Perfekter Allround-Bergstiefel für jedes Bergabenteuer
VORTEILE
- Solides Obermaterial
- Gute Steifigkeit & Stabilität
- Sehr guter Grip & Climbing Zone
- Gute Passform / angenehmer Fit
- Steigeisenaufnahme (bedingt steigeisenfest)
- Nachhaltigkeit (Wiederbesohlung & Oeko-Tex)
NACHTEILE
BEWERTUNG
Das Produkt
Folgendes sagt Asolo auf der Homepage zum Freney Evo LTH GTX:
"Für die Frühjahr-Sommer-Kollektion 2023 haben wir beschlossen, einige Alpine-Modelle weiterzuentwickeln und eine Produktfamilie zu schaffen, die sich besser für die spezifischen Aktivitäten eignet, für die sie entwickelt wurden.
Das zweite Projekt, das wir Ihnen vorstellen möchten, ist die neue Produktlinie für die Kategorie Performance Light Hiking: die Freney Evo Familie.
Entdecken wir gemeinsam die Innovationen, die neuen Eigenschaften der Stiefel und den neuen Look, den wir den neuen Modellen der Freney-Familie verliehen haben.
FRENEY EVO LTH GV
- High-Cut-Version (zwei Haken am Kragen) & Perwangerleder Obermaterial
- Empfohlen für: Alpine Bergtouren, Klettersteige und anspruchsvolle Trekkingtouren mit schwerem Gepäck.
- Obermaterial: Wasserabweisendes Perwangerleder 2,2 - 2,4 mm
- Futter: Gore-Tex Performance Comfort Footwear
- Brandsohle: Asoflex Spiky aus Nylon und Fiberglas
- Anatomisches Fussbett: Lite 4
- Sohle: Vibram 1229 Mulaz + Zwischensohle aus PU + EVA Dämpfung in der Ferse + TPU Steigeisenbefestigung
- Gewicht: 756 gr (1/2 Paar 8 UK)
- Wiederbesohlung: Dieses Modell kann wiederbesohlt werden
- Nachhaltigkeit: Das Leder entspricht dem Standard von Oeko-Tex"
Produktvideo:
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Der Test
Ich habe den Asolo Freney Evo in den letzten Wochen auf verschiedenstem Terrain getestet. Auf Schnee, Eis, Fels und Matsch konnten die Bergstiefel beweisen, was sie leisten können. Sowohl kurze knackige Touren, als auch längere Bergunternehmungen waren mit dabei. Die Wetterschwankungen der letzten Wochen haben Temperaturen von unter Null bis 17°C zugelassen.
Auf den Gletscher habe ich es mit den Stiefeln leider nicht geschafft – ein paar Steigeisen habe ich testweise trotzdem angebracht. Wichtig ist, dass es sich beim getesteten Modell um die hohe Variante (2 Ösen über dem Knöchel) und die aus Perwanger Leder gefertigte Variante handelt. Asolo hat in der Freney Evo Kollektion auch noch halbhohe und mit Kunststoffobermaterial gefertigte Versionen im Angebot.
Vorteile
Solides Obermaterial
Das Obermaterial der Asolos ist aus Perwanger-Leder gefertigt. Dem Leder aus dem Hause Perwanger wird besondere Strapazierfähigkeit und Wasserfestigkeit nachgesagt. Beim Test der Schuhe konnte ich feststellen, dass kleine Felsen, herausstehende Äste und ähnliche Hindernisse dem Leder nichts anhaben können. Es macht einen durchweg soliden Eindruck und ich kann mir bei entsprechender Pflege eine sehr lange Haltbarkeit vorstellen.
Wichtig ist, bei den Freney Evos auf die einzelnen Modelle zu achten. Es gibt auch einzelne Varianten, deren Obermaterial mit Kunstmaterialien kombiniert wird.
