Komfortschuh mit Platz und richtig gutem Laufgefühl.
VORTEILE
- Sehr komfortable Dämpfung
- Sehr gutes Abrollverhalten, gute Energierückgewinnung
- Viel Platz in der Zehenbox
- Atmungsaktives Meshmaterial, kein Feuchtigkeitsstau
- Angenehm federndes Laufgefühl
- Sicherer Halt an Mittelfuß und Ferse
NACHTEILE
- Zehenbox für schmale Füße recht weit
- Für sehr eng geführtes Laufgefühl ehr ungeeignet
- Anfangs leicht chemischer Geruch
BEWERTUNG
361° Women’s Ventus 2 – auf Wolken laufen, ohne den Boden ganz zu verlieren
Viel unterwegs – und ein Laufschuh muss bei mir mehr können als nur Asphalt
Ich bin viel draußen unterwegs und das bei ziemlich unterschiedlichen Bedingungen. Mal ist es nur meine tägliche Hunderunde, mal gehe ich Powerwalking, mal laufe ich oder bin über viele Kilometer zu Fuß unterwegs. Dabei bin ich hier im Wachtberger Ländchen längst nicht nur auf sauberem Asphalt unterwegs. Feldwege, Schotter, befestigte Waldwege und kurze Graspassagen gehören eigentlich automatisch dazu.
Genau deshalb muss ein Laufschuh für mich mehr können, als auf fünf Kilometern Asphalt bequem zu sein. Ich möchte wissen, wie er sich auch nach zehn, zwölf oder fünfzehn Kilometern anfühlt, ob die Füße irgendwann müde werden, ob irgendwo etwas drückt und wie gut ein Schuh damit zurechtkommt, wenn die Strecke zwischendurch einmal nicht mehr ganz so laufschuhtypisch aussieht.
Ich bin 1,80 Meter groß, wiege aktuell etwa 65 Kilogramm und trage normalerweise Schuhgröße 42. Mein linker Fuß ist etwas größer als der rechte, weshalb ich bei Laufschuhen häufig zu Größe 42,5 greife. Den 361° Women’s Ventus 2 habe ich ebenfalls in EU 42,5 getestet – und diese Größe passte mir ausgezeichnet.
Da ich unter anderem mit Kniearthrose und einem Fersensporn zu tun habe, spielt der Komfort eines Laufschuhs für mich inzwischen eine besonders große Rolle. Ich laufe eher mit kürzeren Schritten und bevorzuge Schuhe, bei denen sich der Aufprall für mich möglichst angenehm anfühlt.
Ich werde für meine Produkttests nicht bezahlt, noch stehe ich in Verbindung zum Hersteller. Meine Einschätzung beruht ausschließlich darauf, wie sich der Schuh bei mir im wirklichen Einsatz geschlagen hat.
Und eines kann ich schon vorwegnehmen: Der Ventus 2 hat mich ziemlich schnell für sich gewonnen.

Was verspricht 361° beim Ventus 2?
361° führt den Ventus 2 als neutralen Straßenlaufschuh und setzt bei diesem Modell deutlich auf eine Kombination aus komfortabler Dämpfung und einem trotzdem reaktiven Laufgefühl.
Das Herzstück bildet eine zweilagige Mittelsohle. Zum Einsatz kommen der superkritische PEBA-Schaum CQT EXTREM3 sowie PRIMO Foam. Für CQT EXTREM3 nennt 361° eine Energierückgabe von 75 Prozent. PRIMO Foam soll dagegen vor allem viel Dämpfung bei geringem Gewicht bieten und für ein besonders weiches Laufgefühl sorgen.
