Ein ziemlich perfekter Mehrtagesrucksack
VORTEILE
- Stow -on-the-gow Befestigung für Stöcke
- Sehr zuverlässiges Tragesystem
- Große Hüftflossentaschen
- Lösbares inneres Schlafsackfach
- Deckelfach sowohl innen als auch außen
- Seitliche und vordere Einschubtasche
NACHTEILE
- Trinkblasenfach nicht außen liegend
- Deckelfach nicht verstellbar oder abnehmbar
- Eigengewicht
BEWERTUNG
Osprey Kestrel 48
Der Kestrel gehört zu den Klassikern in der Reihe der Rucksäcke von Osprey. So gib t es den Kestrel in den Ausführungen 38 , 48, 58 und 68 Litern. Bei dem Kestrel 48 hat man sogar die Auswahl zwischen drei verschiedenen Farben Black/ Bonsai Green und Atlas Blue. Je nach Rückenlänge sollte man die Auswahl treffen zwischen der Variante S/M oder L/XL. Dies lässt sich einfach über die Rückenlänge ausmessen. Dies ist die Länge von C7 Nackenwirbel bis hin zur Oberkante des Beckenknochens.



Ebenfalls gibt es eine Damenvariante zum Kestrel die sich Kyte nennt und auch in verschiedenen Größen bzw. Litervarianten daherkommt. Dazu gibt es auch hier eigene tolle Testberichte. Zunächst zum
Einsatzbereich:
Das Volumen von 48 Litern bietet ein großes Spektrum an Einsatzbereiche. Für eine eintägige Wanderung ist er eigentlich zu schwer und zu „voluminös“,(außer ich biete mich als Lastesel für die Begleitung mit an), für Weitwanderungen mit Zelt, Schafsack und Kocher kommt er gerade noch in Frage, sofern man leicht unterwegs sein kann und möchte. Wobei die Ultraleicht-Wanderer das Eigengewicht des Kestrels kritisieren würden. Bleiben also insbesondere noch Mehrtagestouren oder auch Hüttentouren, wofür der Kestrel optimal prädistiniert ist. Hier einige Facts:

Gewicht: 2.1KG
Abmessungen in cm: 79H x 40W x 30D
Material: 100 % recyceltes Nylon (420 den); PFAS-freie DWR-Imprägnierungen (bietet somit eine hohe Reißfestigkeit des Materials. Ich hatte bereits mehrere Osprey Rucksäcke im langjährigen Einsatz und das Material ist wirklich kaum tot zu bekommen)
Wie ist der Rucksack nun aufgebaut?
Organisation des Rucksacks:
Deckelfach: Der Kestrel verfügt über ein Deckelfach. Dies lässt sich aber leider nicht in der Höhe mehr verstellen, so dass man hier nicht noch etwas Volumen draufpacken kann.
Ich bevorzuge defintiv ein verstellbares Deckelfach, da es einfach mehr Optionen bietet. Auch ist das Deckelfach nicht abnehmbar und als einzelne Tasche zu tragen. Dies ist zwar bei den größeren Volumenvarianten der Fall, aber ich hätte es auch bei diesem Rucksack befürwortet. Dafür hat der Deckel aber ein großes Reissverschlussfach, sowohl innen als auch außen.

Das ist für die Organisation meiner Habseligkeiten sehr wichtig, da man hier immer schnell an das Wichtigste , wie Erste Hilfe Pack rankommt. Ebenfalls ist das Innenfach mit einem Clip für Schlüssel ausgestattet. Ich nutze das Innenfach für die Utensilien, die ich auf keinen Fall verlieren möchte. Geld, Pass etc. kommt hier rein. Warum jetzt aber der Reißverschluss seitlich eingearbeitet worden ist, erschließt sich mir nicht ganz, da dadurch der Zugriff ein wenig kleiner wird.

Vorderes Meshfach:Sehr sehr wichtig erachte ich bei Wanderungen, dass vordere Einschubfach aus elastischem Mesh. Hier lassen sich immer wieder schnell Sachen hineinstecken, die man nicht im Innern seines Rucksacks haben möchte. Insbesondere Feuchtes oder Dreckiges lässt sich hier blitzschnell verstauen. Häufig packe ich auch in dieses Fach meine Flip-Flops, um schnell an diese wieder herankommen zu können. Auch ein Baguette kann hier wunderbar gelagert werden.

Außenfächer: Ebenfalls zum schnellen Beladen bieten sich 2 seitliche Mesh-Außenfächer an. Diese sind so groß, dass man hier auch seine Flasche hinbekommt, ohne dass diese Gefahr läuft hinauszufallen. Ebenfalls sind die Taschen so angelegt, dass man diese auch durch eine Öffnung während des Tragens befüllen kann.

Hauptfach: Schließlich hat man noch das große Hauptfach im Innern des Rucksacks, welches wiederum noch eine Unterteilung für einen Schlafsack vornimmt. Diese Schlafsackfachtrennung lässt sich aber praktischer Weise durch einen Reißverschluss öffnen und somit ist diese Trennwand zu lösen und man erhält ein größers Hauptfach. Ebenfalls am Hauptfach angegliedert ist an der inneren Rückenwand das Trinkblasenfach, welches mit einer Aufhängung für die Trinkblase ausgestattet ist, so dass diese nicht gänzlich hinunterrutscht.

