Ultraleichte und kompakte Wanderstöcke für jeden Einsatz.
VORTEILE
- Leicht
- Faltbar
- Schneller Auf- und Abbau
- rutschfestes Griffmaterial
- schnell wechselbare Teller
- Halt auf Fast jedem Untergrund
NACHTEILE
- für große Leute unter Umständen etwas zu kurz
- Griffmaterial fühlt sich nass unangenehm an
- Handschlaufe hat sich einmal gelöst
- Preis
BEWERTUNG
Ich beschreibe hier die Black Series Micro Vario Trekkingstöcke von Leki. Ich habe die Stöcke zum Testen zur Verfügung gestellt bekommen. Getestet habe ich sie bei einer 8-tägigen Trekkingtour in den Cevennen in Südfrankreich. Die Erfahrungen die ich dabei mit den Stöcken gemacht habe will ich jetzt hier mit euch teilen.
Allgemeines:
Bei den Stöcken handelt es sich nicht um Teleskopstöcke zum zusammenschieben sondern um faltbare Stöcke. Dadurch sind sie im zusammengepackten Zustand deutlich kompakter als alle Stöcke die ich bisher in der Hand hatte. Im zusammengefalteten Zustand ist das längste Element ca. 40 cm lang (zum Vergleich: meine Teleskopstöcke lassen sich auf max. 60 cm komprimieren).

Die Stöcke kommen mit einem roten Stoffbeutel der genau auf die Maße der Stöcke zugeschnitten ist. Das ist sehr hilfreich da die Stöcke sich ohne den Beutel glaube ich sehr schnell irgendwo am Rucksack verhaken oder verheddern würden. Die Stöcke sind zu 100% aus Carbon, was sie sehr leicht und trotzdem extrem Stabil macht. Inklusive der Tasche wiegen die Stöcke ziemlich genau 500 g.

Auf der Homepage von Leki kosten die Stöcke 179,95€.
Aufbau:
Der Aufbau geht eigentlich recht einfach und schnell wenn man einmal herausgefunden hat wie er funktioniert. Das hat bei mir aber eine Weile gedauert da den Stöcken leider keine Anleitung beiligt. Mit ein bisschen probieren habe ich es aber doch herausgefunden:
Als erstes werden die drei Elemente ineinander gesteckt. Dann zieht man das untere Teil des Griffstücks heraus bis es merklich einrastet. Dadurch bringt man die Stöcke so auf Spannung das die Elemente bombenfest ineinander sitzen als wären sie aus einem Stück. Anschliessend kann man mit einem Schnellspannverschluss (ähnlich wie beim Fahrrad) die länge der Stöcke zwischen 110 und 130 cm einstellen.

Das Auseinander bauen geht genauso einfach. dazu muss nur fest auf den kleinen Knopf am Zweiten Element des Stocks gedrückt werden und schon löst sich die Arretierung. Dann können die einzelnen Elemente wieder auseinander gezogen und in der Hülle verpackt werden.

Die Griffe:
Das Material der Griffe besteht aus einer Art Schaumstoff und hat mich an Moosgummi erinnert. Es ist auch im nassen Zustand extrem rutschfest.Es erfüllt also alle praktischen Funktionen, allerdings fand ich es persönlich im nassen Zustand oder mit schwitzigen Händen etwas unangenehm anzufassen. Dieses Material reicht bis 15 oder 20 cm unter den Griff. Warum es so weit nach unten gezogen wurde weiß ich nicht genau, ich konnte auf jeden Fall keinen praktischen Nutzen feststellen... Es stört aber auch nicht.

Die Handschlaufen sind aus einem recht weichen und glatten Stoff was mir leider nicht gut gefiel. Durch das weiche Material haben sich die Schlaufen sehr leicht vedreht und in nassem Zustand an der Haut geklebt. Ausserdem sind sie jedes mal mit der Zeit weiter geworden, sodass man nach einer Weile immer wieder enger ziehen musste. Das geht indem man den obersten Gurt in nach oben zieht. Dadurch löst sich die Verriegelung und die Schlaufe kann enger gezogen werden.


Einmal ist mir bei der Wanderung eine Schlaufe ganz rausgerutscht da sich irgendwie einer der Sicherheitsstifte gelöst hatte. Das hat dann eine halbe Stunde gekostet und war eine ganz schöne Fummelei bis ich die Schlaufe wieder richtig eingebaut hatte und war nur möglich weil ich eine Zange dabei hatte. Ohne Werkzeug ist das kaum möglich, was ich für Trekkingstöcke ziemlich unpraktisch finde.
Meine letzten Stöcke von Leki hatten eine Art Gurtband aus einem deutlich festeren Material als Handschlaufe, das fand ich deutlich besser.
Sonstiges:
Die Stöcke lassen sich maximal auf 130 cm ausfahren. Ich (1,89 m) hätte die Stöcke beim bergab Laufen manchmal gerne noch ein Stück länger gestellt, das ist aber wahrscheinlich auch Geschmackssache.
Die Spitzen der Stöcke sind super scharfkantig und halten auf fast jedem Untergrund sehr sicher. ich konnte hier auch nach 8 Tagen Einsatz auf Felsen, Teer, Asphalt u.ä. keine wirkliche Abnutzung feststellen.

Obwohl ich die Stöcke wirklich nicht gerade vorsichtig behandelt habe sind auch sonst außer ein paar Kratzern im Lack keinerlei Abnutzungserscheinungen zu erkennen. Alle Elemente lassen sich noch butterweich verstellen und nichts klemmt.
Die Teller lassen sich in kürzester Zeit abschrauben und austauschen, wodurch man die Stöcke dann auch für Skitouren o.ä. verwenden könnte.
Fazit:
Wer bereit ist so viel Geld für Stöcke auszugeben bekommt hier auf jeden Fall ein High-End Produkt. Ich denke Gewicht und Packmaß sprechen für sich und da meine Kritikpunkte eher persönliche Vorlieben waren bekommt das Produkt von mir trotzdem vier Sterne und eine Kaufempfehlung!
Nur Schade, dass ich die Stöcke schon wieder an Leki zurückschicken muss...

