Ein absolutes Spitzengerät zur Selbstoptimierung
VORTEILE
- leicht und intuitiv zu bedienen (wie Android-Handy)
- schnell und präzise dank GPS, GLONASS und Kompass
- Synchro mit Cloud, PC, App, Strava, Komoot, TrainingPeaks, Dropbox
- 9 verschiedene Ziel- und Routeneingabemöglichkeiten
- großer Touchscreen mit scroll-Schaltern
- zusätzliche Sensoren erhältlich (Herzfr., Gesch., Kadenz)
NACHTEILE
- An- und Ausschalter viel zu klein
- Ablesen erschwert (Bildschirm glänzend statt matt)
- Aufladen während der Fahrt nicht möglich (Sporthalterung)
- Micro SD Karte wird nicht immer/gleich erkannt
- keine Wetterapp, keine Musikapp
- damit kein rundum Handyersatz auf Radtouren
BEWERTUNG
Fahrradcomputer – wie der Rox 12.0 Sport von Sigma – können die Navigation erleichtern, damit der Fokus ganz auf dem Training liegt. Sie können Daten von verschiedenen Sensoren sammeln und auswerten, damit sich der Sportler ganz im Blick hat. Und sie können diese Daten für weitere Verwendungen zur Verfügung stellen, damit ein Vergleich und langfristige Analysen möglich sind. Zudem ist dieses Gerät in seinen Funktionen und der Bedienbarkeit voll und ganz auf den Einsatz am Rad optimiert und sollte daher einiges mehr können, als es ein Handy mit der passenden App bieten dürfte. Bei dem ein oder anderen könnte eine solche Orientierungs- und Organisationshilfe den Spaß am Fahren und Trainingserfolge steigern. Andere lassen sich durch Optimierungswahn und ewige Vergleiche demotivieren oder gar deprimieren. Hier gilt es also persönlich abzuschätzen, ob ein weiteres technisches Spielzeug die Investition wert ist.

Funktionsumfang
Verbindungsmöglichkeiten: Zum Sammeln und Austauschen von Daten verfügt das Gerät über WiFi, Bluetooth und ANT+, zudem laufen Apps wie Strava, Komoot, Gpsies, Training Peaks und Dropbox direkt auf dem Gerät und die Sigma Cloud bietet mit dem dazu gehörigen Programm Sigma Database und der App Sigma Link eine ganz eigene Infrastruktur zum Tracken, Auswerten und Planen.
Navigation: Die Navigationsfunktion spielt optimal mit den fürs Training relevanten Funktionen zusammen. Sie nutzt GPS, GLONASS, Kompass, vorinstallierte aber austauschbare Offlinekarten und bietet eine Vielzahl von Ziel- und Routeneingabemöglichkeiten. Zudem können Apps wie Komoot oder Strava zur Routenplanung direkt benutzt oder anderweitig Routendaten eingespeist werden.
Sportprofile: Um das Gerät für verschiedene Fahrräder zu optimieren kann zwischen vier individualisierbaren Sportprofilen gewechselt werden. Diese enthalten Einstellungsmöglichkeiten zum Tracking, zur Datenausgabe, zu automatischen Alarmen für Essen, Trinken und Anderes basierend auf Distanz, Zeit oder Kalorienverbrauch, zum Rad selbst, zur Datenverarbeitung und -interpretation und zur Routenberechnung. Zudem kann hier für das jeweilige Profil die GPS/GLONASS Funktion ein- oder ausgeschaltet werden.
Tracking: Das Speichern, teilen und Auswerten der Daten ermöglicht es erst, das Gerät gezielt für die Trainingsplanung und -Auswertung zu verwenden. Die firmeneigene Software für PC und Handy ist dafür großartig, wodurch das Gerät auch ohne zusätzliche Apps und Co von Drittanbietern auskommt.
Sensoren: Allein durch die im Gerät verbauten Sensoren (GPS, GLONASS, 3-Achsen-Kompass, Temperatur) lassen sich schon einige Daten bestimmen und mitschreiben. Dazu gehören Orts-, Richtungs-, Höhen-, Entfernungs-, Geschwindigkeits-, Zeit- und diverse Durchschnittsdaten. Zudem schätz das Gerät anhand dieser Daten und weiterer Voreinstellung zum Rad und Benutzer weitere Angaben, wie Leistung und Kalorienverbrauch. Zusätzlich sind Geschwindigkeits-, Kadenz-, Kraftübertragungs- und Herzfrequenz-Sensoren erhältlich.
Speicher: Der Interne Speicher kann mit 8 GB theoretisch 10000 h an Tätigkeiten abspeichern. Zudem kann eine Micro-SD-Karte bis zu einer Größe von 128 GB eingelegt werden. Das Gerät hatte allerdings Schwierigkeiten die von mir eingelegte SD-Karte zu erkennen, wodurch ich keinen zusätzlichen Speicher nutzen konnte. Vom internen Speicher standen mir nach 2 Monaten noch etwa 2 GB zur Verfügung.
Individualisierung: Durch eine Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten und Eingabemöglichkeiten u.a. benutzer- und fahrradspezifischer Daten kann das Gerät sehr gut an Fahrer und Fahrrad angepasst und durch die Verwendung verschiedener Sportprofile für verschiedene Fahrräder und Disziplinen zugleich flexibel gehalten werden. Diese Optimierungsmöglichkeiten vereinfachen die Bedienung, die Datenausgabe und die Interpretation.

