Teures technisches Gadget mit einigen Defiziten
VORTEILE
- Optimierung des Reifendrucks möglich
- Alarmierung bei zu geringem Reifendruck
- lange Lebensdauer von 5000 Betriebsstunden
NACHTEILE
- teuer
- Montage suboptimal
- großer Sensor (Gewicht + Anstoßgefahr)
- keine Speicherung der Raddaten in der App
- Batterie-Austausch kaum möglich
- einige Features wie "Aktivität" funktionieren noch nicht
BEWERTUNG
AIRsistant von Schrader
Bei dem AIRsistant von Schrader handelt es sich um ein digitales Hilfsmittel, mit welchem sich „einfach“ der Luftdruck des Reifens überwachen lässt. So kann man den AIRsistant sowohl beim Aufpumpen selbst nutzen, um zu schauen, wieviel Bar man bereits in den Reifen gepumpt hat, als auch während der Fahrt selbst als Anzeige, ob der Luftdruck noch in Ordnung ist. Doch der Reihe nach:
Lieferumfang:

Der AIRsistant wird geliefert in einem kleinen Kästchen, in dem einerseits der Sensor und der Ventilschaft mit Mutter Platz findet.

ACHTUNG: Zum Test habe ich nur das EINZELSET zur Nachrüstung erhalten. In diesem fehlt der Ventilkernausdreher und der Montageschlüssel. Dieses Set ist auch nur für einen Reifen zu nutzen und birgt daher einige Nachteile. Wer sich wirklich mit dem AIrsistant ausstatten will, sollte sich das Doppelset anschaffen. Das Einzelset macht ausser zum Test oder zum Nachrüsten m.E. eigentlich keinen Sinn. Warum in diesem Fall nicht ein Doppelset zum Testen zur Verfügung gestellt wurde, vermag ich nicht zu sagen.
Da ich jedoch nur das Einzelset testen konnte, wird dies auch die Grundlage meiner Bewertung sein. Und hier stellen sich erste Probleme bei der
Montage dar.
{"preview_thumbnail":"/sites/default/files/styles/video_embed_wysiwyg_preview/public/video_thumbnails/x4lOXS0u5Ds.jpg?itok=zUEkoPXe","video_url":"https://www.youtube.com/watch?v=x4lOXS0u5Ds","settings":{"responsive":1,"width":"854","height":"480","autoplay":1},"settings_summary":["Eingebettetes Video (Responsiv, automatisch abspielen)."]}
Denn da kein Ventilkernausdreher zur Verfügung steht, müsste man sich eigentlich diesen sich noch einmal zusätzlich anschaffen, da man den Ventilkern seines eigentlichen Prestaventils ausschrauben und durch den AIRsistant ersetzen muss. Nun muss man auch darauf achten, dass man auch ein Prestaventil mit ausschraubbaren Ventilkern hat, da nicht alle Prestaventile damit ausgestattet sind.
Hat man dies nicht, muss man erst einen neuen Schlauch mit eben einem solchen Prestaventil einsetzen. Da ich selbst keinen Ventilmontageschlüssel zur Verfügung habe und keine Lust hatte, mit eigens für den Test einen anzuschaffen, habe ich auf eine Spitzzange zurückgegriffen, um den Ventilkern auszuschrauben. Dies gelang tatsächlich auch recht schnell und einfach und ich konnte den Ventilkern einsetzen, auf welchen dann der Sensor von Schrader geschraubt wird. Hier stellte sich nun das nächste Problem für mich dar: der Sensor ist m.E. echt riesig und bringt neues Gewicht an den Reifen.


