Sportuhren

Von c.w.
Foto: Maarten van den Heuve auf Unsplash.com

Der moderne Mensch ohne Maschine – mittlerweile unvorstellbar! Leben ohne Smartphone, ohne App, ohne technische Hilfeleister undenkbar. All diese „Extensions of man“ (vgl. Marshall McLuhan, 1964), also die Erweiterungen des Menschen, seines Körpers und seines Geistes, halten jetzt auch schnellen Schrittes Einzug in das sportliche Training. Fitnessarmbänder, Sportuhren, Life-Tracker und Smartwatches wollen unser sportliches Leben vereinfachen, Trainingspläne im Auge behalten und Trainingsziele schnell und einfach erreichbar machen. Wodurch sich eine richtig gute Sportuhr auszeichnet, das wollen wir euch hier vorstellen.

Kein Training ohne Ziel! 

Foto: comcrew1 auf Unsplash.com

Bevor man sich überhaupt eine trainingsunterstützende Sportuhr zulegt, sollte man sich Gedanken machen wofür man sie hauptsächlich nutzen möchte. Viele Sportuhren sind auf Grund der komplexen Technik tatsächlich nur auf den Laufsport fixiert und können nicht sinnvoll für andere Sportarten genutzt werden. Einige hochpreisige Multisportuhren versprechen jedoch auch dies glaubhaft umsetzen zu können. Vor jedem Training sollte jedoch ein grundlegender Trainingsplan mit einem festen Ziel definiert werden. Die Sportuhr kann dann auf dieses Ziel hin eingerichtet werden. Durch entsprechende Apps und Zusatzfeatures kann dieser Trainingsplan dann mit Hilfe der Sportuhr zielgerichtet umgesetzt werden. Dennoch ersetzt die Sportuhr keinen Trainer! Auch sollte vor evtl. größeren Zielen (Marathon, Triathlon, etc.) ein Arzt konsultiert werden, um die allgemeine Fitness bestätigen zu lassen. Evtl. kann man an Hand der ärztlichen Daten die Sportuhr – je nach Modell – noch individueller kalibrieren.

Stoppuhr – Schnee von Vorgestern!

Mehr als dreißig Jahre lang waren digitale Stoppuhren – mit drei Knöpfen am Gehäuse und schickem Umhängeband – King am Laufbahnrand. Besonders sportliche Zeitgenossen, ließen die Uhren auch während des Joggens um den Hals gehängt. Wesentlich schicker und eleganter, dabei auch noch um ein Vielfaches praktischer und vielseitiger sind die modernen Sportuhren. Sie stoppen nicht nur auf Tausendstel genau die Laufzeit, sie geben gleichzeitig auch Puls/Herzfrequenz, zurückgelegte Strecke, verbrauchte Kalorien, Höhenmeter, Geschwindigkeit und auf Wunsch auch Musik und Kurznachrichten (via Smartphone-Verbindung) wider. Kurz gesagt: moderne Sportuhren verkörpern in einigen Fällen tatsächlich die „eierlegende Wollmilchsau“. Fast keine Köperfunktion mehr, die nicht erfasst und analysiert werden kann.

Die einzelnen Features einer Sportuhr im Überblick – oder darf’s auch ein bisschen mehr sein? 

