Mein persönlicher Transportfavorit für meine Tochter
VORTEILE
- angenehm zu Tragen
- gute Sicherung des Kindes
- schnell auf die passende Rückenlänge einzustellen
- zusammenklappbar
- UV50+ Sonnenschutz
- simple Handhabung aller Features
NACHTEILE
- Rucksack umfasst lediglich 20L
BEWERTUNG
Die Osprey Poco hat eine neue Auflage bekommen und ob das zum Wohl von Träger als auch Getragenem gelungen ist, das lest ihr jetzt.
Die Poco ist die Kindertrage/Kraxe, in der man seinen (oder anderen) Nachwuchs in einem Rucksack transportieren kann. Das klingt nicht halb so barbarisch wie es ist, denn das Ganze ist im Falle von Osprey für alle sehr komfortabel aufgebaut. Zum Lieferumfang der „Normalen“ Poco zählt die Kraxe mitsamt eingebautem Sonnenschutz und Regencover.
Technische Daten:
- Masse: 3,5kg
- Rucksackvolumen: 20L
- Verstellbare Rückenlänge (XS-M)
- Verstellbares Brustgeschirr für den Nachwuchs
- Verstellbare Steigbügel
- 2 Hüftflossen mit Einschubtaschen
- 2 Seitentaschen
- Kompatibilität mit Trinksystem
- Diverse Befestigungsmöglichkeiten für Spielzeug
- Ausklappbares Aluminiumgestell
- Bei der Poco Plus ist das Rucksackvolumen auf 26L erhöht
Die Kraxe kann für den Transport leicht zusammengeklappt werden (zwei Clipse öffnen) – wir wollen uns aber mal vorrangig mit dem einsatzbereiten Zustand auseinander setzen.
Was einem beim Aufbau der Kraxe auffällt – es gibt keine scharfen Kanten oder andere Anbauten, die das Kinderwohl in irgendeiner Form gefährden. Wenn man das Sonnenschutzcover aus seinem Fach zieht und mit zwei Handgriffen auf der Kraxe montiert, ist dieses rein durch Federspannung und einen vernähten Formschluss hergestellt.
Hier konnte meine Tochter dran ziehen und drücken wie sie wollte – sie hat es nicht aufbekommen. Das Sonnencover als solches ist ein zweiteiliges Kunststoffteil, welches sonst hinter dem Rücken des Kindes verstaut ist und bei Bedarf einfach hochgezogen und eingehängt wird. Das geht absolut hervorragend und einfach.
Die Seiten des Sonnenschutzes sind aus Mesh um ein bisschen vor zu frischer Brise als auch Insekten sowie UV-Strahlung zu schützen.
Sollte es dann noch regnen, zieht man das Regencover über den Sonnenschutz, clipst diesen vorn ein und spannt das Ganze an den Hüftflossen und dem ausklappbaren Standbein ein. Somit blieb meine Tochter bei Regen wunderbar trocken, konnte aber immer noch alles beobachten wie vorher.
Auch das Anpassen an den eigenen Rücken geht sehr simpel mit einem Handgriff, indem man mit einer Hand einen Hebel am Rücken hochzieht und anschließend das Gurtband, welches die Rückenpolster trägt verschiebt. So kann man sich auch sehr simpel mit seinem Partner beim Tragen abwechseln. Ebenfalls nützlich – dieses Gurtband ist weiß, sodass man mit einem Stift die Tragehöhen entsprechend auch markieren könnte um eine fixe Einstellung zu machen.
Die Hüftflossen sind gut ausgeprägt und bieten noch jeweils eine kleine Einschubtasche für Naschereien oder den Schlüsselbund. Mir sind sie jedoch etwas zu klein ausgefallen und ich hätte sie mir gern zusätzlich mit einem Reißverschluss gewünscht. Das ist aber Meckern auf hohem Niveau. Die Anpassung der Schulterpolster, Hüftflossen und des Brustriemens sind makellos. Hier kommt man hervorragend an alle Riemen und Umlenker ran um die Einstellungen schnell und unkompliziert vorzunehmen.
