Ein modernes Produkt mit überzeugenden Eigenschaften
VORTEILE
- gute Materialzusammensetzung
- modernes Design
- stabile Verschlüsse
- Material der Griffe verhindert Schweißbildung
- verlängerte Griffzone
- geringes Gewicht
NACHTEILE
- Vergleichsweise hoher Anschaffungspreis
- Handschlaufen: Störendes Zugband
- recht groß im Packmaß
BEWERTUNG
Tester: Christian (173 cm groß)
Testprodukt: KOMPERDELL Carbon C3 Pro - Trekkingstöcke


Testzeitraum: 5 Wochen
Preis: 149,95 € (auf der Seite des Herstellers)
Gewicht: 221 Gramm
Größe: Die Stöcke sind verstellbar von 105 cm bis 140 cm
Optik: Die Farbgebung der Trekkingstöcke ist sehr neutral gehalten. Durch das überwiegend schwarze Design wirkt der Stock zunächst sehr schlicht und passt somit zu allen Kleidungsstücken sowie anderen Utensilien (bspw. Rucksäcken), die ich auf meinen Touren dabei habe.
Trotz dieser eher einfachen Optik hat der Hersteller einige, kleinere farbliche Details an der Oberfläche des Produktes platziert, wodurch die Stöcke einen modernen Touch erhalten. So finde ich vor allem das dunkelgraue Wabendesign gelungen, welches die gesamten Stöcke durchzieht.
Aber auch durch die türkisblaue Farbgebung (z.B. der Verschlüsse oder des Logos an den Schlaufen) konnte der Hersteller kleine, meines Erachtens schicke Hingucker schaffen, welche die Stöcke zu einem modernen Produkt machen.
Aufbau/Material: Bei den Carbon C3 Pro – Trekkingstöcken handelt es sich um aus drei Elemente bestehende Stöcke, die sich ausziehen lassen. Dieser dreiteilige Aufbau ist laut Hersteller so gestaltet, dass die oberen beiden Elemente aus Carbon und das untere aus der Aluminiumlegierung Titanal.HF bestehen.
Auch wenn die meisten Nutzenden den Unterschied zwischen Aluminum und Carbon wohl kaum bemerken würden und auch deren Nutzungsverhalten wohl sehr wahrscheinlich die Stöcke selten an die Belastungsgrenzen bringt, finde ich persönlich die Materialzusammensetzung recht gelungen, da die oberen beiden Elemente das Gewicht der Stöcke deutlich reduzieren (was man beim Anfassen bereits wahrnehmen kann), während das untere durch seine Strapazierfähigkeit und Langlebigkeit dazu beiträgt, dass sich die Stöcke bei einer größeren Belastung nicht verbiegen oder Mikrorisse entstehen.
Dieser stabile Eindruck, den ich von Beginn an hatte, hat sich auch während des Testzeitraumes bestätigt. Auf den Touren konnte ich mich vollkommen auf die Stöcke verlassen und hatte nie ein Bedenken mein volles Körpergewicht auf die die Stöcke zu legen. So gelang es sehr gut, steile Auf- und Abstiegen zu meistern und dabei stets eine gute Körperhaltung beizubehalten.
Neben der Materialkomposition (auf die ich bei den Griffen und Schlaufen weiter unten noch genauer eingehen werde), konnte mich auch die Wechselfunktion der Teller überzeugen. Da ich bereits Trailrunningstöcke von Komperdell besitze, welche diese Funktion nicht haben und bei denen der Teller nach einem Bruch nicht ersetzt werden kann (sondern im schlimmsten Fall der gesamte Stock), ist mir diese Funktion direkt positiv aufgefallen. Auch wenn die Teller beim Carbon C3 Pro zunächst einen sehr „billigen“ Eindruck machen, da sie sich sehr leicht mit den Händen verbiegen lassen, sind sie doch aufgrund ihrer Flexibilität meines Erachtens recht langlebig. Zudem war ich direkt davon begeistert, dass die Teller aufgrund des einfachen Tellerwechselsystems austauschbar sind. Vor allem finde ich hier sehr gelungen, dass man durch unkompliziertes Drehen die Teller eigenständig innerhalb von einer Minute und einfach wechseln kann.
Zudem ist auch super, dass der Hersteller neben dem im Lieferumfang enthaltenen „Sommerteller“ noch mehrere Modelle (z.B. für Wanderungen im Pulverschnee) für einige Euro in seinem Onlineshop bereithält, sodass die Stöcke auch ganzjährig verwendet werden können.

