Optimale Regeneration für die Beine
VORTEILE
- hochwertiges robustes Material
- Handhabung und individuelle Einstellung sehr einfach
- leicht zu Transportieren/Akku
- Regeneration wird optimal unterstützt
- Anwendung wird als sehr angenehm empfunden
- einfach zu reinigen
NACHTEILE
- Preis
- Muskelkater wird NICHT einfach "weggezaubert"
BEWERTUNG
Da ich schon lange mit den Produkten von Reboots "liebäugle", habe ich mich besonders über das Testangebot gefreut. Ende April habe ich das Produkt "Reboots Go Recovery Pants SET" erhalten. Seit diesem Zeitpunkt war das Produkt sowohl zu Hause, als auch unterwegs vor allem meine Regegenerationsunterstützung. Meine Erfahrungen teile ich im folgenden Testbericht mit euch.
Kurzfassung für Lesefaulies:
Das Produkt Reboots Go kann zu Hause über eine 230VAC Steckdose, wie auch auf Reisen über den Akku betrieben werden. Die Anwendung der Reboots ist sehr einfach und kann individuell angepasst werden. Nach Ausdauerbelastungen im niedrigen und intensiven Bereich ist die Anwendung sehr entspannend und am nächsten Tag eine subjektiv bessere/verkürzte Regenerationszeit wahrnehmbar. Nach einer Wettkampfbelastung sind die Beine direkt nach der Anwendung erholter. Die Regenerationszeit in Bezug auf Muskelkater/Muskelverspannungen wird bei mir jedoch nur gering verkürzt. Nach mehrfacher Anwendung ist der Effekt deutlicher spürbar.
Die Reboots können durchaus eine Unterstützung vor allem im Bereich der Regeneration darstellen, sind aber auf Grund des hohen Anschaffungswertes eher für Ambitionierte Hobbie oder Leistungssportler geeignet.
Und hier die Ausführliche Bewertung:
Was sind Recovery Boots/Pants?
Das angestrebte Ziel von Recovery Boots/Pants oder auch Kompressionsstiefeln genannt, ist die optimale Regeneration der Beine. Die Boots (reichen bis zum Oberschenkel) oder Pants (reichen über das Gesäß bis zur Taille) werden wie ein Strumpf oder eine Hose über die Beine gestülpt. Sie besitzen voneinander getrennte Kammern (Anzahl je nach Hersteller unterschiedlich) welche sich je nach Einstellung, in unterschiedlichem Rhythmus und Intensität mit Luft füllen. Durch den Druck auf die jeweiligen Körperregionen entsteht eine Kompressionswirkung. Die erzeugte "Massage" soll einen schnelleren Abtransport von Stoffwechselbedingten Abfallprodukten fördern.

Was sind und wodurch entstehen sogenannte Abfallprodukte?
Die meisten Sportler kennen es, wenn inzwischen einer intensiven Ausdauerbelastung die Beine "schwer" werden.
Unsere wichtigsten Energielieferanten Kohlenhydrate und Fette können bei körperlicher Belastung nicht DIREKT in Energie (ATP) umgewandelt werden. Die notwendige Energie wird durch das in allen Körperzellen produzierte/gespeicherte ATP (Adenosintriphoshat) bereitgestellt. Abhängig von Sportart und Belastung durchläuft der Körper unterschiedliche Phasen der Energiebereitstellung. Hohe Belastung (Sauerstoffdefizit) = Schnelle Bereitstellung von Energie aber sehr begrenzt durch NICHT komplette Aufspaltung von Glucose (1 Molekül Glucose = 2 Moleküle ATP). Leichte Belastung (Sauerstoffreich) = Langsamere Bereitstellung von Energie für lange Zeit durch komplette Aufspaltung von Glucose (1 Molekül Glucose = 38 Moleküle ATP).