Die wichtigsten Herstellerangaben auf einen Blick:
• Gewicht laut Hersteller: 237 g pro Schuh
• Sprengung: 8 mm
• Sohlenhöhe: 27 mm vorne / 35 mm hinten
• Kategorie: Neutral
• Mittelsohle: CQT EXTREM3 + PRIMO Foam
• Obermaterial: leichtes Engineered Mesh mit recycelten Garnen
• abriebfestes H.A.R.T.-Gummi im hinteren Sohlenbereich
• Preis zum Zeitpunkt meines Tests: 170 Euro

361° hebt beim Obermaterial außerdem die Atmungsaktivität hervor und spricht von einer verbesserten anatomischen Konstruktion mit zusätzlichem Komfort und Stabilität im Mittelfußbereich.
Auf dem Papier klingt das bereits deutlich komfortorientiert. Und genau so fühlt sich der Ventus 2 tatsächlich an.
Reinschlüpfen und wohlfühlen – was für ein Fußbett!
Es gibt Schuhe, bei denen man schon nach wenigen Sekunden merkt: Den werde ich gerne am Fuß haben.
Beim Ventus 2 war das bei mir tatsächlich so.
Was mir beim ersten Anprobieren unmittelbar aufgefallen ist, war das Gefühl unter dem Fuß. Das Fußbett beziehungsweise der gesamte Innenbereich empfand ich vom ersten Moment an als außergewöhnlich angenehm.
Mein Vergleich war ziemlich schnell da:
Fast wie in sehr bequemen Hausschuhen – nur eben als Laufschuh.
Oder noch einfacher gesagt: Ich hatte das Gefühl, auf Wolken zu laufen.
Das klingt vielleicht etwas überschwänglich, beschreibt aber ziemlich genau, was mir an diesem Schuh bis heute besonders gefällt.
Die Unterseite des Fußes liegt weich und angenehm auf. Trotzdem habe ich nicht das Gefühl, in einer undefinierten weichen Masse zu versinken.
Besonders positiv empfinde ich die Unterstützung unter meiner Fußwölbung beziehungsweise im Mittelfußbereich. Mein Fuß liegt für mein Empfinden ausgesprochen angenehm im Schuh.
Auch mein Fersensporn meldete sich im Ventus 2 nicht unangenehm. Gerade dort bin ich inzwischen ziemlich empfindlich und merke bei weniger passenden Schuhen sehr schnell, wenn mir ein Fußbett nicht zusagt.
Beim Ventus 2 war das Gegenteil der Fall.
Und dieses gute Gefühl blieb nicht nur beim ersten Anprobieren bestehen.
Eine Zehenbox mit überraschend viel Freiheit
Die Passform ist einer der Punkte, die man beim Ventus 2 etwas genauer beschreiben muss.
Denn vorne ist dieser Schuh ausgesprochen großzügig.
Die Zehenbox ist für einen klassischen Laufschuh wirklich weit geschnitten. Mir ist eine ähnliche Passform bereits bei einem anderen Schuh von 361° aufgefallen, sodass ich inzwischen den Eindruck habe, dass diese großzügigere Gestaltung des Vorfußes durchaus typisch beziehungsweise gewollt ist.
Teilweise erinnert mich die Zehenfreiheit sogar an einen Barfußschuh.
Ich habe zeitgleich den Xero Shoes Mesa Summit getestet, und was den Platz für meine Zehen betrifft, liegen beide für mein persönliches Empfinden erstaunlich dicht beieinander.
Beim ersten Tragen war das durchaus etwas gewöhnungsbedürftig.
Wer Laufschuhe gewohnt ist, bei denen der gesamte Vorfuß sehr eng umschlossen wird, könnte den Ventus 2 zunächst als ziemlich weit empfinden.
Bei mir hat sich diese Weite allerdings als großer Vorteil herausgestellt.
Ich bekomme bei eng sitzenden Schuhen auf längeren Strecken häufiger das Problem, dass meine Zehen irgendwann anfangen unangenehm zu brennen oder sogar weh zu tun. Gerade nach zwölf oder fünfzehn Kilometern kann das ziemlich lästig werden.
