Toller Stock für alle Outside-Tage
VORTEILE
- guter aergonomischer Griff mit toller Schlaufe
- leicht
- stabil
- individuell verstellbar
- schnell zusammensetzbar
- hoher Nutzungskomfort
NACHTEILE
- teuer
- den Rucksackherstellern einen Schritt voraus
BEWERTUNG
Allgemeiner Gesamteindruck
Die Leki Carbon Black Series Stöcke sind hervorragende und zuverlässige Begleiter in jeglichem Trekking-Gelände. Durch ihre platzsparende Zusammensetzung kann man sie immer problemis im oder am RUcksack mitnehmen und nd bei schwierigen Passagen schnell auspacken oder sich während der gesamten Tour von ihnen unterstürzen lassen. Der lange und ausgeklügelte Griff macht es möglich, Geländewechsel bzw. Ab-und Anstieges hervorragend in Windeseile zu meistern, meist ohne dass es einer Anpassung der Stocklänge am Umschalter selbst bedarf. Ich habe die Stöcke während meiner Testphase sehr liebgewonnen und bin ganz traurig, dass ich sie wieder zurückgeben und auf meine alten schwereren Stöcke zurückgreifen muss.


Einsatzbereich
Ich habe die Lekis im Costa Rica mit meinem Freund im Urlaub testen dürfen. Während unserer Zeit dort wurden die Stöcke zumeist im Jungle oder dem angrenzenden Strand eingesetzt, im Übrigen bei der ein oder anderen Berg- und Vulkanbesteigung. Die Stöcke mussten also mit (Stark-)Regen, Schlamm, feinem Sand, Süß- & Salzwasser, ausgekühlter Lava, verqueren Baumwurzeln und dem üblichen Gestein zustecht kommen.




Konstruktion
Der Faltstock besteht aus drei Gliedern, welche durch eine Schnur zusammen gehalten werden, wenn der Stock nicht zusammen gesetzt ist. Das Gehäuse wurde aus 100% Carbon gefertigt und ist laut Hersteller dank einer ELD Konstruktion noch stabiler als herkömmliche Trekkingstöcke. Die Stabilität kann ich absolut bestätigen. Ich hatte zu Beginn des Test Sorge, ob ich die Stöcke wohl wieder heil mit nach Deutschland bringen könnte, da ich schon einige Carbon-Stöcke (insbesondere Skistöcke) zerberechen sehen habe. Aber auch einen Sturz (~ 60 Kilo) auf den Stock, welcher zwischen zwei Wurzeln eingeklemmt war, wurde problemlos überstanden.





Die Stöcke sind mit einem AERGON-Griff ausgestattet. Von diesem bin ich absolut begeistert. Er hat einen großen breiten Kopf, auf dem man sich gut abstützen kann,und eine vorgefertigte Form für Daumen und Finger. Diese sogenannte Korrektionszone ist in einem Winkel von 8 Grad sorgt für eine haptische Meisterleistung, die dafür sorgt, dass man den Griff direkt richtig hält. Zudem bietet er eine lange Griffläche, sodass man auch schnell und leicht umgreifen kann. Ich habe mir im gesamten Urlaub keine Blase gelaufen, trotz häufig nasser Griffe und Hände, sowie großer Anstrengung, was bei meinen anderen Stöcken häufig ein Problem darstellte. Auch die Handschlaufe hat mich komplett überzeugt. Anfangs war ich davon ein bisschen enttäuscht, weil sie so dünn ist und es den Eindruck machte, als könnte es einen nicht besonders gut unterstützen. Dem war jedoch überhaupt nicht so. Es ist sehr angenehm auf der Haut, schmiegt sich optimal an, ist reißfest, ultraleicht, atmungsaktiv und lässt sich individuell verstellen. Im Übrigen verfügen die Schlaufen über eine Sticherheitsauslösung, sodass bei einem Sturz keine zusätzlichen Verletzungen durch einen eingeklemmten Stock am Handgelenk zu befürchten sind.
Zudem spart er durch´die interessante Hohlraumtechnologie des Griffs namens Biotech2 30 % an Gewicht ein,






Die Spitzen der Stöcke sind spitz und massiv, sie kommen dadurch mit jedem Untergrund gut zurecht. Für Asphaltläufe, werden zudem Gummiproppen mitgeliefert, die zum einen die Spitzen schützen und zum anderen, das nervige Klacken auf der Straße verhindern. Der Standardteller meistert ebenfalls fast jedes Gelände problemlos. Bei starkem Schlamm wäre dagegen ein etwas größerer Teller hilfreich gewesen – ebenso wenn man die Stöcke für Skitouren nutzen möchte – aber dann muss man diese eben individuell anpassen.

