Mobiler Wasserfilter gegen VIELE Wasserverunreinigungen
VORTEILE
- Sauberes Wasser für alle
- Entwicklungshelfer
- Humanitärer Background
- Frei von Schadstoffen
- Im Katastrophenfall sicher eines der wichtigsten Dinge im Haus
- "Give Back"-Programm
NACHTEILE
- Undicht
- kein Schutz vor VIEREN
- verleitet einen ggf. ihm blind zu vertrauen
- teuer
- Wechselfilter etwas teuer
BEWERTUNG
WAS STECKT HINTER DER MARKE LIFESTRAW?

Der dänische Landwirt Kaj Vestergaard Frandsen gründet 1957 eine Textilweberei, welche die ersten Jahre von Familienmitgliedern mit sechs Webstühlen betrieben wird. Sechs Jahre später werden die ersten vier Mitarbeiter eingestellt um Textilbekleidung herzustellen. Mitte der 80ger übernimmt die zweite Generation (Sohn Torben) die Führung des Unternehmens. 1993 steigt mit Torbens Sohn Mikkel die dritte Generation in das Familienunternehmen ein. Dieser verfolgt aber sein humanitäres Interesse und gründet eine Abteilung, die sich auf Produkte für die Entwicklungs- und Nothilfe konzentriert. Die ersten Produkte sind Tsetsefliegenfallen zur Bekämpfung von Überträgern der Schlafkrankheit und Decken für Flüchtlinge. Die Palette der humanitären Produkte wird stetig ausgebaut und 1994 beginnt man die Zusammenarbeit mit Carter Center um einen Filter zu entwickeln, welcher Guinea-Wurmlaven (Eradicating Guinea Worm Disease) aus Wasser entfernen kann. Zusammen entwickelt man einen einfachen Maschenfilter, um die Larven aus dem Trinkwasser zu entfernen. Vestergaard stellt für dieses humanitäre Projekt einen Kunststoffrohrfilter her.

Gegen den Guineawurm gibt es weder eine Impfung noch eine Behandlung. Das Carter Center ist die führende Organisation im Kampf gegen den gefährlichen Parasiten. Im Jahr 1986 waren schätzungsweise 3,5 Millionen Menschen in 21 Ländern Afrikas und Asiens an der Guineawurm-Krankheit erkrankt. Im Jahr 2017 waren es im Vergleich nur noch 25 Fälle. Dies ist auch den Bemühungen dieser Kooperation zum verdanken. Im Dezember 2012 hatte die WHO 192 Länder und Gebiete in aller Welt als frei von der Krankheit zertifiziert. Es ist wahrscheinlich, dass die Guineawurm-Krankheit die zweite menschliche Krankheit in der Geschichte (nach den Pocken) sein wird, die vollständig ausgerottet wird.
1997 übernimmt Mikkel die Leitung. Er veräußert die traditionelle Bekleidungsproduktion, um sich ganz auf das humanitäre Geschäft zu konzentrieren. Vestergaard verwandelt sich von einer Verkaufsorganisation in ein forschungsorientiertes Unternehmen. Die Entwicklung von langlebigen, imprägnierten Moskitobettnetzen beginnt. 2005 wird der Hauptsitz des Unternehmens nach Lausanne verlegt, um näher an den betreuten Entwicklungsorganisationen zu sein.