Im Ventus 2 hatte ich dieses Problem überhaupt nicht.
Meine Zehen konnten sich bewegen und hatten ausreichend Platz.
Vorne Freiheit, hinten Halt – das funktioniert erstaunlich gut
Eine breite Zehenbox nützt allerdings wenig, wenn der Fuß anschließend im ganzen Schuh herumschwimmt.
Genau das passiert beim Ventus 2 erfreulicherweise nicht.
Während der Vorfuß großzügig geschnitten ist, sitzt der Schuh am Mittelfuß, Spann und im Fersenbereich deutlich körpernäher.
Die Schnürung lässt sich sehr gut regulieren. Dadurch konnte ich den Schuh auch an meinen eher schmaleren Fuß problemlos anpassen.
Für mich ergibt sich daraus eine wirklich gelungene Kombination:
Viel Bewegungsfreiheit für die Zehen, aber trotzdem ein sicherer Sitz beim Laufen.
Ich hatte weder das Gefühl, im Schuh nach vorne zu rutschen, noch seitlich darin zu schwimmen.
Auch an meinem etwas größeren linken Fuß passte Größe 42,5 hervorragend. Gleichzeitig war der rechte Fuß nicht zu locker.
Und noch wichtiger: Ich habe mir in dem Schuh keine Blasen gelaufen.
Weder an den Zehen noch hinten an der Ferse – unabhängig davon, wie lange ich damit unterwegs war.
Dämpfung satt – und genau das gefällt mir
Das vielleicht prägendste Merkmal des Ventus 2 ist für mich seine Dämpfung.
Und hier kann ich nur sagen: Genau mein Ding.
Durch meine Kniearthrosen bin ich beim Laufen inzwischen ziemlich vorsichtig. Ich mache keine extrem weit ausgreifenden Schritte und bevorzuge Schuhe, bei denen sich der Aufprall für mich möglichst angenehm anfühlt.
Der Ventus 2 funktioniert mit meinem Laufstil hervorragend.
Die Dämpfung ist deutlich vorhanden. Man spürt sofort, dass zwischen Fuß und Boden einiges arbeitet.
Trotzdem empfinde ich den Schuh nicht als träge.
Mein Fuß rollt sehr schön nach vorne ab, und die Mittelsohle fühlt sich dabei leicht federnd an.
Natürlich kann ich nicht behaupten, ein Laufschuh würde Kniearthrose oder andere orthopädische Probleme verbessern.
Ich kann aber sehr wohl beschreiben, wie sich der Schuh für mich persönlich anfühlt. Und ich empfinde die hohe Dämpfung beim Laufen als ausgesprochen angenehm.
Gerade bei meinen angeschlagenen Knien ist mir dieses Gefühl inzwischen wichtiger als ein ultradirekter Kontakt zum Asphalt.
Was bedeutet „Rebound“ beim Laufen
Bei der Beschäftigung mit dem Ventus 2 bin ich immer wieder über den Begriff „Rebound“ gestolpert.
Gemeint ist damit vereinfacht gesagt die Fähigkeit des Sohlenmaterials, sich nach der Belastung wieder zurückzuformen und dabei einen Teil der aufgenommenen Energie an den nächsten Schritt zurückzugeben.
Und nachdem ich wusste, worauf ich achten sollte, konnte ich dieses Gefühl beim Ventus 2 tatsächlich nachvollziehen.
Beim Auftreten wird die Dämpfung komprimiert, aber sie schluckt die Bewegung für mich nicht einfach nur weg. Beim anschließenden Abrollen kommt ein kleiner federnder Impuls zurück.
Natürlich kann ich die vom Hersteller genannten 75 Prozent Energierückgabe nicht selbst nachmessen.
Aber subjektiv empfinde ich den Ventus 2 durchaus als reaktiv.
Er ist weich und komfortabel, aber für mich keineswegs leblos.