Navigation
Die Zielfindung und Routenplanung ist durch 9 verschiedene Herangehensweisen sehr einfach.
Das Ziel oder die exakte Route kann durch die Adresseingabe, das direkte Zeichnen einer Route auf der Karte, das Suchen eines Point-Of-Interest, das Auswählen eines Punktes auf der Karte, das Auswählen eines der zuletzt verwendeten Ziele, das Auswählen voreingespeicherter Favoriten, die Auswahl voreingespeicherter Tracks, die Auswahl zuletzt zurückgelegter Strecken oder die direkte Eingabe von Koordinaten vorgegeben werden.
Bei Zielangaben, die keine explizite Route vorgeben, werden Routen berechnet und einem wird eine Auswahl zwischen einer empfohlenen, einer einfachen und einer möglichst kurzen Strecke präsentiert. Die Kriterien für die Routenberechnung können zudem angepasst und für jedes Sportprofil unterschiedlich sein, sodass die für das gerade verwendete Fahrrad auch in Frage kommen.
Die Ausgabe der Routenführung und damit die tatsächliche Navigation hat ihre Stärken und kleine Schwächen. Das Gerät macht über akustische und optische Signale rechtzeitig auf das als nächstes vorgeschlagene Abbiegen aufmerksam. Auf den Screens mit der Karte wird die Routenführung angezeigt, auf den anderen Screens kann ein Feld mit Informationen eingefügt werden. Ansonsten erscheint dort auch automatisch ein Feld mit Informationen zum Abbiegen, dass dann für eine kurze Zeit andere Informationen verdeckt. Durch einfaches Antippen verschwindet die Überblendung aber auch.
Das akustische Signal erfolgt dabei rechtzeitig und mehrfach in unterschiedlichen Abständen zur Abbiegung. Ein optisches Signal oder eine Information zur Abbiegung durch LEDs oder ähnliches gibt es leider nicht. Für diese Informationen muss also der Bildschirm eigeschaltet werden. Auf einem der Navigationsbildschirme mit Karte ist die Strecke gut nachvollziehbar. zudem können Informationen zur Abbiegung (z.B. Kreisverkehr 2. Ausfahrt) ausgegeben werden. Problematisch ist es dann, wenn die Route nicht dem Straßenverlauf folgt, es jedoch vom Gerät nicht als Abbiegung erkannt wird. In einem solchen Fall ist der Bildschirm hoffentlich eingeschaltet. Ein Blick an kritischen Stellen auf die Karte lohnt sich in jedem Fall.
Bevor ich wusste, dass durch Tippen auf die Karte Buttons zum Zoomen erscheinen, mit denen der Maßstab für die Übersichtskarte eingestellt werden kann, habe ich dutzende Abzweigungen verpasst. Steht ein erkanntes Abbiegemanöver an, so wechselt das Gerät in einen detaillierteren Maßstab, der das Erkennen der Route mit Linie und Pfeil sehr einfach macht.

