Eine Maus dir Beine zu machen
VORTEILE
- intelligentes und innovatives Lauf-Gadget
- automatische Optimierung der Laufhaltung
- extrem leicht
- gute Passform
- Wirkung von Sportwissenschaftlern und Medizinern getestet und bestätigt
NACHTEILE
- Preis
- Klettband zur Fixierung des Fingers
- Weicheres Obermaterial wäre vermutlich angenehmer
- Man muss sich drauf einlassen können damit es funktioniert
- Man hat die Hände nicht mehr frei für anderes
- Hände kühlen aus bei kalten Temperaturen
BEWERTUNG
WAS STECKT HINTER DER MARKE

Häufig steckt hinter einer innovativen Idee ein persönliches Interesse um ein individuelles Problem zu lösen, für welches es bis dato noch keine Lösung auf dem Markt zu erwerben gibt. Wenn dann aus der Idee eines kreativen Kopfes ein Produkt entsteht, welches für andere ebenfalls von Interesse sein kann, werden hin- und wieder Erfolgsgeschichte geschrieben. In manchen Fällen ist mit der Entwicklung eines solchen Produkts eine tragische Vorgeschichte verbunden. Wenn aus einer so dramatischen Geschichte etwas so Positives entsteht, kann man vor dem Kampfeswillen und dem Engagement des Erfinders nur den Hut ziehen. So wie in diesem Fall.
Die Entwicklung der Laufmaus ist nahtlos mit der Regenerations-Phase ihres Erfinders Dr. med. Horst Schüler aus Münster nach einem schweren Unfall verbunden. Somit ist es zwangsläufig erforderlich mit der Entwicklungsgeschichte auch eine höchstpersönliche zu erzählen. Der Entwicklung der Laufmaus kam zu Gute, dass der Protagonist dieser Geschichte Facharzt, Sport- und Allgemeinmediziner sowie Osteopath und leidenschaftlicher Sportler ist.
Lange Jahre sammelte er neuestes Wissen in den Bereichen Biomechanik, Orthopädie oder Diagnostik. Auch altes Wissen aus traditioneller chinesischer Medizin, Philosophie oder Naturheilkunde fand Einzug in seine Therapiemethoden um seinen Patienten zu helfen. Das er einmal selbst zum Patienten werden wird und von seinem Know-How profitieren wird konnte er nicht ahnen.
Im Jahr 2007 erlitt er durch einen Autounfall schwere Verletzungen, welche denn einstmals sportlichen Doktor ans Bett fesselten. Ein chirurgischer Eingriff war vorerst zu riskant. So wurden Bewegungsunfähigkeit und chronische Schmerzen zu ständigen Begleitern, bis sich über ein Jahr später endlich ein Arzt fand, welcher sich an den schwierigen Eingriff herantraute. Durch eine Operation wurde eine etwa 50-prozentige Verbesserung des körperlichen Zustands hergestellt. Als Sportler und aktiver Mensch war das für Schüler jedoch nicht akzeptabel und es begann ein langer harter 7-jähriger Kampf bis er wieder beschwerdefrei war.
Aus diesen Jahren ging der Knete-Prototyp der Laufmaus hervor. Ein Meilenstein bei ihrer Entwicklung stellte die Erkenntnis dar, dass Schüler wenn er Arme und Hände in Entlastungsposition bringen konnte eine deutliche Verbesserung auf den gesamten Körper bemerkte und dies seine Verkrampfungen minderte. Die Entdeckung dieses entlastenden Effekts markiert die Geburtsstunde der Idee zur Laufmaus. Schülers erste Prototypen entstanden nach monatelangen Versuchen in dessen Garage. Heute ist der Mediziner 68 Jahre alt und konnte dank seiner Laufmaus die Folgen der Rückenmarksverletzung und die Lähmung auf ein Minimum reduzieren.
Er ist immer noch mit Leib und Seele Arzt und möchte auch andere Menschen von den Errungenschaften seines Leidenswegs profitieren lassen. Folglich versammelt er ein ganzes Entwicklungsteam aus Medizinern, Sportwissenschaftlern, Ingenieuren und Produktspezialisten um sich. Dieses Expertenteam war begeistert vom Prototyp und innerhalb von fünf Jahren wurde aus dem einstigen Prototypen aus Knete die seit Sommer 2020 erhältliche Variante der Laufmaus, welche von der Flowtastic GmbH aus Emsdetten hergestellt und vertrieben wird. Jeder der möchte und sich darauf einlässt, kann sich heute mit der Laufmaus in den Händen, wieder Beine machen, oder seine Leistungsfähigkeit steigern. So zumindest das Versprechen.
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WIE FUNKTIONIERT DIE LAUFMAUS?
Aus dem Knete-Prototypen wurde ein hochwertiges medizinisches Laufprodukt, welches ergonomisch geformt, extrem leicht (<70g pro Maus) und computerdesignt ist. Es gibt sie in zwei Größen Small (<16cm) und Large(>=16cm). Die Größenermittlung wird mittels messen der Länge von der Handbasis zum Ende des Zeigefingers vorgenommen. Die Größe ist ausschlaggebend dafür, dass die Impulse die korrekten Zonen erreichen.

