Sind warm und trocken, aber das leider nicht beliebig lange
VORTEILE
- wasserdicht und atmungsaktiv
- bequem, mit Merinowolle
- robust, dank PP/Nylonhülle
- sehr passgenauer und fester Sitz
- rüstet undichte Schuhe auf
- Stört nicht, wie außen angebrachte Gamaschen
NACHTEILE
- schwerer als normale Socken (128 g, Paar, L)
- nicht beliebig lange wasserdicht
- braucht etwas länger zum Trocknen
- wie jede Membran nicht besonders luftdurchlässig
BEWERTUNG
Wenn bei ungemütlichem Wetter nicht einmal der Schuh dicht hält, oder gar nicht dicht halten soll, damit er später schnell wieder trocknet, bleibt nur das Ertragen von Nässe, Kälte und allem was dies mit sich bringt oder man nutzt wasserdichte Socken. Diese sind zwar etwas schwerer, dicker und fühlen sich anfangs etwas steif an, stellen aber im gewissen Rahmen tatsächlich eine ungeahnte Möglichkeit dar. Mich haben sie auf dem Rad und beim Segeln sehr überrascht, jedoch konnte ich beim Bergsteigen auch gut ihre Grenzen ausloten.

Einsatzbereich
Im Radsport, vor allem unter Mountainbikern, sind mir die wasserdichten Socken bisher am häufigsten begegnet. Und gerade wenn der Fuß selbst wenig bewegt und doch dem Wind so ausgeliefert ist wie auf dem Rad, erscheint das nachvollziehbar. Vielleicht ist hier der Tragekomfort aber auch nicht so wichtig, oder Fahrradschuhe sind ohnehin selten nur ausreichend wasserdicht.
Unter Wanderern sind die Socken noch ein Geheimtipp. Wanderstiefel sind ja ohnehin meist gut imprägniert und mit wasserdichten Membranen ausgestattet. Für eine Gewässerdurchquerung werden sie dann ausgezogen. Wird so ein Stiefel aber erst mal richtig nass, so trocknet er nur sehr sehr langsam. Daher nutzen Wanderer in einfacherem Gelände immer häufiger Trailrunner, die gut belüftet sind und schnell trocknen. Damit wird ein nasser Fuß in Kauf genommen, geht aber auch schnell wieder hinüber.
Für das Wanderreiten nutzt meine Freundin jetzt solche Socken. Allerdings geht es bei ihr in einer Woche auch nach Island. Vielleicht sind diese Socken aber eben gerade für jene Personen interessant, die abseits des üblichen Schönwettertourismus ihre Wege suchen.
Egal ob Fahrradschuh, Trailrunner, oder Barfußschuh. Wo immer Wert auf einen leichten und luftigen Schuh gelegt wird, kann bei Bedarf - plötzlicher Regen, Schnee, Gewässerquerung - mit einem wasserdichten Socken nachgerüstet werden. Der Schuh lässt sich danach genau so einfach trocknen und der Fuß bleibt dennoch warm und trocken.