Weich heißt hier nicht schwammig
Das ist für mich ein wichtiger Unterschied.
Ein stark gedämpfter Schuh kann sehr komfortabel sein und sich trotzdem etwas schwerfällig anfühlen.
Das ist beim Ventus 2 nicht mein Eindruck.
Der Schuh bietet viel Dämpfung, aber mein Fuß rollt sauber ab. Gerade dieses Zusammenspiel gefällt mir sehr gut.
Ein gewisses Bodengefühl bleibt ebenfalls erhalten.
Natürlich ist der Ventus 2 kein minimalistischer Laufschuh. Wer jeden Stein und jede Unebenheit unmittelbar unter dem Vorfuß spüren möchte, ist hier an der falschen Adresse.
Aber ich fühle mich auch nicht völlig vom Untergrund entkoppelt.
Für meinen persönlichen Laufstil ist diese Mischung sehr gelungen.
Und vor allem hatte ich auch nach längeren Strecken den Eindruck, dass meine Füße weniger schnell ermüden als in manchen anderen Laufschuhen.
Auch das ist selbstverständlich meine persönliche Wahrnehmung – aber für mich ist genau das inzwischen ein wichtiges Qualitätsmerkmal.
504 Gramm auf meiner Waage – angenehm leicht in Größe 42,5
Beim Gewicht möchte ich Herstellerangabe und mein tatsächliches Testexemplar bewusst unterscheiden.
361° gibt den Ventus 2 mit 237 Gramm pro Schuh an. Solche Angaben beziehen sich üblicherweise auf eine bestimmte Referenzgröße und können je nach Schuhgröße abweichen.
Mein Testpaar in EU 42,5 brachte auf meiner eigenen Waage 504 Gramm für das Paar auf die Waage.
Das entspricht ungefähr 252 Gramm pro Schuh.
Für einen Laufschuh mit dieser ausgeprägten Dämpfung empfinde ich das immer noch als angenehm leicht.
Gerade auf längeren Strecken spielt das für mich durchaus eine Rolle. Denn irgendwann merkt man jedes zusätzliche Gewicht, das man Kilometer für Kilometer an den Füßen mit bewegt.
Der Ventus 2 wirkt für mich weder schwer noch klobig.
Luft an die Füße – selbst bei fast 38 Grad
Ein weiterer Punkt, der in meinem Test unbedingt erwähnt werden muss, ist die Atmungsaktivität.
Ich habe den Ventus 2 während einer ausgesprochen warmen Phase getragen.
Die Temperaturen reichten ungefähr von 12 Grad bis hin zu knapp 38 Grad.
Gerade an den heißen Tagen konnte das leichte Mesh-Obermaterial zeigen, was es kann.
Selbst bei hohen Temperaturen hatte ich einen angenehm belüfteten Fuß. Ich hatte nie das Gefühl, dass sich im Schuh unangenehm die Hitze staut.
Das passt sehr gut zur Herstellerbeschreibung, denn 361° setzt beim Ventus 2 auf leichtes Engineered Mesh mit recycelten Garnen und hebt dessen Atmungsaktivität hervor.
Der Preis für diese gute Belüftung ist allerdings ebenso klar:
Wasser bleibt nicht draußen.
Wer über eine nasse Wiese läuft oder bei Regen längere Zeit unterwegs ist, bekommt nasse Füße.
Bei einer Strecke durch ordentlich nasses Gras zieht die Feuchtigkeit durch das Mesh. Gleiches gilt natürlich bei stärkerem Regen.
Das sehe ich allerdings überhaupt nicht als Minuspunkt.
Der Ventus 2 verspricht keine wasserdichten Eigenschaften und ist kein Wetterschutz- oder Trailschuh.
Für mich lautet die Rechnung daher ganz einfach:
Sehr gute Belüftung ja – Wetterschutz nein
Asphalt ist sein Zuhause – aber er kann durchaus mehr
Der Ventus 2 ist in erster Linie ein Straßenlaufschuh.