ABMESSUNGEN (L x B x H)
LARGE: 17cm x 6cm x 5cm
SMALL: 15cm x 5,5cm x 4cm
Die Laufmaus besteht aus einer atmungsaktiven Oberfläche aus einem hochwertigen Kunststoff, welcher bis zu 40% aus recycelten SMMA-Kunststoff zusammengesetzt ist. Dieser wird in die Form der Maus gebracht und mit einer speziellen Struktur versehen. Dank der vielen Luftlöcher soll übermäßiges Schwitzen verhindert und eine gute Luftzirkulation entstehen.
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Die Wirkung wurde mittlerweile auch von vielen Sportwissenschaftlern und Medizinern getestet und bestätigt. Sie findet nicht nur Verwendung im medizinischen Bereich, sondern bietet Läufern jeglichen Alters und jeglicher Laufart sowie allen Alters- und Leistungsklassen eine Möglichkeit die individuelle Leistungsfähigkeit zu verbessern. Die Laufmaus in der Hand soll die Haltung optimieren und automatisch zu einer besseren Haltung der Hände „Läufer-Dreieck“ und dadurch zu einer besseren Haltung des gesamten Bewegungsapparates führen. Die Form und die Auflage der Hand auf die Laufmaus sollen im Gehirn die Stellreflexe für eine aufrechte und gesunde Haltung auslösen. Initiiert wird dies durch Reize und Signale der Handinnenflächen.
Das funktioniert wie folgt (Zitat: www.Laufmaus.run): „Der Daumen zeigt nach vorn oben, der Zeigefinger ist gestreckt und die Handaußenfläche ist leicht nach außen gedreht. Dadurch wird der Oberkörper aufgerichtet und stabilisiert. Körperspannung, Körperkontrolle und Körpersteuerung verbessern sich sichtbar und spürbar.“ Laut Hersteller führt das zu einigen Veränderungen.

SICHTBARE VERÄNDERUNGEN
- Die Hände erfahren eine leichte Außenrotation und bringen Elle und Speiche in eine Parallelstellung
- Die Schultern bewegen sich nach hinten unten
- Der gesamte Oberkörper richtet sich auf
- Der Brustkorb öffnet sich
- Nackenpartie dehnt sich
- Der Hals streckt sich
- Der Kopf zeigt in Laufrichtung und nimmt eine neutrale Position ein
- Der Blick ist nach vorn gerichtet
SPÜRBARE VERÄNDERUNGEN
- Entspannung der Nackenmuskulatur
- Extremitäten werden besser durchblutet
- Der Thorax bekommt mehr Raum
- Der Atem wird tiefer
- Hand-Schulter-Arm-Komplex entspannt sich
- Organe arbeiten effektiver
- Faszien und Muskeln werden besser angesteuert und ausbalanciert
- Anatomischen Engstellen öffnen sich
- Die Psyche reagiert mit Motivation und Freude und man erreichst schneller einen Flow-Zustand
- Stressresilienz, Aufmerksamkeit und Achtsamkeit steigern sich
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WIE MACHT SICH DIE LAUFMAUS IM EINSATZ?
Zugegeben als ich die Laufmaus von OUTSIDEstories zum Testen angeboten bekommen habe und mir vor der Testzusage das Infomaterial auf der Produkt-Webseite überflogen habe, war ich doch etwas skeptisch, ob das funktionieren kann. Ich habe dann mit meiner Frau darüber gesprochen, was sie davon hält und sie war sehr angetan von dem Konzept und meinte „…das musst ausprobieren…“ und „…ich weiß beim Laufen irgendwie nie so recht, was ich mit meinen Händen angefangen soll, die sind bestimmt super…“. Das Problem mit den Händen kenne ich zwar nicht und als einfacher Gelegenheitsläufer muss ich auch gestehen, dass ich recht selten über meine Laufhaltung nachdenke. Ich schnür' halt meine Schuhe und lauf los, FERTIG.

