Große robuste Reise/Expeditionstasche mit Rollen
VORTEILE
- Viel Stauraum
- Innen liegende Kompressionsgurte
- Wasser-und schmutzabweisend
- durchsichtiges Fach für Namensschild
- Zusätzliche Clipverschlüsse
- Viele Tragegriffe
NACHTEILE
- Positiv: Verschließen durch ein Schloss möglich
- Positiv: Robust
- Teleskopgriff wackelt/ macht keinen stabilen Eindruck
- Großes Fach lässt sich nicht einteilen
- Kein Schultergurt
- Rollen schleifen
BEWERTUNG
Ich hatte die Möglichkeit die letzten Wochen den neuen Rolling Transporter 90 von Osprey zu testen. Der Hauptteil meines Tests ereignete sich während einer zweiwöchigen Reise durch den Norden Perus. Im Laufe dieser Reise musste die Tasche fünf Flüge, vier Zugfahrten, sechs Busfahrten (Reisebus), neun Taxifahrten und einige der besten peruanischen Straßen sowie Gehwegen überstehen.

Erster Eindruck:
Der Rolling Transporter 90 macht von Anfang an einen robusten und hochwertig verarbeiteten Eindruck. Das Design ist sehr schlicht gehalten, aber es fallen einem gleich die vielen Tragegriffe sowie die großen Rollen und die starke untere Kunststoffverkleidung (Kunststoffschale) auf, an welcher die Rollen befestigt sind. Hier fiel mir leider gleich auf, dass die Rollen wackeln und am Gehäuse, oder nennen wir es hier mal Radkasten, schleifen. Da die Rollen mit Inbusschrauben befestigt sind, habe ich diese Schrauben noch etwas nachgezogen, konnte das Wackeln damit aber nicht beheben.
Die Reißverschlüsse sind etwas schwergängig, was sich mit der Zeit aber etwas gibt. Die Reißverschlüsse sind außerdem mit einer extra Lamelle vor Wasser und Dreck geschützt. Es besteht die Möglichkeit, die Tasche mit einem Schloss zu verschließen, allerdings muss dieses sehr dünn sein, um durch die Ösen zu passen.
Auf der Innenseite des Deckels sind zusätzlich zwei Netztaschen angebracht, um etwas Ordnung in der Tasche halten zu können. Die Option, das große Fach zu unterteilen, um für mehr Ordnung zu sorgen, gibt es nicht, dafür gibt es zwei Kompressionsgurte im Inneren, wodurch auch beim Transport der Inhalt nicht wild umher fliegt und durcheinander kommt. Des Weiteren gibt es auf der Oberseite beim Teleskopgriff noch eine weitere kleine Tasche, welche von außen zugänglich ist.


Im Einsatz:

Platz/Be- und Entpacken:
Dank der großen Öffnung lässt sich die Tasche einfach packen und bietet massig Platz. Sogar meine Wanderstöcke passen ohne Probleme in den RollingTransporter 90.


Transport:
Während meiner Reise musste der Rolling Transporter 90 dank der vielen Flüge und Busreisen einiges über sich ergehen lassen, aber auch ich habe ihn nicht geschont und der Tasche einiges abverlangt.