Der LifeStraw Wasserreiniger wird 2005 in Entwicklungsländern eingeführt. Bis heute wurden mehr als 37 Millionen dieser Filter vertrieben und die Infektionsrate mit dem Guineawurm wurde nahezu ausgemerzt. Der LifeStraw entfernt praktisch alle mikrobiologischen Verunreinigungen. Nach dem Wandel bei Vestergaard konzipierte und leitete das Unternehmen 2008 in Kenia ein Pilotprojekt einer Präventionskampagne namens CarePack. 2011 nutzt LifeStraw eine Kohlenstofffinanzierung, um 4 Millionen Menschen in Kenia einen nachhaltigen Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Zunächst hatte man das Ziel Menschen in Entwicklungsländern zu unterstützen und LifeStraw als Notvorrichtung für Katastrophenschutzeinrichtungen bereitzustellen.
{"preview_thumbnail":"/sites/default/files/styles/video_embed_wysiwyg_preview/public/video_thumbnails/iGAhIxrilak.jpg?itok=jyVqp8KH","video_url":"https://youtu.be/iGAhIxrilak","settings":{"responsive":1,"width":"854","height":"480","autoplay":1},"settings_summary":["Eingebettetes Video (Responsiv, automatisch abspielen)."]}
Seit 2008 ist diese Technologie auch für Privathaushalte erhältlich. Größere Wassermengen können mit dem LifeStraw Wasserreiniger gesäubert werden. Interessant wurden die Filter auch für Reisen und Outdoor. Dieses Segment wird seit 2011 bedient. Die LifeStraw Go, eine wiederbefüllbare Wasserflasche mit LifeStraw-Technologie, wird 2013 als erstes LifeStraw-Produkt für den Outdoor-Markt in den Industrieländern eingeführt. Heute umfasst das Portfolio verschiedenste Filter für unterschiedliche Wassermengen, von der Flasche mit integriertem Filter bis zu großen Filtern für Krankenhäuser, Schulen und andere Einrichtungen. LifeStraw wird in über 64 Ländern eingesetzt und erhielt mehrere Auszeichnungen. Unter anderen den Preis „Best Invention of 2005“ des Time Magazins.
{"preview_thumbnail":"/sites/default/files/styles/video_embed_wysiwyg_preview/public/video_thumbnails/WCO7urmBHMc.jpg?itok=p25WSnDR","video_url":"https://youtu.be/WCO7urmBHMc","settings":{"responsive":1,"width":"854","height":"480","autoplay":1},"settings_summary":["Eingebettetes Video (Responsiv, automatisch abspielen)."]}
2014 startet Vestergaard ein "Give Back"-Programm, durch das für jede im Einzelhandel gekaufte LifeStraw ein bedürftiges Schulkind ein ganzes Schuljahr lang mit sauberem Wasser versorgt wird. Seit 2015 werden 100 % aller LifeStraw Guineawurm-Filter, die an das Carter Center geliefert werden, gespendet. Ein Jahr später gründet man den unabhängig geführten LifeStraw Safe Water Fund, um Opfern von Naturkatastrophen und Schulkindern in gefährdeten Gemeinden weltweit Trinkwasser zur Verfügung stellen zu können. 2019 kommt mit dem LifeStraw Home, ein Wasserfilterkrug auf den Markt, welcher die Wasserqualität in Ländern mit hohem Wasserverbrauch und daraus resultierenden Problemen bei der Wasserqualität zu Hause verbessern soll. Es ist das erste LifeStraw-Produkt für den Heim- und Lifestyle-Markt. Erst 2020 entwickeln sich Vestergaard und LifeStraw zu zwei Unternehmen, die durch dieselbe DNA des humanitären Unternehmertums verbunden sind.
WAS BIETET DIE LIFESTRAW GO 1Liter?

In der LifeStraw Go 1 Liter ist ein integrierter austauschbarer 2-stufiger LifeStraw Filter verbaut. Die Flasche ist bestens geeignet für Outdoor-Aktivitäten, bei welchen man über längere Zeit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser hat. Die Flasche ist zudem eine gute Ergänzung für Überlebens- oder Katastrophenausrüstungen. Die Trinkfalsche besteht aus BPA-freiem Tritan. Der Deckel hat einen klappbaren Verschluss mit Silikon Bite-Valve. LifeStraw benötigt keine Batterien. Das Silikonmundstück ist zur einfachen Reinigung abnehmbar. Mit dem Karabinerhaken kann die Flasche beispielsweise am Rucksack befestigt werden. Die Go 1 Liter kann nach dem Entfernen des Filters problemlos in der Spühlmaschine gereinigt werden.