Früher hätte ich gleich gesagt, was für ein Quatsch und an einen solchen Humbug glaube ich nicht. Da ich aber über die Jahre in verschiedensten Bereichen mit einer ähnlich drastischen Meinung herangegangen bin und mehrfach eines Besseren belehrt worden bin, so zum Beispiel was die Wirkung kinesiologischer Tapes angeht. Also habe ich mich entschieden auch der Laufmaus eine Chance zu geben und versucht möglichst unvoreingenommen an die Versuche heranzugehen.
Bevor ich die Maus dann das Erste Mal in den Händen hatte, habe ich mir detaillierte Informationen über sie besorgt und mich zunächst mit der Verwendung und den Grundlagen bezüglich Laufen mit Laufmaus besorgt. Wie ihr oben schon gelesen habt, ist der Erfinder nicht irgendjemand, der mal einen ersten Hilfe-Kurs gemacht hat, sondern ein Mann mit einem riesigen Erfahrungs- und Wissensschatz im Bereich der Medizin. Ich hingegen nur ein Freizeit-All-Round-Sportler und Informatiker, daher wäre es auch vermessen gewesen, voreingenommen zu urteilen.
Die Erklärung der Wirkweise und Funktion der Laufmaus auf der Webseite finde ich wirklich klasse. Wie oft war ich schon beim Arzt und habe eine halbe Stunde später vergessen, was er mir jetzt genau alles an lateinischen Fachbegriffen um die Ohren gehauen hat. Man hat sich mit dem Webauftritt wirklich sehr viel Mühe gegeben um etwas so Komplexes anschaulich mit Grafiken, Videos und Texten zu erklären, dass auch ein Nicht-Mediziner versteht worum es geht, ohne dass man gezwungen ist ausschweifende Fachliteratur lesen zu müssen. Bisher bin ich eigentlich nie auf die Marketing-Materialien der Testobjekte eingegangen, aber ich finde die Webseite verdient wirklich Lob und darum möchte ich sie erwähnen. Der Informatiker in mir ist hocherfreut :-D.
Laut der Webseite beruht das Prinzip der LAUFMAUS auf Studien aus der Hirn-, Evolutions- sowie Verhaltensforschung. Zu verdanken ist die Funktionsweise der Laufmaus unserer Abstammung vom Vierbeiner, auch im aufrechten Gang werden die Hände für Balance und Richtungswechsel mit einbezogen. Das klingt für mich logisch, da man zum Beispiel beim Balancieren auf einem Holzstamm ganz automatisch die Hände zu Hilfe nimmt um nicht herunterzufallen, ohne das wirklich wissentlich zu steuern. Auch das die Entwicklung unseres feinen Tastsinns, welcher durch das freiwerden der Hände im Zweibeiner-Modus, immer feinfühliger wurde im Laufe der Evolution ist kein Geheimnis. Medizinisch nennt man das dann Sensomotorik, was bedeutet Gehirn und Hände sind extrem gut vernetzt und feinste Reize können registriert und verarbeitet werden. Diesen Sinn nutzt die Laufmaus dazu Reize zu erzeugen, welche für Körperspannung und -steuerung, Leistung und Erfahrung verantwortlich sind. Dadurch sollen die oben erwähnten Veränderungen hervorgehen.
Nach viel Theorie und der Einsicht, dass das alles sehr logisch klingt, was ich gelesen habe, konnte ich dann die Laufmaus, bzw. Mäuse, da sie immer im Paar genutzt werden das erste Mal selbst in der Hand halten. Verpackung und Erscheinungsbild sind ähnlich der Webseite eine runde Sache und lassen wenig Spielraum für Kritik. Einzig, dass man den Pocket-Guide separat erwerben muss finde ich etwas unschön, besonders da die Laufmaus einen sehr stolzen Preis hat.



