So einfach kann Sicherheit sein!
VORTEILE
- komplettes Set
- 90 Lumen
- einfache Montage ohne Werkzeug
- großer Lichtwinkel
- Blinker
- Bremslicht
NACHTEILE
- Universelle Befestigungsclips müssen zusätzlich gekauft werden
- Helm-Kompabilität fraglich
- hoher Preis
- Fernbedienung mit Batterien
BEWERTUNG
Overade TURN & OXIBRAKE
Die Idee hinter der Overade Turn und Oxibrake besteht darin, dem Radfahrer mehr Sicherheit zu bieten, indem man an dem Helm ein zusätzliches Licht anbringen kann. Aber halt. Von einem einfachen Licht kann hier keine Rede sein, denn Overade hat dem Licht ein paar interessante Features hinzugefügt.
So reagiert das Licht nicht nur auf das Bremsverhalten des Radfahrers, sondern es besteht auch die Möglichkeit über ein am Lenkrad befestigten Adapter zu blinken. Dieser Adapter ist universell anhand drei verschiedener Größen an Befestigungsringen an jedem Lenkrad zu befestigen.

Wie sich das System im Test geschlagen hat, erfahrt ihr jetzt. Zunächst einmal aber noch ein paar Facts:
- Werkzeugfrei
- Max. 90 Lumen
- 1 cm x 3,5 cm x 10 cm
- Aufladbar mit USB
Das Set besteht letztlich aus drei wichtigen Teilen:
- Einer Fernbedienung, welche an der Bremse befestigt wird, (namens OxiMote)


- Dem Bremslichtsensor (OxiBrake) und der


- Beleuchtung (OxiTurn)

Dazu werden noch drei unterschiedlich große Befestigungsringe für den Oximote mitgeliefert und eben die magnetische Befestigungsschale für das Licht samt Klebestreifen.





Das Licht: OxiTurn
Das Licht selbst hat 5 rote Leuchtmodi und eine Funktion für recht bzw. links Blinken. Es lässt sich mittels einer magnetischen Halterung, die durch ein Klebepad an eigentlich alle Helme befestigt werden kann, installieren. Die Halterung selbst ist 6 x 2 cm lang und breit Obwohl sie dezent gestaltet ist, stört sie m.E. schon wenig den Geamteindruck eines Helms.Insbesondere dann, wenn man das Licht nicht am Helm befestigt hat.
Ein solcher Klebestreifen ist z.B. auch von den ActionKameras bekannt. Problem bei solchen Klebestreifen ist natürlich, dass sich diese nicht so schnell mehr lösen lassen und man das Licht nicht wahlweise morgens auf den Straßenfahrradhelm klippen lässt, um es abends dann z.B. auf den Gravelbikehelm zu positionieren. Das ist leider umständlich und schränkt den Gebrauch des Lichtes ein.
Ebenfalls lässt sich der Klebestreifen nicht richtig gut auf meinen (zumeist genutzten) Helmd befestigen. Siehe Foto. Daher muss ich für die Befestigung selbst einen Punkt Abzug geben. Hier hätte ich mir zudem weitere Klebe-Pads gewünscht, um das Licht auch an anderen Helmen noch weiter nutzen zu können. Auf der Halterung ist zudem ein Pfeil angebracht, damit man weiß, wo oben ist. Wenn man dies nicht beachtet, wird man in die falsche Richtung blinken.
Bei der weiteren Nachforschung bin ich aber darauf gestoßen, dass Overade auch eine universelle Fahrradhalterung im Sortiment hat, welche ich mir schließlich zusätzlich bestellt habe. Diese kostet noch einmal ca. 15 Euro. Ein kleiner Wermutstropfen ist es da schon, dass es bei dem Kaupfpreis von 89 Euro nicht im Lieferumfang enthalten ist. Immerhin kann ich jetzt aber das Licht auch an allen meinen Rädern benutzen und habe nicht weitere Befestigungselemente an meinen anderen Helmen.


Die 5 verschiedenen Licht-Modi lassen sich einteilen in
- Ein rotes umrandendes Licht
- Ein stärkeres rotes umrandendes Licht
- Ein schnell blinkendes rotes Licht
- Ein langsamer blinkendes rotes Licht
- Ein zweifach stark blinkendes Licht mit darauffolgender kurzer Pause

Dazu gibt es natürlich noch die entsprechenden Blinker. Diese werden sogar akkustisch unterstützt. Die akkustische Unterstützung lässt sich aber laut Hersteller auch ausstellen, indem man länger die Blinkertasten gedrückt hält.
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Das Licht hat einen Abstrahlwinkel von 220 Grad, so das die Sichtbarkeit enorm ist. Die Akkuladung sollte für ca. 20 Stunden reichen. Danach lässt sich das Licht schnell wieder durch ein USB Kabel aufladen.
Eine Auflistung der verschiedenen Modi bietet die Bedienungsanleitung mit einer guten Übersicht:

Die Lichtstärke liegt bei der Maximum Version bei 90 Lumen. 50 Lumen reicht normalerweise für gängige Radstrecken aus.
Der Bremslichtsensor:
Dieser wird einfach über den Bremshebel selbst gezogen. Dies funktioniert bei all meinen 4 Rädern und bereitet bei der Montage keinerlei Probleme. Dazu fühlt sich das Gummipad in der Hand gut an und man läuft nicht Gefahr abzurutschen, noch spürt man große Änderungen zu seinem eigentlichen Bremshebel.
Das Licht leuchtet bei Bremsung somit auf und warnt die hinter einem fahrenden Autos oder Radfahrer. Die Kopplung zwischen Sensor und Licht erfolgt automatisch, so dass hier nichts mehr hinsichtlich einer Einrichtung vorgenommen werden muss. Einfach, praktisch, gut.
Die Fernbedienung:
Die Fernbedienung wird spielend leicht ( man kennt es von einfach Klingeln) mittels zweier Gummis über das Lenkrad gezogen. Dies hat den Vorteil, dass man je nach Gusto die Bedienung auf der linken oder rechten Seite befestigen kann. Die Buttons für rechts und links sind noch einmal zusätzlich mit einem großen L bzw. R beschriftet. Durch einmaliges Klicken wird der jeweilige Blinker betätigt, drücke ich noch einmal drauf, wird der Blinker beendet.
Drücke ich erst links und danach den rechten Button schwingt der Blinker direkt von links auf rechts um. Der Blinker lässt sich auch betätigen, wenn man das „eigentliche“ Licht ausgestellt hat. Dann erscheint der Blinker inklusive rotem Hinweislicht ( Siehe Video). Die Fernbedieung selbst wird über eine Batterie betrieben und muss ausgetauscht werden. Hier hätte ich auch einen USB-Anschluss besser gefunden.
In der Praxis
Im Test empfand ich das System als völlig problemlos zu montieren. Auch die Handhabung ist absolut einfach. Das Gummipad wird einfach über die Bremse gezogen. Die Fernbedienung mit dem Gummis montiert. Einzig die Helmmontage sehe ich nicht gut gelöst. Auch wenn die Halterung geschwungen ist, so ist doch jeder Helm wiederum etwas anders.
Bei meinen Helmen gab es so keine perfekte Haltlösung, auch wenn die Halterung stabil gehalten hat. Weiterhin, oben bereits genannt, sehe ich es als problematisch an, dass man nur eine Helmhalterung hat. Diese gibt es auch nicht einzeln nachzukaufen. Praktisch war endlich mal wieder, dass eine Bedienungsanleitung direkt mitgeliefert und man nicht irgendwo im Netz nach dieser suchen musste.

Die Leuchtkraft ist völlig ausreichend. Ungewöhnlich ist es jedoch beim Abbiegen, dass man eigentlich seine Hand bzw. Arm nicht mehr ausstrecken muss. Dadurch hat man beide Hände am Lenkrad, was auf jeden Fall sicherer ist. Jedoch ist der Blinker für Autofahrer vielleicht auch etwas ungewöhnlich, so dass ich doch immer noch dazu geneigt war, den Arm auszustrecken. Ich hoffe aber, dass das System Erfolg hat, so dass es zu einer gängigen Praxis im Straßenverkehr wird. Bislang habe ich auch im Straßenverkehr keinerlei negativen Erfahrungen mit Autofahrern gemacht. Ganz im Gegenteil: ich wurde bereits mehrfach angesprochen und bzgl. der praktischen Erfindung befragt.
https://youtube.com/shorts/yqmBpn-Ogt8
Auch finde ich es praktisch, dass ich das Licht mit dem Blinker auch am hellichten Tag nutzen kann. Das erhöht den Einsatzbereich und so habe ich dank der Universalhalterungen das Licht nun immer mit dabei. Auch die blinkenden Elemente sind durchaus sinnvoll und machen den Fahrer noch besser erkenntlich (auch wenn dies nicht StV-konform ist).
Am Bremszug muss man jedoch den richtigen Sensorbereich berühren, damit das Licht auch das Bremsen verstärkt. Hierzu erhält man an dem "Bremser" auch noch einmal eine visuelle Unterstützung durch ein rotes Licht. Auf meinem Gravelbike passte der Zug auch nicht so richtig gut auf die Bremse und ich musste schon etwas fummeln, um ihn richtig über die Bremse zu bekommen.

Daher lautet mein Fazit:
So praktisch und einfach kann Sicherheit sein. Eigentlich eine klare Kaufempfehlung. Nachbessern sollte der Hersteller aber dennoch bei der Befestigung des Lichtes. Die zusätzlichen Adapter sollten eigentlich direkt beim Kauf mit dabei sein, um wirklich auf Nummer sicher gehen zu können und es vielfältig anbringen zu können.