Das Trinkblasenfach ist (für mich) leider nicht außen am Rucksack an der Rückwand angeordnet, so das sman auch von außen auf dieses zugreifen können. Dies hätte den Vorteil gehabt, dass man nicht extra den Rucksack hätte öffnen. Dieses auch schon bei Osprey eingesetzte Prinzip scheint aber leider wieder rückläufig zu sein. Neu ist hingegen gegenüber älteren Modellen, dass man die Trinkblase einfach in einen Träger im Innern einschieben kann und diese dann gehalten wird.



Tragesystem: Zum Tragesystem gehört einerseits die AirScape Rückenplatte, welche sich problemlos mit einigen Handgriffen auf verschiedene Rückenlängen einstellen lässt. Dabei ist die Rückenplatte mit Schaumstoffrippen ausgestattet, welche für eine vernünftige Luftzirkulation sorgen soll. Tatsächlich habe ich beim Tragen davon aber nichts gemerkt, denn wenn ich ehrlich bin, ist mein Rücken immer nass nach einer halbwegs anstrengenden Aktivität. Daher ist mir dieser Punkt auch nicht wirklich wichtig beim Kauf eines Rucksacks. Wichtiger hingegen sind dann schon die Hüftflossen, inwiefern sie das Gewicht zuverlässig auf dem Becken tragen. Und hier überlässt Osprey nichts dem Zufall. Die Flossen schmiegen sich gut an das Becken an, ohne zu drücken, ohne zu hart oder zu weich zu sein. Sehr trefflich finde ich auch die Zipper-Taschen an den Hüftflossen, so dass ich hier immer Sonnencreme und Handy verstaut habe.




Highlight: Ein großartiges Osprey Highlight bleibt für mich die Stow-on-the-Go“ Halterung. Mit dieser lassen sich die Stöcke in Windeseile am Rucksack vorne befestigen, ohne dass ich diesen abnehmen muss. Man schiebt sie einfach in eine Schlaufe und zieht sie oben am Schaft mit einem Gummizug fest. So einfach und doch so genial. Denn die Stöcke hindern danach nicht beim Wandern und man hat die Hände frei.. Auch kann man weiterhin problemlos die Hüftflossen-Taschen erreichen.


Weitere Verstaumöglichkeiten:
Am Schlafsackfach befinden sich noch zwei weitere Befestigungen, um dort zum Beispiel eine Isomatte zu befestigen. Auch Eispickel-Befestigungen sind vorhanden. An den Seiten des Rucksacks befinden sich weitere Schlaufen zum Festzurren von Zelt oder Ähnlichem. Die Befestigungen oberhalb des Schlafsackfaches sind zudem noch abnehmbar.

Obendrauf bietet Osprey noch eine „All Mighty Guarantee“ , die man aber wahrscheinlich eh niemals brauchen wird.
Im Praxistest zeigte sich obendrein, dass am Rucksack selbst nichts quietschte, was ich durchaus schon bei anderen Rucksäcken erlebt hatte, dass es bei jedem Schritt hinter mir knarzte. Auch dies spricht für das hochwertige Material, das Osprey verarbeitet hat.



Ebenfalls mit an Bord ist auch noch eine Regenhülle, die unter dem Schlafsackfach verstaut ist, wa sich als sinnvoll erachte. Manchmal gibt es auch System, wo die Regenhülle am Ende oben am Rucksack verstaut wird. Je nach Feuchtigkeitszustand läuft dann aber ja die Feuchtigkeit am Rucksack, im worst case im Innern, herunter, so dass der Rucksack Gefahr läuft nass zu werden. Trotz des Raincovers empfehle ich dennoch allen Wanderern mit Schlechtwetter-Garantie die wichtigsten Habseligkeiten, wie Daunenschlafsack oder warme Wechselkleidung in einen wasserdichten Müll- oder Packsack zu packen. Denn irgendwann fließt es bei Dauerregen einfach hinein.


Fazit: Der Osprey Kestrel 48 ist für mich definitv die Nummer 1 im Segment der Mehrtagestouren-Rucksäcke. Er überzeugt durch sein durchdachtes Design und seine Funktionalität, ist jedoch kein Leichtgewicht. Als mögliches zuzuladendes Gewicht würde ich eine Spannbreite von 8-14 kg angeben. Bei mehr oder weniger Gewicht sollte man lieber zu anderen Modellen zurückgreifen. Dennoch bekommt man auch problemlos ein Zelt, eine Isomatte und einen Schlafsack sowie Kocher mit. Daher bietet der Kestrel in dieser Größe von 48 Litern einen fast schier endlosen Einsatzbereich, so dass ich mich schon auf die nächsten Touren mit dem Kestrel in den wahrscheinlich nächsten 10 Jahren freue, da er wie meine alten Osprey Modelle kaum klein zu bekommen ist. EIne Investition, die sich einfach lohnt: Transit umbra - opera manent !