Bei hoher Belastung entsteht bei der Verstoffwechslung (schnelle Energiebereitstellung) vermehrt das energiereiche Molekül Laktat und als "Abfallprodukt" H+ (Säure). Der Körper möchte, um eine "Übersäuerung" (Abfallen des PH Wertes) zu vermeiden, das H+ aus dem Körper abtransportieren. Das Laktat auch als >Pseudo-Hormon< bezeichnet, regt die Freigabe von MCT´s (Monocarboxylat-Transporter) an. Das H+ kann bis zu einer gewissen Belastungsgrenze durch das MCT "Shuttle" über den Blutkreislauf aus der Muskelzelle abtransportiert werden. MCT´s sind jedoch nur in einer gewissen Anzahl (je nach Leistungsniveau) in der Muskelmembran vorhanden. Ist die Belastungsgrenze überschritten, kann die überschüssige Säure nicht mehr schnell genug abtransportiert werden und dadurch "übersäuert" der Organismus. Die Leistungsfähigkeit nimmt stark ab, da die überhöhte Säureproduktion den Sauerstofftransport hemmt.
Die Erklärung beläuft sich auf den mir bekannten wissenschaftlichen Stand und ist sehr vereinfacht dargestellt!
In der Regenerationsphase erholt sich der Körper und der PH Wert "pendelt" sich je nach Leistungsniveau schneller oder langsamer wieder ein. Je kürzer und optimaler die Regenerationsphase desto besser. Hierfür gibt es einige "Hilfsmittel" und hier sind wir endlich bei den Produkten von Reboots angelangt.
GO HARD RECOVER SMART!
Die Kompressionsprodukte vom Hersteller REBOOTS gibt es in unterschiedlichen Variationen und Größen. Diese sind mit den drei wählbaren Steuereinheiten kompatibel.
Größenauswahl:
- Pants:
- One Size: Bis zu einer Beininnenlänge von 89cm = Recovery Pants
- Boots:
- M Beininnenlänge bis zu 81cm oder relativ geringer Beinumfang
- L Beininnenlänge von 82cm bis 88cm
- XL Beininnenlänge über 88cm
- Arm Cuff (Arme):
- One Size
Variationen:
- Recovery Pants
- 8 Kompressionskammern -> Reboots One Steuereinheit
- 6 Kompressionskammern -> Reboots Go oder Reboots One Lite Steuereinheit
- Recovery Boots
- 8 Kompressionskammern -> Reboots One Steuereinheit
- 6 Kompressionskammern -> Reboots Go oder Reboots One Lite Steuereinheit
- Arm Cuff (Arme) -> für alle Steuereinheiten erhältlich
Die Reboots One bietet wie auch die Reboots One Lite Steuereinheit 6 Massage-Programme. Beide können jedoch "nur" mit einem vorhandenen "Stromanschluss" betrieben werden. Für die Erholung zu Hause und Unterwegs hat der Hersteller die Steuereinheit Reboots Go entwickelt. Sie punktet mit 3h Akku Laufzeit und ist deutlich kompakter als die stationären Steuerungen. Zugleich sind aber 2 Massageprogramme weniger.
Ich durfte die Reboots Pants in Kombination mit dem mobilen Steuergerät Reboots Go testen.
Erster Eindruck:
Das Reboots Go Pants Set kam gut verstaut in einen Karton bei mir an. Beim Auspacken fällt einem sofort das robuste Material der Pants und die kompakte Größe der Steuereinheit auf. Weiters befinden sich im Karton ein Netzteil, die Luftschläuche, 2x Ersatz Verbindungsstück und eine kurze leicht, verständliche Bedienungsanleitung. Was jedoch fehlte, ist ein Rucksack für den optimalen Transport. Dieser ist separat für 49€ erhältlich.

Anleitung:

Zuerst sollte der Akku der Steuereinheit über eine herkömmliche 230VAC Steckdose geladen werden. Alternativ kann die Steuereinheit auch direkt über die Steckdose betrieben werden.
Die Pants werden wie eine Hose einfach über die Beine gezogen oder über das Öffnen von Klettverschluss und Reißverschluss angelegt. !Wichtig! Unter den Pants oder Boots sollte man wenig bis keine Bekleidung (Hose, Socken) tragen. Für die Dauer der Anwendung sollten die Beine möglichst waagerecht platziert werden.