Primär lässt sich die Tasche an einem gummierten und ausziehbaren Teleskopgriff hinter sich herziehen. Der Griff stellt sich automatisch fest, sobald er komplett ausgezogen bzw. eingefahren ist. Durch das Drücken auf den mittig eingelassenen Knopf löst sich die Verriegelung und der Griff kann ein- oder ausgefahren werden.
Der Griff fühlt sich gut in der Hand an und der Knopf funktioniert zuverlässig. Die Teleskopstangen wackeln recht doll und vermitteln einen nicht sehr stabilen Eindruck. Dennoch haben diese gehalten, auch wenn einmal die Tasche an dem Teleskopgriff hochgehoben wird (in meinem Fall 17 kg Last). Auch ein Sturz auf die Stangen im ausgefahrenen Zustand wurde ohne Schaden überstanden.
Die großen Rollen ermöglichen das problemlose Rollen über nahezu alle üblichen Untergründe. Sand, Asphalt, Kopfsteinpflaster, Matsch, Kies, Schotter, Steine und kaputte Straßen waren kein Problem. Da peruanische Gehwege gerne höher als 30cm sind und teilweise mit Treppen gespickt sind, zog ich den Rolling Transporter 90 diese einfach hoch und herunter. Die Rollen haben alle “Stürze” bei einem Füllgewicht von 17 kg problemlos weggesteckt. Anfangs machte ich mir Sorgen, dass beim Hochziehen der Tasche über hohe Kanten oder Treppen die Unterseite beschädigt werden könnte, ich konnte hier aber keine Probleme feststellen. Wie auch schon oben geschrieben, zog ich die Tasche teilweise am ausgefahrenen Teleskopgriffen über Kanten jenseits der 40cm. Dies hatte immer funktioniert, ich hatte hier aber stets Sorge, die Teleskopstangen zu beschädigen und griff in solchen Fällen lieber an einen der Tragegriffe, um hohe Kanten zu überwinden. Soll es mal schnell gehen und man schafft es gerade nicht, den Griff auszuziehen oder handelt es sich nur um eine kurze zurückzulegende Strecke, dann kann man auch einfach eine der beiden oberen Trageschlaufen greifen, um die Tasche zu ziehen. Bei längeren Strecken ist dies nicht zu empfehlen, da sich die Tasche so nur sehr umständlich bewegen lässt.

Dank der vielen Tragegriffe muss man sich nie Gedanken darüber machen, wo man die Tasche anfassen soll, wenn man diese z.B in einem Zug in die obere Gepäckablage legen will. Tragegriffe-/ Schlaufen befinden sich auf beiden Längsseiten, unten an der Verschalung aus Kunststoff und oben sind sogar zwei.
Nach den ersten beiden Flügen bekam ich Dank der automatischen Weiterleitung des Gepäcks die Tasche das erste Mal wieder vors Gesicht. Die Reise hinterließ hier schon sichtbare Spuren. Die Oberfläche der Tasche hatte hier nun schon viele Kratzer und Abschürfungen. Es sieht mehr oder weniger so aus, als sei die Tasche mit einer dünnen Kunststoffschicht überzogen, welche an mehreren Stellen beschädigt wurde. Am Gummi des Teleskopgriffes musste ich ebenfalls kleinere Schäden feststellen. An sich macht die Tasche schon nach kurzer Nutzung aus der Nähe einen gebrauchten EIndruck. Von Weitem fällt dies nicht auf. Auf die Funktionalität haben die Schäden keinen bemerkbaren Einfluss genommen, ich schätze diese eher als oberflächlich/optisch ein. Als ich mit der Tasche in Regen gekommen bin, konnte ich danach keine Feuchtigkeit im Inneren feststellen.


Fazit:
Nach meiner Rückkehr und den letzten Flügen sowie Zugfahrten musste ich, wie schon nach den ersten Flügen, weitere Beschädigen und Kratzer feststellen, welche aber noch immer in keiner Weise die Funktionen der Tasche beeinträchtigen. Alle Reißverschlüsse und Clips haben gehalten und die Räder rollen noch wie am ersten Tag. Lediglich die Optik hat gelitten, hierfür würde ich ein halbes Zelt abziehen. Ein weiterer Störfaktor für mich ist, dass das große Fach nicht unterteilbar ist und es schnell unordentlich wird, hierfür würde ich ebenfalls ein halbes Zelt in meiner Bewertung abziehen. Die großen Rollen mit ihrer Stabilität und “off-road”- Eigenschaften und die vielen stabilen Tragegriffe haben mich sehr überzeugt und ich kann sagen, dass ich sehr gerne mit dem Osprey Rolling Transporter 90 unterwegs war!
