Toller, vielseitiger und komfortabler Trailrun-Barfußschuh.
VORTEILE
- Sehr breite Toebox mit viel Platz für die Zehen
- Sehr guter Grip auf Trail und lockerem Untergrund
- Sehr leicht
- Robustes Obermaterial
- Das Obermaterial hält auch bei feuchten Konditionen gut durch und die Füße werden nicht super schnell nass
- Sehr gutes Bodengefühl und zeitgleich guter Steinschutz dank des ESS Rock Guard in der Sohle
NACHTEILE
- Die Belüftung könnte besser sein, bzw. staut sich an sehr warmen Tagen die Hitze im Schuh
- Schlechter Grip auf nassem Kopfsteinpflaster und Gehwegplatten.
BEWERTUNG


Als Outside-Stories-Produktscout wurden mir die XERO SHOES Mesa Summit Trailrunning-Schuhe zum Testen zur Verfügung gestellt. Ich habe die Schuhe über mehrere Wochen beim Laufen auf unterschiedlichsten Untergründen und beim leichten Wandern getestet und schildere euch hier meine Eindrücke, Vor- und Nachteile sowie die wichtigsten Eigenschaften. Zur besseren Übersicht des Tests hier meine kurze Gliederung:
Über den Hersteller
Features
Erster Eindruck
Im Einsatz
Fazit
Über den Hersteller
Xero Shoes wurde 2009 in Broomfield, Colorado, von Steven Sashen und Lena Phoenix gegründet. Das Unternehmen spezialisiert sich auf minimalistische Barfußschuhe, die natürliche Bewegung fördern. Im November 2021 expandierte Xero Shoes nach Europa und eröffnete eine EU-Website, um europäischen Kunden schnelleren Versand und niedrigere Abwicklungskosten zu bieten.
Das Unternehmen legt großen Wert auf Nachhaltigkeit und hat eine Initiative mit drei Leitprinzipien ins Leben gerufen: langlebige Produkte herstellen, weniger Ressourcen verwenden und bessere Materialien beziehen. Xero Shoes verwendet in vielen Produkten nachhaltige Materialien wie Hanf, Kaffeekohlefaser oder recyceltes PET. Die Schuhe sind so konzipiert, dass sie mit weniger Komponenten auskommen, was den Energieverbrauch bei der Herstellung reduziert.
Ein Beispiel für das Engagement in Sachen Nachhaltigkeit ist das Modell Zelen, das recycelte Materialien im Obermaterial verwendet und eine biologisch abbaubare Einlegesohle besitzt. Zudem hat Xero Shoes 2021 eine Bestandsaufnahme der Treibhausgasemissionen für seine Betriebe in den USA und der EU durchgeführt, um eine Basislinie für zukünftige Ziele zu setzen.
Features
Barfuß-Trailrunning-Schuh mit Zero-Drop (0 mm Sprengung)
Fußgeformte Toebox für natürliche Zehenbewegung
Obermaterial: 3D-gedrucktes Ripstop-Nylon-Mesh, besonders leicht und flexibel
ESS Rock Guard in den High-Impact-Zones: Erstmals bei Xero, schützt den Fuß von unten vor Steinen und Durchschlägen, ohne die Sohle steifer zu machen
3,5 mm Stollen für Grip auf Trail und lockerem Untergrund
Stack Height: 9,5 mm (plus 3,5 mm herausnehmbare Einlegesohle)
Gewicht: ca. 278 g pro Paar (Herrengröße 9)
Flexible Konstruktion für natürliche Fußbewegung
Herausnehmbare Innensohle für individuelle Anpassung
Erster Eindruck





Die Mesa Summit machen auf den ersten Blick einen sehr leichten und funktionalen Eindruck. Das Design ist schlicht, aber es fällt nicht sofort auf, dass es sich hierbei um einen Barfußschuh handelt. Die Verarbeitung wirkt sehr hochwertig, die Nähte sind sauber und das Obermaterial fühlt sich sehr robust und widerstandsfähig, aber nicht steif an.
Besonders positiv fällt mir direkt die sehr breite Toebox auf. Die Zehen haben viel Platz und können sich natürlich bewegen, was gerade bei längeren Touren ein echtes Plus ist. Die Sohle ist mit einer großzügigen Anzahl an Stollen versehen, aber dennoch ist die Sohle sehr flexibel. Neben den Stollen befinden sich teilweise Vertiefungen / Löcher in der Sohle. Ich vermute, diese sollen der Flexibilität und Gewichtsreduzierung dienen.
Auch sehr gut finde ich das zusätzliche Loch für die Schnürsenkel, so kann der Schuh auch mit der Heel Lock- bzw. Marathonschnürung geschnürt werden.
Im Einsatz