Der LifeStraw-Filter selbst kann laut Hersteller bis zu 1.000 Liter Wasser ohne Verwendung von Jod, Chlor oder anderen Chemikalien aufbereiten. Die Aktivkohlekapsel filtert Chlor, Geschmäcker und Pestizide aus bis zu 100 Liter. Zudem werden alle bis zu 0,2 Mikron große Teilchen herausgefiltert. Durch die zweistufige Filterung werden mindestens 99,9999% der durch Wasser übertragene Bakterien und 99,9% der übertragenen Protozoen (einzellige Parasiten) filtriert. Er entfernt E. Coli, Giardia und Cryptosporidium Oozysten und viele andere Schadstoffe. Der Filter ist komplett wartungsfrei und beide Filter können leicht und ohne Werkzeug getauscht werden. Wenn der Primärfilter mit Schmutz gesättigt ist, kann kein Wasser durch ihn gesaugt werden. Bläst man Luft durch das Mundstück in den Filter, kann der Schmutz vom Filter geblasen werden. Ist dies nicht mehr möglich, muss der Filter ausgetauscht werden.
Die Verwendung ist simpel und einfach. Wasser einfüllen Deckel schließen und am Mundstück saugen. Verunreinigungen bleiben im Filter und im Mund landet gesäubertes Wasser. Das System passt auch auf alle Nalgene Weithalsflaschen und Faltflaschen.
{"preview_thumbnail":"/sites/default/files/styles/video_embed_wysiwyg_preview/public/video_thumbnails/XQjggjQfsAg.jpg?itok=t7X2RwXG","video_url":"https://youtu.be/XQjggjQfsAg","settings":{"responsive":1,"width":"854","height":"480","autoplay":1},"settings_summary":["Eingebettetes Video (Responsiv, automatisch abspielen)."]}
Filtrierung
- Bakterien: 99.9999% (LOG 6 Reduktion) Salmonella, Campylobacter, Escherichia coli, Vibrio cholera, Pseudomonas aeruginosa, Shigella
- Protozoen (einzellige Parasiten): 99.9% (LOG 3 Reduktion) Giardia lamblia (“Beaver Fever”), Cryptosporidium parvum, Entamoeba histolytica.
- Mikroplastik: 99,9999%
- Chlor: Je länger der Kohlefilter das Wasser filtern kann, desto mehr Chlor wird aus dem Wasser herausgefiltert.
- Geruch und Geschmack
- Pestizide und Herbizide
- Viren: KEINE
- Schwermetalle: KEINE
- toxische Rückstände: KEINE
Spezifikationen
- Gewicht: 229,5g
- Abmessungen: 24,5 x 9 cm
- Volumen: 1 L
- Filter: Hollow-Fiber-Membran mit einer Porengröße von 0.2 Micron (0,0002 mm)
- Filterleistung: mehr als 3 L/min
- Lebensdauer: ca. 1000 Liter
- Material Flasche: Tritan
- Material Filter: BPA-freier Kunststoff
- Die Hollow-Fiber-Membran besteht aus kleinen, durchlässigen Röhrchen.
- Filter: 2-stufig
I. Stufe: Mikrofiltrationsmembran
II. Stufe: Aktivkohle-Kapsel
WAS MUSS ICH BEIM KONSUM VON UNSAUBEREM WASSER BEACHTEN?
Bevor ich den Filter tatsächlich mit dem Wasser aus heimischen Gewässern getestet habe, ging zunächst mal viel Zeit für Recherchen drauf. Schließlich bin ich weder in einer Notsituation, noch im Outback unterwegs während des Testzeitraums. Der Konsum von allerlei Gewässern, wenn man nicht drauf angewiesen ist, erfordert doch etwas Vorwissen. Wie man im Video sieht, gibt es andere Leute die mit der LifeStraw schon ihre Ekelgrenzen ausgelotet haben, darum schließe ich mich dem mal nicht an :-P und stütze meine Selbstversuche lieber auf Wissen.
{"preview_thumbnail":"/sites/default/files/styles/video_embed_wysiwyg_preview/public/video_thumbnails/_mkUTSGCF3I.jpg?itok=PPlHezoX","video_url":"https://www.youtube.com/watch?v=_mkUTSGCF3I","settings":{"responsive":1,"width":"854","height":"480","autoplay":1},"settings_summary":["Eingebettetes Video (Responsiv, automatisch abspielen)."]}
Zwar sind krankheitsauslösende Parasiten in unseren Breiten eher selten, wie oben schon erwähnt wären diese auch kein Problem für den LifeStraw-Filter, jedoch was eben schon ein Problem darstellt sind Viren und eben auch toxische Rückstände aus der Landwirtschaft und anderen Industriezweigen. Ich lebe in einem landwirtschaftlich stark genutzten Gebiet. Das geodelt wird sehe ich täglich, in wie weit aber tatsächlich Chemikalien in der Nähe der Flüsse und Seen genutzt werden, kann ich weder beurteilen noch habe ich eine Ahnung, was weiter Flussaufwärts so alles ins Wasser gelangt. Es ist nicht auszuschließen, dass durch tierische und menschliche Verunreinigungen auch Viren in das Wasser gelangen, welche krankmachen können.
Dass unter anderem Noro- oder Rotaviren in Seen und Flüssen sind, ist kein Geheimnis und darauf bin ich nicht besonders scharf. Grundsätzlich gilt bei jedem Gewässer das Tiere und deren Kot einen kritischen Faktor darstellen. Selbst besonders klares Wasser, das seiner Quelle sehr nahe und damit durch den natürlichen Filter in Form verschiedener Gesteinsschichten vergleichsweise rein ist, kann durch ein nahe des Bachlaufs verendetes Tier erheblich verunreinigt sein. Gleiches gilt für deren Kot, vor allem entlang großer Weideflächen. Über diesen Weg werden Norovirus und E-Coli, aber auch der Fuchsbandwurm übertragen. Die Belastung durch Chemikalien ist in erster Linie Zivilisationsproblem und eines der Größten. Chemische Belastungen im Wasser sind schwer zu erkennen, selbst wenn der Ursprung der Verschmutzung weit ab der Gewässer liegt. Die Folgen können sehr weitreichend sein. Das macht deutlich, dass man, wenn es sich nicht um eine Notsituation handelt Vorsicht walten lassen sollte, selbst bei Verwendung des LifeStraw-Filters.