Erfahrungen beim Training
Ich habe das Gerät ohne die zusätzlich oder im Bundle mit dem Gerät erhältlichen Sensoren (Geschwindigkeits- + Kadenzsensor und Herzfrequenzsensor) getestet. Doch auch so bietet es einen umfangreichen Mehrwert für das eigene Training.
Mein Training sieht so aus, dass ich jeden dritten Tage eine Strecke von 70 km mit einem 28er bis 32er Schnitt fahre. Um diese Strecke zu tracken muss ich das Gerät einschalten und auf den Startknopf drücken. Während der Fahrt kann ich mir über mehrere leicht individualisierbare Screens Daten sehr übersichtlich ausgeben lassen, um die bisherige Fahrt und die restliche Strecke besser einschätzen zu können. Das hilft ungemein dabei, möglichst nahe an sein eigenes Limit heran zu kommen, ohne dabei frühzeitig kaputt zu gehen.
Bei der Verwendung ohne die zusätzlichen Sensoren reichen mir 3 Screens aus. Den Ersten mit der Karte nutze ich eher beim Fahren neuer Strecken, wie beim BikePacking. Der Zweite mit dem Höhenprofil wird sehr Hilfreich, wenn eine bestimmte Route abgefahren wird, weil er einem dann auch zeigt, was noch vor einem liegt. Für mich hier im Norden jedoch entbehrlich. Auf dem dritten Screen lasse ich mir Daten wie die Geschwindigkeit und deren Durchschnitt anzeigen, sowie die bisherige und die noch zu fahrende Distanz. Die Bisherige Dauer und die Uhrzeit können auch helfen, wenn das Trainingsziel nicht eine bestimmte Strecke, sondern eine Fahrzeit ist. Und die Zeit zum Ziel wird tatsächlich direkt aus der Entfernung und dem bis dahin gefahrenen Geschwindigkeitsdurchschnitt berechnet und ist daher eine wirklich brauchbare Angabe, wenn es darum geht, wie lange es noch durch zu halten gilt.
Die Möglichkeit Strava auf dem Gerät zu nutzen habe ich ausprobiert und kann sagen, dass es einfacher nicht sein könnte. Zu Hause angekommen verbindet sich das Gerät automatisch mit dem WLAN, auf einen Knopf gedrückt, werden die Daten der gerade gefahrenen Strecke unter meinem Strava Profil gepostet und können dann vom Handy aus noch bearbeitet oder ergänzt werden.

