Wasserfester Fahrradrucksack mit Schwächen
VORTEILE
- Wasserfest
- Robust
- leicht zu reinigen
NACHTEILE
- Brustgurt zu eng
- Klett etwas kurz
- Bauchgurt zu lang
- Wenig Organisationsmöglichkeit
- Keine Kompressionsriemen
- Tragesystem passt nicht
BEWERTUNG
Auf der Suche nach einem Fahrradrucksack habe ich von OUTSIDEstories den Rucksack den Velocity Rucksack von Ortlieb zum Testen bekommen.

Der Erste Eindruck scheint mir unfassbar robust. Das Material ist dicke LKW-Plane oder Gewebe. Die Nähte sind breit verschweißt und die hinteren Ecken durch Plastikaufsätze geschützt. Durch den Rollverschluss sollte der Rucksack selbst starken Regengüssen standhalten, was sich auch im Alltag bestätigt. Einzig bei 15 Minuten unter der Dusche, mit voll aufgedrehtem Duschstrahl drang etwas Wasser ein. Allerdings nicht genug, dass ich mir um technische Geräte bei Starkregen sorgen machen würde. Durch das wasserfeste, glatte Material ist er sehr einfach zu reinigen.
Das Design ist schlicht. Der kastenförmige Aufbau und die Kombination aus weißer Plane und schwarzem Gewebe gefällt mir gut.
Genauso schlicht ist auch der Innenraum aufgebaut. Man hat nur einen 25l großen Pack-sack, in welchem man nach allem wühlen muss. Nur ein Einsatz zur Unterbringung von Geldbeutel, einem Stift und anderem Kleinzeug dient der Unterteilung. Hier hätte ich mir definitiv mehr Organisationsmöglichkeiten gewünscht. Leider ist auch der Verschluss etwas kurz geraten, weshalb man den Rucksack nur zu etwa 2/3 beladen kann oder das Risiko eingeht, dass der Klett nicht hält. Hier wäre ein anderer Verschluss wie bei Ortliebs Commuter Daypack sicherlich besser aufgehoben.
Da es auch keine Kompressionsriemen gibt fliegt (bei nicht ganz vollem Rucksack) auf holprigen Wegen alles durcheinander, weshalb ich mich nicht traue, meinen Laptop im Velocity zu transportieren.
An der Außenseite des Rucksacks gibt es Schlaufen zum Anbringen von Lichtern, was die Sicherheit im Straßenverkehr deutlich erhöht.
Das Tragesystem ist (wie der ganze Rucksack) wahnsinnig robust aufgebaut. Es besteht aus einer steifen Rückenplatte, an welcher die Träger verschraubt sind. Außen am Rücken sind Schaumstoffpolster angeklebt, welche meiner Meinung nach sehr bequem sind und ausreichend belüften. Durch diese Kombination lassen sich auch problemlos kantige Gegenstände transportieren, ohne dass diese in den Rücken stechen.

Leider passt mir das Tragesystem überhaupt nicht. Der Rücken ist für mich etwas lang, sodass ich kein Handy in der Tasche haben kann, ohne dass er ständig dort ran stößt. Die Träger sind zwar gut gepolstert, scheuern mir aber an den Armen, sobald ich etwas Kurzärmeliges trage. Der Brustgurt ist mir so zu kurz, dass ich ihn zwar noch gerade so schließen kann, er dann aber deutlich die Lustzufuhr einschränkt. Der Bauchgurt ist leider nicht gepolstert und so lang, dass er sich auch im geschlossenen Zustand ständig irgendwo verfängt. Dafür ist er abnehmbar, was ich auch sofort getan habe.
Fazit: Ortliebs Velocity ist eindeutig für die Stadt gemacht. Allerdings fahre ich auch auf dem Weg zur Uni über einige steile Feldwege, weshalb ein Rucksack ohne Burst- und Bauchgurt sowie Kompressionsriemen auf dem Fahrrad für mich unbrauchbar ist. Vor allem im Alltag fehlt mir die Möglichkeit meine Sachen im Rucksack zu organisieren. Da er allerdings wirklich robust ist nehme ich ihn gerne zum Einkaufen und durch seine Wasserdichtigkeit ist er sehr gut als Schwimmtasche geeignet. Hierbei verwende ich die äußeren Schlaufen zum transportieren von Flipflops.
Alles in allem nutze ich ihn zwar immer wieder mal. Ich finde Ortliebs Velocity aber nicht überzeugend und dafür den Preis von knapp 90 € deutlich zu hoch.