Der finanzielle Aspekt ist für mich schon zu Beginn der Testphase ein interessanter Punkt gewesen. Sicherlich, es steckt einiges an Marketingkosten, Entwicklungskosten und weitere Kosten hinter einem Produkt. Verglichen zum reinen Materialwert (Verpackung, Plastik, Gummiband) sind die 79 € schon eine Hausnummer. Da auch bei mir Geld leider noch nicht vom Himmel fällt, hätte sich mein Interesse an der Laufmaus wahrscheinlich schon beim Blick auf den Webshop eingestellt. Nur wenn ich mit ähnlichen motorische Probleme zu kämpfen hätte, würde ich einfach alles versuchen um das in den Griff zu bekommen, egal wie hoch der Preis ist. Als rein medizinisches Produkt um solch drastisch einschränkende Probleme gelöst zu bekommen, würde sich der Preis für mich dann auch in „möglicherweise zu gewinnender“- Lebensqualität aufwiegen und eine Bereitschaft ihn zu berappen erzeugen.
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Mein erster Lauf mit der Laufmaus war irgendwie anstrengend für den Kopf, ich konnte mich nicht wirklich entspannen und war permanent darauf bedacht, es richtig zu machen und hörte unentwegt in meinen Körper um heraus zu finden, ob irgendetwas anders ist als vorher. Ich habe basierend, auf dem Video über die Verwendung, wirklich darauf geachtet „ordentlich“ zu laufen. Aber erzwingen kann man die angepriesenen Veränderungen wohl auch nicht. Außer das meine Hände durch die Mäuse blockiert waren, was mich eher genervt hat beim ersten Mal und diese mit der Zeit auch leicht schwitzig wurden konnte ich nichts nennenswert anderes vom ersten Lauf mitnehmen. Vielleicht habe ich aber auch einfach ein Wunder beim ersten Mal erwartet, welches nicht eingetreten ist. Mir wurde aber schon vorher gesagt, dass man mindestens fünf Mal laufen soll, damit man sich überhaupt daran gewöhnen kann.


Das bedeutet, dass eine Eingewöhnungsphase nötig ist, es heißt ja auch „wenn man sich darauf einlässt“ und umso häufiger man die Dinger dann auch zum Laufen verwendet, umso mehr geraten sie dann im Kopf in Vergessenheit. Sobald man diese Schwelle ins „nicht mehr wahrnehmen“ überschritten hat, ist man über den sprichwörtlichen Berg und es funktioniert. Im Klartext heißt das, die Laufmaus tut das was versprochen wird. Zwischenzeitlich habe ich während dem Laufen immer mal wieder auf die Haltung geachtet. Manchmal wissentlich, manchmal mal eher intuitiv und war doch positiv überrascht, dass mein Bewegungsmuster beim Laufen deutlich näher am Soll liegt, wenn ich die Mäuse verwende und sich somit das Laufen leichtgängiger anfühlt und das ohne das ich mich immer wieder darauf konzentrieren muss eine ordentliche Haltung einzunehmen. Ich habe die Laufmaus mittlerweile mehrmals verwendet und für mich funktioniert sie, aber es hat wirklich gedauert, bis mein Kopf bereit war sich drauf einzulassen und sie nicht mehr als Störfaktor wahrzunehmen.
Es gibt aber nach dem Testzeitraum doch auch Makel am Produkt die ich nicht so toll finde. Dies sind aber nicht bezogen auf die Funktionsweise, sondern auf das Material selbst. Das Einstellen der Klettfixierung für den Zeigefinger, welche optisch so aussieht als hätte man ein Kabelbinder-Klettband für PC-Kabel verwendet, ist ein ziemliches Gefummel und durch den Klett auch nicht mit Handschuhen zu verwenden, sonst reibt man den Handschuh auf. Daher bei kalten Temperaturen eher schlecht zu verwenden, wenn man sich nicht die Finger abfrieren möchte. Außerdem finde ich er reibt irgendwie auch am Finger. Hier sollte man sich eine bessere Lösung einfallen lassen. Die Verwendung von Klett ist in meinen Augen nicht optimal.


Das blanke, harte Plastik führt trotz der Luftlöcher bei mir mit der Zeit zu schwitzigen Händen, ein weicheres Obermaterial als Überzug würde sich denke ich besser anfühlen. Diese negativen Punkte sind aber wirklich sehr individuell zu betrachten.



FAZIT?
Die Laufmaus ist ein raffiniertes, durchdachtes und innovatives Laufprodukt, dessen Wirkweise funktionieren kann, wenn man es zulässt. Für Profi-Läufer oder für Patienten mit motorischen Einschränkungen rechtfertig sich vermutlich auch der Preis. Der Laie muss selbst entscheiden, ob sich diese Investition für ihn rechnet. Nach dem Test bin ich von ihrer Wirkweise durchaus überzeugt, aber in ihrer ersten Version auf dem Markt steckt für mich auch noch Potenzial bezüglich Material-Optimierung. Die Vergabe der Sterne fällt mir diesem mal wirklich extrem schwer, da ich irgendwie hin und her schwanke, ob ich jetzt das "reine" Produkt ohne Funktion bewerten soll, oder die geniale Idee die dahinter steckt. Die Idee und Funktionsweise selbst hätte in meinen Augen durch aus 5 Sterne verdient, das Produkt selbst hat für mich aber wie schon gesagt, noch Potential zur Verbesserung. Jetzt ist es aber Zeit die PC-Maus durch die Laufmaus zu tauschen und #wirsehenunsdraussen….