Interessanter Auswahlführer für die Region um München. Optimal für alle die gerne schöne Tourenwochenenden verbringen. Auf Essen und Wohnen wird großen Wert gelegt.
VORTEILE
- detailliert aufgeschlüsselte Zeitangaben
- von leicht bis schwer alles dabei
- Kartenausschnitte
- gute Tourenbeschreibungen
- sehr strukturiert
- gute Anfahrtsbeschreibung
NACHTEILE
- Tourenschwierigkeiten schwer ersichtlich
- keine detaillierten Hangneigungsangaben
- Lawinengefährdung sehr schwammig
- Zusatzinformationen zur Tour benötigt
- zu groß um auf Tour dabei zu sein
- kein Höhenprofil
BEWERTUNG
Ich durfte den Skitourenführer „22 perfekte Skitourenwochenenden vom Engadin bis zum Dachstein“ die letzten Wochen lang testen. Dabei waren v.a. die Touren in Tirol in meinem Augenmerk.
Der Hintergrundgedanke des Buches ist nachvollziehbar. Man ist motivierter Skitourengeher, wohnt aber in einer großen Stadt wie München? Für Tagestouren ist die Anfahrt dann oft schon motiviert. Da bietet es sich doch eher an, gleich das ganze Wochenende mit Skitouren zu verbringen. So liegen die ausgewählten Touren alle rund um München. Dies führt auch dazu, dass ich das Buch v.a. Tourengehern im Raum München. Für mich als Tirolerin sind jedoch auch viele Tourenziele für tolle Wochenenden dabei.
Neben der Skitour selbst, wurde in dem Buch ein starkes Augenmerk auf die Unterkünfte gelegt. Gemütliche Atmosphäre und gutes Essen sind absolut pflicht. Oft werden jedoch auch Alternativen für einen kleineren Geldbeutel angeboten.
Was eine Skitour zu einer perfekten Skitour macht ist sehr subjektiv. Auch darauf geht der Autor ein. Für ihn gehören tolle Touren in Kombination mit netten Unterkünften und gutem Essen zusammen um ein Wochenende perfekt zu machen.
Eckdaten zum Buch:
188 Seiten
22 Skitourenwochenenden mit jeweils 2-5 Skitouren
51 Skitouren (24 x leicht, 18 x mittel, 9x schwer)
Skitouren: 650 – 1680 hm; 2-6 Stunden
leider ist das Buch vom Format doch eher groß, sodass man es auf Tour nicht gerne mitnimmt.

Genaueres zum Buch und den jeweiligen Kapitel:
Das Buch ist ein Softcover mit einem Umschlag vorne und hinten.
Im vorderen Buchumschlag sind alle Tourenwochenenden mit den jeweiligen Touren gelistet. Neben den einzelnen Touren sind die Schwierigkeiten in der typischen Farbskala angegeben (blau = leicht, rot = mittel, schwarz = schwer), der Gipfel mit Höhe, die Höhenmeter, die Aufstiegszeit sowie der Verweis auf die Seite im Buch.

Allgemein finde ich diese Übersicht wirklich toll, habe jedoch 3 kleine Anmerkungen. Die Schwierigkeit der einzelnen Touren ist eher schwer ersichtlich, da sehr klein. Weiters widerspricht diese Übersicht dem Vorwort, in dem gemeint wird, dass die Wochenenden auf ca. ein Schwierigkeitslevel gehalten wird. Wochenenden an denen dann eine blaue und eine schwarze Tour enthalten sind (oder 3 blaue und eine schwarze Tour) nicht ganz in das Bild. Allgemein finde ich es aber nicht störend, da man sich vielleicht einen gemütlichen und einen motivierten Tag machen mag. Oder auch nur an einem der beiden Tage das Wetter wirklich gut ist. Allgemein sind sehr wenig schwere Touren in dem Buch enthalten.
Zuletzt finde ich es sehr verwirrend, dass die angegebene Zeit nur die Aufstiegszeit und nicht die allgemein geschätze Tourenzeit ist. Dies ist aus der Übersicht auch nicht ersichtlich (da die Spalten keine Titel beinhalten). Ich habe es erst bei genauem Studium der ersten Skitour bemerkt.
Im Umschlag hinten ist eine Karte, in der die einzelnen Tourenwochenenden eingezeichnet sind, abgedruckt. Leider sind hier die Schwierigkeiten der Touren nicht vermerkt. Da diese fehlen muss man doch imemr wieder zwischen den beiden Covern hin und her blättern. Wenn man sich an der Karte orientiert, wo möchte ich am Wochenende hin? Muss dann nach vorne geblättert werden um die Schwierigkeiten zu prüfen.

Allgemein sind die Tourenwochenenden 1 bis 22 immer in blauen Quadraten geschrieben. Ich fände es viel übersichtlicher, wenn das Quadrat die Farben der Tourenschwierigkeiten hätte. Wenn verschiedene Schwierigkeiten an dem Wochenende behandelt werden, kann das Quadrat auch 2 bis mehrfärbig gestatltet werden.
Es folgt ein kurzes Vorwort ehe es weiter zum Inhaltsverzeichnis geht. Im Inhaltsverzeichnis sind die einzelnen Tourenwochenenden ohne die einzelnen Touren und Schwierigkeiten gelistet. Dafür ist eine kurze Beschreibung des Wochenendes mit wenigen Sätzen vorhandn. Hier die Tourennummer in den passenden Schwierigkeits-Farben zu hinterlegen würde einen großen Mehrwert bringen.

