Wirksamer Schutz des Rückens kombiniert mit sinnvollem Stauraum
VORTEILE
- sehr leicht
- optimale Schutzwerte
- perfekter Stauraum
- extra drybag
- Brillenfach
- Trinkblase integriert
NACHTEILE
- Für Frauen nur bedingt nutzbar (weibl. Anatomie)
- Kaum Befestigungsmöglichk. für Fullface und Protect's
- keine Regenhülle
- Dünner Taillengurt (kann rutschen)
- keine Schlaufe zum Aufhängen
BEWERTUNG
Der Komperdell Tourpack ist ein Rückenprotektor-/ Trinkrucksacksystem, basierend auf einem mehrschichtigen adaptivem Dual- Density Foam, der sich an Enduro/- oder Crossrennfahrer richtet. Kurz gesagt, er spielt in der Liga der Ergon (BE/BP- Serien) oder EVOC Freerideserien mit. Laut Produktbeschreibung soll er vor allem klein, leicht und komfortabel sein, weil auf das Wesentliche reduziert.

Für meine Tests kamen vor allem Hometrails um den Hausberg zustande sowie kleinere Parkbesuche in Vorarlberg (Muttersberg/ Brandnertal). Ein Protektorenrucksack dieser Kategorie muss für mich Platz für Trinkblase, Wetterschutz (Regenjacke), Ersatzschlauch, Werkzeug, und Essen (div. Riegel/ Banane) und vor allem Erste- Hilfe- Pack bieten ohne dabei auf den nötigen Schutz zu verzichten.
Erster Eindruck und Unboxing:
Frisch aus dem Karton macht der Rucksack einen sehr wertigen Eindruck. Auffallend dabei ist der anatomisch geformte Rückenteil, der bei mir in Größe XL ankam. Angezogen wirkt er sehr lang und ich war mir unsicher bei der gewählten Länge. Ein Plus ist, dass er von den oberen Halswirbeln bis zum Steiß reicht. Allerdings stößt er oben an meinem Nacken an. Dazu aber später mehr. Außerdem lässt sich darüber diskutieren wie viel Liter ein derartiger Rucksack braucht um Tagestouren auf dem Hometrail oder kleinere Touren im Park zu unternehmen. Komperdell hat diese Tatsache meiner Meinung nach elegant gelöst, indem ein weiterer Zippverschluss angebracht wurde. Dadurch erweitert sich das Volumen um 50%.