An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, dass ich seit Jahren täglich Barfußschuhe trage und daher stark an die Eigenschaften solcher Schuhe gewöhnt bin. Ich bin z.B. sehr an breite Toeboxen gewöhnt und empfinde es als unbequem, wenn die Zehen weniger Platz haben. Gerade im Trailbereich war ich bisher aber immer mit herkömmlichen Laufschuhen unterwegs, da die Auswahl hier nicht besonders groß ist. So habe ich beim Kauf immer stark darauf geachtet, Schuhe mit möglichst breiter Toebox und so wenig Drop wie möglich zu ergattern.
Im Einsatz zeigen die Mesa Summit schnell, dass sie für Trail und natürliche Bewegung gemacht sind. Das geringe Gewicht macht sich gleich nach dem Anziehen bemerkbar. Der Fuß fühlt sich allein dadurch gleich viel freier an, wenn man sich nicht so einen “schweren Klotz” um den Fuß schnürt. Die breite Toebox und das Zero-Drop-Design sorgen zusätzlich dafür, dass die Füße sehr natürlich agieren können. Gerade bei längeren Läufen oder Wanderungen merke ich den Komfortunterschied zu Nicht-Barfußschuhen.
Der Grip auf Trail, Waldboden und lockerem Untergrund ist sehr gut. Die 3,5-Millimeter-Stollen beißen sich gut in den Boden und geben ein sicheres Gefühl, gerade auf unebenem Gelände.

Nun hat man nicht immer den Luxus, jeden Lauf hundertprozentig direkt in der Natur fernab von gepflasterten und asphaltierten Wegen zu absolvieren, daher achte ich auch immer auf die Performance im urbanen Umfeld. An trockenen Tagen konnte ich keine Nachteile feststellen, allerdings muss ich feststellen, dass der Mesa Summit keinen guten Grip auf gepflasterten Wegen und glatten Gehwegplatten bietet. Hier sollte man auf jeden Fall etwas Tempo rausnehmen, da man ins Rutschen kommen kann.
Auch das robuste Obermaterial überzeugt. Trotz Felskontakt und dem Hängenbleiben in Gestrüpp sieht man dem Schuh kaum etwas an. Es hält auch bei feuchten Konditionen gut durch und die Füße werden nicht super schnell nass, was ich als großen Vorteil sehe. Zeitgleich staut sich allerdings an warmen (>25°C) Tagen die Wärme im Schuh und es wird unangenehm heiß.

Was mir besonders gut gefällt: Das Bodengefühl ist sehr gut. Ich kann den Untergrund richtig gut wahrnehmen und gleichzeitig bietet der ESS Rock Guard in der Sohle einen erstaunlich guten Schutz vor spitzen Steinen. Laut Xero selbst, ist es das erste Mal, dass sie einen solchen Schutz in den High-Impact-Zones verwenden, und das, ohne dass die Sohle dadurch steifer wird. Ich meine, das funktioniert beim Xero Mesa Summit wunderbar!
Fazit
Die XERO Shoes Mesa Summit sind für mich sehr gelungene Barfuß-Trailrunning-Schuhe mit einem klaren Fokus auf natürliche Bewegung, Komfort und Vielseitigkeit. Xero bewirbt die Schuhe mit “From Training to Trail in One Shoe” also quasi nutze sie beim Workout im Gym und absolvierte danach noch einen Trailrun ohne die Schuhe zu wechseln. So sehr habe ich dann die Vielseitigkeit der Schuhe nicht ausgereizt und ich würde sie auch nicht im Fitnessstudio nutzen, aber der Komfort der Schuhe erlaubt es sie neben dem Trailrunning auch beim Wandern oder auf Spaziergängen in der Natur zu nutzen. Auf Asphalt, in der Stadt oder im Alltag sehe ich den Schuh eher weniger.
Die breite Toebox, das Zero-Drop-Design und der sehr gute Grip auf Trail und lockerem Untergrund überzeugen mich. Auch das robuste Obermaterial, das geringe Gewicht und das sehr gute Bodengefühl trotz gutem Steinschutz sind große Pluspunkte.
Kritikpunkte gibt es vor allem bei der Belüftung, die an warmen Tagen zu wünschen übrig lässt, und beim Grip auf nassem Kopfsteinpflaster und Gehwegplatten. weshalb es einen Punkt abzug gibt.
Alles in Allem überwiegen für mich klar die positiven Eigenschaften, weshalb die Mesa Summit für mich eine starke Wahl für alle sind, die einen leichten, vielseitigen Barfußschuh für Trail Runs und (leichte) Wanderungen suchen.