Optisch und technisch überzeugende Boulderwaffe zum moderaten Preis
VORTEILE
- Toe- und Heelhook
- Optik
- Komfort
- Performance
NACHTEILE
- kurzlebige Sohle
- Schweißentwicklung durch Vollgummierung
BEWERTUNG
Optik
Der Shark 2.0 offenbart schon auf den ersten Blick, dass er eher als sogenannte "Boulderwaffe" gebaut wurde, als für stundenlanges Klettern am Berg. Vorspannung und Zehenbox des Schuhs sprechen eher für Performance als Komfort. Das rote X an der Sohle dient nicht nur der höheren Flexibilität, sondern auch als aggressive Farbkombination mit dem sonst schwarzen Gummi. Alles in Allem macht der Schuh einen sehr aggressiven und professionellen Eindruck und zeigt in der Halle jedem, dass hier kein Anfänger am Werk ist, zumal auch einige der besten Boulderer Deutschlands diesen Schuh tragen.
Passform
Natürlich ist die Passform immer sehr subjektiv und stark von der Fußform und den eigenen Vorlieben abhängig, aber da mein Fuß weder besonders schmal, breit, ägyptisch, römisch, griechisch oder ähnliches ist, versuche ich ein möglichst allgemeines Bild zu vermitteln. Die Schuhe sind sehr bequem, wenn man erst einmal drin ist. Anfangs kann es noch etwas schwierig sein, seine Ferse in die dafür vorgesehene Beule des Schuhs zu drücken, aber das legt sich mit der Zeit. Außerdem helfen die zwei Schlaufen am Schuh sehr. Der Schuh ist so konzipiert, dass die Straßenschuhgröße auch der des Kletterschuhs ähnelt. Ich trage den Shark eine halbe Nummer kleiner aber mehr als eine Nummer unter Straßenschuh wird kaum möglich sein.
Die breite Front des Schuhs ist zwar vorteilhaft für Menschen mit breiterem Fuß, jedoch habe ich teilweise das Gefühl, dass die Sohle beim seitlichen Treten kleinerer Kanten unter der breiten Zehenbox versteckt ist und der Schuh sich selbst im Weg ist. Der schmale Velcro (Klettverschluss) ist für einen festen Sitz völlig ausreichend, da der Schuh sehr eng am Fuß sitzt und keine weiteren Einstellmöglichkeiten benötigt. Diese Meinung teilt jedoch nicht jeder. Leider ist die Schweißbildung durch die Vollgummierung naturgemäß sehr stark, so dass bei höheren Temperaturen schnell kleiner See im Schuh entstehen kann der widerum auf sehr kleinen Tritten das Gefühl von Rutschgefahr im Schuh vermittelt.
Performance
So wie der Schuh aussieht, so klettert er sich auch. Über die Ferse scheinen sich alle einig zu sein und es hagelt Superlative wie "bester Hook der Welt" oder "Schummelhook", was wohl auf die Lippe an der Ferse anspielt, die sich wie ein Widerhaken hinter jeden Stein hakt und ihn nicht mehr wieder loslässt. Mindestens genauso begeistert bin ich jedoch vom Toehook des Sharks. Das Gummi ist sehr griffig und dabei nicht zu dünn und nicht zu dick, so dass man den Fels spürt ohne zu große Schmerzen zu haben, selbst wenn man überkopf nur am Hook hängt. Schließlich ist auch die Nase oder Spitze des Mad Rocks so geformt, dass man auch kleine Tritte angeln kann und dank des weichen Gummis auch hält. Die weiche Sohle sorgt ohnehin für ein gutes Gespür für den Fels, allerdings bedeutet sie auch einen starken Abrieb und Kurzlebigkeit. Darüber hinaus sorgt eine weiche Sohle für einen eher unsicheren Halt auf kleinen Kanten, da sie bei starkem Druck zu viel nachgibt. Hinzu kommt, dass der Druck auf den großen Zeh für die kleinen Tritte ruhig etwas größer sein könnte.
Fazit
Trotz kleinerer Mängel, klare Kaufempfehlung von mir für alle Fortgeschrittenen Boulderer, die das Hauptaugenmerk auf Performance setzen und gerne auch in Überhängen unterwegs sind. Wie Eingangs gesagt: Der Schuh ist eher eine Boulderwaffe als ein filigraner Plattenschleicher.