Also den Rucksack vollgepackt hergerichtet und Tour geplant. Mir schwebte eine kleine Tour zum probieren von ca. bis 30km auf Trails im Bodenseegebiet und häuslichen Umland vor.
Passform:
Neu für mich in der Grundgestalt ist der langgezogene Rückenprotektor, der bei angemessener Größenbestimmung bis zum Steiß reicht. Bei diesem Rückenprotektor ist nicht nur der Rücken, sondern auch das Steißbein und ein Teil der Halswirbelsäule optimal abgedeckt. Vergleichbar mit ERGON-Produkten ist dies sehr positiv anzumerken. Allerdings hatte sich der Rucksack durch das Hinstellen (über Nacht) etwas verformt, was anfangs Druckstellen (am Nacken/ Rücken) verursacht hatte. Wünschenswert wäre eine Schlaufe zum Aufhängen am Oberteil um dies zu vermeiden.
Auffallend ist ebenfalls der sehr schmal geratene Taillengurt (Breite 3,7 cm), der wenig Spielraum in der Höhenverstellung und Fixierung zulässt. Für Biker mit Bauchansatz kann dies dazu führen, dass der Taillengurt nach oben rutscht. Andere Marken lösen dies geschickter, indem ein Klettunterteil als Gurt und ein Verschlusssystem als Oberteil genutzt wird. Das breitere Klettband fixiert den Taillengurt optimal, was mir vor allem bei ruppigeren Trails mit Positionswechsel beim Komperdell Modell fehlt.
Die Längenverstellung des Brustgurts funktioniert tadellos. Kleines Manko ist die Höhenverstellung. Hier gibt es keine vertikalen Verstelloptionen. Möglicherweise richtet Komperdell diesen Rucksack nur an Männer, da aufgrund der Position des Brustgurts mit der weiblichen Anatomie (Brustpartie) Probleme mit dem Verschließen auftreten könnten, Die restlichen Verstellungen sind einfach gehalten und funktionieren einwandfrei.
Während der Fahrt fällt mir auf, dass die fehlende Fixierung im Taillenbereich dazu führen kann, dass der Rucksack im Nackenbereich drückt. Dies erfordert mehrmalige Korrekturen und Zwangspausen bevor es richtig zur Sache geht. Die in der Produktbeschreibung erwähnte “Ultimative Bewegungsfreiheit“ konnte ich bei diesem Protektorenrucksack absolut spüren. Allerdings hat mir ein wenig der “Taillelnhalt“ gefehlt, was meiner Meinung nach dem Gurtsystem mit schlankem Nierengurt geschuldet ist.
Ausstattung und Inhalt:
Im Komperdell Tourpack sind wichtige Details für einen alltagstauglichen Endurorucksack vereint. Das Hauptfach lässt sich in etwa doppeltes Volumen vergrößern und ist innerhalb nochmals unterteilt. Dieses ideale Packmaß lässt für eine Tagestour keine Wünsche offen und der Biker behält den Überblick. Die wichtigsten Utensilien können so mit eingepackt werden. Für mich sind Werkzeuge und andere Beladung wie beispielsweise ein Schlauch, Erste Hilfe- Pack, Handy, div. Riegel sicher zu verstauen. Auch auf ein Brillenfach (aus weichem Material) muss man bei diesem Rucksack nicht verzichten. Zusätzlich gibt es diverse Fächer für Kleingeld (Taillengurt), Werkzeug, die Trinkblase (1,5 Liter) und einem “Dry-Bag“ für nasse Kleidung oder andere Utensilien die nicht nass werden dürfen. Die zentrale Botschaft ist für mich jedoch, dass im Tourpack wesentlich mehr Volumen (auch für Regenjacke oder Hose) nutzbar ist, was ihn sehr alltagstauglich macht.

Leider sind gebrauchsübliche Spuren bei diesem Sport nicht ausgeblieben. Wünschenswert wäre eine Regenhülle, die von unten nach oben gestülpt Abhilfe schafft.
Komperdell wirbt mit einem “ schlanken Design ohne lose Schnüre und Schnallen“, was mir im Detail für die Befestigung meines Fullfacehelms zu wenig ist. Außerdem lassen sich so beispielsweise keine weiteren Protektoren (Knie/- Ellbogen) befestigen.

Schutz und Protektor:
Komperdell verwendet bei der Verarbeitung dieses Rucksacks mehrere Schichten verschiedener Schaumstoffe. Laut Produktbeschreibung also ein Protektor-Insert mit Mehrkammer- und Mehrlagen-Aufbau aus Weichschaum (Dual Density Foam). Das Material soll flexibel genug sein um einen bestmöglichen Komfort zu gewährleisten. In Zahlen heißt dies, dass er nach der Prüfnorm EN 1621-2 beurteilt wurde. Weiter heißt es, dass dieser DUAL Denity Foam diese Zertifizierungsnorm mit einem Restkraftwert von weniger als 6 Kilonewton wesentlich unterbietet. Beste Voraussetzungen also um gerade im Gravitybereich wirklich “save“ zu fahren und bestmöglichst geschützt zu sein.
Fazit:
Komperdell bietet mit diesem Modell sowohl für den Gravity Fahrer als auch Tourenmountainbiker einen besonders wirksamen Schutz des Rückens, kombiniert mit sehr sinnvollem Stauraum. Vorausgesetzt die Größe passt und der Rucksack sitzt straff am Körper. Sehr empfehlenswert für Tagestouren, im Bikepark und auf der Hausrunde.
Gerade wegen seines erweiterbaren Volumens ist er dennoch KEIN Rucksack mit Rückenprotektor, sondern eher ein Rückenprotektor mit Stauraum, was ihn sehr sympathisch macht.