Entsprechend habe ich ihn überwiegend auf festen Untergründen eingesetzt:
• Asphalt
• befestigte Fahrradwege
• Schotter- und Sand-Schotter-Wege
• trockene Feldwege
• sehr feste, ausgetrocknete Sommerwege
• befestigte Waldwege
• kurze Graspassagen
Unterwegs war ich vor allem im Wachtberger Ländchen genauer gesagt auf der Wachtberger Höhe, außerdem an der Ahr und am Rhein beziehungsweise in Bonn.
Gerade die Feldwege waren während der heißen Sommerphase häufig steinhart und trocken. Auch Graswege bestanden teilweise eher aus trockenem Heu als aus weichem Gras.

Auf Asphalt funktioniert die Außensohle für mich sehr gut.
Auch auf trockenen Feld- und Waldwegen sowie auf Schotter hatte ich keine Probleme.
Während meines Tests hatte ich auf diesen Untergründen zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, unkontrolliert wegzurutschen.
Bei sehr nassem Gras wäre ich dagegen vorsichtiger.
Dafür fehlt schlicht das ausgeprägte Profil eines Trailschuhs.
Das ist für mich aber kein wirklicher Nachteil, sondern eine Frage des vorgesehenen Einsatzbereiches.
Wer regelmäßig über schlammige Trails, loses Geröll oder technisch anspruchsvolle Waldwege läuft, sollte zu einem entsprechend konstruierten Trailschuh greifen.
Laufen, Powerwalking, Hunderunde – einer für ziemlich vieles
Ursprünglich ist der Ventus 2 natürlich ein Laufschuh.
Bei mir blieb es trotzdem nicht beim Laufen.
Ich habe ihn zum normalen Lauftraining getragen, beim Powerwalking, auf längeren Spaziergängen, auf der Hunderunde, im Alltag, auf der Arbeit und auch bei sommerlichen Wanderungen auf festen Untergründen.
Und gerade dadurch ist mir aufgefallen, wie vielseitig er für mich ist.
Zum Powerwalking gefällt mir besonders das gute Abrollverhalten.
Beim normalen Gehen kommt dagegen der hohe Komfort voll zur Geltung.
Und selbst nach einer längeren Strecke war ich nicht froh, den Schuh endlich wieder ausziehen zu können.
Eher im Gegenteil.
Ich schlüpfe nach wie vor ausgesprochen gerne hinein.
Für mich ist das wahrscheinlich eines der größten Komplimente, das ich einem Schuh machen kann.
Dunkel, sportlich und angenehm unempfindlich
Auch optisch gefällt mir mein Ventus 2 sehr gut.
Die dunkle blau-violette Farbgebung mit den farbigen Akzenten wirkt auf mich modern und sportlich.
Ich finde außerdem, dass er nicht aussieht wie der hundertste austauschbare Laufschuh.
Durch das dunkle Obermaterial hat er noch einen ganz praktischen Vorteil: Verschmutzungen fallen nur wenig auf.
Staub konnte ich einfach abbürsten. Kleinere Schlamm- und Schmutzflecken ließen sich mit einem feuchten Lappen problemlos entfernen.
Am Anfang viel mir schon der chemischen Geruch auf, den ich in der Form bei anderen Schuhen noch nicht feststellen konnte. Allerdings hat er sich nach kurzer Zeit verflüchtigt.
Verarbeitung – bisher gibt es nichts zu meckern
Auch bei der Verarbeitung sind mir bisher keine negativen Punkte aufgefallen.
Mesh, Schnürung, Fersenbereich und Sohlenkonstruktion machen einen sauberen Eindruck.
Besonders überzeugend finde ich konstruktiv weiterhin das Zusammenspiel aus großzügigem Vorfuß und sicherem Halt im hinteren beziehungsweise mittleren Fußbereich.