Das Lederobermaterial wird mit einem rundum den Schuh reichenden Geröllschutz aus Kunststoff kombiniert. Dieser verhindert, dass das Leder z.B. im Geröll zu viel Abrieb ausgesetzt wird. Der Geröllschutz macht ebenfalls einen qualitativ hochwertig gefertigten Eindruck und ist sauber mit dem restlichen Schuh bzw. Material verbunden. Kleberückstände, erstes Ablösen oder Ähnliches konnte ich nicht feststellen. Insgesamt macht der Freney Evo LTH GTX einen soliden Eindruck.






Gute Steifigkeit & Stabilität
Wie ich es von einem Bergschuh der Kategorie C erwartet habe, ist die Sohle des Bergstiefels ordentlich verwindungssteif. Diese Eigenschaft ist wichtig, um in alpinerem Gelände guten Halt zu haben und auch kleine Stufen sauber antreten zu können. Zudem ist die feste Sohle auch die Grundvoraussetzung, um auch Steigeisen bombenfest anbringen zu können.
Trotz der notwendigen Steifigkeit rollt man mit dem Asolo Freney noch relativ gut ab. D.h. auch für längere Strecken im weniger Steilen Gelände ist der Schuh noch gut geeignet, auch wenn er eure Füße natürlich etwas mehr fordert, als dies ein Leichtbergschuh oder Halbschuh würde.
Der hohe Schaft und die bis nach oben reichende Schnürung mit zwei Ösen über dem Knöchel hat mir sehr guten Halt gegeben. Die Knöchel werden gut vorm Umknicken geschützt und der Fuß hält fest im Schuh. An der Schnürung selbst wurde nicht gespart und auch die Ösen sind aus solidem Material gefertigt, die hoffentlich eine lange Lebensdauer haben sollten.
Mit diesem Aufbau ist der Asolo also auch bestens für alpines Gelände und Klettersteige geeignet.
Sehr guter Grip & Climbing Zone
Wie die meisten Hersteller in diesem Segment setzt auch Asolo auf den bewährten Sohlenpartner Vibram. Für dieses Modell wurde die Sohle mit einem sehr aggressiven Profil ausgestattet, was auch auf nassem Fels und im eisigen Schnee für besten Halt gesorgt hat.
Auch im Mittelfußbereich ist die Sohle mit etwas Profil ausgestattet. Das ist nicht unbedingt Standard und sorgt auch beim Antritt über den Mittelfuß für etwas mehr Grip. An der Zehenspitze ist die Sohle mit der mittlerweile auch sehr weit verbreiteten Climbing Zone ausgestattet. Dieser Bereich ist nicht mit einer Profilierung versehen, sondern aus einem durchgehenden, etwas angerauten Material gefertigt. Dadurch ist der Zehenbereich noch stabiler und gibt im Vergleich zum profilierten Bereich bei scharfen Antritten noch weniger nach. In Kraxelstellen bis zum 2. Grad macht dieser Aufbau an der Zehenspitze sehr viel Spaß und zeigt erst so richtig seine Vorzüge.
Zusammengefasst: Keinerlei Mängel bei der Sohle. Solide ausgewählt und solide gefertigt – wie ich es von Asolo und Vibram erwartet habe.




Gute Passform / angenehmer Fit
Die Größenangaben und die tatsächliche Passform haben für mich sehr gut zusammengepasst. Der Schuh trägt sich für mich sehr angenehm und ich fühle mich wohl darin. Zu Beginn hatte ich eine kleine Blase an der Ferse. Dies war aber nur bei den ersten zwei Touren der Fall und vermutlich der anfänglichen Härte, die bei solche Schuhen zum Start nicht ungewöhnlich ist. Mittlerweile passen die Schuhe perfekt und ich habe keine Probleme mehr.
Die Zunge kann vorne sehr weit nach vorne geklappt werden, was den Einstieg in Kombination mit den Zugschlaufen am oberen Schaftende sehr komfortabel macht. Der Schuh wird mit der Innenauspolsterung und dem gewählten Material meines Erachtens auch dem von anderen Herstellern beworbenen „Sock-Fit“ – also der Passform wie eine Socke – gerecht. Der Fuß wird gut umschlossen, ohne dass die Polsterung unangenehm drückt.