Griffe: Diese bestehen aus einem harten schaumstoffartigen Material, welches laut meiner Recherche den Namen Polystyrol-Hartschaumstoff trägt. Obwohl ich persönlich ein Fan von Korkgriffen bin, muss ich dennoch sagen, dass die Griffe mich sehr positiv überraschten. Zum einen hat mein einen sehr guten Halt, was einerseits an den eingekerbten Rillen, andererseits aber auch an der Beschaffenheit des Materials liegt, das dazu beiträgt, dass entstehender Schweiß keinen negativen Einfluss hat. So waren meine Hände auch nach steilen und körperlich anstrengenden Anstiegen, bei denen die Griffe fest in den Händen lagen, vollkommen trocken.
Zum anderen hat aber auch der Aufbau der Griffe einen positiven Einfluss auf die Handhabbarkeit. Während der Kopfteil aus einer sehr großen Fläche besteht, auf der man sich bei steilen Abstiegen sehr gut und sicher abstützen kann, liegt die Wellenstruktur des Mittelteils auf überwiegend geraden Streckenabschnitten hervorragend und vor allem sehr locker in der Hand. Mein persönliches Highlight ist allerdings die verlängerte Griffzone, die sehr griffig und somit für sehr steile Anstiege bestens geeignet ist.
Schlaufen: In Sachen Material fühlen sich die Schlaufen gut an. Besonders diesbezüglich hatte ich bereits bei günstigeren Produkten, die eine Reibung auf der Haut erzeugten, Schwierigkeiten. Diese Problematik besteht hier nicht, da die Schlaufen sehr weich sind. Dadurch bleibt die Haut auch nach einer längeren Strecke „unbeschadet“.

Die Schlaufen lassen sich durch das integrierte Zugsystem sehr einfach größer und kleiner stellen. Da meine Hände eher klein sind, habe ich sie lediglich in der ganz engen Variante genutzt, die meines Erachtens dann aber trotzdem noch ein wenig zu viel Spiel hatten (dies ist allerdings Geschmacksache). Zudem störte mich das Zugband beim Gehen immer wieder sehr. Diese Problematik habe ich jedoch auch bei anderen Stöcken dieser Art bereits gehabt, weshalb ich grundsätzlich eher ein Fan der Click-In-Schlaufenbefestigung bin.

Verschlüsse: Bei diesen dachte ich von der ersten Nutzung an „Einfach nur Wow“ und wurde nicht enttäuscht. Sie lassen sich sehr einfach mit einem Finger lösen und feststellen, haben einen super Halt, sind aufgrund des geschmiedeten Aluminiums sehr stabil. Dadurch kann man in der Praxis sehr schnell die richtige Größe einstellen und hat die Gewissheit, dass sich die Einstellung nicht mehr verstellt.



Sollte die „Spannung“ der Verschlüsse im Laufe der Zeit einmal verloren gehen, kann man sie ganz einfach persönlich mit einem Schraubenzieher nachjustieren.
Praxiseinsatz: Ich habe die Stöcke ausschließlich im Mittelgebirge testen können, würde sie allerdings aufgrund der hochwertigen Materialzusammensetzung auch für Touren im alpinen Bereich empfehlen. Als Ersatz für Trailrunningstöcke kann ich ihnen jedoch keine Empfehlung aussprechen (hierfür sind sie auch nicht konzipiert worden – trotzdem habe ich diesen Test der Vollständigkeit halber gemacht).
Dies liegt vor allem daran, dass die Stöcke bereits bei Wanderungen eine (kleine bis mittlere) Vibration erzeugen, die mich negativ überraschte. Dies liegt meines Erachtens am dreiteiligen Aufbau des Stockes, durch die eine komplette Fixierung (wie ich sie von den Trailrunnung-Faltstöcken FXP kenne) nicht möglich ist.



Des Weiteren haben die Stöcke mit 67 cm ein recht großes Packmaß, weshalb ich sie beim Transport an der Außenseite meines 26 Liter Rucksackes störend empfand. Sie ragten sehr hoch heraus und wackelten dauerhaft neben meinem Kopf. Während der Wanderung störten die Stöcke daher massiv am Rucksack. Wenn man die Stöcke allerdings an einem größeren Rucksack (beispielsweise bei mehrtätigen Touren) befestigt, so ist diese Problematik aufgrund der größeren Rucksackfläche sehr wahrscheinlich nicht gegeben.



Sonstige Fakten:
- Der Hersteller bietet drei Jahre lang einen kostenfreien Reparaturservice an.
- Die Spitzen der Stöcke lassen sich bei Verschleiß tauschen. Hierzu hat der Hersteller ein Video auf seiner Internetpräsenz platziert.

- Bei einer längeren Lagerung sollten die Verschlüsse unbedingt geöffnet sein.
Fazit: Insgesamt handelt es sich bei den KOMPERDELL Carbon C3 Pro – Trekkingstöcken um ein langlebiges Produkt, was bereits die Materialwahl deutlich macht. Im Vergleich zu ähnlichen Produkten ist der Anschaffungspreis zwar sehr hoch, was sich allerdings auch deutlich in der Qualität niederschlägt: So sind beispielsweise die Verschlüsse sehr hochwertig und verleihen dem Produkt daher Stabilität.
Gleiches gilt auch für die Qualität der Handschlaufen, die mich jedoch, aufgrund des störenden Zugbandes, nicht überzeugen konnten. Dennoch muss zur Verteidigung auch gesagt werden, dass die Griffe so gut sind, dass die Stöcke so sicher in den Händen liegen, dass es die Benutzung der Schlaufen gar nicht bedarf. Insgesamt ist der Griff wirklich sehr durchdacht und lässt die Stöcke durch die verlängerte Griffzone für jedes Gelände zum perfekten Begleiter werden.
Auch wenn beim Gehen kleinere Vibrationen entstehen und das Packmaß besser sein könnte, so konnten mich die Trekkingstöcke bei der praktischen Nutzung dennoch überzeugen, da sie mir beim Gehen ein sicheres Gefühl vermittelten. Aus diesem Grund kann ich sie wärmstens weiterempfehlen.