Sehr praktisches und durchdachtes Kochsystem
VORTEILE
- Piezo -Zündung
- Kochendes Wasser in unter 3 min
- Klein verstaubar
- Sehr gute Effizienz
- Träger als Henkel und Verschluss
- Adapter und Ständer
NACHTEILE
- Deckel zerkratzt außen durch Adapter
- Kork-Isolierung kann anbrennen, wenn es falsch sitzt
BEWERTUNG
Primus Lite Plus
Nachdem ich nun schon einige diverse Kocharrangements von Primus in meinem Outdoor-Dasein hab nutzen und kennenlernen dürfen, habe ich nun ein von mir vorher noch nicht genutztes System von Primus vor mir. Es handelt sich dabei um den Primus Lite Plus, eine Weiterentwicklung des Primus Lite und erinnert in seiner Darbietung sicherlich auch nicht ungewollt an den Jetboil, so dass man ein System zum Aufschrauben eines kleines Topfes hat, mit dem sich zwar nicht unbedingt Essen kochen anbietet, jedoch aber ein halber Liter Wasser schnell zum Kochen gebracht werden kann.


Je nach Einsatzbereich benötigt man sicherlich unterschiedliche Systeme bzw. machen einige Kocher mehr, einiger weniger Sinn. Wenn man, so wie ich meistens, mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs ist, sind die drei wichtigsten Kriterien eines Kochers für mich
- das Gewicht
- das Packmaß
- das Leistungsvermögen.
Benötigt der Kocher nur wenig Treibstoff und ist energieeffizient, so benötige ich insgesamt nur eine kleinere Kartusche und ich spare Gewicht.
Daher nun schon direkt einige Hardfacts direkt vom Hersteller, eben auch zum Gewicht und Packmaß:
- Leistung: 1.500 W
- Verbrauch (pro h):100 g
- Abmessungen (außen):100 x 130 mm (Durchmesser x Länge)
- Gewicht: 402 g
- Füllmenge 500 ml
- Material: Topf aus Aluminium; Topfdeckel aus Biokunststoff; Ummantelung aus Kork mit G-1000 Eco Lite Bezug

In der Praxis
Das System des Lite Plus ist relativ selbsterklärend. Einfach den Brennaufsatz auf die Gaskartusche schrauben und schon ist der Kocher einsatzbereit. Um der Energie-Effizenz Rechnung zu tragen, lässt sich der Top passgenau auf die Brennvorrichtung positionieren, so dass kaum Wärme verloren geht.


Ein zusätzlicher Windschutz ist nicht vorhanden, bedarf es aber eigentlich auch nicht. Denn aufgrund dessen, dass die Menge an Flüssigkeit eh nur ca. 500 ml ist und man keine langen Kochsession abhalten wird, kann man auf das zusätzliche Gewicht eines Windschutzes verzichten. Notfalls bastelt man sich einen.

Kocher mit der Piezo Zündung angeworfen und los geht's:
Bei knapp unter drei Minuten sprudelt das Wasser bereits kochend heiß. Dafür sorgt die Laminar Flow Technologie. Bei dieser Technologie werden Gas und Luft flächenförmig, anstatt wie üblich kanalförmig, miteinander vermischt. Dies ermöglicht eine flache Bauweise und verleiht dem Topf eine hohe Standfestigkeit. So kommt auch kaum Wind an die Flamme heran und die Hitze optimal genutzt.

Weiterhin sehr praktisch im Test:
- Piezo-Zündung: Äußerst praktisch fand ich bei der Handhabung des Kochers die Piezo-Zündung, so dass man, wenn man kein Feuerzeug zur Hand hat, auf der sicheren Seite ist. Diese funktioniert bislang einwandfrei und funkt zuverlässig.

- Trägersystem: Sehr praktisch kommt auch das Trägersystem des Primus daher. So besteht die Möglichkeit sich mit dem Träger einen Henkel zu kreieren, der hervorragend in die Hand passt. Nach dem Kochen kann man mit dem Träger den Deckel des Topfes quasi verschließen.

- Deckel: Der Deckel des Topfes kann gleichzeitig als Trink- oder kleines Essgefäß verwendet werden. Is(s)t man zu zweit, hat man somit einen kleinen Napf zusätzlich zur Verfügung.

- Ständer: Vorteilhaft ist auch, dass ein kleiner Ständer mitgeliefert wird, indem man die Primus Kartusche einklicken kann. Dadurch steht der Kocher insgesamt etwas sicherer. Möchte man Gewicht sparen, kann man diesen auch Zuhause lassen




- "Tetris-Packsystem": Aufgrund der hervorragenden Energieeffizienz und dem geringen Verbrauch kommt man auch bei Mehrtagestouren problemlos mit einer 100 Gramm Kartusche zurecht, die sich wiederum direkt in den Topf verstauen lässt.

- “Adapter oder auch Topfauflagenklammer”: Eine Besonderheit fiel mir direkt beim ersten Auspacken auf. Da waren drei kleine Mini-Schrauben am Träger befestigt. Mitgeliefert im Topf wurde sogar noch eine weitere Ersatzschraube. Was hat es nun mit diesen Schrauben auf sich. Ganz einfach: Sie lassen sich in die Kochvorrichtung aufschrauben, so dass man einen flachen Topf auf diese Adapter stellen kann.

- Tuch: Mitgeliefert wird noch ein hochwertiges Primus Tuch, welches man nicht nur zum Reinigen nutzen kann, sondern das auch im Topf als Schutz gegen Kratzer beim Transport dient. Zusätzlich nutze ich ein solches Tuch auch immer gerne um mein Zelt von Feuchtigkeit zu reinigen
Was vielleicht auch noch praktisch sein kann, aber von mir bislang nicht verwendet worden ist, ist, dass es auch noch eine Aufhängevorrichtung gibt, mit dem man den Kocher aufhängen kann. Dies kann beim Klettern in steilen Wänden sinnvoll sein. Wie gesagt, ich konnte es nicht nutzen. Die Korkisolierung, die es in unterschiedlichen Ausführungen gibt, und die Ausgussvorrichtung runden das stimmige und durchdachte Bild des Kochers ab.

Als negativer Aspekt empfand ich aber, dass die Adapter außen an dem Kocher am “Henkel” angebracht sind. Wenn ich den Henkel nun als Verschluss zum Transport nutze, schrammen die Adapter zwangsläufig Kratzer in die äußere Deckelfront Ich habe daher die Adapter abmontiert, da ich sie auf meinen normalen Touren eh nicht benötige. Dennoch hätte es hier eine pragmatischere bessere Lösung geben sollen.


Zuletzt sollte nicht zu vergessen sein, dass es noch eine zusätzlich zu erwerbende Kaffee- bzw. Teepresse gibt. Das gefällt mir als begeisterter Kaffeetrinker besonders, so dass ich mir diese wahrscheinlich noch dazu bestellen werde 😊Wobei 17,95 Euro auch noch einmal ein stolzer Preis ist, insbesondere wenn man bedenkt, dass der Kocher 149 Euro beim Hersteller kostet.
Fazit: Der Primus Lite Plus ist ein effizienter und gut gestalteter Kocher. Trotz seines hohen Gewichts und der geringen Kapazität des Topfes bietet er eine hervorragende Leistung und sollte auf keinen Outdoor-Touren fehlen. Gerade bei einer Solo-Tour lässt es sich auch ausreichend in dem Topf kochen.