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Zur Grundausstattung einer jeden modernen Sportuhr gehört heute eine Schnittstelle zu einem Smartphone, Tablet oder PC. Im Optimalfall funktioniert dies kabellos via Bluetooth – vorausgesetzt das Gerät auf der anderen Seite verfügt über dieselbe Technik – aber auch USB- und Mini-USB-Anschlüsse sind gängige Verbindungen. Auch Schrittzähler/Aktivitätszähler gehören in der Regel zum Standard einer jeden Sportuhr. Doch bereits hier können gravierende Messfehler von Gerät zu Gerät auftreten. Meist wird die Aktivität mittels eines Beschleunigungs- bzw. Bewegungssenors ermittelt, die in der Regel auf Lauf- bzw. Gehschritte bzw. deren Vibrationen und Bewegungen hin kalibriert sind. Irritationen durch andere Armbewegungen sind dadurch keine Seltenheit. Sportarten, bei denen die Arme meist statisch gehalten werden z.B. Radfahren können somit nicht optimal erfasst werden. Viele Sportuhren bieten auch eine Kalorienverbrauchsanzeige. Diese arbeitet sehr logisch und verstandbasiert nämlich nach den Regeln eines hochkomplexen Algorithmus, der Körpergröße, Gewicht, Alter und Geschlecht zu einem Wert verrechnet. Die Komplexität der Muskelarbeit wird dabei völlig außer Acht gelassen. Erst durch eine verlässliche Herzfrequenzmessung kann der Energieumsatz (Kalorienverbrauch) einigermaßen individualisiert werden. Daher bieten viele Sportuhren auch eine integrierte Herzfrequenz bzw. Pulsmessung an. Diese befindet sich am Handgelenk. Meist sind die Sensoren direkt unter der Anzeige angebracht, so dass die Pulsmessung nicht an der Hauptschlagader, sondern auf der Armoberseite verläuft – die Genauigkeit dieser Messung wird daher auch in vielen Tests bemängelt. Wesentlich genauer lässt sich der Puls mit einem separaten Brustgurtsensor messen. Dieser ist per Bluetooth oder ANT+ mit der Uhr verbunden (Achtung: Bluetooth und ANT+ sind nicht miteinander kompatibel! Vor dem Kauf darauf achten welches System unterstützt wird!).

Warum ist die Herzfrequenz so wichtig?

 

Ein kleiner trainingswissenschaftlicher Exkurs zur Herzfrequenz: Das Herz ist unser zentraler Muskel, der unseren Körper am Leben hält. Es steuert unseren Herz-Lungen-Kreislauf und ist für die Versorgung sämtlicher Muskeln mit Nährstoffen und Sauerstoff verantwortlich. Je nach Trainingsziel ist die Herzfrequenz entsprechend anzupassen. Eine Herzfrequenz über dem Maximalbereich (ca. 220 Schläge minus Lebensalter) kann zur Überbelastung und sogar zum Tod führen. Nur Ausnahmesportler können diese Grenze nach oben verschieben. Zur Leistungssteigerung im Ausdauerbereich empfehlen sich Herzfrequenzen zwischen 120 – 150 Schläge pro Minute. Dies ist auch der Bereich in dem die Fettverbrennung am effektivsten abläuft, wenn diese Frequenz durchgängig für mindestens 20-30 Minuten gehalten wird. Unter dieser Zeitspanne werden lediglich Kohlenhydrate umgesetzt. Ein gleichmäßiger, ausdauernder Puls ist der Schlüssel, um die Leistung zu steigern!

GPS vs. Laufsensor

Ja, wo laufen sie denn? – Dank GPS ist diese Frage mittlerweile obsolet! Ein Satellit funkt reichlich Koordinaten zur Erde, damit man sich beinahe Zentimeter genau tracken lassen kann. Im Freien funktioniert dies mit direktem Zugang zum Himmel ohne Probleme. Doch was, wenn man im Fitnessstudio seine Leistung, oder den zurückgelegten Weg im Büro ermitteln will? – Hier helfen die kleinen Laufsensoren, die unmittelbar am Schuh (je nach Modell sogar unspürbar in der Zwischensohle) befestigt werden können. Jeder Schritt wird festgehalten, jeder Meter registriert und aufgezeichnet. Die Trainingsdatenanalyse kann beginnen. (Laufsensoren sind nur als Sonderzubehör erhältlich. GPS ist in speziellen Modellen bereits integriert!)