Bevor es mit den einzelnen Touren los geht folgt noch eine Einführung. Diese behandelt unter anderem die Tourenauswahl, Worte zu den Übernachtungsmöglichkeiten, Tourenplanung, Gletscher und Umweltschutz.
Weiter geht es mit ein paar Worten zum Gebrauch des Führers. Es behandelt die Themen Schwierigkeitesbewertung, Überblick, Einkehr und Übernachtung, Ausgangspunkt, Aufstiegszeiten, Anforderungen, Hangrichtungen, Lawinengefährund, Aufstieg, Abfahrt, Karte.
Hiebei sind mir 2 Punkte aufgefallen. Einerseits ordnet Bertram Schneck jede Tour mit Gletscherkontakt automatisch zu schweren Touren. Das ist eigentlich nicht üblich. Es gibt sogar leichte Gletschertouren. Meiner Meinung nach sollte ein Gletscherkontakt eine Tour nicht automatisch schwarz machen. Wenn man Gletschererfahrung hat aber nur nicht allzu gut Skifahren kann, kann eine leichte Gletschertour weniger Probleme als eine schwere nicht vergletscherte Tour bereiten.
Weiters weißt der Autor darauf hin, dass sein Buch die genauere Recherche zu den Touren nicht ersetzt. Da kann ich ihm nur zustimmen. Mehr dazu bei den Tourenbeschreibungen.
Somit ist der Skitourenführer gut dazu geeignet sich ein schönes Wochenende zu planen, nimmt einem jedoch nicht die Detailplanung ab.

Zu den einzelnen Wochenendbeschreibungen:
Unter jedem Wochenendtitel stehen die Gipfel, die beschrieben werden. Leier ist auf der Übersichtsseite nirgends die Schwierigkeiten des Wochenendes vermerkt. Nach ein paar einleitenden Worten zur Region befolgt eine Beschreibung der empfohlenen Unterkünfte. Oft wird mehr als nur eine Unterkunft empfohlen. Die Unterkünfte werden kurz beschrieben sowie die Preise und Kontaktdaten angeben. Bei den Unterkünften ist gutes Essen und eine angenehme Atmosphäre wirchtig. Weiters wird darauf geachtet, dass Auto während dem Wochenende gar nicht oder nur minimal zu benötigen.

Es folgen die einzelnen Tourenbeschreibungen:
Blau hinterlegt steht als erstes der Gipfel der Tour. Links davon ist eine kleine Marke in der passenden Schwierigkeitsfarbe (blau bis schwarz). Diese ist leide rnicht allzu leicht zu erkennen, zumindest beim schnellen Durchblättern nicht. Hier wäre es doch angenehmer, wenn die Überschrift in der adequaten Farbe hinterlegt wäre und nicht nur so ein kleines Symbol. Neben dem Gipfelnamen steht dann noch die Sehhöhe, die Höhenmeter, die Dauer der Tour sowie die überwiegende Hangausrichtung.
Es folgen ein paar allgemeine Worte zum Gipfel ehe ein paar wichtige Punkte genauer beschrieben werden:
-Ausgangspunkt: es wird der Parkplatz sowie die Anfahrt mit PKW beschrieben. Eine Beschreibung mit öffentlichen Verkehrsmittel fehlt hier leider, wenngleich dies meist nicht vernünftig möglich sein wird.
-Aufstiegszeiten: Neben der Gesamt-Aufstiegszeit werden auch Zwischenzeiten angegeben
-Anforderungen: Neben leicht, mittel, schwer werden hier die unterschiedlichen Schwierigkeiten im Laufe der Tour beschrieben z.B.: “schwere Skitour wegen des steilen Gipfelhangs, bis dahin mittelschwer”.
- Hangrichtung:
-Lawinengefährdung: Hier wird in Worten die Lawinenengefährdung der Tour oder einzelnen Abschnitten beschrieben. Die Hangneigung wird hier nur selten erwähnt.
-Karten: Ein Verweis auf das passende Kartenmaterial.
Nach der Übersicht folgt eine detaillierte Beschreibung des Aufstiegs und der Abfahrt.
In den Text eingebettet sind einige schöne Bilder, welche auch gut beschrieben sind. Zusätzlich ist noch eine Karte eingebettet, in der der Aufstieg, die Abfahrt sowie Varianten eingezeichnet sind. Pro Wochenende ist nur eine Karte eingebettet in die alle Touren eingezeichnet sind. Dies gibt einen angenehmen Überblick!
Leider fehlt mit bei den einzelnen Touren ein Höhenprofil oder eine genauere Beschreibung der Hangneigungen. Dies muss man wohl, wie auch vom Autor empfohlen, in detaillierteren Recherchen herausfinden.


Nach den einzelnen Wochenenden folgt noch ein Stichwortverzeichnis, so etwas ist immer hilfreich!
Ob wirklich jedes Skitourenwochenende, welches mit diesem Führer geplant wird, perfekt wird, will ich einmal bezweifeln, da hier auch Frau Holle mit der Schneelage recht viel mitzureden hat. Sind die Schneebedingungen und das Wetter aber gut, legt das Buch eine gute Basis für ein perfektes Wochenende. Ich kann es jedem, der im Ruam München gerne Skitourenwochenenden verbringt bestens empfehlen. Ganz auf etwas Recherche kann man jedoch nicht verzichten. Idden bzw. Vorschläge liefert das Buch aber gute!