Das Design überzeugt mit schlichtem schwarz. Zwar haben sie Stöcke inzwischen schon einige Kratzer bekommen, aber die wichtige Skala, auf der sich die Länge einstellen lässt, ist bislang noch komplett unbeschädigt (vor mir gab es schon einige andere Tester, welche die Stöcke auf Herz und Nieren getestet haben, sodass man annehmen kann dass die Skala bei normalem Gebrauch auch sehr lange lesbar bleiben wird). Man kann also auch hier von der gewohnten Leki-Qualität profitieren.

Gewicht und Maße
Großer Vorteil des Materials -Carbon- ist grundsätzlich dessen Gewicht. Laut Hersteller soll ein Stock nur um die 239 gramm wiegen - meine Wage zeigte jedoch 253 gramm an – aber selbst damit ist der Stock noch leicht. Mein eigener Trekkingstock (Black Diamond Trail Sport 3) wiegt 270 Gramm, das insgesamt eingesparte Gewicht hat man beim Gehen und Tragen auch tatsächlich gespührt. Gleichwohl muss man sagen, dass es auch noch leichtere Stöcke auf dem Markt gibt und vergleichbar schwere zu erschwinglicheren Preisen. Er ist sógar so leicht, er schwimmt sogar im Wasser.
Die Stöcke lassen sich zwischen 1.10m und 1.30m flexibel und kleinschrittig einstellen. Für große und kleine Menschen (oder Kinder) sind die Stöcke daher möglicherweise nur bedingt geeignet.



Auf- & Abbau
Wenn man das Prinzip einmal verstanden hat, ist das Zusammensetzen und Auseinanderbauen wirklich kinderleicht. Das Prinzip lässt sich hoffentlich durch die Videos erkennen; mit beiden Händen funktionert es auch deutlich leicher als mit einer. Man zieht das eine Glied hinaus bis es „Klick“ macht, dadurch setzen sich die unteren Glieder zusammen. Anschließend lässt sich die Länge am oberen Teil des Stocks individuell einstellen. Zum Auseinanderbauen drückt man den silbernen Knopf, nach dem „Klick“ kann man das obere Glied in den Stock schieben und dann die unteren Glieder flexibel bewegen.
Wermutstropfen
Größter Wermutstropfen ist wohl der Preis. 180€ für ein paar Trekkingstöcke ist schon verdammt viel Geld. Gleichwohl bekommt man aber einen qualitativ sehr hochwertigen Stock. Die Produktentwicklung kostet eben auch viel Geld, welches Leki durch seinen Verkauf wieder reinholen muss. Wer einmal von ihren Patenten überzeugt wurde, wird wohl alle Anderen in Zukunft viel kritischer sehen. Im Übrigen sind die Rucksackhersteller jetzt gerade auf den zusammenschiebbaren Trekkingstock eingestellt; viele von ihnen haben inzwischen Schlaufen, die eine Befestigung der Stöcke außerhalb des Rucksacks ermöglichen. Von diesen Schlaufen hat man mit dem Faltstock leider nichts. Allerdings kann man die Stöcke leicht in der mitgelieferten Tasche verstauen und in den Rucksack packen, ohne dass dieser dreckig wird.

Fazit
Vom Leki Micro Vario Carbon wird man auf jeden Fall nicht enttäuscht. Ein toller Stock mit hervorragender Qualität, hohem Nutzungskomfort und schickem Design. Für alle, die gerne viel in ihre Ausrüstung investieren, eine klare Kaufempfehlung. Sparfüchse finden sicher etwas, das besser zu ihnen passt. Von mir gibt es trotz des Preises fünf Zelte.