Steigeisenaufnahme (bedingt steigeisenfest)
Asolo wirbt nicht aktiv oder für mich zumindest nicht sehr offensichtlich mit der bedingten Steigeisentauglichkeit der Schuhe. In der Beschreibung wird lediglich von „alpinen Bergtouren“ gesprochen und nicht explizit auf den Einsatz für Hochtouren eingegangen. Auf die bedingte Steigeisentauglichkeit wird nur auf einem oder zwei Produktbildern hingewiesen.
Die Schuhe weisen einen Kunststoff-Einsatz an der Ferse auf. Dieser erlaubt es, halbautomatische Steigeisen (hinten mit Kipphebel, vorne mit Körbchen) an den Schuhen anzubringen. Da die Schuhe an der Zehenspitze keine Kunststoffkante aufweisen, gelten die Schuhe nur als „bedingt“ steigeisenfest und fallen demnach in die Kategorie C. Für normale bis mittelschwere Hochtouren ist dies aber völlig ausreichend.
Ich habe Steigeisen der Marke Petzl (Vasak, 12-Zacken) testweise an den Schuhen angebracht. Mit der richtigen Größen- bzw. Längeneinstellung halten die Steigeisen bombenfest an den Schuhen. Auch ohne aktiven Gletscherkontakt wage ich es, einen entsprechenden Halt und mit der steifen Sohle und der Fersenkante die Verwendbarkeit mit Steigeisen zu attestieren.
Nachhaltigkeit (Wiederbesohlung & Oeko-Tex)
Was mit gut gefällt ist, dass Asolo aktiv auf das Thema Nachhaltigkeit eingeht – auch wenn das mittlerweile fast zum Standard geworden ist. Laut Herstellerangabe sind die Schuhe problemlos wiederbesohlbar. Von anderen Modellen mit ähnlichem Aufbau kann ich dies auch ohne Bedenken bestätigen. In Kombination mit dem hochwertigen Obermaterial ergibt sich damit eine sehr langlebige Lösung.
Zudem ist das Oberleder mit dem sogenannten Oeko-Text-Standard zertifiziert. Laut Website des Siegels bedeutet das folgendes wurde geprüft bzw. eingehalten:
- Der zertifizierte Artikel ist unbedenklich für die menschliche Gesundheit
- Sämtliche Bestandteile, wie z. B. die Nähgarne und nicht-textiles Zubehör wie Knöpfe wurden auf eine Liste von über 1.000 Schadstoffen getestet
- Je intensiver der Hautkontakt eines Artikels, desto strenger sind die humanökologischen Anforderungen und Labortests
- Unsere Prüfkriterien und Grenzwerte sind weltweit verbindlich
- Wir aktualisieren unsere Schadstoffgrenzwerte mindestens einmal im Jahr
Nachteile
Gravierende Nachteile konnte ich bei diesem Modell von Asolo nicht feststellen. Der Preis ist nicht ganz ohne, steht für mich im Hinblick auf die verwendeten Materialien und den technischen Aufbau aber in einem guten Leistungsverhältnis.
Fazit
Im Test habe ich vom Asolo Freney Evo einen rundum guten Eindruck gewonnen. Der Schuh ist aus gutem Obermaterial gefertigt und beweist auch in schwierigem Gelände eine gute Stabilität und die notwendige Steifigkeit, um auch kleine Tritte sauber anzutreten.
Die Sohle ist wie von Vibram gewohnt hochwertig und erfüllt mit einer gute Profiltiefe und der Climbing Zone ihren Zweck. Der Schuh war für mich sehr angenehm zu tragen. Auch wenn der Schuh eher für Trekking und Klettersteige beworben wird, würde ich mich nicht scheuen, damit auf Steigeisen auch ausgewachsene Gletschertouren zu unternehmen.
Wie inzwischen die meisten Hersteller legt auch Asolo Wert auf Nachhaltigkeit in Bezug auf die Wiederbesohlung und Materialzertifizierungen. Gravierende Nachteile konnte ich nicht feststellen, weshalb ich den Schuh allen Berg-/Alpin-Begeisterten uneingeschränkt empfehlen kann.





