Überzeugend nur für kürzere und spontane Einsätze
VORTEILE
- schneller Auf- und Abbau
- geringes Gewicht
- kleines Packmaß
- flexible Einsatzmöglichkeiten
- Preis
- innovativ
NACHTEILE
- Als Einzelperson kaum aufbaubar
- Sicherheit bei höherer Geschwindigkeit
- Kratzgefahr durch Scheuern
- Belastung für Gummidichtungen
BEWERTUNG
Ein portabler Dachgepäckträger, der sich in Windeseile auf- und abbauen lässt, sich zudem so klein verstauen lässt, dass er auch ohne Weiteres im Handgepäck mitgeführt werden kann, klingt zunächst unglaublich spannend. So fliegt man in den Süden, leiht sich einen Wagen und denkt sich, wie bekomme ich jetzt nur mein Surfbrett von A nach B. Oder im Skiurlaub: benötigt man einfach mal im Auto die Rückbänke, weil man noch jemanden mitnehmen muss, schnallt man seine Skier oder sein Board schnell auf das Dach. Klingt in der Theorie äußerst einfach, lässt einem in der Praxis und in der Handhabung doch hin und wieder ein wenig ins Schwitzen kommen, wobei ich auch hier denke, dass Übung bekanntlich den Meister macht.
Getestet wurde von mir der Shred Reck Air, die mittelgroße Variante von drei möglichen Dachgepäckträger. Neben der Air-Variante gibt es noch die Mini und die Prime Variante, die sich letztlich alle in ihrer Größe und in ihrer Fähigkeit, größerer Gewichte und Längen zu transportieren, unterscheiden. Mir kam zunächst die Air Variante am sinnvollsten vor, da diese es aufgrund ihres geringen Packmaßes es ermöglicht, einfach mitgenommen zu werden.
Grob formuliert ist die Idee folgende: Zwei Luftschläuche werden auf das Dach (vorne und hinten) platziert. Auf diese durch die Luftschläuche gebildete Tragfläche können dann zu transportierende Gegenstände, wie z.B. Skier, Kajaks etc. gelegt werden, welche wiederum durch Gurtbänder, die durch vorhandene Schlaufen an den Luftschläuchen, befestigt werden. Die Gurtbänder laufen dann schließlich durch die Türöffnungen auf Beifahrer- und Fahrerseite hindurch und werden in der Mitte im Innern des Autos befestigt und festgezurrt. Mit dieser Konstruktion auf dem Dach ist es schließlich gestattet, bis zu 100 KmH zu fahren.
Daten:
Das Gewicht des Sets ohne Befestigungsgurte beträgt ein Kilogramm und hat die Maße von einer Länge von 90 cm und einem Durchmesser von 15 cm. Das Reck (Luftschlauch) selbst hat wiederum drei Befestigungsschlaufen, so dass auch mehrere Gegenstände auf dem Dach befestigt werden können.


Die luftdichte Innenblase des ShredRack’s besteht aus einer hochwertigen TPU-Folie (Thermoplastisches Polyurethan), welches bei Temperaturen von -°20C-°110C problemlos eingesetzt werden kann. Besonders wichtig ist auch die hohe Dehnbarkeit des Materials, was eine Beschädigung des Materials erschwert, so der Hersteller.
Aufbau und Anbringung:
Die Luftschläuche:
Die Luftschläuche bestehen letztlich aus zwei Komponenten, einmal dem Luftschlauch als späteres Polster selbst und dem Luftansaugschlauch. Infolge einer ausholenden Armbewegung und dem Nachpressen der eingezogenen Luft kann der Polsterschlauch schnell gefüllt werden. Dies bedarf einiger Übung, aber schon nach einigen Malen wird man immer schneller, so dass man beide Schläuche innerhalb weniger Minuten gefüllt haben wird. Das Entweichen der Luft wird durch einen Klettverschluss verhindert, welcher geöffnet werden muss, wenn man später die Luftschläuche wieder entleeren und zusammenrollen möchte.