Kommen wir aber nun mal zu den Komfortfunktionen des Passagiers in der Kraxe. Hier hebt man das Kind von oben in die Kraxe hinein, bis es auf einem Steg sitzt. Nun kann man die Steigbügel für das Kind anpassen und die Füße dort hineinbugsieren. Diese Steigbügel wurden erfunden um ein taubwerden der Beine zu unterbinden, da die Kinder hier auch während des Transports leicht Druck ausüben können, sodass die Blutzirkulation angeregt wird. Ansonsten verschafft es einem auch den Umstand als Träger an den Ellbogen vom Getragenen getreten zu werden. Da kann die Kraxe an sich aber nur relativ wenig für…
Sitzt das Kind nun in der Kraxe und mit den Füßen gut im Steigbügel schaut man, dass der Kopf gut über die Kraxe hinausragt, der Kopf aber auch zum Schlafen und Entspannen auf dem Kissenartigen Polster vor dem Kind abgelegt werden kann.
Um eine optimale Position zu gewährleisten lässt sich der Steg ebenfalls mit einem simplen Mechanismus in der Höhe verstellen, sodass das Kind höher oder tiefer sitzen kann.
Damit man sich während der Tour aber nicht fragen muss ob das Kind nicht doch rausfällt oder anderweitig Blödsinn machen kann, gibt es ein Brustgeschirr, was hinter dem Rücken des Kindes zugeclipst wird. Zusätzlich kann hier auch Weite noch eingestellt werden, sodass der kleine Passagier in jedem Fall sicher sitzt und gehalten wird. Aufgrund der Gestaltung des Geschirrs sind aber Arme und Kopf weiterhin frei beweglich, sodass das Kind auch gut (oder weniger gut) gelaunt mit Patschern auf des Trägers Kopf die Marschgeschwindigkeit mitgestalten kann.
Zusätzlich gibt es in Greifweite für das Kind auch Ösen/Laschen, an denen sich Schnullerketten, Spielzeug oder andere Sachen befestigen lassen, die dem Kind die Reise noch angenehmer machen können.
Seitlich vom Kind, auf Hüfthöhe gibt es noch eine Einstecktasche pro Seite. Hier haben wir immer gern ihren Wasserbecher und kleine Snacks aufbewahrt an die wir schnell rankommen – unsere Tochter aber zum Glück nicht.
Am Rücken der Kraxe gibt es noch einen Reißverschluss, welcher den Sonnenschutz beinhaltet, eine Einstecktasche für das Regencover und der Zugang zum 20L Fach, der einem Platz für Wechselklamotten, etc. bietet.
Aber jetzt genug vom Aufbau her, wie schlug sich die Kraxe im Alltag?
Hier muss ich Osprey ein absolutes Kompliment aussprechen. Sowohl für mich als Träger als auch meine Tochter als Getragene, war jeder Einkauf, Spaziergang oder längere Wanderung mit der Kraxe immer ein Genuss. Die Poco ist für den Träger sehr angenehm zu tragen und trotz des großen Hebelarms fühlte ich mich nie unsicher mit meiner Tochter auf dem Rücken. Die Schulterpolster lassen die Kraxe zusammen mit den Hüftflossen hervorragend am Körper fixieren.
Auch das Brustgeschirr, welches das Kind angenehm in der Kraxe fixiert, sorgt dafür, dass das Kind hinter einem nicht wild anfängt Rodeo zu spielen. Meine Tochter ist immer gut in der Kraxe eingeschlafen oder kam aus dem Staunen, so einen tollen Überblick über alles zu haben, gar nicht mehr heraus. In jedem Fall mag sie sie genauso gern wie ich, weswegen ich der Osprey Poco gern 5 von 5 möglichen Sternen verleihen möchte.
Sicherlich, der Preis von über 200€ ist sicherlich kein Pappenstiel, ich muss aber aus eigener Erfahrung sagen, dass viele günstigere Kraxen (die ich zum Verleih gehabt habe) hier den Träger erheblich mehr geschunden haben.