Hydrogel Power aus Schweden
VORTEILE
- Hydrogel Technologie
- magenfreundlich
- größere Kohlenhydrataufnahme als bei normalen Drinks
- von der Weltelite erprobt
- quasi Gel zum Trinken
- mäßige Löslichkeit
NACHTEILE
- teuer
- besonderer Kalziumgehalt im Wasser nötig
- einzelpacks erzeugen viel Müll im Vergleich zu einer Großpackung
- Geschmack
BEWERTUNG
Für OUTSIDEstories durfte ich über die letzten Wochen Energy-Produkte des Unternehmens MAURTEN testen.

MAURTEN kommt aus Schweden und ist in der Ausdauerszene schon lange bekannt und wird von extremen Profis wie z.B. diversen Marathonis der Weltelite benutzt, im Hobbybereich habe ich es bisher noch nicht gesehen.

Was macht MAURTEN anders?
MAURTEN hat die sogenannte HYDROGEL Technology entwickelt und nutzt diese in ihren Produkten. Kurz zusammengefasst bedeutet das, dass die enthaltenen Kohlenhydrate, von denen man beim Sport gerne welche nachlegen möchte (je nach Belastung), in einer Art Gel gekapselt werden und so werden sie bis zum Dünndarm weitertransportiert und in dessen basischem Milieu freigegeben und aufgenommen.
Beim Gel isst man das fertige HYDROGEL und beim Drink reagiert das Getrunkene mit der Magensäure, sodass sich das Gel erst im Magen bildet!
Die Chemie dahinter ist übrigens unbedenklich, zu sehr will ich hier aber nicht darauf eingehen, wen es interessiert, der findet die genauen Details auf der MAURTEN Homepage oder auch Youtube.
Klingt alles echt gut, aber warum?
Es können so bewiesenermaßen mehr Kohlenhydrate aufgenommen werden, als mit konventionellen Produkten und die Magenverträglichkeit soll deutlich besser sein.
Gerade als ich mit Ausdauersport begonnen habe, hatte ich mit meinem empfindlichen Magen oft Probleme mit den hochdosierten und teils sehr chemischen und auch etwas ekligen Gels und mit so manchen ISO Drinks gab es auch mehr Übelkeit/Aufstoßen als Nutzen.
Ich musste mich also etwas durchprobieren, bis ich Marken gefunden hatte, mit denen ich gut zurechtkomme. Seit einer Weile bin ich sogar dazu übergegangen, einfach Maltodextrin zu kaufen und das mit Wasser oder Saftschorle zu mischen. Das hat für mich beim Training und während Touren bisher sehr gut funktioniert und ist unschlagbar günstig.
Da ich also auch einen wählerischen Magen habe, habe ich mich gefreut etwas Verträgliches testen zu dürfen.
Auf die Produkte von MAURTEN war ich daher schon gespannt, da ich schon länger keine ISO Drinks oder Gels gekauft hatte und gespannt war, ob es einen Unterschied zu meiner Low-Budget-Lösung gibt. Fairerweise muss ich sagen, dass ich seitdem unser Nachwuchs vor 7 Monaten auf die Welt gekommen war, deutlich weniger regelmäßig zum Sporteln kam. Mittlerweile sitzt er aber im Buggy, d.h. wir können auch zu dritt wieder beginnen, Laufen zu gehen.
Ich habe die Produkte hauptsächlich bei Trainingsläufen, dem WingsForLive-App-Run als Wettkampf, und bei Mountainbiketouren getestet.
Die Inhaltsstoffe sind auf der 18er Box als auch auf den Einzepacks in mehreren Sprachen abgedruckt:





Trainingsläufe:
Meine normalen Feierabendrunden sind meist 7-14km lang und oft recht spontan mit meinem Laufkumpel einberufen. Oft hatte ich wegen der spontanen Starts nicht vernünftig gegessen vor dem Sport und mit vollem Magen geht bei mir auch nicht viel.

ISO:
Wenn ich etwas Vorlauf hatte, habe ich mir schon mal einen Drink gemacht vor dem Sport, so dass ich nichts mitnehmen musste oder höchstens ein Gel einsteckte.
Bei längeren Läufen habe ich dann das Getränk in der Laufweste dabeigehabt. Auch mit dem Getränk ist die Kalorienzufuhr bei Trainingsläufen je nach Belastung gut zu decken.
Wettkampf:
Für den Wettkampf habe ich die starke Mischung (es gibt auch 320er Dosierung) gemacht, diese fand ich anfangs sehr gut von der Energiezufuhr, habe aber keine Bonus-Wasserflasche (weil Wettkampf und Zusatzgewicht und so) dabeigehabt und daher die Mischung etwas zu schnell ausgetrunken und musste dann etwas Aufstoßen. Für die zweite Hälfte des Laufs hatte ich dann noch Gels dabei, die Kohlenhydrat Versorgung hat auf alle Fälle funktioniert, nur die Wettervorhersage nicht… daher hatte ich richtig viel Durst ab der Hälfte des Laufs. Das lag aber an meiner Fehlplanung und nicht an MAURTEN. Das passiert, wenn man aus dem regelmäßigen Training draußen ist…