Es gibt ein paar Anhaltspunkte, welche man beachten sollte:
- je kälter das Wasser, desto besser
- je näher ihr an der Quelle Wasser zapft umso wahrscheinlicher ist es, dass es frei von Vieren und nicht chemisch verunreinigt ist
- es sich um fließendes Gewässer handeln
- das Wasser sollte möglichst klar sein
- die Umgebung „sauber“ (frei von weidenden Tieren, Tierkadavern etc.)
- weit ab von bewohnten Gegenden und bewirtschafteten Weideflächen.
- Im Hochgebirge gilt zusätzlich das ab 2000m die Quellen häufig nahe an der Oberfläche sind was bedeutet, dass hier keine Filterung durch Gesteinsschichten im ausreichendem Masse stattfinden kann
Wie man sieht ist es gar nicht so leicht in Zivilisationsnähe entsprechende Bedingungen zu finden. Im Zweifel besser etwas mehr Zeit in die Erforschung des Flusses oder Bachlaufs investieren. Wenn ihr genügen Zeit und die Mittel dazu habt ist die sicherste Methode Wasser trinkbar zu machen immer noch Abkochen, da diese Methode auch den meisten Viren den Gar ausmacht. Man sollte sich also nicht leichtgläubig auf den Filter verlassen und damit aus jeder Plörre trinken.
WIE MACHT SICH DIE GO IM EINSATZ?
Ich habe die LifeStraw Go-1Liter von OUTSIDEstories im Spätsommer 2021 zum Testen bekommen. Ich werde für diese Bewertung weder bezahlt noch bin ich eine Verpflichtung dem Hersteller gegenüber eingegangen. Diese Bewertung spiegelt lediglich meinen persönlichen Eindruck zum bewerteten Produkt wider. Dabei hat sich der Testzeitraum auf ca. sechs Wochen begrenzt.

