Hochwertiger Rucksack für kurze und lange Touren
VORTEILE
- Strapazierfähiges Material, solide verarbeitet
- Stark wasserabweisend
- Leicht
- Viele durchdachte Taschen
- Hüftgurt in zwei Varianten
- Inkl. Tasche für Trinkblase
NACHTEILE
- Relativ teuer
BEWERTUNG
Test Wy'east Daypack von Six Moon Designs
Als Fan von sehr leichtem Equipment habe ich mich auf den Rucksack gefreut. Bei einem Fassungsvermögen von 30 Litern eignet er sich für mich auch für längere Touren. Da ich versuche, mein Gepäck unter 10 Kilo zu halten.
Die Firma Six Moon Designs wurde vor über 20 Jahren in Amerika von einem Thru-Hiker (PCT, AT) gegründet. In den USA wird das Thema Ultra-Light Equipment schon seit Jahren verfolgt und Six Moon hat sich in diesem Segment etabliert. Die Produkte sind inzwischen technisch sehr ausgereift, so war ich sehr gespannt, was der Wy’east zu bieten hat.
Mein erster positiver Eindruck: Das auf der Herstellerseite angegebene Gewicht stimmt zu 100% mit dem Gewicht überein, das ich nachgewogen habe.



Die technischen Daten:
Abmessungen: 36 cm x 18 cm x 46 cm
- Geeignet für Rückenlängen von 38 - 56 cm
- Maximale Last: 9 kg
Material: 210D Nylon Robic ; Rücken: 3D Mesh ; Außentaschen: Ultra Stretch
Ich konnte auf der Herstellerseite nichts über die Wasserresistenz finden. Für mich sieht das Material auf jeden Fall stark wasserabweisend aus. Der Reißverschluss am Deckelfach ist abgedichtet. In meinem Test habe ich die kleine Pfütze (siehe Foto) ca. 10 Minuten stehen lassen, danach war es leicht feucht an den Innennähten. Aber alles im Rahmen. Solange es kein Starkregen ist oder der Rucksack in einen See fällt, sollte er wasserfest sein.


Volumen:
- Hauptfach: 24L
- Große Außentasche 4L + Seitentaschen 2L
- Gesamt: 30 L
Der Rucksack ist konzipiert wie die typischen UL-Rücksäcke, die Thru-Hiker in den USA verwenden. Ein großes Hauptfach und diverse Außentaschen und Ösen, um das Gepäck bei Bedarf zu erweitern.
Es gibt viele nützliche und durchdachte Merkmale. Eine Reißverschluss-Innentasche für Schlüssel, Geldbörse mit kleinem Haken, an dem man etwas befestigen kann.
Eine Tasche für eine Trinkblase (19 cm x 35 cm) und entsprechende Schlitze an der Abdeckung für den Trinkschlauch. Man kann die Tasche abnehmen, wenn man sie nicht benötigt, oder zweckentfremden.


Besonders mag ich das große Deckelfach, da ich immer gerne einige Sachen im Zugriff habe.
In die Netztaschen an der Seit passen 1 Liter-Flaschen in die Netztaschen an den Schultergurten 0,5 Liter-Flaschen, oder eben Handy und andere Kleinigkeiten. Die Netztaschen an den Schultergurten sind mit Tunnelzug verschließbar. Die anderen sind offen, aber tief genug, so dass nichts herausfällt.
Der Rücken ist mit einer genoppten EVA-Platte verstärkt und durch ein Netzmaterial belüftet. Allerdings zum Innenfach mit dem wasserabweisenden Material vernäht, so dass man oder über den Rücken kein Wasser in den Rucksack bekommt.
Die EVA-Matte kann man herausnehmen, entweder um Gewicht zu sparen, oder um sie als Sitzkissen zu nutzen. Ich finde es allerdings unterwegs mühsam, die Matte aus einem gefüllten Rucksack herauszufummeln. So ist das eher eine theoretische Möglichkeit oder etwas, das man am Abend nutzen kann.
Die Schultergurte sind einfach verstellbar und ausreichend gepolstert für 9 Kilo Gewicht.
Alles ist hochwertig verarbeitet. Gefühlt könnte man auch mehr als 9 Kilo in den Rucksack packen.




Zusätzliche Gadgets:
Abnehmbarer Hüftgurt. Dieser ist nicht gepolstert und nur 2 Zentimeter breit. Ersetzen kann man ihn mit einem Gurt mit gepolsterten Hüfttaschen. Das bietet sich an, wenn man wirklich an die 9 Kilo im Gepäck hat, da man dadurch das Gewicht besser auf der Hüfte platzieren kann. Das Wechseln geht einfach über Clip-Karabiner.


Und ... es gibt eine kleine, rote Trillerpfeife am Brustgurt. 😊

Durch diverse Schlaufen kann man gut zusätzliches Gepäck, Wanderstöcke etc. befestigen.
Meine Testtour:
Ich packe fast komplett mein gesamtes Equipment für eine Wochenendwanderung mit meinen Hunden: Zelt, Schlafsack (Sommer), kleine Isomatte für mich, Klamotten, Kocher, und Verpflegung für mich und die beiden Hunde passen locker in das Innenfach. Da wir entlang eines Flusses wandern, benötige ich kein zusätzliches Wasser für die Hunde.
So nehme ich nur zwei 0,5 Liter-Flaschen in den Schultergurten mit. Meine Z-Lite-Matte, auf der die Hunde schlafen, habe ich außen am Rucksack angebracht. Bei den Außenfächern nutze ich nur das Rückenfach für meine Regenjacke.
Der Rucksack lässt sich angenehm tragen. Ich bin 1,72 Zentimeter groß und schlank. Die Polsterung der Schultergurte ist ausreichend. Durch den breiten Hüftgurt mit den Bauchtaschen kann ich die ca. 7 Kilo auch gut auf die Hüften bringen. Später ziehe ich die Schultergurte etwas an, damit ich die Traglast mehr auf den Schultern trage – ein wenig Abwechslung für die doch etwas untrainierten Muskeln.



Fazit:
Bei meiner Tour hat sich der Rucksack sehr gut bewährt. Aus meiner Sicht würde er sich auch für eine Mehrtageswanderung mit durchdachtem Gepäck eignen. Beim Ausschöpfen der maximalen Beladung von 9 Kilo würde ich den leicht gepolsterten Hüftgurt mit den Außentaschen ergänzen.
Das Material ist strapazierfähig und sehr solide verarbeitet. Dadurch ist er nicht ganz so leicht wie andere Rucksäcke aus dem Segment, wird aber voraussichtlich auch länger halten. Das hat natürlich seinen Preis: 175 € + 38 € für die Hüfttaschen sind für mich an der oberen Grenze – man bekommt dafür aber ein sehr hochwertiges Produkt.
