Top Hardshelljacke für viele Einsätze, leider ohne Belüftung
VORTEILE
- lang geschnitten
- lange Ärmel
- relativ leicht
- Gummizug unten
- verstellbare Ärmelbündchen
- praktische Kapuze
NACHTEILE
- relativ weit an der Taille
- keine Belüftungsreißverschlüsse
- keine Innentasche
BEWERTUNG
Sowohl in den Bergen als auch im Alltag ist eine wasserdichte Jacke für mich nicht wegzudenken. Auf Tour häufig nur im Rucksack dabei für den Fall der Fälle, aber auch mal bei einem Aufstieg in einem leichten Schauer oder beim Radeln im Alltag im strömenden Regen, habe ich sie viel im Einsatz. Ich war deshalb sehr gespannt, die Namche GORE-TEX PACLITE Jacke von Rab zu testen.
Material
Die Jacke besteht aus 75D Recycled GORE-TEX PACLITE mit 2.5 Lagen. Laut Herstellerangaben ist das Material komplett recycelt, was ich sehr cool finde.
2,5 Lagen sind für die meisten (meiner) Einsätze ausreichend, um dicht zu bleiben, die Jacke ist damit aber keine sehr robuste Hardshelljacke für tagelange Touren mit schwerem Rucksack im Regen. Die Jacke ist mit PFC freiem DWR imprägniert, was sie sehr nachhaltig macht.
Rab gibt eine Wassersäule von 28.000mm für die Wasserdichte an. Bei meinen Radelstrecken im Regen ist sie bisher auf jeden Fall komplett dicht geblieben. Die Nähte der Jacke sind auch komplett verklebt und die Reißverschlüsse mit AquaGuard ausgestattet. Vorne ist der Reißverschluss auch mit etwas Stoff hinterlegt, dass kein Wind durch den Reißverschluss durchgeht, was auch gut funktioniert.
Die Jacke trägt den Namen Paclite, weil sie klein verpackbar ist. Das stimmt, etwas kleiner geht es aber meiner Erfahrung nach noch, meistens aber auch mit dafür geringerer Haltbarkeit, das kann ich bei der kurzen Testdauer jetzt aber noch nicht beurteilen. Mit ca. 350 Gramm ist sie auf jeden Fall angenehm leicht.
Passform
Das ist bei mir immer so eine Sache mit der Passform. Ich habe relativ breite Schultern, aber eine relativ schmale Hüfte und bin nicht so groß. Größe S spannt deshalb fast immer unter den Achseln, weshalb ich dann Größe M brauche, die dann wieder sehr weit an Taille und Hüfte ist. So geht es mir auch bei dieser Jacke.
In Größe M habe ich eine super Bewegungsfreiheit an den Schultern und Armen, was mir gerade bei sportlicher Betätigung, egal ob Radeln oder Bergsteigen, sehr wichtig ist. Ab dem Bauch ist die Jacke dann aber recht locker. Meistens führt das dazu, dass es mir dort schnell kalt wird, wenn die Jacke nicht so eng anliegt.
Die Namche Paclite Jacke hat jedoch den Vorteil, dass sie für meine Körpergröße relativ lang ist und mit einem Gummizug ausgestattet ist, der auf beiden Seiten verstellbar ist. So kann ich den Gummizug verwenden, um die Jacke unten enger zu stellen, und in Kombination mit der Länge zieht es unten nicht rein und es bleibt doch angenehm warm.
Auch beim Radeln, wo die Jacke typischerweise hoch rutscht, wenn man sich nach vorne beugt. Die Ärmel fallen für mich ebenfalls recht lang aus, was ich beim Radeln auch super finde, da die Ärmel dann immer noch lang genug sind, um die Arme ganz zu bedecken und das Wasser läuft nicht bei den Bündchen rein. Die Bündchen sind außerdem mit einem Klettverschluss verstellbar, dass die langen Ärmel auch nicht nerven.

Kapuze
Die Kapuze der Namche GORE-TEX PACLITE Jacke ist eng anliegend. Ein Helm passt da sicher nicht drunter, aber oben drauf. Die Kapuze lässt sich seitlich und von hinten anpassen. Der erste Kordelzug ist vorne angebracht und hat einen Kordelstopper auf beiden Seiten, der sich einfach bedienen lässt.
Der zweite Kordelzug ist hinten angebracht. Die Kapuze hat auch einen leichten Schirm, sodass der Regen nicht in die Augen läuft. Mit dem Kordelzug vorne kann man sich gut in die Jacke "verstecken", das Sichtfenster so klein ziehen, dass nur noch die Augen raus schauen und man gut vor Wind und Regen im Gesicht geschützt ist.
Mit dem hinteren Kordelzug lässt sich die Kapuze so einstellen, dass sie am Kopf anliegt und sich mit dem Kopf mit dreht, das Blickfeld ist also nach rechts und links mitwandert. Das ist beim Radeln sehr angenehm, da man so immer genug sieht. Sehr angenehm gerade bei der Verwendung der Kapuze ist das Fleece am Reißverschluss am Kinn. Bei einer anderen Jacke hat mir diese Stelle teilweise die Haut aufgerieben, das Fleece der Namche Jacke ist sehr angenehm und reibt nicht.
Taschen und Belüftung
Die Jacke hat zwei relativ große Taschen mit einem wasserdichten Reißverschluss. Die sind bei mir im Alltag ständig in Benutzung. Rab gibt auf der Webseite an, dass die Taschen auch als Belüftung dienen und sie mit Mesh-Stoff ausgestattet sind. Das macht für mich keinen Sinn, da man die Taschen dann ja nicht mehr verwenden kann, da der Inhalt nicht mehr sicher verstaut ist, wenn man die Taschen offen lässt.
Die Namche Paclite Jacke hat nämlich leider keine Reißverschlüsse unter den Armen. Solche Reißverschlüsse finde ich gerade bei längeren sportlichen Einsätzen sehr wichtig, da selbst sehr atmungsaktive Regenjacken nicht atmungsaktiv genug sind wenn man richtig stark schwitzt, und da hilft ein Schlitz unter den Armen super dagegen. Wenn man die Jacke in den Bergen im Einsatz hat und mit Rucksack trägt, ist außerdem der Hüftgurt über den Taschen, sodass die Belüftung damit auch nicht funktionieren kann. Und leider drückt es damit auch, wenn man etwas in die Taschen steckt.
Da finde ich eine Innentasche vorne oder etwas weiter oben noch sehr praktisch, die die Namche Packlite Jacke leider nicht hat. Rab weißt noch darauf hin, dass sich auch bei atmungsaktiven Jacken Kondenswasser in den Taschen bilden kann und man deshalb vorsichtig sein soll mit elektronischen Geräten in den Jackentaschen.
Nachhaltigkeit
Durch den Stoff aus vollständig recyceltem Material und einer Imprägnierung ohne Fluorcarbone ist die Jacke sehr umweltfreundlich. Rab ist außerdem ein klimaneutrales Unternehmen und Mitglied von FairWear. Sehr positiv finde ich das Angebot eines Reparaturservice direkt auf der Webseite mit Angaben von Preisen. Sollte der Reißverschluss kaputt gehen oder die Jacke ein Loch bekommen, kann man dort direkt die Reparatur kaufen und die Produkte einschicken. So einen unkomplizierten Reparaturservice habe ich sonst selten gesehen und finde ich super, gerade für wasserdichte Kleidung. Sonst kann ich auch selbst viel reparieren, aber bei wasserdichten Stoffen ist das nicht möglich.