Nach meinem bisherigen Testeinsatz zeigen sich keine Auffälligkeiten, die meine positive Einschätzung verändern würden.
Eine echte Langzeitbewertung über mehrere hundert Kilometer kann mein Testzeitraum natürlich noch nicht liefern.
Für den bisherigen Einsatz macht der Ventus 2 aber einen hochwertigen Eindruck.
Recyceltes Mesh – zumindest ein Schritt in die richtige Richtung
Beim Obermaterial verwendet 361° laut eigener Beschreibung recycelte Garne.
Das finde ich positiv.
Trotzdem würde ich einen modernen Performance-Laufschuh deshalb nicht automatisch als besonders nachhaltiges Produkt bezeichnen. Sohlen, Schäume, Gummimischungen und unterschiedliche Kunststoffe machen solche Schuhe grundsätzlich zu komplexen Produkten.
Für mich gehört zur Nachhaltigkeit aber auch die Frage, wie lange ich ein Produkt tatsächlich nutze.
Wenn ein Schuh gut verarbeitet ist, lange hält und so vielseitig ist, dass ich ihn regelmäßig trage, ist das für mich ebenfalls ein wichtiger Punkt.
170 Euro – viel Geld, aber auch viel Schuh
Zum Zeitpunkt meines Tests kostet der Ventus 2 im europäischen 361°-Shop 170 Euro.
Damit ist er natürlich kein Schnäppchen.
Für mich relativiert sich der Preis allerdings durch den hohen Komfort und die vielseitige Nutzbarkeit.
Ich trage ihn nicht ausschließlich für eine kurze Laufrunde. Er funktioniert bei mir ebenso beim Powerwalking, auf längeren Spaziergängen, auf festen Wanderwegen und sogar im Alltag.
Wer genau diesen komfortorientierten Charakter sucht, bekommt meiner Meinung nach einiges für sein Geld.
Trotzdem bleibt festzuhalten: Ein günstiger Einsteiger-Laufschuh ist der Ventus 2 nicht.
Das hat mich besonders überzeugt
• außergewöhnlich angenehmes Fußbett
• sehr hohe und komfortable Dämpfung
• gutes, leicht federndes Rebound-Gefühl
• sehr angenehmes Abrollen
• viel Bewegungsfreiheit für die Zehen
• trotzdem sehr sicherer Halt an Mittelfuß, Spann und Ferse
• keine Druckstellen und keine Blasen
• auch auf längeren Strecken keine brennenden Zehen
• für mich sehr angenehme Unterstützung der Fußwölbung
• mit 504 g für mein Paar in Größe 42,5 angenehm leicht
• sehr gute Atmungsaktivität, auch bei großer Hitze
• guter Grip auf trockenen und festen Untergründen
• vielseitig für Laufen, Powerwalking, Spaziergänge und Alltag
• modernes und unempfindliches Design
Wo hat der Ventus 2 seine Grenzen?
Perfekt für jeden Läufertyp ist der Ventus 2 trotzdem nicht.
Die größte Einschränkung ergibt sich ausgerechnet aus einer Eigenschaft, die ich persönlich sehr gerne mag:
Die breite Zehenbox.
Wer einen Laufschuh möchte, der den gesamten Fuß sehr eng umschließt und auch im Vorfuß praktisch keinerlei Bewegung zulässt, könnte den Ventus 2 als zu großzügig empfinden.
Ebenso wenig ist er etwas für ausgesprochene Minimalisten, die einen möglichst dünnen Aufbau und maximal unmittelbaren Bodenkontakt suchen.
Und natürlich ist der leichte Meshschuh nicht wasserfest. Das versteht sich zwar von selber, sollte jedoch trotzdem erwähnt werden.
Für wen ist der 361° Ventus 2 besonders geeignet?