Erfahrungen auf Bikepackingtouren
Die Montage mit der Sporthalterung war mir trotz Lenkertasche möglich, jedoch wird so der USB Anschluss vom Lenker versperrt. Da ein Laden während der Fahrt dadurch entfällt und ich nicht sicher bin, ob das Gerät mit eingeschaltetem Bildschirm 12 h am Stück durchhält, die Tour aber unbedingt gatrackt werden sollte, habe ich den Bildschirm immer bei Bedarf über den viel zu kleinen und friemeligen An- und Ausschalter eingeschaltet und nach einem Abbiegemanöver oder einem Blick auf die Trackingdaten wieder ausgeschaltet. Letztlich habe ich dann zu einer Montage per Kabelbinderplatte auf dem Oberrohr des Fahrradrahmens gewechselt. So kam ich deutlich besser an den An/Ausschalter und konnte das Gerät mit einer Powerbank in der Rahmentasche laden.
Getestet habe ich das Gerät auf einer fünftägigen 500km-, einer zweitägigen 600km-, sowie einer 500km- und einer 600km-Tour ohne Schlaf.
Was mich besonders positiv überrascht hat, ist die direkte und möglichst kurze Routenberechnung. Die Auswahl zwischen verschiedenen Routenvorschlägen ist wirklich gut und bei einer abschließenden 230 km Etappe der fünftägigen BikePackingTour hatte ich so nicht das Gefühl unnötige Umwege zu fahren.
Auf der zweitägigen 600km-Tour führte mich die „direkte“ Route entlang der Luftlinie über 250 km, jedoch gelegentlich auf viel befahrenen Straßen ohne Fahrradweg. Auf dem Rückweg habe ich die „einfache“ Route gewählt. Diese bestand aus mehr kleineren Straßen oder Straßen mit Radwegen, war 270 km lang und hatte weniger Höhenmeter. Die dritte Auswahlmöglichkeit wäre die „empfohlene“ Strecke gewesen, die ich nicht gefahren bin, da sie gut 100 km länger gewesen wäre.
Auf meiner 500km und 600km-Tour je an einem Stück, habe ich die „empfohlene“ Strecke ausprobiert, da ich lediglich Strecke machen und nicht irgendwo besonders schnell ankommen wollte und kann sagen: Es lohnt sich. Der ZickZackKurs ist mit unter gerechtfertigt und wer sich nicht stressen möchte, sollte diese Option ausprobieren.
Mein Handy, auf das ich während einfacherer Trainingsfahrten verzichten konnte, musste bei mehrtägigen Touren zusätzlich Platz am Lenker finden. Die Möglichkeit bei Navigationsproblemen und vor allem zur Lagerplatzsuche andere Karten heran ziehen zu können, sowie die Möglichkeit Wetterdaten abrufen und während der Fahrt Musik hören zu können waren doch zu wichtig.

Daten
Maße und Gewicht: 11.5 x 6 x 1.8 cm, 127 g (ohne Halterung)
Akkulauzeit: 16 h (Normalbetrieb) / 40 h (mit Bildschirm aus)
Akku-Typ: fest verbauter Lithiumpolymerakku LiPo, 2000 mAh
Temperaturbereich: -10 bis +60 °C (laden bei 0 bis +50 °C)
Displaymaterial: Gorilla-Glas, glänzend, LCD, Edge-LED
Displaymaße: 75.5 mm / 3 " Diagonale, 200 x 400 px Auflösung
Schutzklassen: IP67, IPX7 (Staub- und Wasserschutz bei kurzfristigem Tauchen)
Orts- und Richtungsbestimmung: GPS, GLONASS, 3-Achsen-Kompass
Karten: OpenStreetMaps, 29 Länder, kostenlos, austauschbar
Verbindungen: Micro USB 2.0, WiFi ESTI/FCC, Bluetooth 4.0, ANT+
mögliche Sensoren: Geschwindigkeit, Kadenz, Kraftübertragung, Herzfrequenz
firmeneigene Software: Sigma Cloud, PC: Sigma Data Center, App: Sigma Link
Apps: Strava, Komoot, Gpsies, Training Peaks, Dropbox
Betriebssystem: Android
Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Polnisch, Spanisch
Lieferumfang: Gerät, Bedienungsanleitung, Haltearm, Halteplatten mit Kabelbindern, Gummiunterlegringe für Halterungen, GoPro Halterung, USB Kabel, Handgelenkschlaufe
Zubehör: Befestigungsmittel, farbige Schutzhüllen, Sensoren

Inbetriebnahme
Die Inbetriebnahme bis hin zur ersten Benutzung geht sehr schnell, einfach, intuitiv und offline. Nach dem erstmaligen Einschalten leitet einen das Gerät durch eine Reihe von Voreinstellungen. Je mehr Angaben hier gemacht werden können, desto besser funktioniert im Nachhinein die Auswertung der gesammelten Daten.
Neben Angaben zu gewünschten Geräteeinstellungen und Angaben zur trainierenden Person sollte das Gerät jedoch bald mit einem WLAN verbunden und mit einem Sigma Cloud Account eingeloggt werden. Zudem geht das Registrieren und Einloggen bei Komoot, Strava, Training Peaks usw. vom Gerät aus.

