Funktioniert größtenteils
VORTEILE
- wärmt
- ergiebig
- hält lange an
- habe es gut vertragen
- schützt vor Regen
- schützt vor Auskühlung
NACHTEILE
- schwer zu dosieren
- Ölfilm auf der eingeölten Hautstelle
- wird sehr heiß mit Rucksack
- Ölfilm an den Händen
BEWERTUNG
Das Lavit Sportöl kam passend von OutsideStories zum Testen, als die Temperaturen langsam herbstlicher wurden und nach der langen Hitzeperiode auch ab und an auch mal wieder regnerische Tage zum Testen zur Verfügung standen.

Konsistenz
Die Konsistenz ist ähnlich wie Speiseöl, aber mit etwas geringerer Viskosität. Des Weiteren ist das Öl wirklich sehr ergiebig, daher sollte es sparsam eingesetzt werden. Der Geruch ist für mich sehr angenehm und riecht ein bisschen wie ein Wellness Bereich in einem Hotel.
Etwas störend empfand ich, dass das Öl nicht wirklich einzieht, d.h. ich bin an den eingeölten Stellen immer etwas klebrig geblieben was bei staubigen Bedingungen dann dazu führt, dass der Staub an den Körperregionen haften bleibt (z.B. Chalk-Staub beim Bouldern, oder Laufen/Radeln auf unbefestigten Wegen). Die Kleidung hat bei mir durch das Öl keinen Schaden genommen (…ich hatte aber auch keine weißen Shirts an).
Beim Duschen lässt sich das Öl hinreichend entfernen, sodass keine Rückstände entstehen. Unverträglichkeiten hatte ich auch keine, nicht mal meine Frau, die sehr empfindliche Haut hat.
Wärmewirkung / Dosierung
Die Wärmewirkung stellt sich nach einigen Minuten spürbar ein, dabei macht sowohl die Menge, mit der man sich einölt einen Unterschied (je mehr, desto wärmer) als auch die Stelle, wo man es aufträgt. An den Beinen und Armen mit kurzer Hose empfand ich es recht dezent, am Rücken unterm Shirt schon intensiver und am Rücken unterm Shirt mit Rucksack war es mir persönlich schon etwas zu viel und ich empfand es als unangenehm.
Prinzipiell findet hier nichts anderes statt, als bei anderen Wärmecremes: es sind meist Chili-Extrakte, die zu einem Brennen bzw. zu einer Reizung und damit einer Rötung und vermehrten Durchblutung führen sollen. Daher das Wärmegefühl, dass man auch von scharfem Essen kennt.
Ob dieses Wärmegefühl nun rein oberflächlich stattfindet, oder ob es wirklich bis in die Muskeln vordringt, sehe ich etwas skeptisch. Definitiv schützt der Ölfilm bei Regen und Wind natürlich zusätzlich vor Auskühlung. Der gleiche Effekt wie z.B. bei Hirschtalg oder Gesichtscreme im Winter, die eisigem Wind deutlich den Schrecken nimmt.
Inhaltsstoffe und Beschreibung
Laut Homepage sollen Teufelskralle und Brennnessel für das Wärmegefühl verantwortlich sein, bei den Inhaltsstoffen sieht es aber doch eher nach Chili aus, wie bei den meisten anderen Cremes:
Bei den Inhaltsstoffen kann man die Chili Extrakte am Capsicum (Paprika) erkennen, soweit mein Latein noch funktioniert…Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) und Brennnesselgewächse (Urticaceae) kann ich hier zumindest nicht wiederfinden, eventuell handelt sich ja aber auch um Extrakte etc… dafür kenne ich mich zu wenig aus auf diesem Gebiet.
Ansonsten findet sich hier eine Übersicht über die Inhaltsstoffe:

Testbedingungen
Ich habe die Creme beim Bouldern, Wandern, Laufen und Radfahren getestet, sowie manchmal auch ohne Sport und bin etwas zwiegespalten. Bei der richtigen Dosierung empfand ich das Öl als angenehm wärmend, wenn ich zu viel erwischt habe oder noch zusätzliche Kleidung oder einen Rucksack anhatte, war es schon eher unangenehm. Einen muskulären Effekt konnte ich jetzt nicht wirklich feststellen, ich habe mich beim Klettern aber ganz normal warm-geklettert, trotz Öl. Bei Regen bildet das Öl eine Art Schutzfilm, sodass z.B. auf dem Oberschenkel das Wasser abperlt und es so vor dem Auskühöen schützt.




Die Wirkung setzt zeitverzögert ein, was ich schwierig fand, wenn das Öl zu stark gewärmt hat. Denn dann hätte ich am liebsten den Sport abgebrochen, um es wieder abzuwaschen. Das kann ja nicht Sinn und Zweck eines Sportöls sein.
Preis
Für die 200ml Flasche finden sich im Netz Preise um die 6,- €, das finde ich jetzt ganz OK, zumal es ja sehr ergiebig ist.
Fazit
Das Öl hat definitiv einen wärmenden Effekt (ob oberflächlich oder mit Tiefenwirkung sei dahingestellt), aber ich empfinde die Dosierung als schwierig und hatte ab und an ein sehr unangenehmes Hautgefühl. Ich finde das Öl noch dezenter als eine Creme, die ich einmal geschenkt bekommen habe, diese brennt auch sehr dünn aufgetragen schon sehr unangenehm, was hier beim Öl seltener der Fall ist. Was mich aber stört, ist die dauernde Öligkeit an den eingeschmierten Stellen, einmal an die eingeölten Oberschenkel gegriffen und schon sind die Hände wieder „klebrig“. Da ich mir beim Sport oftmals den Schweiß aus dem Gesicht wische, hab ich dann natürlich schon wieder ein Problem, da der Gesichtsbereich, vor allem um die Augen ausgespart werden soll…
Ich habe nach dem Kochen mal mit Chili-Fingern (trotz gewaschen) meine Augen gerieben, das muss ich nicht noch einmal haben. Auch beim Klettern oder Biken sind ölige Finger alles andere als sinnvoll.
Von mir persönlich bekommt das Öl 3/5 Zelte, da es ja an sich funktioniert und oft auch angenehm war. Für das nicht-Einziehen, die schwere Dosierbarkeit und das eventuell damit verbundene Brennen gibt’s von mir jeweils ein Zelt Abzug von den maximal fünf Zelten. Ich denke man muss ausprobieren, ob man wärmende Produkte persönlich als angenehm empfindet, oder nicht.
PS: Da ich gerade beim Physiotherapeuten bin, habe ich dort mal gefragt, was sie von so Wärmegels halten und die meinten, die Durchblutung fördert man am besten mit Heiß/Kalt Wechselduschen, oder Baden der gewünschten Stellen oder mechanisch (Massage, Blackroll oder Nadelroller etc…) oder ganz „oldschool“ mit Bürsten über die Stelle Bürsten, dann gibt’s auch keine öligen Chili-Hände!
Das gibt’s aber nur als Zusatzinfo, die meine Bewertung nicht beeinflusst hat.