Kletterhelme

Von Philip

Wie so vieles in der Welt der Kletterer ist auch dieser Ausrüstungsgegenstand unter Umständen lebenswichtig – der Helm: Bereits ein Stein der Größe eines Würfels kann – mit genug Fallgeschwindigkeit – schwere Verletzungen am Kopf verursachen. Damit es nicht so weit kommt, sollte der Helm einen festen Platz auf dem Haupt eines jeden Kletterers und Alpinisten haben.

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Braucht man so einen Kopf wirklich?

Auch für Klettersteig-Fans wichtig: ein ordentlich sitzender Helm

Ja: Ohne Kopf könnte man weder Bier trinken noch Schnitzel essen. Und ein wenig Denken schadet ja bekanntlich auch nicht. Diesen empfindlichen Bier und Schnitzel aufnehmenden Teil des Körpers schützt bei Felsabenteuern ein speziell auf Bergsportarten abgestimmter Helm. Hauptaufgabe: Der der Schutz vor herunter fallenden Gegenständen, wie zum Beispiel Steinen. Zudem schützt der Helm auch bei einem Aufprall des Kletterers an der Wand.

Und da bereits recht kleine Steine auf dem ungeschützten Haupt ziemlich schwere Verletzungen verursachen können, sollte man den Helm nicht nur in Mehrseillängenrouten tragen, sondern am besten auch beim Sportklettern (auch so ein Karabiner kann aus 15 Metern Höhe ganz schön schmerzhaft werden). Weitere Anwendungsgebiete: Beim Klettersteiggehen sowie auf Hochtouren, wenn die Gefahr eines Spaltensturzes oder Steinschlags besteht.

 

Helmtypen

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen drei Helmtypen, die alle ihre Vor- und Nachteile haben:

Hartschalenhelme

Die Urform des modernen Kletterhelms gibt es auch heute noch. Der traditionelle Helm der Alpinisten wölbt sich leicht eierschalenförmig um den Kopf des Kletterers. Er besteht aus einer recht dicken Hülle aus Polycarbonat, das besonders bei Schlägen von oben schützt. In der Regel sind diese Helme auch nur an der Oberseite des Kopfes gepolstert, sodass zum Beispiel ein Schlag auf den Hinterkopf nur durch die Polycarbonat-Schicht gepuffert wird, nicht aber durch ein Polster. Obwohl die „Steinschlaghelme“ technisch bereits eher zum alten Eisen (bzw. alten Kunststoff) gehören, haben sie durchaus noch ihre Berechtigung: Solche Helme sind relativ günstig und robust. Bestens geeignet für Anfänger, Wenigkletterer und Klettersteiggeher.

Inmould-Helme

Dieser Helmtypus besteht in der Regel aus expandiertem Polystyrol und ist oft mit einer sehr dünnen Kunststoffschicht überzogen, daher der Name: In-Mold („in eine Form gespritzt“). Inmould-Helme sind sehr leicht und bieten auch auf den Seiten eine gute Dämpfung. Im Gegensatz zu einem Hartschalenhelm bricht ein Inmould-Helm leichter. Durch den Bruch wird ein Großteil der Energie absorbiert, und wirkt daher nicht auf den Kopf. Allerdings ergibt sich daraus, dass so ein Helm sorgsamer behandelt werden will: Auf den Boden werfen ist keine gute Idee. Zudem sind Inmould-Helme auch teurer. Wer kauft diese Helme? Felsakrobaten, bei denen es auf jedes Gramm ankommt: Alpin- und Sportkletterer.

Hybridschalen-Helme

Das Beste aus zwei Welten: Der Polystyrol-Schaum ist zusätzlich von einer Hartschale umschlossen, die allerdings dünner ist als bei den klassischen Helmen. Gewichtsmäßig liegt die Hybridschale zwischen beiden Helmtypen, beim Schutz vereint sie allerdings die Vorteile beider Helme in sich – ein guter Allrounder für sämtliche Spielwiesen des Alpin- und Klettersports.

Damenversionen

Außer bei der Farbwahl unterscheiden die meisten Hersteller nicht bei der Bauweise der Kletterhelme. Einzig manche Versionen bieten hinten eine extra Aussparung für den Pferdeschwanz.

 

Features

Belüftung

Belüftungsöffnungen sind besonders im Sommer von Vorteil.

Neben dem Sitz (siehe Anprobe) und der Polsterung ist die Belüftung oft das einzige Kriterium, das man als Käufer selbst überprüfen kann – im Idealfall probiert man den Steinschlagschutz niemals aus. Bei den Belüftungsschlitzen trifft das Sprichwort „viel hilft viel“ in der Regel voll zu. Natürlich müssen trotz Belüftungsöffnungen Integrität und Stabilität des Helms gewährleistet sein, aber darüber braucht ihr euch keine Gedanken zu machen: Jeder Helm, der die Norm erfüllt, passt!

Trotzdem: Wer gerne in sonnigen Wänden klettert, sollte auf viele Öffnungen achten. Multifunktionshelme, die man gerne auch auf dem Gletscher einsetzt, haben etwas weniger – dadurch pfeift der Wind weniger über die Kopfhaut.

Farbe

Wer nicht nur im Klettergarten mit seinem Helm herumläuft, sollte auf bunte Farben achten: So ist man im Notfall in der Wand besser zu erkennen. Kräftige Rot- und Orangetöne erweisen sich als sinnvoll. Wer auf dem Gletscher unterwegs ist, sollte auf weiße oder graue Helme verzichten.

 

Anprobe

Achte beim Kauf darauf, dass der Helm sowohl bequem ist, als auch fest sitzt. Den Sitz kannst du meist mit zwei Bändern einstellen: Kopfband und Kinnband. Die Weite des Kopfbandes lässt sich meist am Hinterkopf verstellen und passt den Helm auf den Kopfumfang an. Wichtig: Willst du den Helm nicht nur im Sommer tragen, lass noch genug Platz für eine Mütze oder ein Stirnband. Das Kinnband hingegen sorgt dafür, dass der Helm nicht vom Kopf fliegt.

Bei der Anprobe stellst du zunächst das Kopfband ein: Der Helm passt, wenn er alle Drehungen des Kopfes mit macht, ohne zu verrutschen. Dann schließt du das Kinnband und ziehst es so fest, dass der Helm gut auf dem Kopf sitzt, aber das Kinnband nicht beim Reden behindert oder am Hals einschneidet.

Übrigens: Sicherst du viel mit einer Sicherungsbrille? Dann solltest du sie zur Anprobe mitbringen und gemeinsam mit dem Helm aufsetzen.

 

Haltbarkeit

Ohne Helm undenkbar: Eisklettern

Zwei Faktoren beeinflussen die Haltbarkeit eines Helmes: Mechanische Beschädigungen und Alterung des Materials. Ersteres ist leicht zu sehen: Zeigen sich auf dem Helm Risse, Dellen oder sonstige Beschädigungen, sollte man ihn austauschen. Dabei darf man ruhig großzügig sein: Immerhin geht es um das wohl wichtigste Körperteil.

Den zweiten Faktor kann man nicht so einfach sehen (außer, wenn die Farbe ausbleicht): Die Alterung des Materials. Gerade UV-Strahlung setzt dem Helm zu, die Folge: Der Kunststoff wird mit der Zeit spröde und bricht dadurch unter Umständen leichter, als bei einem neuen Helm. Etwa alle fünf Jahre solltest du dir und deinem Kopf darum einen neuen Helm gönnen.

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Alle Bilder: C.A.M.P./Cassin

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