Montage
Die Montage sollte mit dem beiliegenden Haltearm oder einer der kleinen twistlock-Platten ganz einfach sein.
Doch können auch hierbei Schwierigkeiten auftreten. Auf dem Haltearm sitzt das Gerät recht tief, was einerseits die Sichtbarkeit bei einer tiefen und sportlichen Körperhaltung verbessert, andererseits kann es so weiteren Lenkeranbauten oder Bikepackingtaschen in die Quere kommen. Damit das Gerät mittig sitzt benötigt der Arm 12 mm Platz links vom Vorbau. In den Teil des Arms, der den Lenker umschließt, muss ein Gummiring eingelegt werden. Von den beiden beiliegenden Ringen scheint der dünnere jedoch etwas zu dick für einen 31.8 mm Rennradlenker zu sein. Der Arm könnte mit einer etwas dünneren Einlage weiter schließen, er sitzt jedoch auch so stabil und rutschfest. Ein schönes Extra ist die Actioncam-Halterung die auf der Unterseite des Haltearms befestigt werden kann und eine GoPro typische Gelenkaufnahme ist.

Bedienung
In der Hand gehalten bedient sich das Gerät fast wie ein Smartfone. Der Touchscreen funktioniert sehr gut und selbst mit der eingeblendeten Tastatur lässt es sich auf dem 6.5 x 3.8 cm großen Bildschirm sehr gut schreiben. Die Bedienung montiert am Fahrrad oder mit Handschuhen wird dadurch vereinfacht, dass sich am Gerät 6 Taster befinden. Bis auf den Ein- und Ausschalter, der auch zum energiesparenden Ausschalten des Bildschirms benötigt wird, lassen sich die Taster auch gut bedienen. Touchhandschuhe funktionieren auch. Zum Scrollen deutlich besser, als zum Schreiben.
Die Taster an den Seiten haben denselben Effekt, wie das nach links und nach rechts Wischen auf dem Bildschirm. Die Taster unten auf der Vorderseite sind zum Starten und Stoppen der Aufzeichnung, zum Runden abschließen und zum Zurückkehren von den die Navigation und die Trainingsdaten anzeigenden Screens zurück zu jenen, über die Apps, Funktionen und Einstellungen gesteuert werden.
Alle während der Fahrt relevanten Funktionen können somit über den Touchscreen, sowie über die Taster bedient werden. Andere Funktionen, wie das Navigieren, oder die Schnelleinstellungen könne nur über den Touchscreen hier durch das rauf und runter Wischen aufgerufen werden.

Einstellungen
Unter dem Menüpunkt Einstellungen können die bei der Inbetriebnahme vorgenommenen Einstellungen geändert, weitere Einstellungen vorgenommen oder Informationen über das Gerät abgerufen werden. Zudem ist hier das Updaten der Firmware, sowie das zurücksetzen auf Werkseinstellungen möglich.

Benutzeroberfläche
Die Oberfläche wirkt aufgeräumt und klar strukturiert. Durch den Homebutton kommt man stets zum mittleren Startbildschirm zurück. Von dort aus kann nach links und rechts durch die Menüpunkte gescrollt werden. Durch herunter Wischen öffnet sich ein Schnellauswahlmenü, durch hinauf Wischen das Navigationsmenü. Im Fahrmodus funktionieren das hinauf und herunter Wischen genau so. Durch links rechts Wischen kann hier zwischen der Karte und detailierten Datenausgaben gewechselt werden.
Da es auf Android läuft und wie ein Handy designt wurde und die Menüpunkte wie Apps fungieren ist die Bedienung wie gewohnt. Und wer bisher sein Handy mit Apps wie Komoot oder Strava nutzt, kann diese auf dem Rox 12.0 Sport einfach weiter nutzen. Jedoch erscheinen die Apps auf dem Gerät nicht wie auf dem Handy. Es ist vielmehr eine Synchronisation der Daten zwischen Gerät und App. Für eine Bearbeitung der Daten muss nach wie vor die App auf dem Handy bemüht werden.
Die Oberfläche lässt sich zudem personalisieren. Allein in der Datenausgabe können bis zu 6 Bildschirme mit detailierten Daten aufgesetzt werden. Diese können zudem für jedes der vier Sportprofile unterschiedlich sein.