Danach werden die zwei kompakten Stränge mit unterschiedlich langen Luftschläuchen rechts und links an die Pants "angeschlossen". Dazu wird die Abdeckung mit Klettverschluss an der Oberseite der Pants geöffnet oder entfernt. Die kleinen grauen Verbindungsstücke an den Luftschläuchen werden durch leichtes drehen und drücken mit den Anschlussöffnungen verbunden. !Wichtig! Vor dem Anwendungsstart kontrollieren ob die Luftschläuche richtig sitzen, nicht eingeklemmt oder umgeknickt sind.


Am anderen Ende befindet sich ein Stecker der in Pfeilrichtung mit der Steuereinheit verbunden wird. Die Steuereinheit wird durch den grünen Schalter seitlich am Gerät eingeschaltet. Die Dauer- und Druckauswahl werden wie auch die deaktivierbaren Luftkammern über den Touchscreen am Gerät ausgewählt. !Wichtig! Die Anwendung sollte nie unangenehm oder schmerzhaft sein.


Recovery, Warm up oder Entspannung?
Bei der Steuereinheit Reboots Go stehen 4 verschiedene Programme zu Verfügung.
Recovery Anwendung:
Die Regenerationsmaßnahme sollte innerhalb einer Stunde nach dem Training erfolgen. Vor und nach der Anwendung genügend trinken. Optimal wäre ein Sportgetränk welches Elektrolyte und Salze enthält. Der Hersteller empfiehlt die Anwendung selbst in 3 Phasen zu unterteilen (nicht in der Bedienungsanleitung - nur online auf der Homepage beschrieben).
Programm A wird für die Phase 1 (ca. 10 Minuten) der Recovery Anwendung eingesetzt. Die Druckeinstellung sollte mittel bis hoch gewählt werden. Die Programme B oder D gestallten die Phase 2 (Hauptphase ca. 30 Minuten). In dieser Phase wird der individuelle Maximaldruck eingestellt. Die Einstellung kann zwischen Stufe 1-16 gewählt werden und soll eine intensive "Massage" der Muskulatur bewirken. Die Phase 3 dient zum Ausklingen. Hierfür werden je nach belieben Programm B-D verwendet. Für ca. 10 Minuten wird bei niedrigem Druck (maximal Stufe 3) die Anwendung beendet.
In der vereinfachten Anwendung wird der Fokus auf die Phase 2 gelegt und nur eines der Programme für 50 Minuten angewendet.
Die Kombination der Reboots mit anderen Regenerationsmaßnahmen wie Eisbädern, Warm/Kalt Duschen oder "Emcools" ist möglich. Dabei ist die Reihenfolge entscheidend. !Wichtig! Zuerst die Reboots und danach die kühlenden Regenerationsmaßnahmen!
Warm up:
Für die Nutzung vor dem Sport wird das Programm C empfohlen. Bei niedrigem Druck (maximal Stufe 3) sollte die Anwendung nicht länger als 15 Minuten erfolgen.
Entspannung:
Zum Entspannen werden die Reboots für 30 Minuten in geringer Intensität (maximal Stufe 3) angewendet.
Praxistest:
Die Reboots waren die letzten Wochen mein Begleiter zu Hause oder auf Trainingskurs! Ich habe sie vor oder nach unterschiedlichen Trainingseinheiten (Ausdauer- [L1, L3-L4, L5], Kraft- oder Sprungtraining) oder Wettkämpfen getestet.
Erfahrungen:
Die meiste Anwendung fanden die Pants als Regenerationsmaßnahme.
Nach langen Ausdauereinheiten (2-4 Stunden) im niedrigen Intensitätsbereich [L1] ist mein Favorit das Programm D für die Dauer von 40-50 Minuten. Die Druckeinstellung habe ich zunächst auf Stufe 8-10 eingestellt und nach mehreren Anwendungen bis zur Stufe 13 erhöht. Effekt: Bei der Anwendung spürt man ein angenehmes Kribbeln"! Direkt danach fühlen sich die müden Beine deutlich frischer und leichter an. Am nächsten Tag sind die Ermüdungserscheinungen geringer.