Anbringung auf dem Dach:
Achtung: Zunächst eins vorweg: Der Hersteller weist darauf hin, dass das Dach nach Möglichkeit sauber sein sollte. Dies macht definitiv Sinn, denn wenn man sich überlegt, dass die Luftschläuche auf dem Dach ein wenig Spiel bekommen könnten und hin- und herrutschen könnten, könnte es sicherlich zu feinsten Kratzern auf dem Dach kommen. Bei meinen Versuchen mit einem nicht richtig sauberen Dach gab es jedoch keine Kratzer, so dass ich guter Dinge bin, dass dies auch so bliebe. Der Fairness halber möchte ich aber auf diese Gefahr hinweisen, so wie es auch der Hersteller macht.
Die Spanngurte hingegen verursachen laut Hersteller keine Kratzer, was schon einmal beruhigend ist:
„Keine Kratzer am Autolack dank hochwertiger Verarbeitung und Kunststoff ummantelter Klemme mit zusätzlicher weichen Polsterung aus Neopren. Geprüfte Qualität nach DIN EN 12195-2 bis 250Kg (Bruchlast 950 Kg) geeignet für professionelle Anwendungen. Das Gurtband besteht aus robustem und qualitativ hochwertigem Polyester (PES). „
Die Anbringung selbst verläuft relativ einfach, sofern man zu zweit ist. Alleine den Träger anzubringen, halte ich für sehr beschwerlich, wenn auch nicht für unmöglich, sofern es windstill ist und es keine Neigungen gibt. Denn es ist klar: Sobald ich auf der einen Seite ziehe, kann es auf der anderen Seite wieder verrutschen. Ebenso verhält es sich bei etwas Wind. Die Polster machen sich einfach davon.
Man legt also die Airs auf das Dach, positioniert sein Ski oder Ähnliches auf diese, und lässt das zu befestigende Gurtband durch die Schlaufen des Airs und durch das zu befestigende Etwas laufen.


Im Innern des Autos führt man das Gurtband dann zusammen und zieht es fest. Die Türdichtungen werden dabei durchaus stärker beansprucht, da Druck auf diese ausgeübt wird. Nach Lösen der Gurtbänder konnten jedoch bislang keine Beschädigungen festgestellt werden.


Nach dem Festzurren des Gurtbandes hat man eigentlich schon alles erledigt und kann losfahren.


Das Urteil:
Die Vorteile liegen somit auf der Hand: einfache Handhabung (sofern zu zweit) und praktisch, da man das Shred Reck immer mit dabei haben kann. Die Luftpolster können sogar als Kopfkissen benutzt werden und dienen somit einer weiteren Verwendung. Von daher ist es wirklich hervorragend, diesen Dachgepäckträger immer im Kofferraum dabei zu haben, wenn man aus irgendeinem Grund einmal schnell etwas auf sein Dach legen will.

Es gibt aber leider auch einige Contras:
Trotz mehrmaligem Anbringen und mehrfachem Studieren der Anleitungen und dem mehrfachen Schauen der youtube Videos zur Anbringung ist es mir nicht gelungen, die Luftschläuche so fest auf das Dach zu zurren, dass sie nicht mehr flexibel bzw. beweglich sind. Vielleicht ist dies auch völlig ok und kein Problem, für mich stellt aber dies bei möglichen Tempo 100 einen Grund für große Bauchschmerzen da.
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Wenn ich den ShredReck anbringe, um einige km entspannt zum Strand zu fahren oder von der Unterkunft zur Skipiste, sehe ich keine Schwierigkeiten. Und wahrscheinlich ist es auch genau dafür konzipiert. Man darf keinen Dachgepäckträger ala Thule erwarten. Auch die Höhe der Gurte im Innern des Wagens ist ein wenig knapp, wenn man größerer Körperlänge entspricht. Aber auch das sollte bei kürzeren Fahrten lösbar sein. Schwierig bleibt die Vorstellung im Urlaub auf seinen Mietwagen in südeuropäischen staubigen Regionen das Shred Reck zu befestigen. Hier sollte man darauf hoffen, dass man eine gute Versicherung auch für das Dach hat.


Denn nicht nur Kratzer können drohen, sondern beim Festzurren der Gurte fiel es zudem auf, dass das Dach meines Opels nachgab und dellige Sprunggeräusche machte.
Des Weiteren hätte ich bei häufigere und längere Nutzung tatsächlich auch ein wenig Angst um die Türdichtungen. Aber auch dies kann völlig unbegründet sein. Leider fehlt die Zeit zum längeren Testen.
Fazit:
Wenn man weiß, wofür man das Shred Reck nutzen möchte, ist es ein äußerst praktikabler und auch preislich erschwinglicher Zeitgenosse. Aufgrund der geäußerten Bedenken gibt es jedoch m.E. begründete Abzüge.
Vielleicht passt der Shred-Reck aber auch gerade hervorragend zu einem unbesorgten, unbekümmerten Lebensstil, für mich wiegen die Bedenken aber um einiges schwerer.