Zusätzlich lässt sich der Sensor nicht zusätzlich am Speichen befestigen, so dass er weiterhin fast frei drehbar ist. Dies stellte bislang zwar keine Probleme dar, aber wenn man bislang darauf achtete, dass an seinem MTB kaum etwas ist, was klappern kann, ist es für mich keine glückliche Lösung. Eben gerade, wenn ich daran denke, auch über felsigen Terrain zu fahren, wo der Reifen auch mal seitlich einen Schlag abbekommen kann, gefällt mir dies gar nicht.
Kopplung mit dem Handy
Um den Airsistant nun auch nutzen zu können, bedarf es des Downloads der Airsistant App. Hier lässt sich nun erst einmal der Name des Rads einstellen (macht nur Sinn, wenn ich mehrere Airsistants und Räder nutze) , daneben gibt es einen Druckrechner. Über „Fahrradtyp“ „Ebike: Yes or No“ und „Tubeless: Yes or No“ zeigt die App nun den optimalen Druck für den Reifen an.


Dies wird noch dadurch optimiert, dass man auch noch zwischen Vorder- und Hinterreifen differenziert und man sein Gewicht angibt. Nach den Eingaben ermittelt mir die App einen optimalen Bar-Wert von 1,95 für mein Hinterrad. So weit so praktisch. Was jedoch absolut nervig ist, diese Eingaben müssen jedesmal neu vorgenommen werden. Zurück im Hauptmenü lässt sich noch ein „Klingel“-Signal einstellen, welches mich während der Fahrt darüber benachrichtigen soll, dass mein Luftdruck nicht mehr ausreichend ist.

Dieses Signal ist jedoch so leise, dass es im Ernstfall auf einem Trail kaum zu hören ist. Netter Nebeneffekt ist noch, dass seitens der App die Temperatur angezeigt werden kann.
Im Einsatz:
Nach der etwas unglücklichen Montage des Airsistant und der einfachen Kopplung aber unglücklich angelegten Dateneingabe in der App machte ich mich auf ans Pumpen, denn der Schlauch musste zur Installation des Airsistants erst einmal komplett luftleer gemacht werden. Und siehe da, die Anzeige der App dokumentierte mir eindrücklich die Luftzunahme im Schlauch.

Als ich den optimalen Luftdruck erreichte, gab es jedoch seitens der App keinerlei akkustisches Signal, dass sich genügend Luft im Schlauch befindet. Hier hätte ich es sinnvoll gefunden, einen kurzen Hinweis seitens der App zu erhalten. Bei der Fahrt selbst spielte bislang die App keinerlei Rolle.

Nach der Fahrt kontrollierte ich immer wieder den Luftdruck durch die App, welche hin und wieder leichte Druckabnahmen anzeigten, ohne jedoch dass es in irgendeiner Weise beim Fahren ins Gewicht fiel.
Fazit:
Was lässt sich also in der Praxis festhalten? Einerseits ist es schon nett, seinen exakten Luftdruck zu kennen, um die beste Fahrqualität zu erhalten. Andererseits muss ich jedoch sagen, dass es bei all meinen bisherigen Fahrten dies kaum von Bedeutung war, der Mehrwert des Airsistance für mich als MTB und Gravelbike-Fahrer daher kaum eine Rolle spielte . Stattdessen emfand ich die Montage Des Airsistant als sehr umständlich, der Sensor kann klappern und kann wegbrechen. Dadurch, dass mir nur ein Ersatzkit zugeschickt wurde, benötigte ich noch zusätzliches Werkzeug bzw. hätte mir welches dazukaufen müssen. Auch die App weist einiges an Entwicklungspotential auf, da die Daten immer wieder neu eingegeben werden müssen und auch der Signalton viel zu leise ist. Die Navigation, die über die App angeboten wird, benötigt man normalerweise auch nicht, da es genügend andere Möglicheiten gibt zu navigieren oder seinen Standort zu suchen. Das Submenü „Aktivitäten“ ist nicht verfügbar und kann daher auch nicht genutzt werden.

Wenn ich zudem überlege, dass der Airsistant für beide Reifen rund 99 Euro kostet, bleibe ich lieber dabei, vom Rad abzusteigen, und meinen Luftdruck im Reifen per Daumendruck zu überprüfen. Ist sicherlich nicht so hochwertig, aber für mich reichts. Zudem finde ich es mehr als schade, dass die Batterie nicht getauscht werden kann. Daher kann ich keine Kaufempfehlung aussprechen.