Nach den Trainingseinheiten im L3-L4 Bereich, habe ich mich je nach Empfinden, für die Anwendung bestehend aus Phase 1 - 3 oder für das Programm B oder D entschieden. Die Druckeinstellung wurde wie schon zuvor langsam gesteigert. Die Gesamtdauer belief sich je nach Auswahl zwischen 40 bis 50 Minuten. Effekt: Wie auch schon zuvor, war die Anwendung sehr angenehm. Direkt danach hatte ich das Gefühl, dass die Durchblutung stark angeregt ist. Die Beine "kribbelten" noch einige Zeit nach der Anwendung. Am nächsten Tag war die Ermüdung der Beine deutlich vermindert.
Heuer ließ es der Trainingsplan zu, dass ich mich beim Wings for life Run so richtig auspowern konnte. Der ersten Laufwettkampf seit langem, zeigte seine unmittelbaren Nachwirkungen durch Muskelverspannungen und Muskelkater. Die Reboots hatte ich leider zu Hause vergessen und somit konnte ich die Recovery Anwendung erst ca. 3 Stunden nach dem Lauf in Anspruch nehmen. Dieses Mal wählte ich das Programm B für 50 Minuten. Durch die doch recht starken Schmerzen im Gesäßbereich wurde die Luftkammer im oberen Bereich deaktiviert. Alle anderen Luftkammern blieben aktiviert und der Druck wurde auf Stufe 10 eingestellt. Effekt: Die Anwendung selbst löste ein sehr intensives "Kribbeln" in den Beinen aus! Direkt danach konnte ich die Beine zumindest wieder halbwegs "normal" bewegen. Am nächsten Tag hatte ich trotzdem starke Muskelschmerzen! Ergo die Reboots sind unterstützend, können aber starke Überlastung nicht einfach "wegzaubern"!
Beim Krafttraining wurden die Reboots zum "Warm up" und anschließend zur Regeneration eingesetzt. Für das "Warm up" wählte ich das Programm C. Der Druck wird maximal auf Stufe 3 eingestellt. Effekt: Die Beine werden langsam aktiviert. Der Effekt ersetzt für mich aber kein "richtiges" Warm up mit Einlaufen und verschiedenen Aufwärmübungen. Zur anschließenden Regeneration habe ich mich für die Anwendung bestehend aus Phase 1 - 3 entschieden. Die Druckeinstellung in Phase 2 wurde NICHT auf das Maximum eingestellt. Nach meinem Wissensstand sollten die Beine nach dieser Belastung nicht so stark "massiert" werden. Die Dauer der Anwendung nimmt ca. 1 Stunde in Anspruch: Phase 1 [A/ST6] 10-15min, Phase 2 [D/ST8] 40min, Phase 3 [C/ST3] 10-15min.
Effekt: Zur Zeit besteht mein Krafttraining vor allem aus Hypertrophy! Nach dieser Belastung habe ich meist 1-2 Tage nach der Trainingseinheit moderaten "Muskelkater". Am Tag nach dem Krafttraining mit anschließender Reboots Anwendung fühlten sich die Beine deutlich erholter an. Der "Muskelkater" am 2. Tag blieb mir trotz allem nicht erspart! Nach mehrfacher Anwendung zeigt sich der Effekt etwas deutlicher und der "Muskelkater" am 2. Tag wird vermindert.
Resümee:
Die Reboots sind keine "Zauberstiefel", können die Regenerationszeit aber durchaus sehr positiv beeinflussen. Durch die mobile Steuereinheit mit 3h Akkulaufzeit können sie bequem in einer Trainingstasche transportiert werden und stehen nach jeder Trainingseinheit oder einem Wettkampf sofort zu Verfügung. Die Anwendung ist individuell anpassbar gestaltet sich jedoch trotzdem sehr einfach. Neben der Anwendung kann man sich bequem vor dem Fernseher entspannen oder Kleinigkeiten am Laptop erledigen.
"Auf Grund des hohen Anschaffungswertes würde ich die Reboots, wie auch schon in der Kurzfassung beschrieben, ambitionierten Hobbie- oder Leistungssportlern empfehlen."