Verbindungsmöglichkeiten
Das Gerät verfügt über keine SIM-Karte, ist damit während der Fahrt offline und benötigt keinen zusätzlichen Vertrag. Dadurch entfallen unterwegs mögliche Irritationen und Ablenkungen und die gesammelten Daten können dann zu Hause über WLAN hochgeladen und mit Programmen und Apps synchronisiert werden.
Die weiteren Verbindungsmöglichkeiten via Bluetooth und Antenna können zur Verbindung mit zusätzlichen Sensoren genutzt werden. Diese ermöglichen das Sammeln von mehr und genaueren Daten, was die Gesamtauswertung und Interpretation umfangreicher und genauer werden lässt.
Die Verbindung mit dem WLAN, sowie das Registrieren und Verbinden mit einigen Apps hat bei mir einwandfrei geklappt. Die weiteren Verbindungsmöglichkeiten habe ich nicht getestet.

Mehrwert
Ein anständiges Navigationsgerät ermöglicht ein gezieltes und schnelles Fahren. Ein Handy mit App und Offlinekarten ermöglicht dieses jedoch besser, auf Grund des größeren Bildschirms, der ein vorausschauendes Fahren bei gleichzeitiger detaillierter Kartenwiedergabe ermöglicht. Der Mehrwert des Rox 12.0 Sport liegt vielmehr darin, diese Navigation mit dem Monitoring anhand mehrerer Sensoren in einem einzigen kleinen und leichten Gerät zu vereinen. Zudem benötigt es deutlich weniger Strom als ein Handy mit eingeschaltetem GPS. Wem also das ausführliche wie einfache Datensammeln zur Selbstoptimierung ebenso wichtig ist, wie ein ultraleichtes Trainingssetup, der wird hier vielleicht fündig. Für mich besteht der Mehrwert vor allem dann, wenn das Gerät im Training über große Zeitspannen hinweg konsequent genutzt wird. Die statistische Datenauswertung von Sigma Data Base ist zudem genau auf eine solche Verwendung ausgelegt.
Eine Kleinigkeit mit der sich der Mehrwert des Gerätes sicher noch steigern ließe, wäre ein matter Bildschirm. Glänzende Oberflächen können bei ungünstig einfallendem Licht die Lesbarkeit erschweren. Und wenn nichts zu lesen ist, bringt das Gerät recht wenig.

Resümee
Das Rox 12.0 Sport aus dem Hause Sigma ist fürs Training absolute Spitze. Die Bedienung ist einfach, die gesammelten Daten werden übersichtlich ausgegeben, einfach mit anderen Geräten und Apps synchronisiert, geteilt und interpretiert. Beim Einsatz als Navigationsgerät auf langen und mehrtägigen Touren hatte ich anfangs meine Probleme, bin mittlerweile jedoch ebenso zu Frieden. Wer also auf Musik verzichten kann, das Wetter eh nur durch einen Blick in den Himmel einzuschätzen weiß, vielleicht sogar andere Karten auf dem Gerät installiert und sich ein wenig mehr in die Individualisierungsmöglichkeiten der Navigation hinein fuchsen möchte, hat in diesem Gerät sicher ein Gerät für alles. Sicher liegen meine Ansprüche auf Grund meiner extremen Touren auch über denen normaler Radfahrer. Daher denke ich, dass eine uneingeschränkte Empfehlung durchaus angebracht ist. Doch denke bitte daran. Teure Ausrüstung kann dir zwar helfen, dein Rad für dich und deine Bedürfnisse zu optimieren. Sie garantiert aber nicht einen starken Körper, fitten Geist und mehr Spaß am Fahren. Und mal ehrlich, wenn man sich so etwas einfach erkaufen könnte, wäre es auch nichts wert.