Bequemer Hikingschuh - leider nur für Schönwetter
VORTEILE
- Starker Grip auf verschiedenen Untergründen
- Hoher Tragekomfort
- Verarbeitung
- Dämpfung
- Seitenstabilität
- Relativ Leicht
NACHTEILE
- Nicht Wasserdicht
- Sohle zu flexibel für sehr schroffes Gelände
BEWERTUNG
Mit dem X Ultra 5 Mid GTX verspricht SALOMON einen Wanderschuh, der speziell für technisches Gelände und wechselhaftes Wetter konzipiert ist. Ich habe den Damenschuh über mehrere Wochen hinweg im Gelände getestet. Hier kommt mein Erfahrungsbericht.
Facts
- in 4 Farbkombinationen (Damenvariante) erhältlich
- Größenauswahl zwischen 36 und 44
- Gewicht 350 Gramm/pro Schuh (Größe 41 1/3)
- Sprengung 11 mm
- Schafthöhe 114 mm

Aufbau
Die Außensohle besteht aus der All-Terrain-Contagrip-Sohlentechnologie. Ihre Zusammensetzung ist auf hohe Strapazierfähigkeit, perfekten Grip und Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Oberflächen ausgelegt. Von nassen Waldwegen bis zu felsigen Trails soll die Sohle ein sicheres Laufgefühl ermöglichen. Ein in die Außensohle eingearbeiteter, geformter Einsatz – das sogenannte Advanced Chassis – soll Seitenstabilität und optimale Beweglichkeit gewährleisten.


Die Zwischensohle (EnergyCell) aus EVA-Schaumstoff ist vor allem für ihre stoß Dämpfenden Eigenschaften bekannt und bietet eine gute Energierückführung.
Eine Einlegesohle aus geformtem OrthoLite schließt den unteren Aufbau des X Ultra 5 Mid Gore-Tex ab.
Die Materialzusammensetzung des Schafts trägt den klingenden Namen Matryx. Hergestellt wird dieses Material von einem französischen Textilkonzern der Chamatex Group. Matryx ist eine Mischung aus beschichteten Polyamid-Fasern und Kevlar-Garn. Durch die hohe Atmungsaktivität soll Schweiß in Form von Dampf schnell entweichen, die Füße trocken halten und für maximalen Komfort sorgen. Es ist extrem wandelbar in Dichte und Zusammensetzung und kann so optimal an verschiedene Bedürfnisse angepasst werden.
Das Innenleben des X Ultra 5 Mid Gore-Tex ist mit einem Textilfutter versehen.
Optimalen Tragekomfort, sicheren Halt und individuelle Anpassung soll die SensiFit-Konstruktion in Kombination mit den beweglichen Seitenflügeln bieten. Das traditionelle Schnürsystem fungiert als verbindendes Element aller Komponenten.


Soweit zum grundsätzlich sehr durchdachten Aufbau des Hikingschuhs von Salomon. Doch wie überzeugt er auf verschiedenen Terrains und bei unterschiedlichen Wetterbedingungen?
Praxistest
Der Salomon X Ultra 5 Mid Gore-Tex wurde bei Wanderungen zwischen 2 und 7 Stunden im Mittelgebirge bis Hochgebirge getestet. Auch bei einem leichten Klettersteig der Schwierigkeit „B/C“ war der Schuh – etwas außerhalb seiner Komfortzone – im Einsatz.
Tour 1 – Kragelschinken (1.845 m):
Warmes Bergwetter (ca. 22 °C) und trockene Verhältnisse – perfekte Bedingungen für die erste Bergtour mit einem neuen Schuh.
Die Wanderung führt über breite Forststraßen sowie mäßig bis steil ansteigende, schmale Wanderwege. Auf dem meist erdigen Untergrund bietet die Contagrip-Außensohle extrem guten Halt. Sowohl bei trockenen als auch feuchten Bedingungen. Beim Abstieg punktet der Schuh mit angenehmer Dämpfung und guter Seitenstabilität.


Tour 2 – Klettersteig Silberreith B/C (1.131 m):
27 °C Außentemperatur und schwüles Wetter. Beim kurzen Anstieg über steiles Gelände machte der Schuh einen sehr guten Eindruck in Bezug auf Grip und Wärmeaustausch. Der Klettersteig ist gut gesichert und für mich aufgrund meiner Erfahrung kein Problem – ideal also, um den Salomon X Ultra 5 Mid Gore-Tex an seine Grenzen zu bringen.
Für felsige, steile Passagen ohne zusätzliche Trittstufen fehlt dem Schuh jedoch die nötige Steifigkeit in der Sohle. Trotz hoher Temperaturen und starker Sonneneinstrahlung überzeugte er mit gutem Wärmeaustausch. Meine Socken waren nach der Tour nur leicht feucht, Reibstellen traten keine auf. Auch die Zehenschutzkappe macht einen stabilen Eindruck. Abnutzungen waren keine feststellbar.


Tour 3 – Stadelstein (2.070 m):
Kühles Sommerwetter (ca. 15 °C) und sehr nasse Verhältnisse durch einen vorherigen Regenschauer.
Hier kommt der Schuh klar an seine Grenzen. Bereits nach 30 Minuten im nassen, hohen Gras bemerkte ich leichten Feuchtigkeitseintritt. Nach über einer Stunde war der Schuh komplett durchnässt. Positiv: Trotz der nassen Füße bekam ich keine Blasen. Der Grip der Außensohle überzeugte auch auf schlammigem Untergrund und nassem groben Fels.


Tour 4 – Lugauer-Überschreitung (2.217 m):
Wechselhaftes Wetter zwischen 25 °C und 10 °C, trockene Verhältnisse mit leichtem Nieselregen.
Die Tour dauerte etwa 6:45 h und führte über eine Distanz von 15,5 km. Für wirklich felsige Passagen fehlt, wie bereits beim Klettersteig erwähnt, die nötige Steifigkeit der Sohle. Dennoch überzeugte der Schuh auf der gesamten Tour mit hohem Komfort durch den durchdachten Sohlenaufbau sowie optimalem Wärmeaustausch bei wechselnden Bedingungen. Leichter Nieselregen stellte kein Problem dar. Feuchtigkeit drang hier nicht ein.


Fazit
Der Salomon X Ultra 5 Mid Gore-Tex überzeugt mit großzügiger Zehenbox und hohem Komfort auf längeren Wanderungen. Im Mittelgebirge bietet er hervorragenden Grip auf unterschiedlichsten Untergründen. Für schroffe Felsformationen fehlt es der Sohle jedoch an Steifigkeit.
Kritisch ist der frühzeitige Feuchtigkeitseintritt bei nassen Bedingungen. Das darf bei einem als wasserdicht beworbenen Hikingschuh nicht passieren!!


Im Bereich Nachhaltigkeit punktet Salomon mit dem Verzicht auf PFC, der Verwendung recycelter Materialien sowie dem ressourcenschonenden Produktionsprozess des Matryx-Materials. Dabei wird nicht das Material, sondern das Garn direkt eingefärbt – was bei Farben bis zu 50 %, bei Schwarz sogar bis zu 95 % Wasserersparnis bringt.