Biketour:
Auch hier das gleiche Problem: vorm Sport kann ich nicht viel Essen, also bekomme ich schnell Hunger beim Sporteln, daher ist ein Gel oder ISO Drink auch beim Training für mich meistens ein Muss.
Trails räubern in der Fränkischen Schweiz ohne viel Kohlenhydrate im System und mit 122hm pro Abfahrt zum Hochstrampeln bei ca. 30°C waren einer der jüngsten Belastungstests.
Hier war der erste Anstieg fast nicht machbar, weil es recht steil hochgeht und ich musste schieben…keine Energie… beim Hochkämpfen habe ich aber den halben ISO Drink ausgetrunken und oben ein Gel gegessen. 2. Auffahrt ging schon besser und die Dritte war dann richtig OK für die Hitze. Also nochmal der Beweis, das ganze bringt definitiv was!

Anwendung:
Der Drink lässt sich einfach in die Flasche füllen und schütteln, wie jeder andere ISO Drink. Die Löslichkeit ist nicht überragend, man muss also eventuell nochmals Schütteln bei Bedarf, oder wenn das Getränk länger steht (beim Laufen und Mountainbiken eher weniger ein Problem).
Damit das HYDROGEL (im Magen) auch funktioniert, sollte das Wasser weniger als 40mg/l Calcium haben… bei uns liegt das Calcium im Leitungswasser bei 71mg/l, daher habe ich auch mit geeignetem Mineralwasser getestet. Einen gewissen Unterschied konnte ich durchaus feststellen. Mit dem richtigen Wasser wird das ganze schon beim Trinken etwas minimal gelartig und auch der gluckernde Wasserbauch fällt weg!
Ich habe ja aber auch zur Zeit wegen Hausbau und Nachwuchs kein sehr intensives Trainingsprogramm, sondern betreibe Sport aktuell eher aus Spaß.
Geschmack:
Das ISO schmeckt mir persönlich nicht. Irgendwie wie eine Mischung aus Puderzucker und Süßstoff in Wasser gelöst. Die erste Flasche fand ich sehr widerlich, aber man gewöhnt sich mit der Zeit an alles. Mittlerweile geht es einigermaßen.
Sonstiges:
Prinzipiell finde ich es etwas seltsam, dass auch die Drinks in Einzelpackungen kommen, und nicht in einer Dose oder einem Beutel. Ob es technische Gründe dafür gibt, weiß ich nicht, aber es widerstrebt mir irgendwie so viel Müll zu erzeugen, wenn es auch in einer Großpackung geht.
Gut finde ich, dass die Bestandteile der Produkte nachvollziehbar sind (sind auch nicht so viele) und dass viele unnötige Stoffe gar nicht erst enthalten sind. Dafür nehme ich dann auch den seltsamen Geschmack schon eher in Kauf. Eventuell hätte ja auch ein nicht chemischer Fruchtextrakt etwas Leckereres geschaffen, aber vielleicht geht dann die Hydrogelbildung nicht mehr… auf dem Gebiet bin ich leider nicht so bewandert.
Fazit:
Das ISO finde ich wie gesagt geschmacklich keine wirkliche Wucht. Dafür ist die Inhaltsliste transparent und kurz! Da ich eigentlich nur Leitungswasser trinke, finde ich es umständlich, extra Wasser einzukaufen, nur um das Getränk herzustellen. Auf Reisen muss ich ja dann auch immer sicherstellen, dass ich vor Ort passendes Wasser finde oder extra Wasser mitnehmen. Das finde ich nicht gut.
Die 160er Dosierung finde ich gut zu trinken, mit etwas Gewöhnung an den Geschmack.
Generell habe ich bis auf den Wettkampf alles sehr gut vertragen, und das ohne Eingewöhnungszeit, das spricht definitiv für das Produkt. Für meine momentanen Einsatzzwecke würde ich es mir privat nicht kaufen, da es mir zu teuer ist und viel Müll verursacht. Für ambitionierte Sportler kann das Produkt durchaus einen Vorteil bringen im Vergleich zu denen der Marktbegleiter, aber ob das für den Weekend Warrier einen spürbaren Vorteil bringt, glaube ich nicht.
Wenn ich nächstes Jahr aber vielleicht wieder ernsthafter einsteigen kann, um eine gute HM Zeit aufs Parkett zu legen, probiere ich das ganze nochmal und hole mir vielleicht nochmal was von MAURTEN, um zu kucken, ob das ganze wirklich einen messbaren Unterschied macht.
Von mir gibt’s 4/5 Punkte für das 160er ISO Getränk. Ich habe es gut vertragen und es hat auch Energie bereitgestellt. 1 Punkt Abzug für Geschmack, Preis und die Mischung mit speziellem Wasser.
Bei Magenproblemen aber durchaus eine empfehlenswerte Alternative, die man ausprobieren kann!