Speziell für Outdoorfans, Bergsteiger und Skifahrer

Neben der zurückgelegten Strecke ist für viele Bergefexe auch die zurückgelegte Höhe interessant. Einige Uhren, meistens die Modelle der Navigationsgerätehersteller, bieten diese Sonderfunktion via eines barometrischen Höhenmessers mit an.

Die Datenanalyse

Da Sportuhren nur trainingsunterstützend fungieren, braucht es eine gute Analysemöglichkeit, um das Training auswerten zu können. Die meisten Hersteller bieten hierzu Apps an, die auf dem Smartphone oder Tablet dargestellt werden. Je nach Komplexität der Sportuhr sind auch die Analysemöglichkeiten der App mehr oder minder vielseitig und aufschlussreich. Ambitionierte Sportler werden daher bereits bei der Sportuhr auf ein höherklassiges Modell setzen, um später auch gezielt ihre Leistungen analysieren zu können. Gleichzeitig sind einige Sportuhren auch mit nicht Hersteller gebunden Tracking- und Analysetools/-apps kompatibel, um noch weitere Features zu integrieren bzw. abzurufen.

Laufzeit, Anpassungsfähigkeit und das liebe Wasser

Foto: Li Yang auf Unsplash.com 

Die Akkulaufzeiten der Sportuhren variieren zwischen ca. 8h bis 240h im Trainingsmodus. Je nach Anzahl der genutzten Features sinkt die Akkulaufzeit natürlich entsprechend rapide ab. Via USB-Kabel lassen sich die meisten Sportuhren in nur wenigen Stunden (ca. 1,5 – 3h) wieder vollladen. Einige wenige Sportuhren laufen tatsächlich noch per Batterie. Sie muss am Ende einfach getauscht werden. Damit die Uhr am Handgelenk fest sitzt – wichtig zur Pulsmessung(!) – muss sie optimal angepasst sein, darf nicht zu groß sein und sollte nicht drücken. Während der Bewegung schwillt der warme Körper leicht an, wodurch sich das Armband enger zieht. Dies sollte in jedem Fall bereits bei der ersten Anpassung bedacht werden. So sportlich die Optik der Uhren auch sein mag, so sind die bunten Kunststoffgehäuse doch erstaunlich selten wasserdicht. Regen und Spritzwasser halten sie in der Regel unbeeindruckt ab, Schwimmen oder gar Tauchen ist nur mit wenigen Modellen möglich. Auch ist die Herzfrequenzmessung im Wasser bei fast allen Modellen unmöglich oder nur mit Abstrichen erzielbar. Ebenso können GPS-Daten unter Wasser nicht lückenlos aufgezeichnet bzw. empfangen werden.

Die Smartwatch lässt grüßen

Um auf der Lieblingstrainingsstrecke auch die Lieblingsmusik hören zu können, sind einige Modelle mit einem internen Speicher (bis zu 4GB) ausgerüstet, der Musik speichern und via Bluetooth auf ein Headset übertragen kann. Und wenn es unbedingt sein muss, können viele Modelle auch bereits mit dem Smartphone gekoppelt werden und Kurznachrichten und eingehende Anrufe werden angezeigt. Für den Alltagsbetrieb sicherlich eine nette Idee, für das sportliche Training stellt sich hier jedoch die große Frage nach dem Sinn – es sei denn Trainer erteilt neue Anweisungen per WhatsApp oder SMS.

Welche Sportuhr tatsächlich in der Praxis überzeugt und welche Erfahrungen unsere Community und Produktscouts damit gemacht haben, das könnt ihr direkt in den Produktbewertungen erfahren. 

Erzähle uns doch gleich mal von deinen eigenen Erfahrungen und bewerte deine persönliche Ausrüstung.

Den besten Preis für’s beste Stück bekommt ihr wie immer nur bei unseren Partnern: 

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Titelbild: Garmin / Bilder im Text: Polar/unsplash.com(at)crew//unsplash.com(at)tikkho

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