Wie ich oben schon beschrieben habe ist durch die Entwicklung, welche aus der Not heraus geboren wurde ein Lifestyle-Produkt für Outdoorer geworden. Nicht zu Letzt zeigt sich das auch an den stylischen Farbvarianten in welchen die 1-Liter-Falsche zu bekommen ist. Die Technik dahinter ist aber noch die selbe, welche Menschen in den ärmsten Regionen der Welt ohne Wasser aus der Leitung oder Zugang zu sauberem Trinkwasser hilft zu überleben. Allein schon durch den Background, welcher hinter diesem Produkt steckt hätte das Produkt und die humanitäre Arbeit des Unternehmens locker die 5 Sterne verdient. Hier geht es also in erster Linie um den kommerziellen Nutzen, daher muss ich einfach das Produkt in diesen Bereich bewerten und den Background der Entwicklung ausblenden. Nichts desto trotz war ich vom Unternehmen und deren Leistung schwer beeindruckt.

Ich hatte immer mal wieder darüber nachgedacht mir einen Wasserfilter für Outdoor-Aktivitäten zuzulegen. Das erste Mal kam mir der Gedanke vor drei Jahren bei der Vorbereitung auf einen Enduro-MTB-Alpencross. Aber nach längerer Recherche hatte ich den Plan dann doch verworfen, da ich in der Regel davon ausgehen konnte auf der Route an sauberen oder zumindest trinkbaren Wasserquellen vorbeizukommen. Auch bei Bergtouren verleitet das klare erfrischende Wasser, welches gen Tal fliest einen zum Gedanken dort seine Reserven wieder aufzufüllen. Insoweit war ich also extrem interessiert am LifeStraw-System. Ich hatte LifeStraw schon vorher durch besagte Internetsuchen gekannt, allerdings nur in Form des ursprünglichen „Strohhalms“ mit welchem man direkt aus Bächen oder Seen trinken kann. Die Go, welche ich nun die nächsten sechs Wochen testen darf ist die logische Weiterentwicklung des Strohhalms um Wasser nicht nur an Ort und Stelle trinken zu können, sondern auch um es mit sich führen zu können.

Die Flasche ist durch die Verwendung von BPA freiem Polycarbonat sehr umweltverträglich und das Material wirkt hochwertig und robust. Durch die Weithalsöffnung ist das Befüllen und reinigen absolut kein Problem. Bis auf den Filter und den O-Ring mit dem befestigten Karabiner habe ich die Flaschen schon mehrfach in der Spülmaschine gereinigt. Der O-Ring mit dem Karabiner und der Filter sind hierzu sehr leicht und einfach zu entfernen. Vor der ersten Verwendung sollen die Flasche und der Filter zunächst ausgewaschen werden.



Der Filter wird mit zwei Dichtringen im Deckel gehalten und fixiert. Ob diese beiden komplett dichthalten kann ich nicht beurteilen. Für mich als Leien scheint es zumindest so. Zudem trinkt man aus der Flasche auch nicht wie gewohnt durch Kippen, sondern indem man am „Bite-Value“ saugt. Dadurch erzielt man manuell die Leistung die bei anderen System durch Pumpen das Wasser durch den Filter zieht. Das hat den Vorteil das man keinen Strom für diesen Arbeitsschritt benötigt. Im Alltagsgebrauch kann das wenn man tagelang nur aus dieser Flasche trinkt ganz schön anstrengend werden für die Backenmuskulatur. Aber klar das ist in Notsituationen ohne die Möglichkeit an sauberes Wasser zu gelangen zu verschmerzen. Man kann die Flaschen natürlich auch ohne Filter verwenden, aber das hätte mir für die Testphase nicht groß weitergeholfen. Praktisch ist es allemal, dass man den Filter einfach entfernen kann und damit eine normale Flasche für den Alltag hat.