Materialien
Die Außenschicht besteht zu 62 % aus Polypropylene, zu 29 % aus Nylon und zu 9 % aus Elastan. Sie ist sehr robust und schützt in erster Linie die Membran.
In der Zwischenwand befindet sich eine wasserdichte, atmungsaktive und elastische Membran. Diese Membranen halten Wind und Wasser effektiv ab, lassen Schweiß aber nur in Form von Wasserdampf und nur bedingt hindurch.
Die Innenschicht besteht zu 36 % aus Merino Wolle, zu 36 % aus Acrylic, zu 18 % aus Polyester, zu 5 % aus Nylon und zu 5 % aus Elastan. So feine Wolle ist besonders angenehm auf der Haut, zudem nimmt sie Feuchtigkeit auf und isoliert etwas.
Ein ganz schöner Materialmix, der seinen Preis hat und eine Weiterverwendung des Materials oder gar ein Recycling gänzlich ausschließen dürfte. Aber ein Produkt mit so speziellen Anforderungen erfordert eben auch ausgeklügelte Textilien. Die drei Schichten Stellen sicher, dass die Socke robust, wasserdicht und warm ist. Ein etwas dickerer Bereich um die Fußsohle herum polstert zudem diese stark beanspruchte Stelle etwas ab. Dadurch, dass alle Schichten stark elastisch sind passt sich die Socke gut dem Fuß an. Der Saum ist jedoch etwas weicher gehalten und sorgt für zusätzlichen Komfort. Damit die Socke nicht verrutsch befinden sich um den Mittelfuß herum und knapp unterm Sprunggelenk verstärkte Elastizitätszonen. Die nahtlose Innenschichten und die wenigen geschickt gesetzten Flachnähte sollen Blasenbildung vermeiden.
Optik und Haptik
Die Socke sieht aus wie eine dicke Wollsocke, ist jedoch auffällig anders und fühlt sich etwas steifer und schwerer an. Nicht davon ist aber in irgendeiner Weise von Nachteil. Am Fuß sitzt die Socke recht stramm und absolut passgenau ohne auch nur im Ansatz Falten zu werfen. Das Tragegefühl am Fuß und im Schuhen ist im Vergleich zu ähnlich dicken Wandersocken als nicht ganz so flexibel und feinfühlig zu beschreiben.
Daten
Gewicht: 128 g (Größe L (EU 43-46), selbst gemessen)
Packmaß: 22 x 10 x 3 cm
Größen: S, M, L, XL (EU 36 - 49)
Climate Guide: 2 (bietet extra Wärme an kälteren Tagen)
Wäsche: bei 40 °C
Trockne: im Trockner bei niedrigen Temperaturen
Garantie: lebenslang

Meine Erfahrungen
Beim Rennradfahren durch strömenden Regen habe ich die Socken in sehr luftigen Barfußtrailrunnern ausprobiert und war hellauf begeistert. Alles war triefend nass und doch blieben meine Füße trocken und in Folge dessen schön warm. Für Radtouren sind die Socken ab jetzt zusammen mit Regenjacke und -Hose ein fester Bestandteil meiner Schlechtwetterbekleidung. Der Versuch mit Garmaschen die Schuhe trocken zu halten kommt dagegen in keinem Fall an.
Auf einem Segeltörn auf der Ostsee mit Nieselregen und hohen Wellen habe ich mit den Socken ebenso gute Erfahrungen gemacht. Man bewegt sich nicht viel und wird unweigerlich nass. Zumindest erwischt es die Schuhe leicht mal. Die Füße blieben jedoch absolut trocken.
Im Hochgebirge sah es da schon anders aus. Hier waren meine Schuhe vom achtstündigen Spuren durch nassen Tiefschnee am zweiten Zustiegstag trotz Gamaschen bereits vollends durchnässt und in der kurzen Nacht vor dem Gipfeltag ließen sich lediglich die Einlegesohlen und inneren Zungen der Stiefel im Schlafsack notdürftig trocknen. Aufgrund der im Stiefel verbauten Membran trocknete am Stiefel selbst nicht viel. Er gefror lediglich etwas. In den wasserdichten Socken sah ich meine letzte Chance auf einen angenehmen Gipfeltag und hoffte, dass sie mich auch beim Abstieg warm durch den Tiefschnee bringen würden. Die ersten Stunden schien dem auch so zu sein, doch waren die Socken dieser Nässe und harten Beanspruchung durch Klettern und Marschieren nicht gewachsen. Nach siebzehn Stunden waren wir wieder im Tal und meine Füße waren klitsch nass. Die Socken haben sicher ganz gut geholfen, aber Alleskönner sind auch sie nicht.
Resümee
Nässe, Wärme, Reibung und Druck führen zu Blasen. Wer mit diesen Socken die Nässe draußen halten kann ohne dabei zu sehr zu schwitzen, kann den Blasen vielleicht besser aus dem Weg gehen. In erster Linie stellt die Verwendung dieser Socken für mich aber eine Möglichkeit dar, bei Tätigkeiten ohne viel Belastung auf den Füßen - wie dem Radfahren - warme und trockene Füße zu behalten.
Für das Wandern und Bergsteigen könne sie leider nicht ganz so viel, wie ich mir erhofft habe. Im entscheidenden Moment eingesetzt eröffnen sie einem zwar ein Zeitfenster mit trockenen Füßen. Jedoch ist fraglich, ob sie auf längeren Touren einem schneller zu trocknenden Paar Wechselsocken allzu sehr überlegen sind.