Ich sehe seine Stärken vor allem bei Läuferinnen und Läufern, die:
• hohen Komfort bevorzugen
• eine ausgeprägte Dämpfung mögen
• längere Strecken laufen
• ihren Zehen viel Bewegungsfreiheit gönnen möchten
• trotzdem einen sicheren Halt an Mittelfuß und Ferse erwarten
• einen leichten Trainingsschuh suchen
• ein weiches, aber trotzdem federndes Laufgefühl mögen
• Wert auf hohe Atmungsaktivität legen
• neben dem Laufen auch gerne Powerwalking oder längere Spaziergänge machen
Auch Menschen, die – wie ich – aufgrund früherer Verletzungen oder orthopädischer Probleme sehr genau darauf achten müssen, welcher Schuh sich für sie angenehm anfühlt, können sich den Ventus 2 meiner Meinung nach einmal genauer ansehen.
Ich möchte dabei ausdrücklich keine medizinische Empfehlung aussprechen.
Ich kann nur sagen, dass ich persönlich mit meinem Fersensporn und meinen Knieproblemen sehr gut mit diesem Schuh zurechtgekommen bin und seine komfortable Dämpfung als ausgesprochen angenehm empfinde.
Und wer sollte lieber zu einem anderen Schuh greifen?
Weniger passend finde ich ihn für:
• ausgesprochene Minimal-Läufer
• Läufer, die maximales direktes Bodengefühl suchen
• Menschen, die eine sehr enge Zehenbox bevorzugen
• technische Trail-Einsätze
• viel Schlamm oder sehr nasses Gelände
• alle, die einen wasserdichten Laufschuh suchen
Auch sehr ambitionierte Wettkampfläufer, die ausschließlich einen extrem direkten und sehr straff geführten Schuh für maximale Geschwindigkeit suchen, werden möglicherweise mit einem anderen Modell glücklicher.
Schnell laufen kann man mit dem Ventus 2 durchaus.
Sein Charakter liegt für mich aber eindeutig stärker bei komfortablen Trainingskilometern und längeren Strecken als bei kompromissloser Wettkampfperformance.
Mein Fazit – einer der besten Laufschuhe für meine persönlichen Bedürfnisse
Ich habe während meines Tests immer wieder versucht, einen wirklichen Schwachpunkt zu finden.
Für meinen persönlichen Einsatz ist das erstaunlich schwierig.
Der 361° Ventus 2 verbindet genau die Dinge, die mir inzwischen bei einem Laufschuh besonders wichtig sind:
sehr viel Komfort, eine hohe Dämpfung, ein ausgesprochen angenehmes Fußbett, viel Platz für die Zehen und trotzdem einen sicheren Sitz.
Besonders auf längeren Strecken zeigt sich für mich der große Vorteil der großzügigen Zehenbox.
Keine brennenden Zehen, keine Druckstellen, keine Blasen – auch nach zwölf oder fünfzehn Kilometern fühlten sich meine Füße noch angenehm an.
Dazu kommt dieses wunderbar weiche und gleichzeitig leicht federnde Laufgefühl.
Und vielleicht beschreibt mein allererster Eindruck den Ventus 2 tatsächlich immer noch am besten:
Ich schlüpfe hinein und fühle mich ein bisschen wie in sehr bequemen Hausschuhen – nur dass ich mit diesen Hausschuhen richtig gut laufen kann.
Für Minimalisten und Laufpuristen ist der Ventus 2 nicht die erste Wahl.
Aber wer einen komfortablen, leichten und vielseitigen Laufschuh für Straße, feste Wege, längere Trainingsrunden und Powerwalking sucht und dabei eine großzügige Zehenbox zu schätzen weiß, sollte sich den Ventus 2 meiner Meinung nach unbedingt ansehen.
Für mich persönlich gehört er zu den besten Laufschuhen, die ich bisher für meine Bedürfnisse getragen habe.
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen.
Von mir bekommt der 361° Women’s Ventus 2 eine klare Kaufempfehlung.