Der Filter besitzt seitlich mehrere Öffnungen, durch welches das Wasser ins Innere des Kunststoffrohrfilters gelangt. Die Öffnungen bedeuten allerdings auch, das der LifeStraw nicht in seiner Ursprungsform einfach als Strohhalm zu verwenden ist. Zudem reicht dieser nicht ganz bis auf den Flaschenboden. Ich habe mal nachgemessen und bin auf einen nicht mehr erreichbaren Rest von eineinhalb Schnapsgläsern gekommen. Das ist im äußersten Notfall vermutlich eine ziemlich tragische Angelegenheit, wenn man den letzten Rest nicht, oder nur verseucht trinken kann. Sehr positiv ist an dem Filter, dass dieser komplett ohne chemische Mittel oder Abkochen funktioniert. So kann man das Wasser einfach in die Flasche füllen und direkt konsumieren, ohne auf Feuer zum Abkochen, oder chemische Tabletten angewiesen zu sein. Das geht schnell und man kann unsauberes Wasser einfach mitführen und während dem Trinken wird es gesäubert. Wenn es die Zeit und das Equipment zu lässt würde ich persönlich aber eher auf diese Variante setzen, um auch vor Viren im Wasser sicher zu sein.



Wirklich negativ ist mir bei meinem Modell vor allem aufgefallen, dass der Deckel absolut nicht dichthält. Ich habe zwar schon mehrfach gelesen die Flasche sei „komplett“ dicht, meine ist das überhaupt nicht. Zum einen tritt Wasser beim Kippen sehr deutlich am klappbaren Mundstück aus und zum anderen gibt es eine kleine Öffnung für den Druckausgleich beim Saugen. In diesem ist ein winziger Gummistöpsel verbaut, welcher von innen nach außen abdichten soll. Dieser ist bei mir schon mehrere Male rausgefallen, sowohl in die Flasche als auch beim Reinigen. Wenn ich das winzige Teil also tatsächlich mal verlieren sollten ist der Deckel nach oben dauerhaft offen. Insoweit überzeugt mich der Deckel also überhaupt nicht. Da gibt es sicher klügere Lösungen dafür. Die Undichtigkeit des Deckels erklärt für mich zumindest weshalb ein Karabiner an der Flasche ist. Nachdem mir die Flasche schon mehrfach im Auto auf dem Beifahrersitz oder im Fußraum ausgelaufen ist, hänge ich die Flasche immer sicherheitshalber mit dem Karabiner an die Kopfstütze des Beifahrersitzes.




Ich habe den LifeStraw Go 1 Liter jetzt über sechs Wochen im Alltag verwendet, sowohl mit Leitungswasser, Regen und Wasser aus unserem nahe liegenden Fluss. Geschmacklich konnte ich keinerlei negativen Beeinträchtigungen feststellen. Das Filtrieren funktioniert sehr gut. Eine genaue Betrachtung über die zu erwartende Wasserqualität, kann ich als Laie logischerweise nicht liefern.



FAZIT?
Für mich ist LifeStraw ein Must-Have im Notfall Equipment oder bei langen Aufenthalten fernab der Zivilisation. In Regionen mit hoher Zivilisationsdichte liefert sie in meinen Augen zu wenig Schutz um ihren Einsatz mit Fluss oder Seewasser zu rechtfertigen. Zumal man fast überall Trinkwasser bekommt. Sinn macht sie aber auf Reisen in Ländern deren Wasseraufbereitung nicht den Standards wie wir ihn kennen entspricht um unschönen Urlaubsüberraschungen vorzubeugen. Man sollte sich aber nicht komplett auf den Filter verlassen und ihm blind vertrauen. Auch mit Vireninfektionen ist nicht zu spaßen. Beachtet man ein paar Regeln kann man die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung nochmal deutlich verringern. Genug geistigen Erguss zur LifeStraw Go 1Liter, #wirsehenunsdraussen…
