit der Lithionionen zu einem Kapazitätsverlust führen, funktioniert dieser auch bei Minusgraden hervorragend.
Der Akku kann nicht nur über USB Anschlüsse vom Handyladegerät, dem PC oder einer Powerbank aufgeladen werden. Auf besonders langen Touren nutze ich ein faltbares Solarpannel von Choetech (Model No SC001, angeblich 19 W). Es liefert zwar nicht die beste Leistung, doch braucht es nicht viel Licht um mit dem Laden zu beginnen. Ein bewölkter Himmel oder Laden im Inneren des Zeltes ist daher auch kein Problem.
Gerät selbst
Das Spot X verfügt über einen kontrastreichen 2.7-Zoll-Schwarz-Weiß-Bildschirm, der auch bei Sonneneinstrahlung gut lesbar ist. Durch einmaliges kurzes Drücken des An-Aus-Schalters lässt sich die Bildschirmbeleuchtung ein- oder ausschalten. Dadurch wird auch bei Nacht keine zusätzliche Lampe benötigt und das Gerät bedienen zu können.
Die QWERTY-Tastatur inklusive Steuerkreuz erinnert mich an mein altes Palm Treo. Für alle die, die nie ein solches Gerät hatten, ist sie vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig. Man kommt aber schnell rein und das Spot X lässt sich damit sehr gut bedienen. Mir ist lediglich aufgefallen, dass die Taste mit dem Punkt nicht richtig funktioniert und öfter oder besonders stark gedrückt werden muss. Alle Tasten sind so schwergängig, dass keine Ausversehen gedrückt werden kann. Sie sind jedoch auch leichtgängig genug, sodass es keine allzu großen Mühen macht längere Nachrichten zu schreiben und die Hauptfunktionen mit den großen Tasten und dem Steuerkreuz können auch mit dünnen Handschuhen bedient werden.
Die Antenne steht deutlich sichtbar ab, macht jedoch einen stabilen Eindruck. Gelegentlich ist sie im Weg, wenn das Spot X in einer kleinen Brusttasche Platz finden soll. Um besten Empfang zu ermöglichen muss die Antenne senkrecht gern Himmel zeigen. Und im Biwak habe ich es daher meist ans Zelt gehängt. So ist die Antenne frei und senkrecht und das Gerät wird beim Senden und Empfangen nicht gestört. Diese Vorgänge dauern nämlich etwas länger.
Das Spot X verfügt oben und unter über die Möglichkeit eine Verlustsicherung anzubringen. Das beiliegende Flachband mit dem Karabiner schließt jedoch nur mit Klett und ist recht lang. Ich habe es einfach an das Spot X geknotet und eine weitere Schnur, sowie einen zweiten zuverlässig schließenden Materialkarabiner verwendet, um es auch auf meinen Hochgebirgstouren sicher und griffbereit am Schultergurt des Rucksacks befestigen zu können.


Vergleich
Mein Handy ist weder wasserdicht, frostfest noch mit Handschuhen bedienbar. Es gibt jedoch Outdoorhandys und meist tut es ein wasserdichtes Smartphone. Das Handy habe ich dann oft ausgeschaltet und schlagfest verpackt im Rucksack, damit es im Notfall auch funktioniert. Die Kommunikation mit Kletterpartnern oder dem Basecamp lässt sich oft mit Amateurfunkgeräten sicherstellen. All diese Geräte kommen jedoch schnell an ihre Grenzen, wenn es um die Positionsbestimmung, die zuverlässige Abgabe eines Notrufs und die Navigation geht. Das Spot X ersetzt aber auch nicht alle Geräte. Ein Smartphone und GPS Gerät nehme ich dennoch mit. Und zusammen mit der Kopflampe, Backuplampe und Kamera kommen da einige Geräte zusammen. Mit Akkus und Batterien bis ich da schnell bei über 1 kg Gewicht.
Spot bietet natürlich auch noch andere Modell an. Neben der Möglichkeit Batterien zu nutzen ist der größte Unterschied jedoch die nicht vorhandene 2-Wege-Kommunikation. Die Kommunikation über die SOS-, OK-, Hilfe- oder vordefinierte Nachricht-Funktion, sowie das Teilen des Standortes und das Tracking sind zwar auch mit dem Spot Gen3 möglich. Jedoch kann mit der Möglichkeit des Spot X Nachrichten zu empfangen Informationen über das Wetter, die Lawinenlage, medizinische Unterweisungen usw. erfragt werden. Und glaubt mir, wenn ihr nach Hilfe ruft ist nichts besser, als die Nachricht zu bekommen, das diese auch unterwegs ist.
Garmin macht mit dem InReach ein ähnliches Angebot. Bei diesem soll die Abdeckung besser sein?, es ist jedoch teurer und die Alarmierungskette ist scheinbar suboptimal. Die Alarmierung in der Schweiz geht z.B. erst an die Kantonspolizei Zürich und die rufen dann die Bergrettung Rega auf den Plan.
Was tatsächliche Satellitenkommunikation angeht, gibt es einige von Immersat, Iridium und Thuraya. Damit ist ein richtiges Telefonat möglich. Die Kosten sind aber dem entsprechend heftig. Zu dem Preis und mit den Funktionen die das Spot X daher kommt, scheint es mir die optimale Lösung für meine Art von Touren und für zukünftige Expeditionen zu sein.
Support
Ich hab im Internet einige Forenbeiträge gefunden, die reichlich Probleme beim Support vermuten lassen. Unklar ist dabei stets, wie blöd sich die Nutzer selbst bei der Benutzung des Geräts angestellt haben. Mir gegenüber waren die Jungs von Variotek stets freundlich und hilfsbereit.
Resümee
Ich bin dankbar dafür, dass ich das Gerät auf zwei jeweils einwöchigen Touren testen und es mit auf die Gipfel von 8 4000ern nehmen durfte. Gerade als uns am Grand Combin beinahe eine Lawine erwischte, wusste ich, dass es sich gelohnt hatte, dieses Gerät mitzunehmen.
Das Spot X ist ein abgefahrenes Teil, das einen nicht vor Katastrophen schützt, einen aber aus einer solchen heraus helfen kann. Gerade wenn ich an Solotouren, längere Alpentouren, Winteralpentouren oder Expeditionen denke, möchte ich es nicht mehr missen. Dieser Draht zur Außenwelt, der immer funktioniert greift zwar das Konzept des Verzichtsalpinismus und des wahren Abenteuers von R. Messner an, doch muss auch ein Abenteurer überlegen, was es ihm Wert ist. Und mein Leben ist mein höchstes Gut. Das Spot X kann einem daher einiges an Wagnissen ermöglichen, sollte aber nie als Rechtfertigung genutzt werden unachtsam zu sein. Denn sobald wir Dinge für sicher halten und unachtsam werden, wird es erst richtig gefährlich.